Archiv für August 2012

1. September 1939: Der deutsche Überfall auf Polen

„… seit 5 Uhr 45 wird jetzt zurück geschossen!“ Mit diesen Worten erklärte Adolf Hitler vor dem Deutschen Reichstag am ersten September 1939 den Überfall auf das östliche Nachbarland Polen. Ein angeblicher Überfall polnischer Nationalisten auf den sich an der Grenze zwischen dem Deutschen Reich und Polen befindliche deutsche Rundfunksender „Gleiwitz“, diente ihm als Vorwand für den Angriffsbefehl.

Der Beginn des Krieges.
Der vermeintliche polnische Angriff auf den Rundfunksender „Gleiwitz“ war eine Fälschung der SS, was damals so wohl nur die Wenigsten wussten. Der Krieg gegen Polen war also vom Deutschen Reich – insbesondere Adolf Hitler – von Anfang an gewollt und vorbereitet!
Mit dem Angriff auf Polen sollte das bereits lange ersehnte Ziel von der „Eroberung von Lebensraum im Osten“ verwirklicht und gleichzeitig eine Grenze zum eigentlichen Kriegsgegner – der Sowjetunion – ermöglicht werden. Mit Schüssen des Kriegsschiffes „Schleswig Holstein“ auf die polnische Westerplatte und anschließenden Angriffen von deutschen Sturmkommandos, die ebenfalls von der „Schleswig Holstein“ aus operierten, wurde der Krieg begonnen, der mehr als fünf Jahre andauern sollte. Es stellte sich als die blutrünstigste Auseinandersetzung heraus, die es bisher in der menschlichen Geschichte gegeben hat.

Zivile Opfer.
Kurz nach den Angriffen auf die Westerplatte überrannte die deutsche Wehrmacht die polnische Grenze. Mit der berüchtigten „Blitzkrieg“-Taktik eroberten die deutschen Truppen, unter ihnen bereits die ersten SS-Verbände, schon nach weniger als drei Wochen die polnische Hauptstadt Warschau. Hermann Göring Luftwaffe hatte zuvor den Befehl bekommen, Warschau „dem Erdboden gleich zumachen“. Gezielt wurden dabei jüdische Wohnviertel angegriffen, sodass die Zahl jüdischer Tote bereits vor dem Eintreffen der deutschen Wehrmacht und SS überdurchschnittlich hoch war.

Über Verrat und Taktik.
Nach nur vier Wochen – also etwa einem Monat – war Polen besiegt, nachdem alle Verbündeten es verraten hatte. Frankreich und England, die seit dem Ende des Ersten Weltkrieges die Souveränität Polens garantiert hatten, hatten Hitler-Deutschland zwar den Krieg erklärt, aber nicht aktiv in den Krieg eingegriffen. Die Sowjetunion hatte sich schließlich sogar an dem Krieg gegen Polen beteiligt, was wohl weniger aus Habgier, sondern viel mehr aus taktischen Gründen geschah. Wusste die sowjetische Führung doch bereits seit Langem, dass ein deutscher Angriff auf die UdSSR nur eine Frage der Zeit war und es sich deshalb bestmögliche Vorraussetzungen für die Verteidigung zu sichern galt. Was die Motive Frankreichs und Großbritaniens angehen, ihre Versprechungen waren größer, als ihre Taten und Versprechen. Ein Verrat, wie auch heute noch von einigen Polen meinen.

Rostock-Lichtenhagen 2012: „Ich bin hier, weil ihr hier seid“

Am 25. August 2012 sprach Kien Nghi Ha auf der Abschlusskundgebung zum Gedenken des Pogroms in Rostock-Lichtenhagen von vor 20 Jahren. Er ist promovierter Kultur- und Politikwissenschaftler, Autor und Vorstand des Vereins korientation e.V. In seiner Rede spricht Kien Nghi Ha aus einer deutsch-vietnamesischen Perspektive und trägt seinen Leser_Innenbrief vor, der direkt nach dem Pogrom von 1992 in der taz erschien.

Der Leser_Innenbrief von damals im Wortlaut:

„Pogrom in Rostock

Lothar Kupfer, Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern, fühlte sich nach den Angriffen so „betroffen“, obwohl die rassistische Angriffe gar nicht ihm galten. Warscheinlich fühlte sich Kupfer auch schon vor den Bränden als Opfer von Verleumdungen, in denen ihm Inkompetenz und Versagen vorgeworfen wird. Aber dies zeugt immerhin von einer guten Einschätzung der eigenen Fähigkeiten. Die „Betroffenheit“, falls sie bestand, reichte jedoch nicht zu einem Besuch des Flüchtlingsheims in Rostock-Lichtenhagen als Zeichen des Mitgefühls bzw. der Solidarität, was von Antifaschisten unter Lebensgefahr praktiziert wurde. Komisch bzw. traurig ist nur, daß der „Betroffene“ Kupfer sogleich das Asylrecht durch „Ergänzung“ abschaffen will, und sogar Verständnis für faschistisch-rassistische Gewalt aufbringen kann. Aber auch dieser Akt des triefenden Opportunismus und der Verlogenheit ist nur ein Kapitel im Buch „Politik auf Kosten von MigrantInnen“.

Gleichzeitig wurden und werden Opfer zu Täter gemacht, Verbrechen relativiert, „erklärt“ und entschuldigt und die versuchten Mörder damit entlastet, wenn nicht sogar freigesprochen. Das Prinzip der Machterhaltung hat in dieser Demokratie Vorrang. Schließlich sind die braven faschistoiden BürgerInnen auch die WählerInnen von heute und die gewaltätigen Kids die Wähler von morgen. Die meisten Politiker der etablierten Parteien trauen sich nicht den Deutschen ihr Spiegelbild zu zeigen, das von der mangelnden Aufarbeitung der nazistischen Vergangenheit und dem allgegenwärtigen Rassismus in der deutschen Gesellschaft verzerrt ist. Durch die Sozialisation haben wir alle, bei einem mehr beim anderen weniger, diese Auffassungen irgendwo verinnerlicht.

Es ist viel leichter mit bequemenen Scheinwahrheiten zu leben, indem die Deutschen sich als Opfer der „Flut von Asylanten“, von „kriminellen Ausländern“, die in den Park herumlungern und damit das deutsche Ordnungsgefühl irritieren, von „Wohnungsklauern“ oder von „Dumpingarbeitern“ sehen. So werden aus Priviligierten plötzlich bedauernswerte Opfer, Benachteiligte und ungerecht Behandelte. Schließlich kommen noch „Zukunftsängste“, ein „Bruch in der Biografie durch das verfallende Sozialmillieu einschließlich Elternhaus“, „Werteverfall aufgrund des Zusammenbruchs der DDR und der sozialistischen Werte“, Arbeitslosigkeit, Alkohol und Langeweile hinzu, die das Bild abrunden. Müssen wir MigrantInnen und Flüchtlinge da nicht akzeptieren, daß die armen Jungs halt ein Ablaßventil brauchen. Aber keine Sorge, der nächste Aufschwung kommt bestimmt.

Die Realität ist jedoch, dass MigrantInnen und vor allem Flüchtlinge in einem viel stärkeren Maß unter Zukunftsängsten aufgrund der rechtlichen Ungleichbehandlung (unsichere Aufenhaltsstatuten, keine politische Partizipation und Bürgerrechte) und einer noch schlechteren Situation auf dem Arbeitsmarkt leiden. Hatten wir keinen Bruch in unserer Biografie als wir nach Deutschland kamen und teilweise Familien durch Bürgerkriege, politischer, religiöser oder ethnischer Verfolgungen, Morde oder einfach durch Armut auseinander gerissen wurden? Wurden wir hier nicht mit einer neuen dominierenden Kultur mit anderen Werten konfrontiert? Und haben die Flüchtlinge, die keine Arbeit finden nicht ebenfalls Langeweile? Aber wem interressiert das? Wir veranstalten, obwohl unsere Probleme den der Ossis im nichts nachstehen, keine Pogrome! Daher kann dieser Erklärungsansatz kaum befriedigend. Diese Gewalt hat seine Wurzeln im gesellschaftsfähigen Nationalismus, Rassismus und Faschismus. Die rassistisch-faschistischen Gewaltäter unterscheiden sich nur durch die angewandte Gewalt von den achso braven BürgerInnen, aber nicht durch ihre Auffassungen. Noch leugnen sie, die PolitikerInnen, die SoziologInnen, die BürgerInnen, aber wie lange noch?“

Strelitzer Land: Rechte Propaganda aufgetaucht

In verschiedenen Orten der Region Strelitzer Land sind vor einigen Tagen neofaschistische Plakate unter anderem an Wände und Mülltonnen illegal gekleistert worden. Auch an einer Litfaßsäule sollen Unbekannte Plakate mit rechten Inhalten angebracht haben.

Da es für die hiesige Bevölkerung offenbar zu schwierig ist, solche Plakate selber zu entfernen, wurden die zuständigen Behörden informiert. Diese zeigten sich offenbar wenig begeistert von der zusätzlichen Arbeit. „Wir haben bisher keine Kenntnis davon, das Ordnungsamt wird die Plakate nun aber entfernen“, sagte Arnold Krüger, Amtsleiter für Neustrelitz-Land gegenüber der Ostsee Zeitung.

Auf der NPD-nahen Internetseite „Mupinfo“ erklärt Karl Herrmann, dass es sich bei den Plakaten um Material des von Tino Müller (MdL für die NPD) betriebenen Nazi-Kameradschaftsnetz „Freies Pommern“ handelt. Danke für das indirekte Geständnis Karl.

Rostock: Nachteulenparty „The Wall – tanz in die Einheit“

Grevesmühlen: Fest der Vielfalt für Toleranz und Demokratie im September

Am Sonnabend, dem 15. September findet in Grevesmühlen das Fest der Vielfalt für Toleranz und Demokratie statt. In den vergangenen Jahren wurde das Fest, dass regelmäßig Zeichen gegen neofaschistisches Gedankengut setzen soll, in Gäbelow und Bad Kleinen veranstaltet. Neben über 40 Vereinen, die sich den ganzen Tag lang auf der „Bürgerwiese“ mit einem bunten Programm vorstellen, gibt es als Höhepunkt eine Polittalkrunde im Grevesmühlener Vereinshaus. Das Thema wird unter anderem die Bedeutung glaubhafter Lokalpolitik für das Zurückdrängen von rechtem Gedankengut sein. Neben anderen Gästen werden Simone Oldenburg (MdL, Die Linke) und die Finanzministerin Heike Polzin (SPD) vor Ort sein.

Ob das Fest, das vom Landkreis Nordwestmecklenburg organisiert wird, dazu beitragen kann, nazistischem Gedankengut in der Bevölkerung wirklich entgegenzuwirken, ist fraglich. Zumindest bietet das Fest eine Abwechslung im ländlichen Raum, den allzu oft die Nazis für sich alleine beanspruchen können.

Egal ob Gauck, Merkel, Sarrazin, Seehofer oder sonstwer – Stoppt die geistigen Brandstifter!

Bundespräsident Joachim Gauck war anlässlich des 20. Jahrestages der Pogrome von Rostock als Redner geladen worden. Gauck, der keine Gelegenheit auslässt um gegen Linke und „integrationsunwillige“ Migrant_innen zu hetzen, wurde darum während seiner Rede mit Protest konfrontiert. Die Mitleidsbekundungen für die Opfer des NSU und der Pogrome sind darum klar als Heuchelei zu benennen!

Wir sagen: Die Störung der Gauck-Rede war richtig! Stoppt die geistigen Brandstifter! Ein Video der Kampagne „Rassismus tötet“.

AG Fuchsschwanz: Hitlereiche vor dem Rostocker Sonnenblumenhaus entfernt

Seitdem bekannt wurde, dass Teile der „Bürger_Inneninitiative“ „Bunt statt braun“ eine „deutsche Eiche“ am Jahrestag der Pogrome vor 20 Jahren im Rostocker Stadtteil Lichtenhagen pflanzen wollen, regte sich breiter Protest. Selbst in der Initiative, die hauptsächlich von Grünen und SPD getragen wird, regte sich Widerstand. „Wir wollen eine ordentliche Plakette.“ soll ein Vertreter noch auf einer Vorbereitungssitzung zur Demonstration am 25. August gesagt haben. Nach nur wenigen Tagen ist die Eiche wieder gefällt worden.


Bild: Deutscher Baumstumpf in Rostock Lichtenhagen. (Foto: www.endstation-rechts.de)

Oft sprachen Vertreter_Innen der Imagekampagne „Lichtenhagen bewegt sich“ in der Vergangenheit von „Bürgerwillen“, wenn es darum ging, die antirassistische Demonstration „Grenzenlose Solidarität“ zu verhindern oder doch wenigstens zu diskreditieren. Scheinbar nahm es der Ortsbeiratsvorsitzende Ralf Mucha (MdL für die SPD) mit dem Bürger_Innenwillen nicht so genau, als er die Pflanzung einer deutschen Eiche veranlasste. Die erst vergangenen Sonntag unter anderem von Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) offiziell gepflanzte Eiche, wurde von offenbar weniger begeisterten Bürger_Innen kurzer Hand wieder entfernt. Zuvor hatte sich eine „Arbeitsgruppe antifaschistischer Fuchsschwanz“ gebildet. Die Eiche wurde in der Nacht vom 28. zum 29. auf etwa der Hälfte der Baumgröße abgesägt. In einer entsprechenden Erklärung der AG heißt es unter anderem:

„Dieses Symbol für Deutschtümelei und Militarismus ist für die Menschen, die 1992 dem Mob in Rostock-Lichtenhagen ausgesetzt waren, ein Schlag ins Gesicht. Auch dass dieser Baum in der Zeit des Nationalsozialismus als sogenannte Hitlereiche gepflanzt wurde, macht ihn unvertretbar. Dass ausgerechnet Joachim Gauck, der Sarrazin einen mutigen Man nennt und der Meinung ist, dass das Wort Überfremdung legitim sei, auf einer der Veranstaltungen reden durfte, zeigt für uns wie fehlerhaft und falsch der momentane Ansatz einer offiziellen Aufarbeitung in Rostock ist. Dass zwei Mitgliedern des deutsch-afrikanischen Freundeskreises Daraja e. V. trotz offizieller Einladung und ohne Begründung der Einlass zu dieser Gedenkveranstaltung verwehrt wurde, setzt dem Ganzen nur noch die Krone auf.“

Torsten Sohn, Geschäftsführer von „Bunt statt braun“ sieht die Aktion natürlich etwas anders. Ohne die Erklärung der AG Fuchsschwanz zu reflektieren nannte er das Symbol seiner eigenen Geschichtsvergessenheit eine „Friedenseiche“ und forderte zu umgehender Solidarität mit dem übrig gebliebenem deutschen Baumstumpf auf. Als einen „Ort der Erinnerung“ bezeichnet er den Standort der Eiche weiter. Eine Mahnwache am Sonnenblumenhaus wurde in aller Kürze organisiert – nicht etwa für die Opfer der Pogrome von vor 20 Jahren, sondern natürlich für die arme Eiche, die „auf schändliche Art und Weise entweiht wurde“.

Die bekannte Band Feine Sahne Fischfilet , die unter anderem auf dem antirassistischen Konzert „Beweg dich für Bewegungsfreiheit“ vergangenen Sonnabend in Lichtenhagen spielte, kommentierte das Fällen der Eiche folgender Maßen: „Eichen fallen und ihr schreit, Menschen sterben und ihr schweigt!“. Dem ist nichts hinzu zu fügen.

„Deutsche Waffen, deutsches Geld …“ – Das Geschäft mit sogenannten Kleinwaffen boomt

Deutschland ist als Exportweltmeister der drittgrößte Exporteur von Kriegsgerät aller Art. Egal ob Panzer für Saudi-Arabien, Raketen für den Irak oder U-Boote für Griechenland. Deutsche Konzerne verdienen am weltweiten Wettrüsten ordentlich mit.

Neben gigantischen Killermaschinen verkaufen deutsche Unternehmen wie Heckler&Koch auch sogenannte Leicht- und Kleinwaffen. Diese klingen erst einmal harmlos im Vergleich zu den tonnenschweren Panzern und U-Booten, sind aber in letztes Konsequenz genauso tödlich. Einem vor Kurzem der UNO vorgelegtem Bericht ist das Volumen für solche Waffen auf etwa 6,8 Milliarden Euro gestiegen. Das ist fast eine Verdoppelung im Vergleich zu 2006, wie aus dem Forschungsprogramm Small Arms Survey (SAS) des Genfer Instituts für internationale Entwicklungsstudien hervorgeht.


Bild: Einsatz der kolumbianischen Armee. Auch sie verwendet deutsche Waffen. (Foto: de.indymedia.org)

Rostock: „Sommerfest versus Isolation“

Pressemitteilung der Kampgane „Stop it! Alle Lager abschaffen, Rassismus bekämpfen“, der Antirassistischen Initiative Rostock, des Medinetz Rostock e.V. und des Ökohaus Rostock e.V. vom 29.08.2012

Am kommenden Freitag, dem 31.08.2012, findet in der Rostocker Flüchtlingsunterkunft in der Satowerstr. 129/130 ab 15 Uhr ein Sommerfest unter dem Motto „Sommerfest versus Isolation“ statt.
Das Sommerfest wird seit einigen Jahren von verschiedenen Rostocker Vereinen, antirassistischen und antifaschistischen Gruppen und Einzelpersonen organisiert. In diesem Jahr wird es von der Kampgane „Stop it! Alle Lager abschaffen, Rassismus bekämpfen“, der Antirassistischen Initiative Rostock, des Medinetz Rostock e.V., des Ökohaus Rostock e.V., der Interkulturellen Gärten Rostock, der Offenen Kinder- und Jugendarbeit des Vereins Soziale Bildung und Einzelpersonen vorbereitet.
Neben Fussball- und Volleyball-Turnieren, wird es verschiedene Workshops (Button-Workshop, Origami-Workshop, Schablonen-Workshop), ein Puppentheater, Kickern, Airhockey, eine Hüpfburg, ein Trampolin und viele weitere Spiel- und Spaßmöglichkeiten geben. BesucherInnen können sich außerdem über die Lebenssituation von Flüchtlingen informieren. In den Abendstunden wird der Sänger Del Agha Qarabaghi ein Konzert vor Ort spielen.
„Das Sommerfest soll ein Weg sein, um die sozialräumliche Isolation spielerisch und kommunikativ aufzubrechen.“, so Kim Ayalan, die Pressesprecherin der Stop_it! Kampagne.
Daher sind alle Interessierten sehr herzlich eingeladen, am Freitag beim Sommerfest dabei zu sein und sich einzubringen.
„Wir begrüßen die Initiative der verschiedenen Gruppen und Vereine, auch in diesem Jahr wieder ein Sommerfest in der Flüchtlingsunterkunft zu organisieren. Veranstaltungen wie diese schaffen Orte der Begegnung. Die Integration der Bewohnenden in die Gesellschaft zu stärken, entspricht unserem Selbstverständnis.“, sagt Steffen Vogt, Sozialarbeiter beim Verein Ökohaus Rostock e.V. in der Flüchtlingsunterkunft.
Seit 2001 betreibt der Verein die Flüchtlingsunterkunft in der Satowerstraße, die für bis zu 285 Menschen vorgesehen ist, und versucht dabei, auf die individuellen Wünsche und Bedürfnisse der Bewohnenden einzugehen und sie kompetent bei den vielen komplizierten Anträgen und Verfahren zu beraten.
Eine anspruchsvolle und respektvolle Betreuung und Beratung ändert zwar nichts an der grundsätzlichen Unterbringung von Flüchtlingen in Lagern, hilft den dort untergebrachten Menschen jedoch in großem Maße bei der Bewältigung ihrer konkreten alltäglichen Herausforderungen, vor die sie der komplexe und undurchsichtige bürokratische asylrechtliche Apparat stellt.

Das war das Wochenende 20 Jahre nach den Pogromen in Rostock Lichtenhagen

Das vergangene Wochenende hatte es in sich. Eine Vielzahl von Gedenkveranstaltungen erinnerten an die Pogrome vor 20 Jahren in Rostock Lichtenhagen am Sonnenblumenhaus, nicht alle davon konnten oder wollten dem historischen Datum Rechnung tragen.

Unpolitisches Konzert der Grünen in Rostock am Stadthafen
Bereits diesen Freitag fand im Rostocker Stadthafen ein Konzert unter dem Titel „Lichtenhagen bewegt“ statt. Organisiert wurde das groß beworbene Konzert offiziell von dem Verein „Bunt statt braun“. Die von Grünen und SPD dominierte „Bürger_Inneninitiative“ musste dabei als Tarnorganisation herhalten, um eine vermeintliche Überparteilichkeit vorzutäuschen. Guckt mensch auf die Unterstützer_Innenliste und nach den Verantwortlichen, tauchen allerdings fast nur Bündnis90/Die Grünen auf. So hat beispielsweise der „Demokratiefonds“ der Bündnisgrünen Landtagsfraktion Geld gegeben, der ASTA der Universität Rostock hat unter anderem auf Drängen der Grünen das Konzert offiziell unterstützt und in seinem Newslettern beworben und auch die grüne Heinrich-Böll Stiftung MV bezuschusste die Aktion ordentlich. Hunderte Plakate und Postkarten machten seit Wochen auf das Konzert in der Rostocker Innenstadt aufmerksam. Ein Plakat in den äußeren Gebieten der Stadt, wie etwa Lichtenhagen selbst, suchte mensch vergeblich und so blieb das Klientel des „Bunt statt braun“ auf der Haedgehalbinsel letztlich auch fast unter sich.
Neben unpolitischer Musik, unter anderem von „Die Reise“ und „17 Hippies“, wurden einige Videocollagen in den Umbaupausen gezeigt. Die Stimmung während des Konzerts war ausgelassen fröhlich, von einer Erinnerung an die Todesangst von über 100 Menschen vor 20 Jahren im Sonnenblumenhaus war nichts zu spüren und so müssen sich die Veranstalter_Innen dieses Konzerts den Vorwurf gefallen lassen, das Thema wieder einmal völlig verfehlt zu haben. Die wirklich wichtigen Aktivitäten würden an diesem Wochenende ohne „Bunt statt braun“ e.V. und seine Schön-Wetter Kampagne „Lichtenhagen bewegt sich“ stattfinden.

Eine Tafel für das Rathaus
Be­reits am Vor­mit­tag des 25. Au­gust fan­den sich auf dem Ros­to­cker Neuen Markt 2.​000 Teil­neh­me­r_In­nen zu einer Kund­ge­bung ein. Ver­tre­ter_Innn an­ti­ras­sis­ti­scher In­itia­ti­ven wie­sen dar­auf hin, dass das Po­grom bis heute auch für eine un­glaub­li­che Igno­ranz po­li­ti­scher Ver­ant­wor­tungs­trä­ger ge­gen­über den Be­trof­fe­nen steht.
Wenige Monate nach den Pogromen in Lichtenhagen versuchte die Gruppe „Söhne und Töchter der jüdischen Deportierten Frankreichs“ um Beate Klarsfeld am Rostocker Rathaus eine Erinnerungsplakette für die Opfer der Pogrome anzubringen. Damals wurde Klarsfeld mit 42 anderen Aktivist_Innen dafür eingesperrt und die Tafel beschlagnahmt.
Während der Kundgebung vergangenen Sonnabend war der Platz voll mit Menschen. In einer eindrucksvollen Rede schilderte Abou Bacar Sy seine Erfahrungen im Mecklenburg-Vorpommerschen Erstaufnahmelager Horst. Er beschrieb das unmenschliche deutschen Asylregime – mit Lagerunterbringung, Residenzpflicht, Gutscheinsystem, dauerhaft unsicherem Aufenthaltsstatus, ständigen Polizeikontrollen und rassistischen Bemerkungen im Alltag.
Unter gro­ßem Bei­fall konn­ten Cor­ne­lia Kerth und Hein­rich Fink, Bun­des­vor­sit­zen­de der VVN-​BdA, am Rat­haus mit Bil­li­gung des Ober­bür­ger­meis­ters am Ende der Kundgebung ein Duplikat der ursprünglichen Ge­denk­ta­fel an­brin­gen. Damit wurde den ur­sprüng­li­chen In­itia­to­ren der Tafel his­to­ri­sche Ge­rech­tig­keit getan. Anschließend wurde ein Gruß­wort Klarsfeld verlesen, die leider nicht selbst anwesend sein konnte. Darin griff sie erneut die ag­gres­si­ve und an­ge­sichts der Un­tä­tig­keit ge­gen­über dem ras­sis­ti­schen Mob umso em­pö­ren­de­re Be­hand­lung Sei­tens der Po­li­zei vor 20 Jahren und danach scharf an.


Bild: Die Tafel am Rostocker Rathaus. Wie lange die Stadtverwaltung sie hängen lassen wird, ist abzuwarten.

6.000 bei der Demonstration „Grenzenlose Solidarität“
Die mit Abstand größte Veranstaltung an diesem Wochenende bildete die zentrale Demonstration „Grenzenlose Solidarität“, zu der neben der VVN-BdA unter anderem von den Bündnissen „Rassismus tötet“ und „Das Problem heißt Rassismus“ aufgerufen wurde. Etwa 6.000 Menschen sammelten sich gegen 14Uhr am Busbahnhof Rostock Lütten Klein. Als dann endlich die letzten Züge und Busse mit weiteren Demonstrationsteilnehmer_Innen am Bahnhof angekommen waren, ging es mit einer knappen Stunde Verspätung los. Mit bunten Transparenten, Fahnen und Schildern zog sich der unendlich lang erscheinende Tross erst über die Autobahnbrücke beim Bahnhof in Lütten Klein und erstreckte sich schließlich über die Warnow Allee in Richtung Lichtenhagen. „Grenzenlose Solidarität“ und „Das Problem heißt Rassismus“ stand unter anderem auf den vordersten Transparenten. Wochen- und monatelang hatte die lokale Politik unterstützt von der hiesigen Springerpresse einen gewaltbereiten, vermeintlich linksextremen Mob stilisiert, der sich zur Demo in Rostock verabreden würde. Sie alle wurden enttäuscht. Der friedliche Verlauf ist sicher auch der Zurückhaltung der Polizei geschuldet, denn wo kein Provokateur, da auch keine Reaktion. Während der Auftaktkundgebung, den beiden Zwischenkundgebungen und der Abschlusskundgebung sprachen insgesamt über 20 Vertreter_Innen aus hauptsächlich antirassistischen Organisationen. Der kilometerlange, entschlossene Demonstrationszug setzte damit ein deutliches Zeichen gegen Rassismus und Neofaschismus im Alltag. „Rassismus ist kein Randphänomen“, erklärte ein Sprecher des Berliner Bündnisses. Und weiter: „Er wächst in der Mitte der Gesellschaft. Klar ist aber auch: Wo immer rassistische Gewalt aufbricht, müssen und werden wir entschlossen einschreiten.“ Zur De­mons­tra­ti­on hat­ten mehr als 100 An­ti­fa-​Grup­pen, Flücht­lings­rä­te, mi­gran­ti­sche Grup­pen, Ge­werk­schaf­te­r_In­nen, Ju­gend­grup­pen, Bands, linke Grup­pen, dä­ni­sche An­ti­fa­schis­t_Innen und ein­zel­ne Par­tei­ver­tre­ter_Innen auf­ge­ru­fen.
Am Ende der durchweg friedlichen, aber entschlossenen, Demonstration wartete eine musikalische Abschlusskundgebung in Blickweite des Sonnenblumenhauses in Lichtenhagen.


Bild: Die Demo startet am Bahnhof Lütten Klein in Rostock.


Bild: Über 6.000 Menschen nahmen an der Denonstration teil.


Bild: Am Rande der Demo standen Einige, denen der Aufzug nicht zu gefallen schien.


Bild: Die Demo auf der Warnow Allee in Richtung Lichtenhagen.

Musikalische Abschlusskundgebung „Beweg dich für Bewegungsfreiheit“
Gegen 18Uhr30 begann die letzte Kundgebung für diesen Tag in Rostock. Etwa 1.000 Menschen nahmen an der musikalischen Abschlusskundgebung „Beweg dich für Bewegungsfreiheit“ teil. Auch hier blieb es bis auf einige Provokationen örtlicher Neonazis friedlich und entspannt. Bis halb elf Uhr abends lauschten Viele unter anderem dem Stück „Asyl­mo­no­lo­ge“, das sich in be­ein­dru­cken­der Au­then­ti­zi­tät mit der Le­bens­si­tua­ti­on von Asyl­be­wer­bern be­schäf­tigt. Neben weiteren kuren Redebeiträgen traten unter anderem die Band „Frittenbude“ auf. Besonders viel Applaus und Anerkennung erhielt allerdings die allseits beliebte Rostocker Band „Feine Sahne Fischfilet“.


Bild: Die Moderator_Innen während der musikalischen Abschlusskundgebung.


Bild: Feine Sahne Fischfielt während ihres Gigs.


Bild: Frittenbude spielte als letzte Gruppe…

World Café „Lichtenhagen, NSU und alle schauen zu…“
Auch am Sonntag konnten antifaschistische und antirassistische Gruppen Akzente setzen. Wieder war es die VVN-BdA, die zu einem World Café unter dem Titel „Lichtenhagen, NSU und alle schauen zu…“ einlud, sich im Peter-Weiß Haus zu treffen und zu diskutieren. Etwa 50 Menschen folgten der Einladung und tausch­ten sich unter anderem inten­siv dar­über aus, wie So­li­da­ri­tät prak­tisch wer­den kann.
Bei gutem Wetter und entspannter Laune konnten Einige auch noch nach dem World Café im Freigarten des Peter-Weiß Hauses sitzen und sich von dem zwar erfolgreichen, aber auch anstrengendem Wochenende zu erholen.

Gauck und die deutsche Eiche in Lichtenhagen
Die Imagekampagne der Stadt Rostock „Lichtenhagen bewegt sich“ hatte für den Sonntag ausgerechnet den Bundespräsidenten Joachim Gauck nach Lichtenhagen eingeladen. Dass am Sonn­tag auf einer of­fi­zi­el­len Ver­an­stal­tung nicht nur aus­ge­rech­net eine „deut­sche Eiche“ als Er­in­ne­rungs­baum an das ras­sis­ti­sche Po­grom gepflanz­t und Kri­ti­k_Inner im Pu­bli­kum, die ihm „Heu­che­lei“ vor­war­fen, von Gauck unter anderem mit Neo­na­zis in einen Topf geworfen wurden, ver­wun­dert nicht. Gauck hatte sich 1992 mit kei­nem Wort gegen das Po­grom ge­äu­ßert. Auch erklärte das Bündnis „Das Problem heißt Rassismus“ hierzu: „Stadt und Staat behaupten, sie hätten aus den Pogromen „gelernt“. Gleichzeitig läuft die Abschiebemaschinerie reibungslos, und Ressentiments sind alltäglich, heute insbesondere der antimuslimische Rassismus.
Am Rande der Veranstaltung wurden zwei Mit­glie­dern des deutsch-​afri­ka­ni­schen Freun­des­krei­ses Dar­a­ja e.V. der Ein­lass zur Ge­denk­ver­an­stal­tung der ras­sis­ti­schen Po­gro­men von vor 20 Jah­ren ver­wehrt – trotz of­fi­zi­el­ler Ein­la­dung und ohne Be­grün­dung. In einem kurzen Video erklären die beiden ihre Fassungslosigkeit über das Verhalten der Organisator_Innen der Veranstaltung. Torsten Sohn (Grüne), Geschäftsstellenleiter von „Bunt statt braun“ e.V. und Hauptorganisator der Kampagne „Lichtenhagen bewegt sich“ wird sich die kommenden Tage für die scheinbar rassistische Selektionspolitik am Einlass der Gauck-Veranstaltung rechtfertigen müssen. Einen ausführlichen Artikel von der Veranstaltung gibt es unter anderem auf Kombinat Fortschritt.

Nach Lichtenhagen ist vor Lichtenhagen
Die Ver­an­stal­tun­gen zum Ge­den­ken an den 20. Jah­res­tag das ras­sis­ti­schen Po­groms in Ros­tock-​Lich­ten­ha­gen waren ein gro­ßer Er­folg, der Mut macht, wei­ter gegen Ras­sis­mus in Deutsch­land zu kämp­fen. Die vergangenen Monate haben gezeigt, dass rassistische Vorurteile auch heute noch in vielen Köpfen stecken. Selbst in der Verwaltung der Stadt und in selbsternannten Bürger_Inneninitiativen herrscht dieser Ungeist offenbar immer noch. Das enge Zusammenspiel von antifaschistischen und antirassistischen Gruppen bleibt deshalb bitter nötig. Wir danken allen Menschen, die sich in den verschiedensten Formen an den unterschiedlichen Veranstaltungen beteiligt haben und mahnen gleichzeitig zur Wachsamkeit gegenüber Fremdenfeindlichkeit und Ignoranz. Nicht nur in Lichtenhagen fanden solche und schlimmere Pogrome statt. Auch künftig werden wir auf die Straßen gehen und dem rassistischen Normalzustand entgegentreten.

Aufruf des Rostocker Friedensbündnisses zum Weltfriedenstag 2012: Hände weg von Syrien und Iran! Bundeswehr raus aus Schulen und Hochschulen!

Am 1. September 1939 entfesselte das faschistische Deutschland mit seinem Überfall auf Polen den Zweiten Weltkrieg. Aus diesem Grund wird jährlich am 1. September der Weltfriedenstag begangen. Das ist kein Anlass zum Gedenken, sondern einer, der den Blick auf das Heute schärft: Die Welt ist keineswegs friedlicher. Profitinteressen bahnen sich sogar immer rücksichtsloser ihren Weg, abenteuerliche Bündnisse werden geschlossen und Neuaufteilungspläne ganzer Kontinente machen die Runde, begleitet von Säbelrasseln und Propagandalügen.

Das jüngste Beispiel ist Syrien. Man setzt darauf, dass die Mär von den romantischen „Rebellen“, die die Revolution des arabischen Frühlings fortsetzen, auch hier Sympathien einfährt. Nicht erklärt wird, wer ihre Unterstützer sind, wie vielfältig die syrische Zivilgesellschaft ist und wie die bundesdeutsche Politik schon jetzt dafür arbeitet, den NATO und EU genehmen Kräften zum Sieg zu verhelfen. Vielleicht wird man dabei sogar ohne Militärschlag auskommen. Das Ziel ist ohnehin ein anderes: die weitere Isolierung und Niederringung des syrischen Verbündeten Iran, der als Machtfaktor den Absichten der wirtschaftlichen Großmächte in dieser Region im Wege steht.

Mecklenburg-Vorpommern ist für die neuen Kriege gut gerüstet. Seit der Bundeswehrreform steht es auf Platz eins der Bundesländer mit der höchsten Militärdichte. Rostock wird „Heimathafen der Deutschen Marine“. Das Marinekommando wird hier eingerichtet. Die Korvetten, die aggressivsten Kriegsschiffe der NATO, sind schon länger da. Eine Imagebroschüre der Stadt zitiert Prominente, die den Standortfaktor Militär für die Entwicklung der Region begrüßen. Gleichzeitig sterben die Werften in Vorpommern. Wir fordern eine friedliche Entwicklung der Region durch Ausbau der Bildungsmöglichkeiten und Erhaltung und Schaffung ziviler Arbeitsplätze!

Die geistige Aufrüstung und die Rekrutierung für die Berufsarmee Bundeswehr findet inzwischen in den Schulen und Hochschulen statt. Im Frühjahr 2012 scheiterte im Landtag ein Antrag auf Aufhebung der Kooperationsvereinbarung zwischen Bildungsministerium und Bundeswehr. Wir wollen im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche für militärfreie Bildung und Forschung vom 24. bis 29. September die Landtagsfraktionen aufsuchen und mit ihnen besprechen, wie dieses Thema im Landtag wieder aufgegriffen werden kann. Wer mitmachen will, ist herzlich eingeladen! Wir rufen außerdem alle Friedensbewegten zur Teilnahme am antimilitaristischen Camp der Kampagne „War starts here“ im September beim Gefechtsübungszentrum Heer in der Colbitz-Letzlinger Heide auf. Dort werden die Bundeswehrsoldaten vor ihrem Kriegseinsatz im Ausland trainiert und ab Herbst wird dort die Nachbildung einer Großstadt aufgebaut, in der sich die militärische Aufstandsbekämpfung üben lässt, für die das Bundesverfassungsgericht mit seiner jüngsten Entscheidung den Weg geebnet hat.

Kommt zur Weltfriedenstagsveranstaltung in Rostock am Sonnabend, 1. September, auf den Universitätsplatz!

Ab 10.00 Uhr Informationsstände, um 16.00 Uhr Kundgebung.

Hände weg von Syrien und Iran!

Bundeswehr raus aus Schulen und Hochschulen!

Keine Rüstungsexporte!

Kein Militär – nicht im Ausland, nicht im Inland, nirgendwo!

Für den Frieden!

Rostocker Friedensbündnis
DGF-VK-Regionalgruppe Mittleres Mecklenburg

… als der Farbfernseher erfunden wurde

Nach etwa einem halben Jahr wurde es endlich Zeit für eine Typveränderung. Wir hoffen euch sagt unser neues Aussehen zu. ;)

Rostock: Mobi Veranstaltung „They shall not pass!“

Am dritten September findet um 19Uhr30 im Cafe Median eine Mobiveranstaltung des antifaschistischen Bündnisses “They Shall Not Pass” statt.

Potsdam hat auch ohne die NPD eine äußerst aktive Neonaziszene. Unangemeldete Demonstrationen und revisionistische Aktionen, zahlreiche Sticker, Flyer und andere Propaganda quer durch die Stadt und eine große aktive Musikszene, mit teilweise überregionaler Bedeutung, prägen eine äußerst vitale Szene. In einzelnen Wohnvierteln ist der Aufenthalt für explizit nicht-rechte Jugendliche gefährlich. Angriffe von Neonazis enden nicht selten auch mit Verletzungen, wie die Vorfälle in den letzten eineinhalb Jahren, insbesondere in Waldstadt, zeigen. Am 15. September 2012 wollen Neonazis des NPD-Kreisverbandes Havel-Nuthe und dessen Umfeld versuchen, in Potsdam zu demonstrieren. Das antifaschistische Bündnis mobilisiert zu antifaschistischen Gegenprotesten.

15.09. Potsdam Naziaufmarsch verhindern

Potsdam: „They Shall Not Pass“ – Sie werden nicht durchkommen!

Aufruf zur Verhinderung des Naziaufmarsches am 15. September in Potsdam.

They Shall Not Pass – Sie werden nicht durchkommen!

Am 15. September 2012 wollen Neonazis des NPD-Kreisverbandes Havel-Nuthe und dessen Umfeld versuchen, in Potsdam zu demonstrieren. Dagegen wird das antifaschistische Bündnis „They Shall Not Pass“ mit allen nötigen Mitteln Widerstand leisten.

Potsdam ist nicht “nazifrei”.

Potsdam hat auch ohne die NPD eine äußerst aktive Neonaziszene. Unangemeldete Demonstrationen und revisionistische Aktionen, zahlreiche Sticker, Flyer und andere Propaganda quer durch die Stadt und eine große aktive Musikszene, mit teilweise überregionaler Bedeutung, prägen eine äußerst vitale Szene. In einzelnen Wohnvierteln ist der Aufenthalt für explizit nicht-rechte Jugendliche gefährlich. Angriffe von Neonazis enden nicht selten auch mit Verletzungen, wie die Vorfälle in den letzten eineinhalb Jahren, insbesondere in Waldstadt, zeigen. (siehe Chroniken des Antifaschistischen Pressearchiv Potsdam).
Wir sind nicht bereit diese Verhältnisse zu akzeptieren und setzen den Neonazis einen antifaschistischen Selbstschutz entgegen.
Der Kampf gegen Nazis ist aber auch eine Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Verhältnissen. Ein einmaliges Bekenntnis “Gegen Nazis” hilft weder den Betroffenen von neonazistischer Gewalt noch dem gesellschaftlichen Diskurs gegen Ausgrenzung, Verdrängung und Diskriminierung. Diese Prozesse, entstehen in mitten der Gesellschaft, sie werden von ihr getragen und sind eine logische und praktische Folge der herrschenden Verhältnisse. Die Verantwortung bei „denen da oben“ suchen und die damit einhergehende Schaffung von Feindbildern, an denen sich vom Stammtisch bis zur angeblichen „Mitte der Gesellschaft“ alle abarbeiten können, gehört zur Grundlage konservativer, revisionistischer und rechter Politik. Die Verhältnisse und Gegebenheiten im Hier und Jetzt werden dabei nicht hinterfragt.

Antifaschismus und die Auseinandersetzung mit Nazis sind der Kampf ums Ganze – gegen die herrschenden Zustände.

Mit unserem Protest werden wir den Nazis und all ihren Verbündeten an diesem Tag kräftig einheizen. An uns kommt ihr nicht vorbei!

Mehr Infos unter theyshallnotpass.blogsport.eu

Rostock-Lichtenhagen 2012: Gedenken in weiss

Zwei Mitgliedern des deutsch-afrikanischen Freundeskreises Daraja e.V. wurde der Einlass zur Gedenkveranstaltung der rassistischen Pogromen von vor 20 Jahren verwehrt – trotz offizieller Einladung und ohne Begründung.

Am Sonntag, dem 26. August 2012 wurde in Rostock-Lichtenhagen den rassistischen Pogromen von vor 20 Jahren gedacht. Zwei Mitglieder des deutsch-afrikanischen Freundeskreises Daraja e. V. hatten eine offizielle Einladung vom Oberbürgermeister der Stadt bekommen, unter Ihnen auch Vorstandsmitglied Marouf Ali Yarou Issah. Bereits eine halbe Stunde vor Veranstaltungsbeginn fanden sie sich mit ihrer Einladung am Einlass ein. Dort verwehrte ihnen der Sicherheitsbeamte, nach Rücksprache mit den Veranstaltern, den Eintritt. Eine Begründung hierfür bekamen sie nicht. In einem kurzen Interview schildern die beiden den Vorfall.




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