Die Gegenkandidatin: Beate Klarsfeld bewirbt sich für das Amt des Bundespräsidenten

Sie wäre der erste weibliche Bundespräsident: Beate Klarsfeld. Nach dem Rücktritt Christian Wulffs hatte Angela Merkel – mit Ausnahme der LINKEN – alle im Bundestag vertretenen Parteien eingeladen, um über einen gemeinsamen Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten zu diskutieren. Schnell einigten sich die bürgerlichen Parteien auf einen Kandidaten, der schon bei der letzten Bundespräsidentenwahl für Aufsehen sorgte: Joachim Gauck.


Bild: Beate Klarsfeld und ihr Mann in Jerusalem (Foto: Wikipedia.org)

Die LINKE stand nun vor der Aufgabe, einen eigenen Kandidaten ins Rennen zu schicken – oder auch nicht. Heute erklärte der Bundesvorstand der Partei, Beate Klarsfeld wird für die LINKE antreten. Bekannt ist sie heute hauptsächlich durch ihre Ohrfeige, die sie Kurt Kiesinger – dem damaligen Bundeskanzler der Bundesrepublik und ehemaliges NSDAP-Mitglied – während eines CDU Parteitages am 7. November 1968 gab. In einer offiziellen Mitteilung sagte Klarsfeld: „Ich bin froh über die Entscheidung der LINKEN, mich als ihre Kandidatin für die Wahl des Bundespräsidenten aufzustellen.“.
1974 erhielt die verdiente Nazi-Jägerin in Israel die „Tapferkeitsmedaille der Ghettokämpfer“. Sie machte sich einen Namen als Gewissen der Bundesrepublik, in der immer noch viele Altnazis in Amt und Würden saßen. Klarsfeld steht mit ihren klaren antifaschistischen Einstellungen im krassen Gegensatz zu Joachim Gauck, dessen engeren Familienangehörige im Dritten Reich fast ausnahmslos Mitglieder der NSDAP waren. Der von den Massenmedien zum „Präsidenten der Herzen“ hochstilisierte ehemalige evangelische Pfarrer und Unterlagenbeauftragter für die Stasi-Akten ist nach seinen Angaben in „einem wohl behüteten Antikommunismus“ aufgewachsen.
Dennoch ist Klarsfeld in der LINKEN nicht unumstritten. Sie ist unter anderem Unterzeichnerin der Pedition „Stop the bomb“, in der vor einer vermeintlichen iranischen Atombombe gewarnt wird. Einer militärischen Aktion gegen den Iran steht sie positiv gegenüber.

Vielleicht bleibt Klarsfeld der einzige Gegenkandidat zu Joachim Gauck. Zwar hatte die neofaschistische NPD Marine le Pen – Vorsitzende des Front National – aufstellen lassen, doch noch ist fraglich, ob sie überhaupt die nötigen Stimmen für eine Zulassung zur Wahl bekommt. Georg Schramm, der von der Piratenpartei gefragt wurde, lehnte eine Kandidatur ab. Er halte das Amt des Bundespräsidenten für überflüssig.


1 Antwort auf „Die Gegenkandidatin: Beate Klarsfeld bewirbt sich für das Amt des Bundespräsidenten“


  1. 1 KritikerIn 01. März 2012 um 14:43 Uhr

    Mehr kritische Auseinandersetzung mit Klarsfeld wäre an dieser Stelle wünschenswert!

    http://dkp-greifswald.de/de/?p=2177

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