Großrazzia gegen Neofaschisten

Bei einer Großrazzia in vier Bundesländern wurden 24 Rechtsradikale verhaftet und Beweise gesichert. Der Zuspruch für ein NPD-Verbotsverfahren steigt weiter. Die Verbindungen zwischen der NSU und der NPD erhärten sich.


Bild: Logo der NPD-Verbotskampagne der VVN-BdA

Bei einer Großrazzia in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Thüringen am 13.03.2012 wurden 33 Häuser und Wohnungen durchsucht und Haftbefehle gegen 24 Personen vollstreckt. Schwerpunkt der polizeilichen Aktion war das „Aktionsbüro Mittelrhein“ in Bad Neuenahr-Ahrweiler, Rheinland-Pfalz. Das Aktionsbüro, welches bereits seit 2009 von den Sicherheitsbehörden beobachtet wird, war in der Anti-Antifa-Arbeit tätig und spionierte dafür Mitglieder der linken Szene aus und griff sie an. Insgesamt ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen 33 Personen, die dem „Aktionsbüro Mittelrhein“ zugeordnet werden, unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung und schweren Landfriedensbruchs. Bei der Durchsuchung konnte die Polizei große Mengen Beweismittel sichern, darunter Datenträger und schriftliche Unterlagen. Eine Verbindung zwischen dem Aktionsbüro und der NSU konnte bisher nicht festgestellt werden.

Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) sieht nach der Razzia im „braunen Haus“, wie das Haus des „Aktionsbüro Mittelrhein“ aufgrund der bekannten neofaschistischen Ideologie genannt wird, verbesserte Chancen für ein erfolgreiches Verbotsverfahren gegen die NPD. Lewentz unterstützt ein Verfahren „ohne Wenn und Aber“, besonders da, laut Lewentz, einigen Festgenommenen Beziehungen zur NPD nachzuweisen seien und dies eine Verbindung der NPD zur gewaltbereiten rechtsextremistischen Szene unterstreicht.

Auch Verdächtigungen über Verbindungen zwischen der NPD und dem „nationalsozialistischen Untergrund“ erhärten sich. So war das NSU-Mitglied Uwe Mundlos Ende der neunziger Jahre der Fahrer des stellvertretenden NPD-Bundesvorsitzenden und Thüringer Landesvorsitzenden Frank Schwerdt, wie dieser im ARD-Interview zugibt. Schwerdt hatte ebenso engen Kontakt zu dem früheren NPD-Funktionär Ralf Wohlleben, welcher bereits am 29.November 2011 im Zusammenhang mit der rechten Mordserie festgenommen wurde. Wohlleben soll Unterstützer der neofaschistischen Terrorzelle sein und dem Trio eine Schusswaffe organisiert haben.

Nils Willscheid

Übernommen mit freundlicher Genehmigung der Kampagnengruppe No NPD der VVN-BdA.


0 Antworten auf „Großrazzia gegen Neofaschisten“


  1. Keine Kommentare

Antwort hinterlassen

:) :( :d :"> :(( \:d/ :x 8-| /:) :o :-? :-" :-w ;) [-( :)>- more »

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote> <code> <em> <i> <strike> <strong>


drei + acht =



Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: