Blockupy: 16. bis 19. Mai in Frankfurt am Main


Blockupy Frankfurt 16-17 Mai – Video… von ibrahimgenclik

“An diesem Samstagabend kommt eine Woche an ihr Ende, in der die Stadt von Paranoia regiert wurde, in der im Bankenviertel eine postkapitalistische Endzeitstimmung herrschte, so gespenstisch, dass sich nicht nur aus Italien Zugereiste auf einem Todesstern von Darth Vader wähnten. Und am Ende dieser Woche, in der so vieles ins Absurde abzudriften scheint, geben die Aktivisten des Blockupy-Bündnisses eine Antwort auf all das, die subversiver kaum sein könnte: Sie singen und tanzen und lachen. Hätte man mal Würstchenbuden aufgestellt statt Verbote.“ (Frankfurter Rundschau)

Als Auftakt der drei tägigen Proteste war eine Ravedemo in der Innenstadt Frankfurts geplant. Für den 16.05.2012 wurde die geplante Ravedemo an der Hauptwache durch ein riesen Aufgebot der Polizei gehindert. Trotz eines Kessels gelang es den Protestlern sich zu organisieren und eine Kundgebung zu veranstalten. Nach einigen Stunden wurde die Kundgebung durch die Polizei aufgelöst. In Folge dessen versammelte sich der größte Teil der Kundgebungsteilnehmer an der Universität Frankfurt. Später am Abend sollte eine Spontandemo realisiert werden die aber Anfangs durch Provokateure, die der rechten Szenen zuzuordnen waren, gehindert wurde. Ca. 5 Provokateure griffen mit Sandhandschuhen die Protestler an. Infolgedessen griff die Polizei ein und verhaftete die von den Provokateuren angegriffenen Personen und geleitete die Provokateure selber von dem Vorplatz der Universität.


Bild: Der böse schwarze Block (Foto: Indymedia)

Am Folgetag dem 17.05.2012, wurde durch die Polizei eine Spontandemonstration vom Unicampus aus ca. nach 200m eingekesselt. Binnen kürzester Zeit zog die Polizei dreimal so viele Beamten zusammen, um im Anschluss an allen eingekesselten Personen erkennungsdienstliche Maßnahmen durchzuführen. Parallel dazu hielt die Polizei auf Autobahnen Busse aus anderen Städten, sogar aus dem Ausland, an um sie an der Einreise nach Frankfurt zu hindern. Einige Busse aus Italien und Griechenland wurden dazu aufgefordert wieder zurück zu fahren. Busse aus Berlin wurden nähe Bad Homburg stundenlang festgehalten. Die Begründung der Repression seitens der Polizei lautete „ …passive Bewaffnung gefunden… wie z.B. Helme und Handschuhe..“ (Alexander Kießling – Pressesprecher Polizei Frankfurt). Nach stundenlanger Durchsuchung der Busse, erhielten alle Anreisenden Stadtverbote und wurden in Gewahrsam genommen. Trotz Kessel und in Gewahrsam nehmen, gelang es den AntikapitalistenInnen nach Frankfurt einzureisen. Gegen Mittag gelang es mehr als 1000 AntikapitalistenInnen trotz eines unverhältnismäßigen Polizeiaufgebots den Römer in der Frankfurter Innenstadt zu besetzen und Zelte aufzuschlagen. Während der Besetzung des Römers solidarisierte sich die Musik Band „Grup Yorum“ mit den AntikapitalistenInnen und gab ein spontanes Konzert. Wenige Stunden später begann die Polizei mit der Räumung des Platzes. Mit Vollmontur griff die Polizei brutal gegen die passiv Widerstand leistenden Besetzer ein. Während der Räumung des Platzes, wurde ein Aktivist brutal von der Polizei geschlagen und festgenommen. Eine ältere Frau wurde ohnmächtig, ein Besetzer erlitt Verletzungen an der Brust, während er von der Polizei mit nacktem Körper auf dem Boden geschliffen wurde. Mehrere Personen erlitten Verletzungen sowie Schürfwunden.

Am dritten Tag der Proteste, dem 18.05.2012, sammelten sich in den frühen Stunden mehrere hundert Personen, um den Vorplatz des EZB Gebäudes zu besetzen. Aufgrund der Tatsache, dass die Polizei um den Bankenviertel in Frankfurt seine Kräfte zusammengezogen hatte, gelang die Besetzung des Platzes nicht beim ersten Anlauf. Nach dem ca. 50 Personen aus dem Polizeikessel in der Kaiserstr. auf Druck der Menschen um den Kessel herum freigelassen wurden, bewegte sich eine Spontandemonstration vom Hauptbahnhof mit ca. 500 Personen in Richtung Mainzer Landstr., auf der sich Banken befinden. Die Spontandemo zog mit antikapitalistischen und internationalen Parolen in Richtung Messe. An der Messe in Richtung Universität angekommen, wurde die Spontandemo versucht von der Polizei anzuhalten. Während eine Gruppe es schaffte durch das Polizeiaufgebot durchzubrechen, wurden mehrere Kleingruppen eingekesselt. Wider einmal zog die überforderte Polizei für ca. 200 eingekesselte AntikapitalistenInnen ca. 40-50 Wannen zusammen (Video von der Spontandemo) (Bild des Kessels). Nach einigen Stunden wurden die AktivistenInnen, nachdem Ihre Personalien aufgenommen wurden, in die GESA abgeführt. Um die „potenzielle Gefahr“ kontrollieren bzw. sie von den Protesten fern zu halten, mussten die festgenommenen AktivistenInnen bis zu vier Stunden in den Polizeibussen ausharren. Im Polizeipräsidium Frankfurt angekommen, zeigte sich der Repressionsapparat, weit weg von der Presse, in seiner vollen Pracht. Einige Aktivistinnen wurden auf dem Toilettengang von der Polizei aufgefordert, während ihrer Anwesenheit sich zu entblößen und unter Ihren „wachsamen“ Augen zu Urinieren. Des Weiteren musste die Polizei ca. 15 Wannen BFE Einheiten zum Polizeipräsidium beordern, als AktivistenInnen sich während der zweiten Personalien Aufnahme in der GESA weigerten, ablichten zu lassen. Später am Nachmittag gelang es einigen AktivistenInnen die zahlreichen Polizeiabsperrungen zu durchbrechen und besetzten einen Teil des Vorplatzes der Alten Oper, das genau gegenüber der EZB liegt.

Am Abschlusstag der vier tägigen Aktionstage, fand am 19.05.2012 die europaweite antikapitalistische Demonstration statt. Die Demonstration startete vom Baseler Platz, lief am Mainufer entlang über die Konstablerwache zur Alten Oper und endete mit einer Kundgebung von ca. 30.000 Menschen vor dem EZB Gebäude. Während der gesamten Demonstration versuchte die Polizei durch Provokationen eine Eskalation herbeizuführen. Besonders auffallend war die hohe Polizeipräsenz an dem Antikapitalistischen Block, geführt von dem 3a* Revolutionäres Bündnis. Der Block wurde teils mit 6´er Reihen (auf beiden Seiten) von der Polizei begleitet. Höhe AOK (an der Konstablerwache) versuchte die Polizei Transparente zu entfernen um somit eine Eskalation herbeizuführen. An der Alten Oper angekommen (nähe EZB Gebäude) wurde erst das Ausmaß bzw. die hohe Zahl der Polizei deutlich als sich die Einheiten vor der Alten Oper versammelten, die um einiges höher lag als die offizielle Zahl der Polizei: 5.000.

Übernommen von Indymedia nach einer CC Lizenz.


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