Rostock: Lesung mit Anja Röhl „Die Frau meines Vaters“ am 05.11.14 im Peter-Weiß-Haus

Als Tochter aus erster Ehe Klaus Rainer Röhls lernt Anja im Alter von fünf Jahren die neue Freundin und spätere Frau ihres Vaters kennen: Es ist Ulrike Meinhof.

Es entsteht eine unerwartet intensive Beziehung, die über Jahre anhält, auch als Ulrike Meinhof in Isolationshaft in Köln-Ossendorf und später in Stammheim einsitzt. Anja Röhl besucht sie im Gefängnis, erhält von ihr Briefe. Ihr Buch ist ein eindrucksvoller Beitrag für einen neuen Blickwinkel auf Ulrike Meinhof.

Die Schriftstellerin Anja Röhl kennt und schätzt das Werk von Peter Weiss. Die Verknüpfung des Dokumentarischen mit ihrer literarischen Beschreibung der Beziehung zu Ulrike Meinhof, aus Sicht des Kindes und der jungen Frau, zeigt interessante Parallelen zum Werk von Peter Weiss.

Anja Röhl, geboren 1955 in Hamburg. Erster Beruf: examinierte Krankenschwester, später Studium: Germanistik, Psychologie, Sonderpädagogik und Kunst. Arbeit als freie Dozentin und Theaterrezensentin für die junge Welt und Ossietzky, zahlreiche Veröffentlichungen. Drei Kinder.

Eine Veranstaltung im Rahmen der Peter-Weiss-Woche 2014 vom 3.-7. November, die in Kooperation von PWH e.V., Literaturhaus Rostock e.V., Soziale Bildung e.V. und subraum eG veranstaltet wird.

Ort:
LITERATURHAUS ROSTOCK
im Peter-Weiss-Haus
Doberaner Straße 21
18057 Rostock

Wann? 05.11.2014, ab 19 Uhr 30

Eintritt: 7,00 € / 5,00 €*
* Ermäßigung für Schüler/innen, Studierende und Mitglieder im Literaturhaus-Verein

UnFAIRhandelbar: Freihandelsabkommen TTIP und CETA stoppen!

Die EU und die USA verhandeln über ein umfassendes Freihandels- und Investitionsabkommen (TTIP). Die Verhandlungen über ein ähnliches Abkommen mit Kanada (CETA) wurden bereits beendet. Die Abkommen drohen Demokratie, Rechtsstaat und Rechte von Beschäftigten auszuhebeln. Umwelt- und Verbraucherstandards aber auch die staatliche Förderung von Kultur und Bildung sollen als „Handelshemmnisse“ abgebaut werden. Profitieren werden dabei vor allem große Konzerne, die Mehrheit wird verlieren.

Transparente Verhandlungen: Fehlanzeige!
Die Verhandlungen führt allein die EU-Kommission. Wichtige Verhandlungsdokumente bleiben unter Verschluss. Bürger*innen wie Parlamente sind außen vor. Dafür erhalten mehr als 600 Wirtschaftslobbyist*innen Zugang zu den Unterhändlern. Das EU-Parlament stimmt am Ende nur über den fertigen Vertrag ab, ändern kann es dann nichts mehr.

Rechtsprechung im Sinne der Investoren
Beide Abkommen sehen einen besonderen Schutz (ISDS) für Investoren vor. Konzerne sollen Staaten auf Schadenersatz verklagen können, wenn Gesetze ihre Profite schmälern. Verhandelt wird vor privaten Schiedsgerichten. Sie sprechen Recht – nicht im Namen der Bevölkerung, sondern im Sinne der Investoren. Eine Berufung ist nicht möglich. Und es geht um viel Geld: Aufgrund existierender Abkommen wurden Staaten wie Kanada und Ecuador bereits zu Strafzahlungen in Milliardenhöhe verurteilt. Derzeit verklagt etwa der schwedische Energiekonzern Vattenfall Deutschland wegen des Atomausstiegs nach Fukushima auf 3,7 Milliarden Euro Schadensersatz. Die Energiecharta macht es möglich. Mit TTIP und CETA wird das unsere ständige Bedrohung. Die Rechnung zahlen die Steuerzahler*innen.

Gesetze für Konzerne – nicht für Menschen.
Die US-Regierung soll künftig bereits in der Planungsphase an europäischen Gesetzen mitschreiben – beraten von Konzernen, die ihre Gewinne sichern wollen. Das kann den Datenschutz betreffen, aber auch die Zulassung von Saatgut, Chemikalien und Medikamenten. Genannt wird das: „Regulatorische Kooperation“. In Wahrheit ist es ein Gesetzes-TÜV der Konzerne. Die Lobbyist*innen nehmen Einfluss auf Gesetzesentwürfe, noch bevor gewählte Parlamente diese behandeln.

Standards sollen herabgesenkt werden.
Mit TTIP soll zugelassen werden, was wir in der EU bisher aus vorsorglichen Gründen mehrheitlich ablehnen: Gentechnik im Essen, Hormonfleisch und die Förderung von Gas und Öl mit giftigen Chemikalien, das sogenannte Fracking. Gegen europäische Arbeits- und Gewerkschaftsrechte und Mindestlöhne könnten US-Konzerne klagen, europäische Pharma-Unternehmen strengere Regeln bei Medikamenten und das EU-Verbot von Tierversuchen umgehen.

Privat geht vor Staat…
In TTIP und CETA, aber auch in einem bisher wenig beachteten Sonderabkommen über den Handel mit Dienstleistungen (TISA) soll auch die öffentliche Daseinsvorsorge den Regeln des Marktes unterworfen werden. Wenn einmal privatisierte Stadtwerke, Krankenhäuser oder die Abfallentsorgung wieder in kommunales Eigentum übertragen werden sollen, können private Anbieter*innen dagegen klagen – mit der Begründung der „Diskriminierung“.

Vorbild: Freihandelsabkommen CETA
Der fertige Vertrag mit Kanada ist mittlerweile öffentlich. Wie befürchtet, enthält CETA den Investorenschutz mit Klagerechten für Konzerne gegenüber Staaten. Die EU-Kommission lehnt jede Änderung am Vertrag ab. Wenn CETA durchkommt, werden die USA ebenso auf den Konzerngerichten bestehen. Und selbst wenn sie nicht in TTIP reinkommen, können US-Konzerne, die in Kanada Geschäfte machen, die Sondergerichte nutzen.

Bürger*inneninitiave gegen CETA & TTIP unterstützen!
Für die EU-Kommission ist Demokratie offenbar ein „Handelshemmnis“. Mit fadenscheinigen Argumenten hat sie die Zulassung der offiziellen Europäischen Bürger*inneninitiative verweigert. Ein Bündnis aus über 240 Organisationen aus ganz Europa macht trotzdem weiter, um TTIP und CETA zu stoppen. Das Bündnis will über eine Million Unterschriften gegen TTIP und CETA sammeln. Je mehr mitmachen, desto größer wird der Druck auf die EU-Kommission, Bundeskanzlerin Merkel (CDU) und Wirtschaftsminister Gabriel (SPD).

Noch können wir TTIP und CETA verhindern! Unterzeichnet die europäische Bürgerinitiative und ladet andere ein mitzumachen! organisiert den Protest gegen diese neoliberalen Freihandelsabkommen! Mehr Informationen zur Kampagne gibt es auf www.ttip-unfairhandelbar.de.

Rostock: Schlagende Landsmannschaft lädt zu einem „kritischen Blick“ am 29.10.14 ein

++ schlagende Landsmannschaft Baltia Rostock sucht neue Sympathisanten und Mitglieder +++ Einladung zu Besäufnis im Verbindungshaus +++ Hausbesuche offenbar ausdrücklich erwünscht +

Von Marko Neumann

Immer wieder geraten studentische Verbindung in die Kritik. Egal, ob es sich um die Forderung nach einem Ariernachweis handelt, Burschenschaftler_innen anderen Menschen Gewalt androhen, Saufgelage bis zur Besinnungslosigkeit oder andere krude Ereignisse lassen regelmäßig aufhorchen, wenn es um Landsmannschaften oder Burschenschaften geht.


Bild: Viele der ausgelegten Flyer der Landsmannschaft wurden schnell wieder eingesammelt.

Auch in MV gibt es mehrere solcher Verbindungen. Eine dieser Landsmannschaften heißt „Akademische Landsmannschaft Baltia“ Rostock. Baltia ist eine der schlagenden Verbindungen. Fechten und Mensuren gehören fest zum Verbindungsalltag.

Nicht zu Unrecht ist Baltia um ihren „guten Ruf“ besorgt. Um die vermeintlichen Vorurteile gegen den völkischen Zusammenschluss zu zerstreuen, laden die Brüder – Frauen sind ohnehin nicht willkommen – zu einem „Open Tresen“ ein. Bei Alkohol sollen die geneigten Gäste ihre Fragen stellen. „Vorurteile bekommst du geschenkt, Urteile musst du dir selbst bilden. Am Mittwoch hast du bei uns die Chance, die bösen Burschis all‘ das zu fragen, was du dich noch nie getraut hast“, heißt es in einem entsprechenden Flyer, der kürzlich von Mitgliedern der Baltia verteilt wurde.

In einer eigens eingerichteten Facebook Veranstaltung haben sich bislang ganze acht Teilnehmer eingetragen. Damit die Burschis nicht ganz alleine in ihrem Haus in der Wielandstraße 9 (18055 Rostock) bleiben, guckt doch bei den Bundesbrüdern vorbei. Frei unter dem Motto „Urteile musst du dir selbst bilden“, bietet der Abend sicher eine gute Gelegenheit, tatsächlich einen „kritischen Blick“ auf die Baltia zu richten. Los geht’s 20 Uhr.

Rostock: Veranstaltung zur aktuellen Situation in Kobané am 29.10.14 im Café Median

Erfahrungsbericht und Diskussionsabend zur aktuellen Situation nordsyrischer Kurden

Kommenden Mittwoch gibt es die Möglichkeit mehr zu der Situation in und um Kobané zu erfahren. Mit welchen Schwierigkeiten sehen sich die vor Ort kämpfenden Kurden konfrontiert und welche Perspektive bleibt den Menschen die von Isis existenziell bedroht sind? Im Anschluss an den Erfahrungsbericht könnt ihr mit den Betroffenen diskutieren.

Wann und wo genau geht’s los?
Die Veranstaltung findet am Mittwoch, den 29.10.2014 im Café Median statt. Start ist 18 Uhr 30.

Rostock: Vortrag und Diskussion „drei Jahre nach Auffliegen des NSU“ am 03.11.14 im Peter-Weiß-Haus

Am 4. November ist es drei Jahre her, dass der „Nationalsozialistische Untergrund“ (NSU) sich selbst enttarnte. Die rechtsterroristische Gruppe war über ein Jahrzehnt aktiv und ermordete zehn Menschen. Der Öffentlichkeit war ihre Existenz nicht bekannt und die Polizei suchte die Täter_innen jahrelang im Umfeld der Ermordeten.

Im Mai 2013 begann in München ein erster Prozess gegen fünf der überlebenden mutmaßlichen Mitglieder und Unterstützer_innen. Das Rechercheprojekt NSU Watch beobachtet und dokumentiert diesen Prozess und erarbeitet Einschätzungen und Expertisen.


Bild: Spurensicherung in Zwickau – Die Reste der gesprengten Wohnung des Nazi-Trios. (Foto eingebunden über taz.de)

Im Vortrag wird eine Bestandsaufnahme gemacht und gezeigt, welches Bild des NSU sich heute zeichnet. Dabei spielt der Prozess eine zentrale Rolle. Ebenso wird versucht, auf einige der vielen offenen Fragen rund um den Komplex Antworten zu geben. Dabei geht es um den staatlichen Umgang mit dem Rechtsterrorismus des NSU sowie die fragwürdige Aufarbeitung des Rassismus auf gesellschaftlicher Ebene.

Anschließend wollen wir diskutieren, welche Konsequenzen Gesellschaft und Politik gezogen haben und welche wir selbst ziehen müssen. Diese Veranstaltung wird von der Rostocker Initiative „Mord verjährt nicht“ in Zusammenarbeit mit dem Verein Soziale Bildung und dem AStA der Universität Rostock organisiert.

Die Initiative NSU Watch hat sich in der zweiten Jahreshälfte 2012 gegründet, ursprünglich mit dem Ziel, die Forderungen nach einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss im Schweriner Landtag zur Aufklärung der NSU-Verbrechen zu unterstützen. Danach verlagerte sich der Arbeitsschwerpunkt auf die lokale Gedenkpolitik.

Wo und wann?
Die Veranstaltung findet am 03. November 2014 im Peter-Weiß-Haus (im Möckelsaal) statt. Los geht’s 20 Uhr.

Rostock: KINO UTOPIA – Gemütlich-politisches Kino im Café Median

Im November und Dezember 2014 soll es im Café Median dreimal Kino geben: Der Rote Faden ist die Frage nach dem schönen Leben und was aus unseren diesen Utopien werden kann.

Am 12. November starten wir mit den “Söhnen von Norwegen” mit einer Punkrockjugend, in der das Aufbegehren gegen Vater und Establishment nicht so leicht ist wie auf den ersten Blick vermutet.

Am 26. November macht sich “Bodo” auf die Suche nach der real existierenden Utopie: Kapitalismus? Sozialismus? Was is das? Was soll das? Und wie funktioniert das bitte?

Am 10. Dezember begeistern “Clits in Action” mit jeder Menge kreativer Direct Action Ideen gegen Schönheitswahn, patriarchale Verhältnisse und den heteronormativen Alltag.

Alle Filme starten um 20 Uhr. Pünktlich. Wirklich! Außerdem gibts Popcorn und was Leckeres zu Trinken.

Greifswald: „Universität ohne Nazis“ gegründet

++ Kein Platz für Nazis an der Uni Greifswald +++ neue Initiative gegen Neofaschist_innen in der Hansestadt gegründet +++ alternative Erstiparty am 24.10.14 im IKUWO +

Von Marko Neumann

Rassismus und andere chauvinistischen Einstellungen sind keineswegs nur Phänomene bei Menschen mit wenig oder geringer Schulbildung. Auch an gehobenen Lehreinrichtungen, wie den Universitäten verbreitet sich zunehmend nationalistisches Gedankengut, nicht selten studieren auch schon ideologisch gefestigte Neofaschist_innen an den hiesigen Unis.

In Greifswald hat als Reaktion auf diese Entwicklung vor einigen Tagen die Initiative „Uni ohne Nazis“ gegründet. In einer kurzen Gründungserklärung heißt es unter anderem:

„Rechte Strukturen machen keinen Bogen um akademische Institutionen. Wir wollen uns als Ziel setzen, Freiräume zu schaffen, in denen Menschen geschützt ihren Idealen einer akademischen Bildung nachkommen können. Wir wollen den Menschen eine Alternative bieten, die kein Bock darauf haben, mit Nazis in Vorlesungen und Seminaren zu sitzen. Wir wollen den Menschen eine Alternative bieten, die kein Bock darauf haben, gezwungenermaßen die Veranstaltungen von rechten und diskriminierenden Profs besuchen zu müssen.
Gemeinsam mit der Universität, den verschiedenen Gremien, der Studierendenschaft aber auch der Zivilgesellschaft wollen wir rechte Strukturen an der Universität aufdecken und stellen.“

Dass die neue Initiative alles andere als ein Papiertiger ist, bewiesen die engagierten Studierenden bereits während eines Vortrages des landesweit bekannten Neonazi Marcus G. an der Universität.

Aktuelle Informationen über „Uni ohne Nazis“ in Greifswald und ihre Aktivitäten gibt es auf der Facebook Seite der Gruppe unter https://www.facebook.com/UoNhgw reinklicken. In anderen Städten haben sich in der Vergangenheit ähnliche Gruppen gegründet, so klärt die „Kritische Uni Rostock“ beispielsweise seit Monaten unter anderem über (neu)rechte Dozent_innen in Rostock auf.

Erstsemester_innen, die so garkeinen Bock haben, ihre Freizeit auch mit Nazis zu verbringen, können diesen Freitag (24.10.14) im Internationalen Kultur- und Wohnprojekt (IKUWO) bei der Alternativen Erstiparty reinschauen. Alle Infos dazu gibt es hier.

Greifswald: Vortrag „Besitz, Eigentum, Kapital, Vermögen und Macht – Rechtliche und philosophische Überlegungen“ am 24.10.14 im Audimax

Der Arbeitskreis Kritische Jurist_innen Greifswald lädt alle Interessierten ein zu einem Vortrag von Prof. Joachim Lege, der im Rahmen der Entwicklungspolitischen Tage 2014 stattfindet, welche am kommenden Freitag unter dem Motto “Wem gehört die Welt?” beginnen.

Besitz und Eigentum sind juristische Begriffe. Als solche aber nicht statisch, sondern geprägt durch Gesetzgebung und Rechtsprechung. Die Veranstaltung zeigt den Zusammenhang zwischen Eigentum, Besitz, Kapital, Vermögen und Macht aus rechtlicher und philosophischer Sicht auf.

Joachim Lege ist Lehrstuhlinhaber für Öffentli­ches Recht, Verfassungsgeschichte, Rechts­ und Staatsphilosophie an der Universität Greifswald. Im Bereich des Öffentlichen Rechts konzentriert sich die Forschung auf das Staatsrecht mit beson­derem Augenmerk auf Art. 14 GG (Eigentum) in Verbindung mit dem Staatshaftungsrecht, dem Baurecht und dem Umweltrecht.

Wann und wo genau?
Am 24.10.2014 (Freitag), ab 20 Uhr, im Hörsaal 4 der Universität Greifswald (Audimax).

Güstrow: Rassist_innen hetzen mit Fackelmarsch gegen Geflüchtete

++ Fackelmarsch in Güstrow mit rund 100 Teilnehmer_innen +++ 250 Gegendemonstrant_innen gegen rassistische Hetze auf der Straße gewesen +++ Polizeieinsatz verlief nahezu friedlich +

Von Franziska Wilke und Marko Neumann

Nazis versuchen zunehmend soziale Netzwerke im Internet zu missbrauchen, um ihr rassistisches Gedankengut besonders bei jüngeren Menschen zu verbreiten. Immer öfter wird auch die Mobilisierung für ihre Aufmärsche nahezu ausschließlich über Facebook und co. bestritten. So auch vergangenes Wochenende in Güstrow.

„unpolitische“ Hetze gegen Geflüchtete
Unter dem Motto „Kinder sind unsere Zukunft“ wollte der NPD-Aktivist Nils Matischent, der erst letzte Woche nur knapp einer Freiheitsstrafe entgangen ist, vergangenen Sonnabend in Güstrow einen vermeintlich „unpolitischen“ Fackelmarsch durchführen. Unter dem Label der Initiative „Güstrow wehrt sich gegen Asylmissbrauch“ sollte ein überparteilicher Protest gegen ein neues Flüchtlingsheim in Güstrow suggeriert werden.
Ende diesen Jahres soll in der Barlach-Stadt eine neues Flüchtlingsunterkunft für ca. 170 Geflüchtete entstehen. Die Debatte um neue Flüchtlinge und deren Unterbringung in Deutschland ist zur Zeit das einzige halbwegs erfolgversprechende Thema der neofaschistischen Szene. Wie in anderen Städten auch agitiert die NPD in Güstrow seit Monaten gegen die sogenannte „Asylflut“ und „Scheinasylanten“. Nach zwei Mahnwachen in den vergangenen Wochen sollte nun die menschenverachtende Propaganda von NPD und co. eine noch größere Öffentlichkeit bekommen.
Erst ein Woche vor dem Fackelmarsch in Güstrow hatte sich die NPD in Stralsund blamiert, nachdem fast 1.000 Gegendemonstrant_innen die rund 100 Nazis in der Hansestadt zum Abbruch des NPD-Aufmarsches zwangen. Nicht einmal den Kranz zu „Ehren der bei der Bombardierung Stralsunds 1944 getöteten Deutschen“ konnte die NPD niederlegen. Um so wichtiger schien den Organisator_innen in Güstrow die zumindest optische Trennung des Fackelmarsches von der NPD.

Die Gegenproteste
Dem braunen Mob stellten sich etwa 250 Gegendemonstrant_innen aus Güstrow und der umliegenden Regionen entgegen. Auf dem Pferdemarkt feierten Viele ein buntes Herbstfest, unter anderem mit Live-Musik und unterschiedlichen Bastelaktionen. Neben verschiedenen Persönlichkeiten aus Gesellschaft und Politik nahm auch Güstrows Bürgermeister Arne Schuldt (parteilos) an den Protesten teil. Die Amadeu-Antonio-Stiftung informierte während einer mobilen Pressekonferenz über die Lebensrealitäten von Geflüchteten in Mecklenburg-Vorpommern.
Die Polizei, die nach eigenen Angaben mit 350 Beamt_innen im Einsatz war, verzichtete diesmal auf Gewaltexzesse, wie es sie noch eine Woche zuvor in Stralsund gegeben hatte. Entsprechend friedlich blieben die Gegenproteste.

Im Schatten des Erfolgs der Proteste in Stralsund konnte die neofaschistische Szene in Güstrow weitgehend ungestört ihren Fackelmarsch durchführen. Zwar bestand der Aufzug fast ausschließlich aus lokalen Neonazis und deren Sympathisant_innen, unterschätzt werden dürfen solche örtlich begrenzten Aufmärsche – egal ob unter dem Deckmantel einer Bürger_inneninitiative oder der NPD direkt – jedenfalls nicht. Güstrow wird auch in Zukunft ein Ort sein, in dem antirassistisches und antifaschistisches Engagement nötiger ist, als in anderen Regionen MV’s.

Güstrow: „Unpolitischer“ Fackelmarsch gegen Flüchtlingsheim am 18.10.2014

++ nach Blamage in Stralsund: NPD will in Güstrow marschieren +++ „unpolitischer Fackelumzug“ ab spätem Nachmittag +++ Gegenproteste formieren sich +

Von Franziska Wilke

Nach dem einem Aufruf der NPD vergangenes Wochenende in Stralsund weniger als 100 Neonazis gefolgt waren, organisiert der Güstrower NPD-Stadtvertreter und regionale „Reinigungsfachkraft“ Nils Matischent an diesem Sonnabend ab 16 Uhr 30 einen „Fackelumzug für Groß und Klein“ und gaukelt politisches Desinteresse mit der Veranstaltung vor. Angemeldet ist der Aufmarsch bis 23 Uhr.


Bild: Egal ob Stralsund, Güstrow oder anderswo: Nicht lange fackeln – Nazis blockieren!

An manchen Tagen müssen wir ihm das sogar glauben. Anders ist es nicht zu erklären, warum er am Freitag wegen des Diebstahls von fast zwei Dutzend Waschmaschinen vor Gericht erscheinen muss.

Vor dem jetzigen Aufruf wurde von den Nazis per Facebook jedoch unter dem Motto „Wehrt euch gegen Asylmissbrauch“ mobilisiert. In Güstrow soll demnächst eine dritte Flüchtlingsunterkunft im Stadtteil Südstadt eröffnet werden.

Kommt nach Güstrow! Bringt, wenn ihr Lust habt, bunte Lampions und Instrumente mit und lässt uns dem braunen Spuk etwas schönes, vielfältiges und fröhliches entgegensetzen!

Haltet die Augen offen für weitere Informationen!

In eigener Sache: neue Sticker „Streetart“, „hate Sexism“ & „Gleichgültigkeit“ jetzt bestellen!

Kürzlich sind wieder neue Aufkleber bei uns hereingeschneit. „Streetart ist not a crime“, „Have Sex, hate Sexism“ und „Sophie Scholl“ heißen die aktuellen Sticker. Die neue Serie könnt ihr in Kürze bei allen gut sortierten Infoläden in MV oder direkt bei uns bekommen. Achtet in jedem Fall auf unsere Hinweise zum verkleben der Sticker.

Wenn ihr uns eine Spende für das Material hinterlassen wollt, nutzt dazu dieses Konto.


Bild: Die neue Aufkleberserie. Nur so lange der Vorrat reicht!

Greifswald: Salon de la Critique im Wintersemester 2014/15

Die Antifa Defiant Greifswald hat für Studierende und nicht-Studierende für die kommenden Monaten wieder verschiedene Veranstaltungen organisiert. Folgend findet ihr die aktuellen Ankündigungen der mittlerweile vierten Veranstaltungsreihe des Salon de la Critique.

VERBOTENE FILME – EINE KRITISCHE AUSEINANDERSETZUNG ZUM UMGANG MIT NS-PROPAGANDAFILMEN
Mit einer wissenschaftlichen Einführung werden wir den 1940 uraufgeführten antisemitischen Hetzfilm “Jud Süß“ zeigen. Anschließend präsentieren wir die neue Dokumentation des Regisseurs Felix Moeller “Verbotene Filme“, die sich der Frage widmet, inwiefern der Umgang mit verbotenen Nazi-Propagandawerken noch zeitgemäß ist und ob hier ein Umdenken angebracht wäre. Dieser Frage wollen wir weiterführend in einer anschließenden Podiumsdiskussion nachgehen. Auf dem Podium sitzt u. a. der Regisseur des Films, Felix Moeller.

Film und Podiumsdiskussion / 18.10.2014 / 16.00 Uhr / Pommersches Landesmuseum

In Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung und finanzieller Unterstützung durch den Kulturkosmos Müritz e.V.

DIE ROTEN MATROSEN – HINTERGRÜNDE UND GESICHTER
Die Novemberrevolution 1918 begann mit einer Matrosenrevolte am 04. November in Kiel und breitete sich als spontane Volkserhebung über das ganze Land aus. Am 09. November erreichte die Entwicklung mit der Flucht des Kaisers und der Verkündung der Republik ihren Höhepunkt. Die „roten Matrosen” traten vielerorts als bewaffnete Hüter der neuen Ordnung in Erscheinung. In Berlin wurde die mehrere tausend Mann starke „Volksmarinedivision” ins Leben gerufen. Mit den Weihnachtskämpfen 1918 erlangte diese Division einen legendären Ruf. Ihr Ende fand sie bereits 1919 durch das von Freikorps gegen die Linken durchgeführte Märzmassaker.

Vortrag mit Bernd Langer / 30.10.2014 / 20.00 Uhr / Koeppenhaus

Mit Unterstützung durch die Rosa-Luxemburg-Stiftung

ÜBER 20 JAHRE GROßES DEUTSCHLAND
Fast ge­nau­so lange sind Rai­ner Tram­pert und Tho­mas Eber­mann nun schon mit ihrer sa­ti­ri­schen Le­sung auf der Bühne. Die bei­den wer­den einen Quer­schnitt aus der Samm­lung ihrer Stü­cke bie­ten, die zu „20 Jah­ren deut­sche Ein­heit” und dem 3. Ok­to­ber pas­sen. Ein Rück­blick vol­ler Über­ra­schun­gen, bei dem es je nach Laune um eine deut­sche Stadt im Schwarz­wald, deut­sche Flag­gen­pa­ra­den auf Fuß­ball­fes­ten, die Leit­kul­tur am Bei­spiel einer Wag­ner-​Oper, die Eh­rung eines be­rühm­ten Fuß­ball­spie­lers, sau­be­re Häu­ser­wän­de, die Rück­kehr der Hirn­for­schung zur Schä­del­mes­sung, die neuen Eli­te-​Unis, eine Nach­be­trach­tung zum deut­schen Herbst, deut­sche Mär­chen, einen deut­schen Trou­ba­dour oder um etwas an­de­res aus dem reich­hal­ti­gen Pro­gramm gehen wird.

Satirische Lesung mit Rainer Trampert und Thomas Ebermann / 06.11.2014 / 20.00 Uhr / IKuWo

Mit Unterstützung durch die Rosa-Luxemburg-Stiftung

DIE HOFFNUNG IST EIN HUNDESOHN
“Das ist das Schlimmste, was man haben kann: Hoffnung. Weil die stirbt nie und verarscht dich doch immer wieder. Die Hoffnung ist ein Hundesohn.” Sein erstes Buch “Die Hoffnung ist ein Hundesohn” ist ein fiktiver Roman, die Handlung spielt am Wochenende der Bundestagswahl 2012. Nachdem die Proteste in Leipzig 1989 in einem Massaker endeten, ist Deutschland immer noch geteilt. Im Kanzleramt in Berlin sitzt Helmut Kohl und da will er noch weitere vier Jahre bleiben. Das Internet wird zensiert, die Grünen sind verboten, die Geheimdienste haben alle Hände voll zu tun, die Ausländer sind in Ghettos in Neukölln und Kreuzberg eingepfercht, ausländische Kinder dürfen nicht zusammen mit den deutschen Kindern auf die Schule und regelmäßig werden Ausländer medienwirksam über die DDR in den Osten abgeschoben.

Lesung mit Marcus Staiger / 20.11.2014 / 20.00 Uhr / IKuWo

DIE ANTIFA. SZENE ODER BEWEGUNG? – VERSUCH EINER STANDORTBESTIMMUNG
Im April veranstaltete die Antifaschistische Linke Berlin (ALB) noch die Konferenz „Antifa in der Krise” mit. Im Sommer 2014 erklärte die Gruppe nach über 10 Jahren des Bestehens ihre Selbstauflösung. In ihrem Schreiben zur Auflösung wiederholte die Gruppe ihren Befund, die klassische Antifa-Bewegung befände sich in einer Krise. Die tradierten Konzepte griffen nur noch bedingt und seien eher als Stillstand und Phrasendrescherei zu werten. Die Auflösungserklärung zog eine Reihe von Kommentaren und Nachrufen in linken Zeitungen nach sich. Dort war unter anderem zu lesen, dass ein erheblicher Teil des Problems an welchem die Gruppe letztendlich scheiterte darin besteht, dass „Die Antifa” keine politische Bewegung mehr sei, sondern eine zur »Szene« herabgesunkenen Antifasubkultur.
Die Veranstaltung versucht dieser Argumentation nachzuspüren und zu erklären was der Unterschied zwischen einer Bewegung und einer Szene ist und warum dieser Unterschied für die Krisenbefunde in der Antifa relevant sein könnte.

Vortrag / 11.12.2014 / 20.00 Uhr / IKuWo

AUSWIRKUNG UND BEDEUTUNG STAATLICHER REPRESSION AUF LINKE STRUKTUREN
Die meisten Aktivist_innen in linken Strukturen, Initiativen und Zusammenhängen wissen um die Bedeutung staatlicher Repression. Linksradikale Theorie, Kritik und Praxis steht stets im Widerspruch zum staatlichen Herrschaftsanspruch, überall dort, wo es zu politischen Konflikten kommt, legt das staatliche Gewaltmonopol die Bedingungen des Protestes fest. „Soziale Auseinandersetzungen und sozialer Wandel erfolgen immer unter dem Vorbehalt des im Gewaltmonopol verankerten Herrschaftsinteresses, das die Spielregeln ausgibt und das Spiel zu beenden, jedenfalls zu suspendieren vermag”, fasste Wolf-Dieter Narr es 1980 treffend zusammen. Dabei rückt die staatliche, in der Regel also die polizeiliche Protestkontrolle in den Mittelpunkt der wissenschaftlichen Forschung. Der Vortrag beginnt mit einem Überblick über die wissenschaftliche Auseinandersetzung zum Thema „policing of protest”. Anschließend wird ausgehend von der Erfahrung mit Repressionen in lokalen Zusammenhängen die Auswirkung von Repression bzw. dem „protest policing” auf die politische Arbeit, das Individuum und dessen Sozialität vorgestellt. Nach der Hervorhebung und Verdeutlichung dieser Ebenen der Auswirkungen auf Aktivist_innen, soll sich die abschließende Diskussion dem Thema widmen, wie linke Theorie und Praxis angepasst werden kann, um Repression vorzubeugen, Betroffene zu unterstützen und linke Gruppen handlungsfähig bleiben können.

Vortrag / 22.01.2015 / 20.00 Uhr / IKuWo

Polizeilobby verteidigt Polizeieinsatz vergangenes Wochenende in Stralsund

++ Scharfe Kritik an Polizeieinsatz vergangenen Sonnabend in Stralsund +++ Gewerkschaft der Polizei widerspricht „in aller Deutlichkeit“ Kritik an prügelnden Polizeieinheiten +++

Von Janin Krude, Marko Neumann und Crhistoph Lütge

Knapp 100 Nazis wollten vergangenen Sonnabend durch Stralsund marschieren, um die Bombardierung der Hansestadt im Zweiten Weltkrieg für ihre Propaganda zu missbrauchen. Im Zuge des Polizeieinsatzes, bei dem unter anderem die berüchtigte BFE-Truppe zum Einsatz kam, kam es erneut zu massiven Übergriffen der Beamt_innen auf friedliche Demonstrant_innen.

Die alte Laier: Täter_innen werden zu Opfern stilisiert
Noch am Wochenende kritisierten Politiker_innen verschiedener Parteien den Einsatz der 500 Polizist_innen in der Hansestadt. Jürgen Suhr (MdL) erklärte, der Einsatz der Polizei sei „überzogen und unangemessen“ gewesen. Nun hat sich die Gewerkschaft der Polizei (GdP) zu Wort gemeldet. Erwartungsgemäß teilt der Vorsitzende der GdP, Christian Schumacher, die Kritik an seinen Kolleg_innen nicht. „In aller Deutlichkeit“ widersprach er am Montag Suhr und anderen Landes- und Kommunalpolitiker_innen.

Vermummt, bewaffnet, gewaltbereit – die deutsche BFE-Einheit!
Schumacher erklärte weiter, „viele Kollegen fragten sich, was Sturmhauben, Schlagstöcke, Pfefferspray oder das Durchbrechen von Polizeiketten auf friedlichen Demonstrationen zu suchen haben“. Bei den rund 1.000 Gegendemonstrant_innen wurden fünf Sturmhauben und ein Schlagstock sichergestellt. Weiterhin habe Schumacher „null Verständnis“ dafür, dass Demonstrant_innen Sprechchöre wie „Deutsche Polizisten schützen die Faschisten“ gerufen hätten. Die Beamt_innen seien verhöhnt und beleidigt worden, so Schumacher. Dass die Polizei immer wieder friedliche Demonstrant_innen mit Pfefferspray und Schlagstöcken vertrieben haben, um den Nazis den Weg frei zu machen, verschweigt Schumacher wissentlich. Unter anderem wurde eine angemeldete Mahnwache der Ver.di Jugend von der Polizei zusammengeknüppelt, weil die NPD dorthin umgeleitet werden sollte.

Die Polizei: Dein Feind und Henker.
Gewaltbereit waren an diesem Abend neben den 100 Nazis einmal mehr nur die eingesetzten Polizeiangehörigen. Auch Sturmhauben und Pfefferspray sowie andere Waffen fanden sich an diesem Abend bei nahezu allen Polizist_innen. Die Frage stellt sich tatsächlich: Was haben vermummte, bewaffnete und gewaltbereite Berufsprügeler auf friedlichen Demonstrationen zu suchen?

Polizist_innenlobby – Gewerkschaft für Beamte?
Die „Gewerkschaften“ der Polizei sind keine üblichen Interessenvertretungen, wie in anderen Berufszweigen. Beamt_innen haben kein Streikrecht, klassische Arbeitskämpfe gibt es hier nicht. Zwar sind die Polizeigewerkschaften Mitglied im deutschen Gewerkschaftsbund DGB, ihr inoffizielles Aufgabengebiet ist jedoch die Rechtfertigung moralisch und juristisch fragwürdiger Einsätze der Polizei insgesamt sowie die Inschutznahme von „Verfehlungen“ in „Einzelfällen“.
Speziell die Gewerkschaft der Polizei sieht ihre Aufgabe unter anderem in der „Betreuung [der Beamt_innen] bei Großeinsätzen“ und die „Interessenvertretung auf allen politischen und gesellschaftspolitischen Ebenen“. Es geht nicht um eine differenzierte Aufarbeitung der Arbeit und die Aufklärung sowie Verbesserung der Lebensverhältnisse von Polizist_innen, sondern schlicht um die einseitige Verteidigung und Verharmlosung jeder Schweinerei. Diejenigen, die die Gesetze dieses „Rechtsstaates“ beschützen sollen, kümmern sich in der Realität nur selten um geltendes Recht.

Das Bündnis Stralsund Nazifrei sammelt Augenzeugenberichte, sowie Fotos und andere Medien über den Einsatz der Polizei am 11. Oktober in Stralsund. Genaue Informationen sowie ein Kontaktformular findet ihr hier.

Augenzeugenberichte gesucht: Nachtrag zu den Aktionen gegen den Fackelmarsch der NPD in Stralsund am 11.10.2014

++ brutaler Polizeieinsatz mit Folgen +++ Augenzeug_innen polizeilicher Gewalt gesucht +++ strafrechtliche Verfolgung von Polizeibeamt_innen vorbereitet +

Gemeinsamer Aufruf von Rock gegen Rechts Stralsund e.V. und Stralsund Nazifrei

„Aktionsbündnis Stralsund Nazifrei“ und der Verein „Rock gegen Rechts Stralsund e.V.“ rufen alle Bürger_innen und alle Demonstrant_innen, die sich am 11. Oktober in der Stralsunder Altstadt befanden oder sich den Nazis in den Weg gestellt haben, dazu auf wahrgenommene Polizeigewalt und unverhältnismäßiges polizeiliches Handeln uns zu melden. Wir bitten darum, dass sie dafür das hier zum Download angebotene Formular nutzen. Die Augenzeugenberichte sind wichtig um einer korrekten Aufklärung der Umstände zu ermöglichen, sowie Täter_innen aus den Reihen der Polizei zu ermitteln um strafrechtlich gegen diese vorzugehen. Weiterhin kann hiermit eventuell ermöglicht werden, das unschuldig festgenommene Demonstranten, entlastet werden.

Ebenso rufen wir Sie dazu auf Bilder und Videos vom ganzen Tag uns zuzusenden. Wir dokumentieren diese. Es können sich eventuell Aufnahmen darunterbefinden die die oben genannten Vorgänge erleichtern können. Weiterhin sind Bilder von Neonazis und vom bunten Tag auch wünschenswert.

Die Formulare und das Bildmaterial können sie per Post versenden:

Initiative Rock gegen Rechts Stralsund
Heinrich-Heine-Ring 123
18435 Stralsund

oder

per E-mail an: info[ätt]rockgegenrechts.com

Groß Lüsewitz: Brandanschlag auf Flüchtlingsunterkunft

++ Brandanschlag auf Flüchtlingsunterkunft bei Rostock +++ keine Verletzten +++ Polizei geht von rassistischem Tatmotiv aus +

Von Christoph Lütge und Marko Neumann

Bislang Unbekannte haben zwei Brandsätze auf das Flüchtlingsheim in Gro Lüsewitz in der Nähe Rostocks geworfen. Kurz vor ein Uhr Nachts warfen die Täter_innen in der Nacht zu Sonntag zwei mit Spiritus gefüllte Flaschen gegen die Wandfassade des Flüchtlingsheimes, in dem zur zeit acht Familien untergebracht sind.

Das Haus fing jedoch kein Feuer, der Brand erlöscht schließlich von selbst. Selbst die Polizei, von denen nach solchen Angriffen meist nur Sätze wie „wir können einen rechtsextremen Hintergrund nicht ausschließen“ geht mittlerweile offiziell von einem rassistisch motiviertem Angriff aus.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Flüchtlingsunterkunft Ziel fremdenfeindlicher Attacken wird. Ende vergangenen Jahres beschmierte ein 30-jähriger Landwirt eine der Hauswände unter anderem mit einem Hakenkreuz.

Obwohl der aktuelle Angriff keine sichtbaren Schäden hinterließ, dürfen Attacken wie diese nicht heruntergespielt werden. Die Bereitschaft Menschen in Häusern zu verbrennen zeigt einmal mehr, wie gefährlich rassistische Einstellungen in Teilen der Bevölkerung werden können.



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