Verkehrsministerium MV plant Stilllegung von Zugstrecken ab Dezember 2012

Zum 13. Dezember 2012 plant das Verkehrsministerium Mecklenburg-Vorpommern unter der Leitung von Volker Schlothmann (SPD) mit dem Fahrplanwechsel aus Kostengründen die Einschränkungen und Schließungen von Teilen des Streckennetzes der Bahn. Diese Entscheidung wird voraussichtlich gefällt, ohne den Landtag darüber abstimmen zu lassen und geht somit an großen Teilen der Öffentlichkeit vorbei.

Betroffene dieser Einsparungen sind vor allem Schüler_innen, Studierende, Auszubildende, Werktätige sowie die Tourismusbranche in MV. Schon vor einigen Wochen hat sich das Bündnis „Unsere Bahn soll weiterfahren“ gegründet, welches sich fortan für den Erhalt des Streckennetzes in größtmöglichem Umfang einsetzt.

Die Bahn stellt in Mecklenburg-Vorpommern eine ganz besondere Art der öffentlichen Daseinsvorsorge dar. In einem Flächenland ist es absolut notwendig, durch die Bahn mit einem Mindestmaß an Mobilität ausgestattet zu werden, da die Arbeitswege besonders in den ländlichen Gebieten sehr lang sind. Auch kulturelle Einrichtungen, Schulen, Berufsschulen oder Ärztehäuser sind häufig schlecht von den Dörfern Mecklenburg-Vorpommerns zu erreichen, weshalb die Bahn hier eine existenzielle Aufgabe für Hunderttausende wahrnimmt.

Die ausfallenden Strecken sind kaum durch den Nahverkehr zu ersetzen, da vor allem Arbeitswege oft dadurch um ein Vielfaches länger werden. Zum Beispiel haben Auszubildende keine andere Möglichkeit, ihren Arbeitsplatz oder ihre Berufsschule zu erreichen, weil sie häufig zu jung für den Erwerb eines Führerscheins sind und zudem nicht über die finanziellen Möglichkeiten für die Anschaffung eines Autos verfügen. Vor allem sie sind durch die Kürzungen betroffen, zumal viele Ausbildungsplätze für Jugendliche aus ländlichen Regionen aufgrund mangelnder Mobilität gar nicht mehr in Frage kommen werden. Mit dem Erhalt der Bahnstrecken im „größtmöglichen Umfang“, wie es vom Bündnis „Unsere Bahn soll weiterfahren“ heißt, kann einer Verschärfung der voranschreitenden „Landflucht“ in Mecklenburg-Vorpommern entgegengewirkt werden.

Das Bündnis „Unsere Bahn soll weiterfahren“ sammelt Unterschriften für den Erhalt der Zugverbindungen, denn es gilt, den möglichen Beschluss des Verkehrsministeriums gemeinsam zu kippen. Die Unterschriftenlisten lassen sich hier herunterladen, alternativ könnt ihr euch auch in die Online Petition eintragen unter openpedition.de. Weitere Infos gibt es auf facebook hier.


2 Antworten auf „Verkehrsministerium MV plant Stilllegung von Zugstrecken ab Dezember 2012“


  1. 1 Jan-Erik Krüger 30. Oktober 2012 um 9:05 Uhr

    Das ist eine Frechheit, was sich die Anzugträger da erlauben!
    Ich bin selbst Schüler der elften Klasse und bin auf die Verbindung Hagenow-Schwerin angewiesen.
    Interessant nur eines:
    Es wird Personal zur Streckenerhebung in die Züge gesetzt, um die Relevanz der Strecken zu prüfen. Klingt ja erstmal gut ABER (!) dieses Personal sitzt in der Regionalbahn, die am wenigsten befahrenen Züge und auch ncoh zu unmöglichen Zeiten.
    Morgens gegen halb sieben stehen gut 50 bis 100 Leute täglich (!) und fahren nach Schwerin zur Arbeit. Halb Acht abends wiederum nur 5-6 Personen.

  2. 2 Ahrndt 08. November 2012 um 20:48 Uhr

    Hallo,

    ich frage mich wie man dann ohne die eingestellten bahnen in die schule/ ausbildung/ oder zur arbeit kommen da nix vorliegt wie man nun die fehlenden bahnen ersetzten soll. ich wohne in rostock/toitenwinkel so wie mein bruder der im hafenbahnweg wohnt.
    dort fähr unter der woche der bus 49 alle stunde nach dierkower kreuz und seehafen nord und am wochenende fährt hir kein bus. die bahn s3 die auf der strecke seehafen nord und hauptbahn hof fährt auch nur alle stunde und nun soll die eingestellt werden was ich für totallen humbug vom seiten des verkehrsministerium finde. ich sehe das so für jeden bürger der wegen dieser sache seinem job verlieren wird sollte der herr Volker Schloth­mann für diese idee grade stehen.

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