Was wusste David Petereit (NPD) über die NSU-Mordserie?

Es ist eine neue Entwicklung. Schon seit langem wird über weitere mögliche Hintermänner des “Nationalsozialistischen Untergrund” spekuliert. Ein Fokus der Ermittlungen liegt dabei auf Mecklenburg-Vorpommern. Hier wurde Mehmet Turgut ermordet, zwei Banküberfälle begangen. Nach uns vorliegenden Informationen wurde auch eine der, nach dem Aufliegen des Zwickauer Terrortrios, abgeschickten Bekenner-DVDs in der Hansestadt Rostock aufgegeben. Bis heute ist nicht klar, ob die Bekennerschreiben alleine von Beate Zschäpe oder teilweise bzw. gar komplett durch Komplizen versandt worden sind. Dass es in Mecklenburg-Vorpommern Mitverschwörer gegeben haben muss, wurde jüngst durch Enthüllungen des apabiz noch einmal deutlich. Nun steht der NPD-Landtagsabgeordnete David Petereit unter Verdacht.


Bild: Screenshot NPD-Fraktion MV 28.03.2012

“Vielen Dank an den NSU, es hat Früchte getragen ;- )” hieß es im so genannten “Weißen Wolf”, einem Rundbrief den David Petereit jahrelang herausgegeben hat. Es handle sich dabei um einen “Rundbrief an Freunde und Kamerad/innen”. In der Ausgabe Nummer 18 wird sich beim ‘NSU’ bedankt. Ein Kürzel, welches im Jahre 2002, also neun Jahre vor der Aufdeckung des Terrortrios, in der Naziszene unbekannt war. Hat Petereit nachgefragt, was denn dieses ominöse Kürzel bedeuten solle und welche Antwort hat er darauf erhalten? Oder steckte er gar selbst hinter der Grußbotschaft? Wie Spiegel Online berichtet, hat der NSU selbst derartige Rundbriefe oder Zines als möglichen Kommunikationskanal ins Spiel gebracht. Offensichtlich hat David Petereit oder einer seiner engsten Partner diesen Weg benutzt, um seine Zustimmung zu den Taten zu geben. Taten wohlgemerkt, deren rassistischer Hintergrund erst mit der Aufdeckung der Zwickauer Zelle publik wurde.

In Stralsund wurden am 07. November 2006 und 18. Januar 2007 Banken überfallen. Alle anderen Überfälle waren zuvor in Chemnitz oder Zwickau begangen worden. Soweit wie bis nach Stralsund gelangte der NSU bei seinen Beutezügen nie. Wegen der hohen Sicherheitsvorkehrungen müssen die Banküberfälle gut geplant worden sein. Man benötigte also viel Zeit vor Ort oder Komplizen, um sich so weit von den heimischen Gefilden zu entfernen. Beate Zschäpe versuchte Beweise zu vernichten und ergriff die Flucht, nachdem ihre Komplizen sich dem Zugriff der Polizei durch Suizid entzogen hatten. Vom 4. November bis sie sich selbst vier Tage später stellte, war Beate Zschäpe auf der Flucht. Am 6. November wanderte eine Bekenner-DVD in der Hansestadt Rostock in den Briefkasten. Zwar ist grundsätzlich vorstellbar, dass während die Fahndung nach ihr auf Hochtouren lief, Beate Zschäpe mehrere Tausend Kilometer quer durch Deutschland zurücklegte, um von mehreren Orten aus die DVDs zu verschicken nur um sich dann anschließend der Polizei zu stellen. Vielleicht hatte sie aber auch Helfer, dazu müsste sie hier jemanden gekannt haben. Eines scheint zumindest festzustehen: David Petereit oder sein Umfeld kannten den NSU. Und sie feuerten die Mordtaten weiter an. Der Kampf geht weiter, heißt es bei David Petereit im “Weißen Wolf”.

David Petereit gibt an, von der Textstelle nichts gewusst zu haben. Die Verantwortung hätte erst ab der 20. Ausgabe bei ihm gelegen. Dieser Darstellung widersprechen jedoch Erkenntnisse des apabiz. Ihrer Darstellung nach sei das zuvor verwendete Pseudonym mit Petereit identisch, was sich aus einem Hack eines Neonazishops ergibt, wo er das Pseudonym verwandte. Namentlich sei er bereits ab 2000 für die Internetseite des “Weißen Wolfes” verantwortlich gewesen. Außerdem sei der “Weiße Wolf” ununterbrochen unter einem Postfach erreichen zu geweisen, welches bis heute noch von David Petereit benutzt wird. Die Erklärung er habe die presserechtliche Verantwortung für eine Publikation übernommen, deren Inhalt der vorhergehenden Ausgaben er nicht kenne, wirkt vor diesem Hintergrund wenig plausibel.

Übernommen von www.kombinat-fortschritt.com nach einer CC Lizenz.


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