Archiv für September 2012

Feine Sahne Fischfilet: „Komplett im Arsch“

Endlich ist es da: das komplette Dideo zur Single „Komplett im Arsch“ der Band Feine Sahne Fischfilet. Ab dem 12. Oktober wird die Single ,,Komplett im Arsch“ zudem digital bei Audiolith rauskommen. Am 9. November kommt dann auch endlich das mittler Weile dritte Album mit dem Titel ,,Scheitern und Verstehen“ raus.

Neubrandenburg: NPD Infostände floppten völlig

Die neofaschistische NPD versucht sich aktuell in einer Art Infostandwelle. In Greifswald und Demmin baute die braune Truppe ihre Stände auf und kassierte dafür jedes Mal eine Schlappe. Doch das rege Desinteresse der Menschen vor Ort und schlechtes Wetter ließen sich noch toppen. In Neubrandenburg sagten die Kamerad_Innen ihre eigenen Infostände ab – aus Angst zusammengeschlagen zu werden. Die Antifaschistische Offensive Neubrandenburg (AONB) hat dazu einen ausführlichen Artikel auf ihrer Seite veröffentlicht. Zum Artikel geht’s hier.

NSU: Ralf Wohlleben, ein V-Mann?

Uwe Mundlos, Mitglied des NSU-Trios, wurde schon während seiner Wehrdienstzeit vom MAD beobachtet. Thomas S., ein enger Vertrauter der Thüringer Neonazis, war bezahlter Spitzel für das Berliner LKA. Und nun hat der Skandal um die Verstrickungen der Verfassungsschutzorgane mit Neonazis scheinbar einen neuen Tiefpunkt erreicht, denn Ralf Wohlleben war vermutlich V-Mann.

Ralf Wohlleben ist der letzte bis jetzt in Untersuchungshaft verbliebene Neonazi aus dem Kreis der dreizehn Personen, die beschuldigt wurden zum nahen Umfeld des NSU zu gehören. Ihm wird Beihilfe zum Mord zur Last gelegt, da er wahrscheinlich die Tatwaffe organisiert hat, mit der mindestens neun Menschen ermordet wurden. Auch sonst ist Wohlleben kein unbeschriebenes Blatt – er ist der Thüringer NPD-Vize gewesen und war einer der führenden Köpfe der Kameradschaftsszene im Land.

Nun kam der Verdacht auf, dass Wohlleben vor etwa zehn Jahren als V-Mann tätig war, um Informationen über die NPD zu sammeln. Damals war ein NPD-Verbotsverfahren gescheitert, weil etliche V-Leute in Führungspositionen der neonazistischen Partei waren. Einer von ihnen könnte Ralf Wohlleben gewesen sein, meint der Bundesanwalt Hans-Jürgen Förster und gab eine Erklärung ab, in welcher er davon berichtet, dass er seiner Erinnerung nach, den Namen Wohlleben mit dem Verbotsverfahren in Verbindung bringt. Förster war damals als Beamter des Bundesinnenministeriums mit dem Verfahren beschäftigt.

Sollte sich die Vermutung Försters bewahrheiten, ist es schwer noch von Pannen des Verfassungsschutzes auszugehen. Ralf Wohlleben ist eng mit den Morden des NSU verbunden. Falls er V-Mann war, dann genau zu Beginn der Mordserie. Der Untersuchungsausschuss „Nationalsozialistischer Untergrund“ hat bisher keinerlei Informationen zu V-Leuten im Umfeld des NSU-Trios erhalten. Erst durch Zufälle kamen die Verstrickungen des Verfassungsschutzes ans Tageslicht. Noch handelt es sich im Fall Wohlleben um eine Vermutung, die schneller Klärung bedarf.

Übernommen mit freundlicher Genehmigung der Kampagnengruppe No NPD der VVN-BdA.

UmFAIRteilen – Reichtum besteuern! Aktionstag am 29.9.12

Zum 29.9. ruft das Bündnis „UmFAIRteilen – Reichtum besteuern!“ zum bundesweiten Aktionstag auf. In Berlin, Bochum, Hamburg, Frankfurt/Main, Köln und an vielen anderen Orten werden viele Menschen auf die Straßen gehen, die sagen: Genug an der falschen Stelle gespart! Die Vermögenden müssen wieder an der Finanzierung unseres Gemeinwesens beteiligt werden – mit einer einmaligen Vermögensabgabe und einer dauerhaften Vermögensteuer.

Bündnisgrüne Atompolitikerinnen aus Bundes- und Landtag in Lubmin und Greifswald

Die atompolitischen Sprecherinnen von BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN in Bundestag und Landtag, Sylvia Kotting-Uhl und Ulrike Berger, besuchen am 1. Oktober das Zwischenlager Nord und diskutieren mit Aktiven der Anti-Atom-Bewegung.

Zusammen mit Vertreter_innen der Bündnisgrünen Landtagsfraktion, darunter auch der Fraktionsvorsitzende Jürgen Suhr, wird Sylvia Kotting-Uhl, atompolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN wird am kommenden Montag, den 1. Oktober, das Zwischenlager Nord in Lubmin besuchen.

Im Anschluss ist ab 17 Uhr im Greifswalder Wahlkreisbüro von Ulrike Berger (Steinbeckerstr. 33/34) ein Gespräch zwischen der Bundestagsabgeordneten und der Basis aus der Anti-Atom-Bewegung der Region angesetzt. „Neben Fragen nach der Zukunft des Lubminer Zwischenlagers wollen wir auch über allgemeine Fragen der Atompolitik auf Bundesebene reden“, so Ulrike Berger. „Dazu gehört etwa der aktuelle Stand der Beratungen über ein Endlagersuchgesetz. Auch das hat Auswirkungen auf die Zwischenlagerstandorte.“

Zu dem abendlichen Gespräch sind alle atomkritisch Interessierten herzlich eingeladen!

Vorpommern: Regionalverband Antikapitalistische Aktion gegründet

Pressemitteilung von linksjugend [’solid] MV – Antikapitalistische Aktion vom 27.09.2012

Aufgrund zukünftiger Herausforderungen hat sich der Regionalverband Antikapitalistische Aktion (AKA) der Linksjugend [’solid] am 11.09.2012 in Stralsund gegründet.

Als Vorstand wurde ein Gremium aus drei Mitgliedern (Susan Pedersen, Markus Dreßler und Martin Kwiatkowska) gewählt. Der Regionalverband Antikapitalistische Aktion, ist ein Teil des größten linken Jugendverbandes in der Bundesrepublik Deutschland. Wir engagieren uns für die Bedürfnisse der Menschen in der Region. Wir kämpfen aktiv gegen Nazis, kriegtreiberische Politik, Ausbeutung des Menschen, antidemokratische Verhaltensweisen und gegen die Zerschlagung unserer ökologischen Grundlagen.

Gemeinsames und entschlossenes Handeln für unsere Ziele und Prinzipien sind uns wichtiger als ein Parteibuch. Wir sind der Auffassung das Politik vor allem auf der Straße gemacht wird – in Form von Aktionen, Gesprächen, Diskussionen und mit aufklärendem Verhalten! Wir wollen junge Menschen zum Nachdenken und Mitmachen anregen.

Auf der Gründungsversammlung wurden auch die Aktivitäten in den nächsten Monaten besprochen, so wird sich der Jugendverband an dem bundesweiten Aktionstag „UMfairTEILEN“ engagieren. Dazu wird es am Sonnabend (29.09.2012) zwischen 10 und 13 Uhr einen Informationsstand am Neuen Markt geben, u.a. werden wir eine Unterschriftensammlung für eine Vermögenssteuer durchführen.
Fehlende Kita-Plätze, geschlossene Bibliotheken und Jugendclubs, mangelhafter Nahverkehr – der öffentlichen Hand fehlt das Geld für wichtige Investitionen. Dem stehen gigantische private Vermögen entgegen. Sie müssen wieder an der Finanzierung unseres Gemeinwesens beteiligt werden – mit einer einmaligen Vermögensabgabe und einer dauerhaften Vermögensteuer. Darüber wollen wir informieren und mit den Stralsunder_innen ins Gespräch kommen.

Weitere Informationen zum [’solid] Regionalverband Antikapitalistische Aktion gibt es auf der Website antikaaktion.blogsport.eu

Material zum Start der Veranstaltungsreihe des Aktionsbündnisses „8. Mai Demmin“ ist da!

Im Oktober startet in Demmin eine Veranstaltungsreihe, die bis in den Mai 2013 gehen soll. Am 13.10, wird der Film „The trues lies in Rostock“ gezeigt werden, der sich mit den Pogromen 1992 in Rostock Lichtenhagen am Sonnenblumenhaus befasst. Anschließend gibt es die Möglichkeit zur Diskussion.

Ab morgen gibt´s das Mobi Material für die Veranstaltung. Genaue Infos sowie das Material zum runterladen findet ihr unter demminnazifrei.blogsport.de

Wolgast: NPD verteilt Flugblätter gegen Flüchtlingsheim

Noch bevor die ersten Flüchtlinge nach Wolgast Nord gekommen sind, machte die neofaschistische NPD Stimmung gegen das neue Heim und seine zukünftigen Bewohner_Innen. Aufkleber und Plakate mit rassistischen Parolen finden sich in der gesamten Umgebung, rechte Graffitis am Flüchtlingsheim tauchten auf und die NPD organisierte eine Kundgebung vor dem Neubaublock, in dem mittler Weile die ersten 24 Flüchtlinge eingezogen sind.


Bild: „Still ♥ing Bleiberecht!“

Ein Panorama-Beitrag zeigt eindrücklich, wie die Situation in Wolgast aktuell ist. Trotz der angespannten Lage konnten die Flüchtlinge bereits erste Kontakte mit Menschen knüpfen, die ihnen wohlgesonnen sind.

Anfang der Woche verteilten NPD-Aktivist_Innen Flugblätter, in denen sie erneut gegen die Flüchtlinge hetzen und gleichzeitig einen Zusammenhang mit der ungewissen Zukunft der Werften in Wolgast und Vorpommern herzustellen versuchen. Erneut wurde von angeblichen Luxus Unterkünften für die Flüchtlinge gesprochen. „Asylanten aufzunehmen und durchzufüttern ist ein Luxus, den man sich leisten können muß (sic!). Vorpommern kann sich das nicht leisten!“ heißt es unter anderem kaum verhohlen in dem Flugblatt. Nicht vergleichbare Zahlen werden nebeneinander gestellt, um die vermeintliche Ungerechtigkeit und angebliche Vorzugsbehandlung der Flüchtlinge zu beweisen.

Wieder einmal versucht die NPD soziale Ängste der Menschen für ihre rassistische Ideologie zu missbrauchen. Dabei reichen oft schon Kleinigkeiten wie die standardmäßige Renovierung von Wohnungen, bevor neue Menschen einziehen, um die Bevölkerung aufzustacheln. Echte Antworten auf die sozialen und wirtschaftlichen Probleme kann die NPD nach wie vor nicht liefern. Ihre propagierte „Volksgemeinschaft“ setzt auf Ausgrenzung statt Miteinander und ist deshalb untauglich, um die Missstände in diesem Land nachhaltig zu beheben.

Güstrow: Wieder Hetze gegen Flüchtlinge

In Güstrow-Dettmannsdorf soll ein neues Flüchtlingsheim entstehen. Noch gibt es keine endgültige Entscheidung des Landkreises, dennoch wird schon jetzt gegen ein mögliches Heim mit 100 Plätzen für Flüchtlingen von verschiedenen Seiten mobil gemacht.

Ein mit „Die Dettmannsdorfer Bewohner“ unterzeichnetes Flugblatt kursiert schon seit Tagen in der Stadt. Die plumpen Ressentiments vieler Anwohner_Innen werden dort bedient, um die Bevölkerung weiter anzuheizen. Anfang der Woche besuchte der stellvertretender Landrat Rainer Boldt Güstrow. „Wir hatten vor vier Jahren zwei Asylbewerberheime in Güstrow, die beide größer waren als das jetzt geplante. Es gab nie Beschwerden“, sagt er in einem Gespräch mit Menschen vor Ort. „Güstrow ist weltoffen genug“, so Boldt weiter.

Trotz solcher Versuche der Beschwichtigung bleibt der Widerstand gegen das Heim bei vermeintlich „normalen Bürger_Innen“ groß. Mittler Weile ist eine Unterschriftensammlung gegen das Heim angelaufen. „Wir als Kita werden uns an der Unterschriftenaktion beteiligen, distanzieren uns aber gleichzeitig von jeglichem rechten Gedankengut“ sagte Steffen Sanewski, Geschäftsführer der unmittelbar angrenzenden Kindertagesstätte gegenüber der Schweriner Volkszeitung (SVZ). Dass die Ablehnung von Hilfe für Flüchtlinge aus anderen Ländern selbst schon rechtes Gedankengut ist, bemerkt Sanewski offenbar nicht. Er hält die Unterbringung von 100 Flüchtlingen in einem 30.000 Seelen Ort für „bedenklich“. Die in der Nähe stehende Kita soll sogar von der Existenz bedroht sein, weil eine Mutter ihr Kind wegen des neuen Heims nicht mehr in die Kindertagesstätte bringen möchte. Ein „großes Konfliktpotenzial“ entstehe durch das Heim. Letzteres ist wohl wahr, allerdings liegt die Ursache für den Konflikt hier nicht bei den Flüchtlingen, sondern bei dem kaum versteckten Rassismus der Menschen vor Ort.

Jüdisches Theater „Mechaje“ in Rostock wird 15 Jahre alt

„Mechaje“ in Rostock ist landesweit das einzige jüdische Theater. Drei bis vier Vorführungen werden monatlich in den eigenen Räumen gezeigt, bei größeren Auftritten wird auf das Theater im Stadthafen ausgewichen. Gegründet haben das Theater Marina Beitman und Michael Beitman-Korchagin, die noch heute die Vorstellungen mit organisieren.


Bild: Beitman und Beitman-Korchagin während eines Auftrittes (Foto: www.rostock-heute.de)

„Was macht jüdischen Humor aus?“, fragt Beitman zu Beginn einer Aufführung das Publikum. „Jüdischer Humor ist, wenn man nicht über Juden lacht, sondern mit ihnen.“ beantwortet sie sogleich selbst. Witz und Musik – das sind die zwei wesentlichen Säulen des „Mechaje“. In unzähligen Szene stellen Beitman und Beitman-Korchagin jüdische Klischees auf den Kopf. Mit viel Selbstironie und Augenzwinkern bringen die beiden Schauspieler_Innen das Publikum immer wieder zum Lachen. Zwischen den Humor-Einlagen gibt es Musikstücke, gespielt von Swjatoslav Tscharkowski, der die traditionelle Klezmer-Musik mit seinem Klavier in eine völlig neue Richtung lenkt.

Auch nach anderthalb Jahrzehnten hat das Theater nichts von seinem Charme verloren, im Gegenteil. Das Theater leistet nach wie vor einen wichtigen Beitrag zum Erhalt jüdischer Kultur und trägt nicht zuletzt einen Teil gegen antisemitische Vorurteile bei. „Jeder Auftritt ist ein Schritt gegen die Neonazis.“ erklärte Beitman-Korchagin.

Rostock: Politischer Donnerstag „Sachamanta: Community Radios in Nordargentinien“

Der Norden Argentiniens im Jahre 2000: Auf einem Kongress beschließen die im Movimiento Campesino Santiago del Estero (MoCaSe-Via Campesina) organisierten bäuerlichen und indigenen Gemeinschaften etwas bis dahin Unerhörtes. Sie werden eigene Radiostationen aufbauen und betreiben. Sie wollen nicht länger hinnehmen, dass die Massenmedien ihre Lebenssituation entweder ignorieren oder verfälschen. Heute existieren bereits fünf Sender. Die Campesinos nutzen sie, um über die Weite des Landes hinweg unzensiert Botschaften auszutauschen. Die Radios schaffen ein Gemeinschaftsgefühl. Sie stärken den Kampf der Kleinbäuerinnen und Kleinbauern gegen Landraub und Unterdrückung.Und natürlich bringen die fünf Sender endlich auch die Musik der Campesinos. Es geht darum, endlich gehört zu werden. Viviana Uriona gibt in ihrem Dokumentarfilm den Entrechteten und Widerständigen eine Stimme. Und zwar keine Interpretation ihrer Narrative, sondern ihnen die Möglichkeit – gleichlaufend zur Forderungen nach eigenen Radiostationen – nackt und ungeschützt zu sagen, was ist. Im Film zerschneiden die Bauern in subversiven Akten die Stacheldrahtzäune der Konzerne, und gleichzeitig fallen in den Köpfen der Zuschauer die bisher sicher geglaubten Grenzen des Machbaren. Unmögliches erscheint greifbar nah. Der Film macht Mut gegen die eigenen kleinen und großen gesellschaftlichen Ungerechtigkeiten zu kämpfen und gemeinsam die Stimme zu erheben, erscheint es noch so aussichtslos. Oder, wie im Film die alte Eugenia mit einem Kopfschütteln sagt: „Mein Mann wollte schon aufgeben. Der Arme!“

Der Film ist spanisch mit deutschen Untertiteln, anschließend wird es eine Diskussionsrtunde mit der Filmmacherin Viviana Uriona geben.

Wann? 04.10.2012 ab 20Uhr
Wo? Peter-Weiß Haus Rostock


Bild: Cover von Sachamanta (Foto: www.soziale-bildung.org)

Demmin: Nach langer Pause wieder NPD-Infostand

Nach dem jährlichen Aufmarsch der Nazis am 8. Mai wurde es dieses Jahr wieder sehr ruhig um die Peenestadt Demmin. Doch seit einigen Tagen rührt sich merklich etwas in der Stadt. Erst vor wenigen Tagen hatte das „Aktionsbündnis 8. Mai“ in Demmin eine Veranstaltungsreihe angekündigt, die im Oktober anfangen wird und bis zum Mai 2013 monatlich fortgeführt werden soll.


Bild: „Schere schlägt Papier – 8. Mai: Tag der Befreiung!“ – Auch in Demmin!

Doch auch die Nazis lassen sich wieder blicken. Nach längerer Pause hielt die Fraktion der neofaschistische NPD heute nachmittag einen als Kundgebung angemeldeten Infostand ab. Von 14 bis 17Uhr standen die „Kameraden“ unter einem knallroten Regenschirm und versuchten ihren üblichen geistigen Dünnpfiff in Form von Flugblättern und anderen Materialien an Passant_Innen zu verteilen. Nebenbei spielte mensch von Band etwas rechte Musik. Demmin ist es der vermeintlichen „nationalen Oppositionspartei“ offenbar nicht wert, Reden vor Ort zu halten und so wurden auch diese nur vom Band abgespielt.

Es dauerte auch nicht lange, da bekamen Antifaschist_Innen von dem braunen Treiben Wind und so bildete sich wie so oft eine spontane Gegenkundgebung nur wenige Meter neben den Nazis. Mit Flyern und Transpis konnte den Nazis ein weiteres Mal der Spaß an ihrem eigenem Infostand weitestgehend genommen werden. Unterm Strich foppte der Vorstoß der NPD in Demmin. Antifaschistischer Widerstand und das schlichte Desinteresse an der rechten Propaganda machten ihren Infostand zwecklos.

Materialsammlung abgeschlossen: Neues Verbotsverfahren gegen die NPD?

Im Dezember entscheiden Innenminister und Ministerpräsident_Innen über ein mögliches neues Verfahren.

Laut Aussage des „Tagesspiegels“ vom 25. September ist die Materialsammlung für ein mögliches Verfahren gegen die NPD abgeschlossen.


Bild: Logo der Kampagne „NPD-Verbot jetzt!“ (Foto: www.nonpd.de)

Das Dokument umfasse 1000 Seiten und wurde aus Erkenntnissen vom Bundesamt für Verfassungsschutz und Landesbehörden zusammengestellt. Es enthalte „3081 Belege für die rassistische, neonationalistische und insgesamt verfassungsfeindliche Einstellung der rechtsextremen Partei“, wie zum Beispiel Straftaten von NPD-Mitgliedern und Äußerungen des Parteichefs Holger Apfel. „Das jetzt vorliegende Papier enthalte im Unterschied zum ersten Entwurf vom Sommer keine Angaben von V-Leuten, hieß in den Sicherheitskreisen“, so im Bericht weiter.

Mehrere hundert Belege seien durch die Länder zurückgezogen worden, da sie Äußerungen von „Spitzeln des Verfassungsschutzes und der Polizei enthielten“.

Im Dezember werden erst die Innenminister und danach die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten über ein weiteres Verbotsverfahren der NPD entscheiden.

Übernommen mit freundlicher Genehmigung der Kampagnengruppe No NPD der VVN-BdA.

Hoyerswerda 2012: „Wo wart ihr 91?“

Schwerin: Holocaust Überlebende besucht Schulen in Mecklenburg-Vorpommern

Esther Bauer ist heute 88 Jahre alt. Mit 18 Jahren wurde die gebürtige Hamburgerin von den Nazis in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert – weil sie Jüdin war. Nach zwei Jahren Martyrium kam nach Auschwitz. Als das Lager von der Roten Armee befreit wurde, war sie bereits 21 Jahre alt, drei ihrer besten Jahre musste sie in KZs verbringen.


Bild: Esther Bauer (Foto: www.svz.de)

Heute besucht Frau Bauer Schulen im Land, um über ihre Erfahrungen und ihre Befürchtungen zu sprechen. Viele Schulklassen hat sie bereits besucht. Der Holocaust ist für sie keine Geschichte. Sie hält einen neuen Massenmord für durchaus denkbar. „Vielleicht nicht genau in derselben Form, und ich weiß auch nicht wo. Aber es wird wieder passieren“, sagte sie vor Kurzem im Schweriner Gymnasium Fridericianum. „Wir werden immer noch von vielen Leuten gehasst“, begründete die 88-Jährige ihre Einschätzung gegenüber der Schweriner Volkszeitung (SVZ). Woher der unendliche Hass gegen Jüd_Innen heute noch herrührt, kann sie sich nicht erklären. „Wir sind dieselben Leute wie ihr, nur dass wir eine andere Religion haben.“ Auch nach Kriegsende habe sie oft noch die Ablehnung gespürt.

Trotzdem – oder gerade deswegen – engagiert sich Bauer bis in die Gegenwart, indem bei Veranstaltungen, wie dem „Internationalen Festival der Verfemten Musik“, das heute beginnt, auftritt. Schüler_Innen haben Bauers Leben in einem Theaterstück inszeniert. „In drei Akten wird von der Kindheit und Jugend Esthers, ihrer Deportation in die Konzentrationslager Theresienstadt, Auschwitz und Mauthausen und ihrer Befreiung erzählt“, sagte die Regisseurin des Stückes, Katharina Waldmann gegenüber dem Ostseeblick Nienhagen. Zusätzlich zu den sechzehn Neuntklässler_Innen des Gymnasiums beteiligen sich auch Schüler_Innen aus Finnland und Österreich an dem Stück. Der SVZ sagte Bauer, es sei wichtig, dass sich junge Menschen mit diesem Thema auseinandersetzten, denn „die Jugend – das sind ja die Regierungen von morgen.“

Das nun schon siebte „Festival der Verfemten Musik“ findet vom 25. September bis zum 2. Oktober in Schwerin statt.




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