Rostock: Politischer Donnerstag „Sachamanta: Community Radios in Nordargentinien“

Der Norden Argentiniens im Jahre 2000: Auf einem Kongress beschließen die im Movimiento Campesino Santiago del Estero (MoCaSe-Via Campesina) organisierten bäuerlichen und indigenen Gemeinschaften etwas bis dahin Unerhörtes. Sie werden eigene Radiostationen aufbauen und betreiben. Sie wollen nicht länger hinnehmen, dass die Massenmedien ihre Lebenssituation entweder ignorieren oder verfälschen. Heute existieren bereits fünf Sender. Die Campesinos nutzen sie, um über die Weite des Landes hinweg unzensiert Botschaften auszutauschen. Die Radios schaffen ein Gemeinschaftsgefühl. Sie stärken den Kampf der Kleinbäuerinnen und Kleinbauern gegen Landraub und Unterdrückung.Und natürlich bringen die fünf Sender endlich auch die Musik der Campesinos. Es geht darum, endlich gehört zu werden. Viviana Uriona gibt in ihrem Dokumentarfilm den Entrechteten und Widerständigen eine Stimme. Und zwar keine Interpretation ihrer Narrative, sondern ihnen die Möglichkeit – gleichlaufend zur Forderungen nach eigenen Radiostationen – nackt und ungeschützt zu sagen, was ist. Im Film zerschneiden die Bauern in subversiven Akten die Stacheldrahtzäune der Konzerne, und gleichzeitig fallen in den Köpfen der Zuschauer die bisher sicher geglaubten Grenzen des Machbaren. Unmögliches erscheint greifbar nah. Der Film macht Mut gegen die eigenen kleinen und großen gesellschaftlichen Ungerechtigkeiten zu kämpfen und gemeinsam die Stimme zu erheben, erscheint es noch so aussichtslos. Oder, wie im Film die alte Eugenia mit einem Kopfschütteln sagt: „Mein Mann wollte schon aufgeben. Der Arme!“

Der Film ist spanisch mit deutschen Untertiteln, anschließend wird es eine Diskussionsrtunde mit der Filmmacherin Viviana Uriona geben.

Wann? 04.10.2012 ab 20Uhr
Wo? Peter-Weiß Haus Rostock


Bild: Cover von Sachamanta (Foto: www.soziale-bildung.org)


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