Ruppi und die sogenannte „Nationale Solidarität”

In einem Artikel auf dem neonazistischen Portal Altermedia vom 09. Februar 2012 wird mit dem frühreren Mitstreiter Robert Rupprecht eine alte Rechnung beglichen. Rupprecht befindet sich derzeit in Haft nachdem er im Herbst letzten Jahres vor dem Rostocker Landgericht wegen verschiedener Artikel auf Altermedia Deutschland verurteilt wurde. Die alten Kameraden aus Stralsund treten nun nach. Rupprecht soll angesichts einer drohenden Verurteilung Tatvorwürfe gegen ihn auf andere Mitglieder der Kameradschaft abgewälzt haben, deren Anführer er lange Zeit gewesen ist. Dies zeigt, dass es in Neonazikreisen mit der sogenannten nationalen Solidarität nicht sehr weit her ist, zumal Rupprecht nicht zum ersten Mal einen seiner Kameraden verheizte, um einer Strafe zu entgehen.

Altermedia, ein gesprengte Briefkästen und ein Arsch auf Grundeis
Im Vorfeld des Prozesses gegen die beiden Stralsunder Altermedia Autoren Axel Möller und Robert Rupprecht bekam letzterer es mit der Angst zu tun. Es machte den Anschein, dass ihm ebenfalls das Sprengen eines Briefkastens vom zuständigen Staatsanwalt in Stralsund zur Last gelegt werden würde. Zeitlich passte die Sachbeschädigung als eine Reaktion auf eine Hausdurchsuchung in das Bild der impulsiv handelnden „Hatecrew Stralsund”. Nur zu logisch also, dass die Behörden sich deren Chef vornehmen würden. Nun bekam es Robert Rupprecht, der ohnehin schon ein beachtliches Vorstrafenregister voller unpolitischer Delikte aus dem Bereich der Kleinkriminalität aufweisen konnte, aber offenbar mit der Angst zu tun. Nach mehreren erfolglosen Versuchen mit dem LKA Kontakt aufzunehmen, soll sich der Stralsunder Kameradschaftsführer mit einem Brief an die Staatsanwaltschaft gewandt haben. In diesem macht er Aussagen zur Sache, weist alle Vorwürfe von sich, räumt aber die Beteiligung von Kameraden aus der Hatecrew Stralsund ein, deren Führer Rupprecht zu diesem Zeitpunkt gewesen ist. Um seinen eigenen demnächst bevorstehenden Aufenthalt im Knast nicht noch weiter zu verlängern, sondern womöglich noch zu verkürzen, erklärte er sich kurzer Hand zum Aussteiger und lieferte einen seiner Spießgesellen ans Messer. Der nun veröffentlichte Brief kann indes als eine Art Nachtreten der ehemaligen Kameraden betrachtet werden. So sieht sie eben aus, die nationale Solidarität. Doch dieses Muster des Vorgehens tritt bei Rupprecht, wie sich langjährige Weggefährten des Stralsunders mit Sicherheit erinnern, nicht zum ersten Mal auf.

Ein Volkstrauertag in Grimmen und die rechtlichen Folgen
Im Jahre 2005 hatte Robert Rupprecht und weitere Kameraden im vorpommerschen Grimmen eine Feierstunde zum Volkstrauertag gestört. Unter anderen hatten die pöbelnden Neonazis während der noch laufenden Veranstaltung eine Ehrenschleife eines am Mahnmal für die Opfer des Faschismus niedergelegten Kranzes angezündet. Zu dieser Zeit führte Robert Rupprecht mit dem früheren NPD-Kandidaten Nico Blödorn die lokale Kameradschaft Freundeskreis Avanti, welche sich unter anderem mit dem Herausgeben einer Schülerzeitung und dem veranstalten einiger kleinerer Demonstrationen in der Kreisstadt des damaligen Landkreises Nordvorpommern betätigte. Die Störung der Trauerfeier hatte für Rupprecht juristische Konsequenzen. Vor Gericht wurde Rupprecht freigesprochen und berichtete anschließend im üblichen triumphalistischen Stil bei Altermedia. Was er in dem Beitrag nicht erwähnte ist der Grund, weshalb es zu einem Freispruch für ihn kam. Denn während der Verhandlung am Grimmener Amtsgericht zeigte Rupprecht ein Verteidigungsstrategie, die er offensichtlich im Vorfeld des Altermedia-Prozesses wieder angewandt hat. Er bestritt alle ihm zur Last gelegten Handlungen und präsentierte einen Kameraden, der diese vor Gericht dann bereitwillig auf sich nahm und dafür entsprechend verurteilt wurde.

Wo das Recht des Stärkeren zählt
Nicht nur das Verhalten Robert Rupprechts zeigt, dass es um das Verhältnis von Neonazi-Propaganda und Wirklichkeit noch nicht mal in den eigenen Reihen der Rechten gut bestellt ist. Auch der einschlägig vorbestrafte NPD-Politiker Sven Krüger wurde wegen Hehlerei inhaftiert, während seine Partei gerade eine Kampagne gegen angebliche polnische Diebe anschieben wollte, die das Bundesland unsicher gemacht haben sollen. Tatsächlich war es der Neonazi Krüger selbst, der sich am Schaden der eigenen „Volksgenossen” bereicherte. Und so zeigt sich einmal mehr wo die Neonazi-Ideologie so alles hinführt. Wenn nur das Recht des Stärkeren zählt, dann müssen auch mal die Laufburschen in den Knast.

Übernommen von www.kombinat-fortschritt.com nach einer CC Lizenz.


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