Güstrow: Wieder Hetze gegen Flüchtlinge

In Güstrow-Dettmannsdorf soll ein neues Flüchtlingsheim entstehen. Noch gibt es keine endgültige Entscheidung des Landkreises, dennoch wird schon jetzt gegen ein mögliches Heim mit 100 Plätzen für Flüchtlingen von verschiedenen Seiten mobil gemacht.

Ein mit „Die Dettmannsdorfer Bewohner“ unterzeichnetes Flugblatt kursiert schon seit Tagen in der Stadt. Die plumpen Ressentiments vieler Anwohner_Innen werden dort bedient, um die Bevölkerung weiter anzuheizen. Anfang der Woche besuchte der stellvertretender Landrat Rainer Boldt Güstrow. „Wir hatten vor vier Jahren zwei Asylbewerberheime in Güstrow, die beide größer waren als das jetzt geplante. Es gab nie Beschwerden“, sagt er in einem Gespräch mit Menschen vor Ort. „Güstrow ist weltoffen genug“, so Boldt weiter.

Trotz solcher Versuche der Beschwichtigung bleibt der Widerstand gegen das Heim bei vermeintlich „normalen Bürger_Innen“ groß. Mittler Weile ist eine Unterschriftensammlung gegen das Heim angelaufen. „Wir als Kita werden uns an der Unterschriftenaktion beteiligen, distanzieren uns aber gleichzeitig von jeglichem rechten Gedankengut“ sagte Steffen Sanewski, Geschäftsführer der unmittelbar angrenzenden Kindertagesstätte gegenüber der Schweriner Volkszeitung (SVZ). Dass die Ablehnung von Hilfe für Flüchtlinge aus anderen Ländern selbst schon rechtes Gedankengut ist, bemerkt Sanewski offenbar nicht. Er hält die Unterbringung von 100 Flüchtlingen in einem 30.000 Seelen Ort für „bedenklich“. Die in der Nähe stehende Kita soll sogar von der Existenz bedroht sein, weil eine Mutter ihr Kind wegen des neuen Heims nicht mehr in die Kindertagesstätte bringen möchte. Ein „großes Konfliktpotenzial“ entstehe durch das Heim. Letzteres ist wohl wahr, allerdings liegt die Ursache für den Konflikt hier nicht bei den Flüchtlingen, sondern bei dem kaum versteckten Rassismus der Menschen vor Ort.


1 Antwort auf „Güstrow: Wieder Hetze gegen Flüchtlinge“


  1. 1 ich 09. Oktober 2012 um 12:54 Uhr

    Leute, wenn ihr besser recherchieren würdet, wüßtet ihr worum es bei dem vermeintlichen Widerstand meinerseits geht. Mir geht es erstens um die Standortwahl, die einfach nur unglücklich ist. Zweitens reden alle von Integration, nur wo findet diese statt? In einem Heim mit 100 bis 140 Menschen verschiedenster Nationen, Kulturen und Glaubensrichtungen (was durchaus bereits im Heim Konfliktpotenzial birgt) am Stadtrand im Wald!? Warum redet man nicht mit Wohnungsgesellschaften, die durchaus Wohnungsleerstand haben, und mietet Wohnungen im gesamten Stadtgebiet oder auch in verschiedenen Städten an? Dadurch integriert man Menschen und zweitens nimmt man auch der Braunen Brut die Angriffsfläche. So ein Heim zieht solche geistigen Einzeller doch magisch an, gerade bei der Lage des Gebäudes.
    Dazu möchte ich auch sagen, dass wir in unserer Kita auch Kinder mit Migrationshintergrund betreuen, die sich bei uns Pudelwohl fühlen. Also kommt mir nicht mit „Hetze“, „Rassismuss“ und Sonstigem! Und ja, wir haben eine Unterschriftenaktion, aus oben genannten Gründen, gegen das Heim gestartet. Distanzieren uns allerdings von jeglichem rechten Gedankengut sowie vom Flugblatt der „Dettmannsdorfer Bürger“.
    Aber es ist immer wieder schön zu sehen was die Presse aus Aussagen macht und was Menschen daraus lesen. Meist leider nur das was sie wollen und nicht was geschrieben steht. Auch ist es sehr prickelnd was aus einem, der namentlich Bedenken äußert, gemacht wird. Ein Bauernopfer für alle, obwohl hundert andere, nicht namentlich erwähnte wirklich rassistische Dinge äußern!

    Vielen Dank

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