Greifswald: Veranstaltung „Das Pogrom von Rostock-Lichtenhagen – Kontext, Dimensionen und Folgen der rassistischen Gewalt“

August 1992: Drei Tage und Nächte attackieren Neonazis im Schulterschluss mit sympathisierenden Bürgerinnen und Bürgern das Flüchtlingheim im Rostocker Stadtteil Lichtenhagen mit Steinen, Flaschen und Brandsätzen. Nachdem die Polizei vor dem rassistischen Mob kapituliert und sich zurückzieht, steht das so genannte Sonnenblumenhaus in Flammen. Die über hundert darin eingeschlossenen Menschen können sich auf das Dach retten und entgehen nur knapp dem Flammentod.


Bild: Auf den ersten Blick ehr unscheinbar – das Sonnenblumenhaus.

Die kollektive Gewalt von Rostock-Lichtenhagen war kein Einzelfall, sondern markiert den Höhepunkt einer Pogrom- und Gewaltwelle, die im Herbst 1991 in Hoyerswerda ihren Anfang nahm und sich in allen Teilen des wiedervereinigten Deutschland zu einem rechten Flächenbrand ausweitete. Der Vortrag stellt das Rostocker Pogrom in den politisch-historischen Kontext zwischen aufgeheizter Asyldebatte und rassistischen Übergriffen zu Beginn der 1990er Jahre, setzt sich kritisch mit den Folgen und der Aufarbeitung der Ereignisse auseinander und fragt nach der Bedeutung des Geschehenen für die Gegenwart.

Vortrag und Diskussion mit Roman Guski, M.A., Politikwissenschaftler und Mitautor einer Studie des Instituts für Politik- und Verwaltungswissenschaften der Universität Rostock (2012) zur rassistischen Gewalt von Rostock-Lichtenhagen. Zuletzt ist von ihm erschienen: „Das Wort Pogrom kannte ich nur aus Geschichtsbüchern“ – Nachwendepogrome im vereinten Deutschland, in: Zeitgeschichte regional. Mitteilungen aus Mecklenburg-Vorpommern, 16. Jg., 2012, H. 2, S. 26-35.

Wo? IKUWO (Internationales Kultur- und Wohnprojekt), Goethestraße 1, 17489 Greifswald
Wann? Donnerstag, der 24.01.2013 ab 20 Uhr


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