Archiv für Oktober 2012

Greifswald: Mit dem Bus nach Wolgast

Am 9. November will die neofaschistische NPD mit einem Fackelmarsch durch Wolgast ziehen. Das Bündnis „Rassisten stoppen!“ ruft zu Blockaden auf. In Greifswald stehen bereits die ersten Busse bereit, um euch nach Wolgast zu fahren. Ab sofort können die Tickets für 3€ plus Spende im Internationalen Kultur und Wohnprojekt (KuWo) gekauft werden.

Stralsund: Kundgebung „Das Problem heißt Rasissmus“ ein Jahr nach Bekanntwerden des NSU

Vor etwa einem Jahr, am 4. November 2011, wurde bekannt, dass eine Neonazigruppe 13 Jahre lang ungehindert im Untergrund agieren,10 Menschen ermorden und Unzählige durch Bombenanschläge verletzen konnte. Nur durch den Tod von zwei Neonazis des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ wurde diese Mordserie in der Öffentlichkeit bekannt.

Für den Jahrestag des Auffliegens des NSU und der rassistischen Morde ruft das „Bündnis gegen Rassismus“ zu einer Demonstration in Berlin auf. Treffpunkt und auftaktkundgebung ist um 14 Uhr am „Refugee Protest Camp“ am Oranienplatz, die Abschlusskundgebung ist für 17 Uhr vor dem Gebäude des Bundeskriminalamt (Am Treptower Park 5-8) angesetzt.

Im Aufruf des Bündnis heisst es:

Die Verbindung zwischen einer rassistischen Motivation und diesen Morden kann nicht mehr geleugnet werden. Für das Bündnis gegen Rassismus steht außer Zweifel, dass es eine staatliche Mitverantwortung an den NSU-Morden und an der politischen Stimmung gibt, die nicht “nur” diese Morde und Anschläge ermöglicht haben.
Rassismus in Deutschland ist kein Randphänomen, das sich an einen rechten, “extremistischen” Rand der Gesellschaft verschieben lässt. Er ist in der Mitte der Gesellschaft vorhanden und hat Struktur sowie Methode.

Dass sich auch nach dieser Mordserie nichts im Bewusstsein vieler Menschen verändert hat, verdeutlichen folgende Beispiele: 20 Jahre nach dem Pogrom in Rostock-Lichtenhagen kämpfen Asylsuchende immer noch für elementare Menschenrechte in Deutschland, werden Roma stigmatisiert sowie in eine unsichere Zukunft abgeschoben und der Neuköllner Bürgermeister sowie Freund Sarrazins, Heinz Buschkowsky, diffamiert und kriminalisiert in seinem Stadtteil lebende Menschen.

Wir stellen uns aktiv gegen Rassismus in dieser Gesellschaft. Nur wenn wir innerhalb der Gesellschaft Rassismus bekämpfen, können solche Morde und Vertuschungen verhindert werden. Wir wollen in einer anderen Gesellschaft leben! Wir haben genug Rassismus in den Institutionen, in der Politik und im Alltag erfahren. Es reicht!
• Konsequente Bekämpfung des Rassismus in all seinen Facetten in Politik, Alltag und Institutionen!
• Abschaffung des Verfassungsschutzes!
• Abschaffung aller ausgrenzenden Gesetze!
• Schluss mit der diffamierenden und kriminalisierenden „Integrationsdebatte“!
• Für eine rassismusfreie, gerechte, emanzipierte und solidarische Gesellschaft!“

In diesem Sinne: Im Gedenken der Opfer des NSU – Das Problem heißt Rassismus! Schluss mit der Vertuschung!

In Stralsund wird deshalb am 5. November um 18Uhr die Kundgebung am Alten Markt stattfinden.

Weitere Termine für MV sind bislang:
• Rostock: 5. November ab 18 Uhr (Universitätsplatz)
• Greifswald: 5. November ab 18 Uhr (Marktplatz)

Demmin: Video zur Aktion „Kriege verhüten“ online

Greifswald: Kreisverbände der NPD haben keinen Anspruch auf Girokonten – vorerst

Wie das Oberverwaltungsgericht am 30. Oktober in Greifswald entschied, haben die NPD-Kreisverbände Uecker-Randow und Ostvorpommern aktuell keinen Anspruch auf ein Girokonto der Sparkasse Vorpommern. Der Grund dafür ist jedoch kein politischer: Die Kreisverbände seien nicht rechtswirksam durch einen Beschluss des Landesvorstand gegründet worden, hieß es vom Gericht. Dem NPD-Kreisverband Westmecklenburg dagegen muss die Sparkasse schon jetzt ein Girokonto gewähren, um dem „Gleichbehandlungsgrundsatz“ gerecht zu werden.

Es wird nur eine Frage von – sehr kurzer – Zeit sein, bis der Landesvorstand der NPD MV die entsprechenden Beschlüsse für ihre beiden Kreisverbände nachholt und damit auch Uecker-Randow und Ostvorpommern Konten bei der Sparkasse haben werden. Als einen Sieg gegen die neofaschistische Partei kann, trotz der nun für die NPD anfallenden Gerichtskosten, dieses Urteil kaum gewertet werden.

Greifswald: NPD-Fraktion packt nach Pfeifkonzert wieder ein

Heute Nachmittag versuchte die Landtagsfraktion der neofaschistischen NPD mit einem Infostand an der Europakreuzung in der Hansestadt Greifswald ab, dies meldete der Fleischervorstadt Blog. Neben ungewöhnlich vielen Polizist_Innen sollen neben dem Landtagsabgeordneten Michael Andrejewski (NPD) auch Kameradschaftskader Michael Gielnik und der Greifswalder Neonazikader Frank Klawitter vor Ort gewesen sein.

Gegen 16Uhr hatten sich etwa 40 Menschen in der Nähe des NPD Standes versammelt und machten mit einem lauten Pfeifkonzert deutlich, was sie von der menschenverachtenden Ideologie der Nazis halten. Doch viel Durchhaltekraft hatten Andrejewski und co. nicht. Nach nur einer knappen viertel Stunde Dauerpfeifen gaben die Kameraden auf und bauten ihren Stand auch schon wieder ab.


Bild: Infostand der NPD in Greifswald (Foto: blog.17vier.de)

Demmin: „Tollensetaler Stimme“ 3/2012 erschienen

Seit gut vier Jahren gibt es die Tollensetaler Stimme, die sich mit verschiedensten Themen aus der „Provinz“, genauer gesagt vom Lande, berichtet. Die Zeitung erscheint in unregelmäßigen Abständen alle paar Monate und wird von ein paar Menschen aus dem „Aktionsbündnis 8. Mai Demmin“ herausgegeben.
In der Ausgabe 2/12 gab es einen Rückblick zu den Aktivitäten am 8. Mai 2012 in Demmin. Die aktuelle Ausgabe könnt ihr euch bei demminnazifrei.blogsport.de runterladen.

Kontakt zur Redaktion bekommt ihr, wenn ihr eine Mail an tollensetaler (ätt) googlemail.com schreibt.

Rostock: Konzert „… in Grind we crust…“ am 1.11. im Polyvolt

Mehr Infos: polyvolt.blogsport.de

update
Unrest hat leider abgesagt, aber dafür springt kurzfristig Schrotz ein!

Aufruf: Rassisten Stoppen Solidarität mit Flüchtlingen! Am 9. November nach Wolgast!

„Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen: Darin liegt der Kern dessen, was wir zu sagen haben.”[1] In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 kam es zu gelenkten gewalttätigen Übergriffen gegen Jüdinnen und Juden, sowie zu Brandanschlägen auf Synagogen, Betstuben, jüdische Geschäfte, Wohnungen und Friedhöfe. Etwa 400 Menschen wurden während der Novemberpogrome ermordet, ungefähr 30.000 in Konzentrationslager deportiert. Diese Tage kennzeichneten den Übergang von Diskriminierung der jüdischen Bevölkerung zur systematischen Verfolgung und späterem Holocaust im Nationalsozialismus. 74 Jahre danach, am 9. November 2012 ruft der Landesverband der NPD in MV zu einem Fackelmarsch in Wolgast auf. – Das lassen wir nicht zu!

Die NPD und ihre Mär vom „Asylmissbrauch”
Immer wieder greift die NPD das Thema „Asyl” auf. Aussagen, wie beispielsweise „Arbeit zuerst für Deutsche” bestimmen seit einigen Jahren arteiprogramm und öffentliches Auftreten, um rassistische Hetze zu verbreiten. Migrant_innen und Flüchtlinge fungieren dabei als scheinbar ideale ündenböcke. Sie sollen für hohe Arbeitslosigkeit, fehlenden Wohnraum, steigende Kriminalität oder zahlreiche andere Probleme verantwortlich sein. Dieser rassistischen Sichtweise folgend, lassen sich diese Probleme dann auch entsprechend einfach lösen: durch Vertreibung, Ausgrenzung und Entmündigung. Ausgeblendet wird hierbei immer wieder, dass Asylsuchende nicht grundlos ihre Herkunftsländer verlassen müssen.
Statt Verfolgung, Kriege, Diskriminierungen und erlebte Not anzuerkennen, schüren nun auch Politiker_innen, wie Bundesinnenminister Friedrich und die Landesinnenminister Schünemann (Niedersachsen) und Caffier (MV) rassistische Ressentiments in der Bevölkerung, mit Äußerungen wie: „Das ist in Ausnutzen unseres Systems und ich nenne es Missbrauch.”. Ganzen Bevölkerungsgruppen einen pauschalen „Asylbetrug” vorzuwerfen, zeigt unserer Meinung nach einen so tief verankerten Rassismus, wie er eher im Programm der NPD zu vermuten wäre.

Warum gerade Wolgast?
Vor nunmehr fast 3 Monaten wurde in Wolgast in der vorpommerschen Provinz ein Flüchtlingsheim eröffnet. Mittlerweile leben dort ca. 160 Menschen auf engstem Raum in einem sozialen Brennpunkt der Stadt. Bewohner_innen des Heimes berichten immer wieder von verbalen Drohungen auf der Straße, im Supermarkt, oder vor dem Heim selbst. Bereits im Vorfeld wurde durch NPD und andere Neonazis massiv Stimmung gegen die dortige Unterbringung der Flüchtlinge gemacht. Bekannte rassistische Slogans prägten das Wolgaster Stadtbild.
Sticker, rechte Schmierereien und massive Plakatieraktionen der Nazis schürten die Hetze vor Ort. Nicht zuletzt die Unterbringung der Flüchtlinge in derartigen Heimen bietet konkrete Angriffsflächen für Rassistinnen und Rassisten und erleichtert Anschläge, wie bereits in Wolgast geschehen [2].
Die Reaktionen öffentlicher Stellen in Wolgast begrenzen sich, auch nach einem schockierendem Bericht des NDR [3] und einem offenen Brief der „Stop it Kampagne” [4], lediglich auf Schadensbegrenzungen am Image der Stadt. Vor diesen Hintergründen und der real existierenden Bedrohung erscheint es als logische Konsequenz, dass die NPD am 09.11. ihre menschenverachtende Propaganda nicht nur auf die Straße, sondern direkt vor ein Flüchtlingsheim tragen will.

Rassisten stoppen…
…und zwar gemeinsam! Kommt mit uns am 9. November 2012 nach Wolgast, um den Nazis entschlossen entgegenzutreten! Wir rufen zu friedlichen Menschenblockaden auf, von denen keine Eskalation ausgeht! Wir erklären uns solidarisch mit allen, die sich dem Aufmarsch der Nazis entgegenstellen. Solidarisieren wir uns mit den Flüchtlingen vor Ort und all denjenigen, die sich an den aktuellen Flüchtlingsprotesten beteiligen! Für die Abschaffung aller Lager und eine freie Wohnortswahl.

Kein Fußbreit den Faschist_innen!

09.11.2012 // Wolgast

Achtet auf Ankündigungen, sagt es weiter, bringt Freunde und Freundinnen, Verwandte und Bekannte mit!

Mehr Infos unter: rassistenstoppen.blogsport.eu

Quellen:
[1] Ein Zitat des italienisch-jüdischen Schriftstellers Primo Levi, der Auschwitz überlebt, 1987 aber Selbstmord begangen hat.
[2] http://www.nordkurier.de/cmlink/nordkurier/nachrichten/mv/angriff-auf-asylbewerberheim-1.493665
[3] http://www.ndr.de/regional/mecklenburg-vorpommern/wolgast115.html
[4] http://stopitkampagne.blogsport.de/2012/09/28/offener-brief-an-verantwortliche-der-stadt-wolgast-und-des-kreises-vorpommern-greifswald-zur-situation-der-asylsuchenden/

Wolgast: Rassisten Stoppen! Solidarität mit Flüchtlingen! – Bündnis gegen NPD-Aufmarsch gegründet

Vor dem Hintergrund des von der NPD zum 9. November in Wolgast angekündigten Fackelmarsches hat sich am Wochenende das MV-weite Bündnis „Rassisten Stoppen – Solidarität mit Flüchtlingen!“ gegründet. Das Bündnis besteht aus verschiedenen antirassistischen und emanzipatorisch zivilgesellschaftlichen Gruppen sowie engagierten Einzelpersonen und ruft zum Protest gegen die rassistisch motivierte NPD-Demonstration am 9. November in Wolgast auf.

Vor 74 Jahren zogen Nazis am 9. November brandschatzend durch deutsche Städte, um zielgerichtet jüdische Geschäfte zu zerstören. Jetzt will die NPD, ebenfalls am 9. November, zu Fackeln greifen und vor das Flüchtlingsheim in Wolgast ziehen.

Das Bündnis aus MV und seine Unterstützer_innen aus vielen anderen Städten werden dagegen ein Zeichen setzen und sich der rassistischen und menschenverachtenden Politik der NPD entgegenstellen.

„Unser Ziel ist es, nicht nur ein Zeichen gegen die diskriminierende Ideologie der Neonazis zu setzen, sondern auch Flüchtlingen des Wolgaster Heimes zu zeigen, dass sie nicht mit ihrem Problemen allein gelassen werden, dass es Menschen gibt, die sich für sie einsetzen, sie unterstützen und sich mit ihnen solidarisieren“, so Julia Gärtner, die Pressesprecherin des Bündnisses.

Mehr Infos unter: rassistenstoppen.blogsport.eu

Neubrandenburg: Wieder Jens Blasewitz

Vor einiger Zeit outete die noch recht junge Antifa-Gruppe „Step forward“ aus der Vier-Tore Stadt Neubrandenburg den NPD-Kader Jens Blasewitz. In Reaktion auf einen Artikel der NPD-nahen Website „Mupinfo“, indem das Outing verzweifelt versucht wurde zu relativieren, nahm sich nun die Antifaschistische Initiative Neubrandenburg (AONB) noch einmal der Person Jens Blasewitz an, den wir euch nicht vorenthalten wollen. Zum Artikel geht’s unter aonb.blogsport.de.

Demmin: Aktion gegen Kriegsdenkmal

Der August-Bebel-Platz in Demmin heute Nachmittag: eine Gruppe von bunten Wesen biegt um die Ecke und sieht voll erstaunen eien Kanone. Um die Gefahren zu bannen wird gefühlvoll ein Kondom übergestreift. Danach tanzen sie fröhlich weiter.


Bild: Bunte Aktion gegen Krieg in Demmin (Foto: de.indymedia.org)

Seit einer Weile gärt es in Demmin. Denn nach dem Aufstellen der Kanone auf dem eigens frisch gebauten Gedenkplatz für die Ulanen gab es viel Unmut. Die Stadt hatte ohne Rücksprache mit dem Regionalmuseum in der Sommerpause ohne vorherige Ankündigung im Hauptausschuss den Beschluß dafür gefällt. Damit es keine kritischen Stimmen im Ausschußes gab wurde eine Situng genutzt während diese gerade im Urlaub waren.

Die Stadt meint auch, die Menschen in Demmin hätten einen Bezug zu den Ulanen – den Soldaten zu Pferd in der Kaiserzeit – und würde daran erinnert werden wollen. Es sei ja auch eine private Spende ohne Kosten für die Stadt. Doch das Denkmal ist unreflektiert und historisch außer der Reihe. Über die jetzigen Form des Gedenkplatzes für die Ulanen freuen sich auch die Neonazis, kommt dies doch ihrer Sicht der Welt zum Beispiel bei Männlichkeit und Nationalstolz entgegen. Schon kurz nach der Einweihung gab es eine ersten Kommentar dazu auf demminnazifrei.blogsport.de.

Heute, am 29. Oktober, wurde durch eine bunten Aktion klar gemacht, dass das kriegsverherrlichende Denkmal unerwünscht ist; ca. 20 Menschen beteiligten sich daran. Das Ziel der Aktion ist eine erneute Umgestaltung des August-Bebel-Platzes. Zusätzlich wurde ein Flugblatt verteilt.

Gegen Militärdenkmäler! Für gewaltfreie Konfliktlösungen!

Übernommen von Indymedia nach einer CC Lizenz.

Alarmierend: Volkstod erreicht die JN!

Erst am 20. Oktober marschierte die Jugendorganisation der neofaschistischen NPD, die „Jungen Nationaldemokraten“ durch die Stadt Wismar, um gegen den sogenannten „Volkstod“ zu demonstrieren.

Wie weit die Verblödung bei Teilen der Bevölkerung schon um sich greift, kann mensch schon alleine im Namen des hiesigen Landesverbandes der JN sehen: „JN Mecklenburg und Pommern“. Gemeint ist natürlich VORpommern, doch wer die falsche Namensgebung für einen Ausrutscher hält, wurde kürzlich eines Besseren belehrt: zum Volkstod gehört offenbar auch die Unfähigkeit, den Kalender zu lesen bzw. überhaupt Zahlen auseinander halten zu können. Auf der Homepage der Jungen Nationaldeppen steht seit kurzem Folgendes:

„Wir wollen leben!“, unter diesem Motto ging die volkstreue Jugend am 20. Oktober 2012 in Wismar auf die Straße. Etwa 350 deutsche Männer und Frauen zwischen Jung und Alt, forderten gestern ihr Recht auf Zukunft ein.“

„Gestern“, also am „21. Oktober“ soll dieser Beitrag veröffentlicht worden sein. Tatsächlich wurde der Eintrag am Montag, den 29. Oktober 2012 um 08:03 Uhr online gestellt. Was ist da passiert Sogar die Jugendorganisation der selbsternannten „einzigen Oppositionspartei“ im Schweriner Landtag scheint bereits von dem BSE-artigem Volkstod betroffen zu sein. Ein alarmierendes Zeichen für die „Bewegung“…

Wir sagen: We love Volkstod! :-)


Bild: Alarmierender Screenshot der „JN Möp“.

Wolgast: Einheitsjubel statt Gegenwehr – NPD-Fackelmarsch am 9.11. bekommt Konkurrenz

Zum Jahrestag der Reichspogromnacht will die Stadt unter anderem an den Fall der Berliner Mauer erinnern. Effektiver Protest gegen NPD-Aufmarsch lässt auf sich warten.

Von David Franklin

Am 9. November, dem Jahrestag der Reichspogromnacht, will die NPD einen Fackelmarsch in der Stadt Wolgast durchführen um gegen einen angeblichen „Asylmissbrauch“ zu demonstrieren. Hintergrund ist die Schaffung eines neuen Flüchtlingsheimes in Wolgast. Doch von einem entschlossenen Widerstand der Stadt oder der lokalen Zivilgesellschaft ist bis lang kaum etwas zu spüren.


Bild: Abgefackelt statt Fackelmarsch – NPD Propaganda.

Statt sich den erstarkenden Neofaschist_Innen entgegenzustellen und wirksamen Protest zu organisieren, hat der städtische Präventionsrat einen Lampionumzug sowie eine Lichterkette am Jahrestag der Reichspogromnacht und des Falls der Berliner Mauer angemeldet. Direkte Gegenwehr zum NPD-Aufmarsch sucht mensch bislang vergeblich.

Das Ziel hinter dieser Strategie scheint klar: die Hetze der Nazis in Wolgast und anderswo soll mit dem Hinweis auf das Unrecht der vermeintlich sozialistischen DDR relativiert werden. Nach dem Motto „So schlimm sind die Nazis ja garnicht bei uns. Es gibt ja auch die anderen, die mindestens genauso schlimm sind.“ wird hier die Mär von den „beiden deutschen Diktaturen“ erneut aufgewärmt. Möglicher linksradikaler Protest gegen den NPD-Fackelmarsch kann so ebenfalls leicht als „extremistisch“, also nicht „demokratisch“ und damit als illegitim gebrandmarkt. Achtundzwanzig Jahre stand hatte die sogenannte „Mauer“ Bestand und teilte, was angeblich zusammen gehörte. Mehrere hundert Menschen starben bei Versuchen, die Grenze zu überqueren.

Während die NPD ihren Fackelmarsch weiter bewirbt, hofft Landrätin Barbara Syrbe (DIE LINKE) laut Ostsee Zeitung, dass sich „eine breite tolerante Mehrheit der Bürger den menschenverachtenden Aktionen der Rechten entgegen stellt.“ Auch das Bündnis „Vorpommern: demokratisch, weltoffen, bunt“, dem unter anderem namenhafte Gruppierungen wie die „Junge Landsmannschaft Ostpreußen“ und der Ortsverband der Jungen Union angehören, will sich dem Protest gegen die NPD anschließen. Wie dieser Protest aussieht, ist bislang noch nicht bekannt. Während des Pressefestes der NPD-Zeitung „Deutsche Stimme“ in diesen Jahres in Vorpommern, veranstaltete dieses Bündnis unter anderem eine kilometerlange symbolische Menschenkette gegen die bundesweite NPD-Veranstaltung. Gestört hatte es die Nazis damals nicht.

Die Stadt Wolgast hat sich ihrer Verantwortung für die Flüchtlinge sowie allen anderen nicht-rechten Bürger_Innen der Stadt gerecht zu werden und über die nazistische Hetze aufzuklären anstatt braune Untriebe zu verharmlosen anstatt in einen schwarz-rot-goldenen deutschen Einheitsjubel einzustimmen! In Vorpommern konnte die NPD bei den Landtagswahlen 2011 in einigen Ortschaften fast die Hälfe aller Stimmen auf sich vereinen.

Schwerin: Antifaschistischer Gesprächsabend im Bunten Q

Bevor Deutschland in die glückliche Situation gekommen ist, am 9.11 ein freudiges Ereignis zu feiern, galt es dem 9.11.1938 zu gedenken. Der Tag an dem Deutsche aus Pflichterfüllung und Gehorsam Juden jagten, ausraubten erschlugen, um dann zur systematischen Ermordung aller Juden und aller als Volkschädlinge ausgemachten Personen überzugehen.


Bild: Graffiti „Hitler ist …“ :)

Wir dürfen nicht vergessen, müssen uns aber auch dem Rassismus der Gegenwart stellen!

Sandro Witt wird uns an diesem Abend besuchen. Er ist als Gewerkschaftssekretär beim DGB Hessen – Thüringen und als ehrenamtlicher stellv. Landesvorsitzender der Linken in Thüringen tätig. Der Kampf gegen die extreme Rechte, ist nicht nur ein wichtiger Arbeitsschwerpunkt, sondern Sandro lebt den Antifaschismus. In den letzten Jahren hat er in meinen Augen, eine vorbildliche Arbeit als Gewerkschafter, als Politiker und Mensch geleistet um Menschen zu vernetzen und zum gemeinsamen Aufstehen gegen Nazis zu bewegen.

Themenschwerpunkte sollen sein:
Wie können BürgerInnen, AntiFa, Vereine, Verbände, Gewerkschaften, Parteien, eine -Grundlage schaffen, um ein spürbar starkes erlebbares Gegengewicht zum Faschismus zu schaffen?
Wie können wir unsere Bündnisarbeit innerhalb von Schwerin/ MV verbessern?
Stichwort: Nationales Zentrum und Naziaufmärsche, wie können wir sie stoppen?
Welche Möglichkeiten und Aufgaben hat hier die Politik?
Was können wir gegen die Kriminalisierung von Antifaschistinnen tun?
Und wie gehen wir mit Polizeigewalt um?
Was können wir von der Anti-Rassismus/-Faschismus Arbeit in Thüringen lernen?

Der Gersprächsabend findet am 9. November um 19Uhr30 im Bunten Q statt. Der Eintritt ist frei!

Rostock: Konzert mit der Gruppe Eskorzo aus Spanien

Seit nunmehr fast dreizehn Jahren beschreiten Eskorzo aus Granada den Weg unaufhörlicher musikalischer Weiterentwicklung und gelten nicht ohne Grund als eine der innovativsten und aufregendsten Bands der europäischen Szene. Dabei beziehen die unermüdlichen „Fusionierer“ ihre künstlerische Kraft aus den Wurzeln so unterschiedlicher Stile wie Rock, Jazz, Reggae, Ska, Funk, Latin, Psicodelia… Ihre besondere musikalische Identität und Originalität hat sie dabei zu Vorbildern einer ganzen Generation von jungen Bands gemacht!
Mit ausgedehnten Touren und unzähligen Festival-Auftritten haben Eskorzo in ganz Europa eine treue Fangemeinde aus unterschiedlichsten Altersgruppen gewonnen. Ihre Liebe zum musikalischen Detail und ihre unvergleichlich energetische Bühnenshow entfachen eine wahre Explosion, die das Publikum auf die Tanzfläche zieht und mit sich reißt. Sänger und Shouter Tony Moreno begeistert mit Raggamuffin ebenso wie mit Muezzin-Gesängen, bleibt dabei immerzu in Bewegung, tanzt, springt, gestikuliert. Mal leidend, dann wieder vor irrem Glück zuckend, heizt er die Menge an, wobei seine Mimik die Nähe von Genie und Wahnsinn ahnen lässt…

Wann? 29. Oktober 2012 ab 20Uhr30
Wo? Peter-Weiß Haus Rostock
Wie viel? 8€




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