Rostock: Neonaziangriff auf Polizeibeamte während NSU-Opfer Gedenken

Gestern fand in Rostock Toitenwinkel erstmals eine Gedenkveranstaltung für den von der sogenannten „Zwickauer Terrorzelle“ ermordeten Mehmet Turgut in Rostock/Toitenwinkel statt. Der Stadtteil im Rostocker Nordosten gilt seit Jahren als Hochburg der Neofaschist_Innen.

Bereits im Vorfeld des Gedenkens wurde auf rechten Internetseiten gegen die Kundgebung gehetzt, die Opfer rechter Gewalt verhöhnt. Jana Grizelski schrieb auf Mupinfo, einem rechten Internetportal, das von dem NPD-Landtagsabgeordneten David Petereit betrieben wird, von einer „Döner-Kundgebung“. Kommentare, die erst nach redaktioneller Überprüfung freigeschaltet werden, lauten auf der selben Internetseite, unter anderem: „Gedenken an einen Ziegenfi…. – abartig“. Auf dem Twitterkanal der Nationalen Sozialisten Rostock heißt es „Dönermorde hahaha – das dieser Spruch soll die Linken am Kundgebungsort empfangen“ und in der Tat fand sich ein entsprechendes Graffiti auf dem Boden am Kundgebungsort.

Während der Kundgebung selbst trauten sich die rund ein dutzend „Nationalisten“ allerdings nicht, sich auf heldenhafte Endsiegkämpfe mit den rund 150 Antifaschist_Innen einzulassen – zu sehr saß wohl noch der Schock von der letzten Begegnung in Toitenwinkel in den Beinen. Auch Michael Fischer, der bei den letzten Landtagswahlen für die NPD in diesem Viertel als Direktkandidat antrat und als Kopf des Grüppchen NSR gilt, konnte nur hysterisch wie ein kleines Kind in sicherer Entfernung zur Kundgebung kreischen. Ihr vermeintlich „nationaler Stadtteil“ ist eben doch bunter, als es den Ewiggestrigen lieb ist.

Völlig ohne Gewaltausbrüche wollten einige Rechte dann doch nicht nach Hause gehen. Wie Spiegel Online berichtet, war eine Gruppe von 20 bis 30 vermummten Rechten von zwei Zivilpolizisten angehalten worden. Als diese sich als Beamten zu erkennen gaben, wurde „aus der Gruppe“, wie es heißt, eine Eisenstange auf die Polizist_Innen geworfen. Einer erlitt Verletzungen am Bein und musste ärztlich behandelt werden. Obwohl die Täter_Innen flüchteten, konnten im Anschluss neun Tatverdächtige aufgegriffen werden. Sie trugen Sturmhauben und Schlauchschals bei sich und waren sollen der rechten Szene zu zuordnen sein. Die Polizei prüft, ob einer der Aufgegriffenen die Stange geworfen hat und ermittelt wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs.


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