Erstes Fazit nach dem Naziaufmarsch in Wolgast

Vor nicht einmal einer Stunde haben die Nazis ihren Aufmarsch in Wolgast notgedrungen beendet. Etwa 200 Neofaschist_Innen kamen in die Stadt, konnten aber ihr Ziel – mit Fackeln zum neuen Flüchtlingsheim zu marschieren – nicht erreichen. Das Oberverwaltungsgericht Greifswald verbot einen Aufmarsch in Wolgast-Nord damit musste sich die NPD auf den Süden der Stadt beschränken. Zuvor wurde bereits das Mitführen von Fackeln verboten. Etwa 1.200 Menschen blockierten die Nazis an verschiedenen Stellen und sorgten damit dafür, dass die Nazis, die ohnehin mit anderthalb Stunden Verspätung loszogen, gerade einmal knappe 1,5 Kilometer laufen konnten.

Die NPD hatte ihren Aufmarsch bis 22Uhr angemeldet. Verzögerungen beim Start ihres Marsches, sowie mehrere Blockaden in der näheren Umgebung sorgten für gelangweiltes Rumstehen bei den Nazis. Schließlich marschierte die NPD über die Bahnhofsstraße und knickte dann in die Chausseestraße ein, dann war auch schon Schluss. Selbst den Ernst-Thälmann-Platz, wo sie ihre Kundgebung durchführen wollten, erreichten sie nicht.

Die Polizei war relativ friedlich, Bilder von brutalen Polizist_Innen, wie am 20. Oktober 2012, wollte die Einsatzleitung am Jahrestag der Reichspogromnacht wohl nicht produzieren. Die angedrohte Räumung der ersten Blockade auf der Saarstraße wurde nicht durchgeführt, wohl auch weil eine Ausweichroute für die Nazis gefunden wurde.

Nachdem der Aufmarsch der Nazis für beendet erklärt wurde, eskortiert die Polizei diese zurück zum Bahnhof. Vereinzelt laufen noch kleinere Gruppen von Rechten durch die Stadt, Vorsicht ist also nach wie vor notwendig!

Die Blockaden in Wolgast waren ein Teilerfolg, konnten die Nazis zum einen nicht unwesentlich wenige Menschen für ihren Aufmarsch mobilisieren, zum anderen konnten sie ein kleines Stück weit marschieren und damit ihre menschenverachtende Ideologie auf die Straße tragen. Wären die Menschen des Lampionumzuges im Norden der Stadt ebenfalls an den Blockaden beteiligt gewesen, hätte die Route der Nazis noch wesentlich kürzer ausfallen können. Dennoch konnte heute ein wichtiges Zeichen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit gesetzt werden. Vorpommern ist eine Hochburg der Neofaschist_Innen. Zu zeigen, dass selbst hier effektiver antifaschistischer Protest innerhalb kürzester Zeit möglich ist, bringt den rechten Hegemonialanspruch auf viele Ortschaften im östlichen Teil des Bundeslandes einmal mehr ins Wanken.

Detaillierte Berichte sowie Fotos folgen die kommenden Tage. Bis dahin einen guten Heimweg und später eine gute Nacht!


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