Greifswald: Bundeswehrwerbung in der BRAVO

Erklärung der linksjugend [’solid] Greifswald und des Arbeitskreises DIE LINKE.SDS Greifswald zur Bundeswehrwerbung der Zeitschrift Bravo vom 20.09.2012

Wir schließen uns der Kritik des Bundesverbandes der Linksjugend [’solid] an, welche dieser an dem von der Jugendzeitschrift Bravo auf ihrer Youtube-Präsenz in Kooperation mit der Bundeswehr veröffentlichten Werbespot „Bw-Adventure Camps 2012“ veröffentlicht hat.

Das Video präsentiert die Bundeswehr als friedliche Spaßtruppe , was nicht nur ironisch wirkt sondern auch fern der Realität liegt. Diese wird den Zuschauer_innen jedoch vollends vorenthalten.
So werden Partys und sportliche Aktivitäten angepriesen zum Nulltarif (was natürlich den Steuerzahler_innen zur Last fällt).

In Wirklichkeit ist die Bundeswehr jedoch eine Interventionsarmee, sie führt Kriege um Rohstoffe unter dem Vorwandt der Wahrung von Menschenrechten. Es gibt viele Beispiele, die das Gegenteil von einer “Armee für Menschenrechte” belegen. In den sogenannten Verteidigungspolitischen Richtlinien (VPR) findet jede_r Näheres zum Aufgabenbereich der Bundeswehr.

Die meistgelesene Jugendzeitschrift der BRD sollte nicht das Thema Bundeswehr einfach nur bejubeln, bloß weil die Bundeswehr ein guter Sponsor zu sein scheint. Die BRAVO sollte sich lieber kritisch mit dem Thema Krieg und Frieden befassen, anstatt Jugendlichen das pralle Strandleben bei der Bundeswehr vorzugaukeln. Das wäre unserer Auffassung nach ein höherer Verdienst an der Aufklärung von Jugendlichen.

Der Vorgang ist für ein Jugendmedium vor allem deswegen ein Skandal, da gemeinsame Sache mit der Bundeswehr gemacht wird und dadurch Krieg und Waffengewalt verharmlost. Mit dem Vorspielen falscher Tatsachen sollen Soldaten rekrutiert werden, welche noch dazu in einem Alter sind , dass von der UN-Kinderechtskonvention als unzulässig eingestuft wurde. Diese Konvention wurde 2004 von Deutschland ratifiziert. Näheres dazu z.B.: unter http://www.aufenthaltstitel.de/unzusatzprotokoll.html

Die Bundeswehr selbst verfolgt hier offenkundig das Ziel, cool, trendy und hip auszusehen und bei Urlauben Jugendliche für ihre Form von “Miteinander” zu begeistern. Viele Jugendliche haben jedoch politisch nicht die Erfahrung, um einschätzen zu können, dass sie hier unterschwellig für eine Karriere beim Bund und damit auch für Kriegseinsätze begeistern werden sollen.

Unserer Auffassung nach braucht ein gesellschaftliches Miteinander keine Armee. Miteinander braucht Demokratie und den Ausbau von örtlichen Jugendzentren, in denen junge Menschen selbstbestimmt und frei von Diskriminierung lernen, diskutieren und auch feiern können. Gewalt als Mittel der Politik lehnen wir ab, folglich lehnen wir auch die Bundeswehr ab.

Wir fordern von der BRAVO-Redaktion neben der sofortigen Beendigung ihrer Kooperation mit der Bundewehr auch eine Entschuldigung, dass sie bei der Propaganda für die Bundeswehr einfach so mitmacht und so tun, als wäre es kein politisches Statement. Dass die BRAVO sich zu nicht mehr dazu stehen scheint oder es der Bundeswehr nicht in den Kram passt, dass man sie kritisiert, sehen wir als Webnutzer_innen darin, dass unter dem Video bereits die Kommentarfunktion deaktiviert wurde, nachdem es Kritik hagelte und den mehrheitlichen Votes das Video nicht einmal gefiel.

Mehr Infos unter www.sds-solid-hgw.de


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