Am Dienstag kam der Rechtspopulist Thilo Sarrazin (SPD) in die Hansestadt, um aus seinem neuen Buch „Deutschland braucht den Euro nicht“ zu lesen. Bereits sein erstes Buch “Deutschland schafft sich ab“ hatte bundesweit für Aufsehen und Empörung gesorgt.
Die Wismarer Buchhandlung Weiland hatte Sarrazin zu der Lesung eingeladen. Die selbst für Bestsellerlesungen sehr teuren Eintrittskarten waren innerhalb kürzester Zeit ausverkauft und so konnte Sarrazin in einem gut gefüllten Raum vor etwa 200 Menschen seine antieuropäischen Phrasen zum Besten geben.

Bild: Bei fast allen Sarrazin-Lesungen protestieren engagierte Menschen gegen seine Hetze (Foto: www.sdaj-netz.de)
Im Vorfeld der Lesung hatte sich das Bündnis „Kein Landgang für Rassisten – Thilo Sarrazin über die Planke schicken!“ zu Protesten aufgerufen. Zwei Kundgebungen wurden im direkten Umfeld des Wismarer Zeughauses, in dem Sarrazin sich die vermeintliche Ehre gab, angemeldet. Mehr als 50 zumeist junge Antifaschist_Innen folgten dem Aufruf des Bündnisses und machten vor der Lesung ihrem Unmut über die fragwürdige Veranstaltung lautstark Luft. Direkt vor dem Eingang des Saales verteilten mehrere Antifaschist_Innen Material, in dem auf die tatsächlichen Fakten und Hintergründe über die aktuelle Eurokrise aufmerksam gemacht wurde. Erstaunlicher Weise wurden die Flyer von Vielen interessiert entgegen genommen.
Die Lesung selbst konnte ungestört stattfinden und auch die etwa 50 eingesetzten Polizeibeamt_Innen standen nur gelangweilt in der Gegend herum. Offenbar wurden von der Stadt und den Veranstalter_Innen der Lesung regelrechte Straßenschlachten erwartet. Doch die bürgerlichen Medien sollten enttäuscht werden und konnten wieder einmal keine Bilder von angeblichen Steinewerfer_Innen machen.
Letztlich zeigten die entschlossenen Protestierer_Innen mit ihren Aktionen deutlich, dass nicht sie das Problem waren, sondern der von der Buchhandlung geladene Gast.


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