Die Schlacht um Stalingrad: Gefangen im Kessel

70 Jahre nach der Schlacht von Stalingrad feiern Millionen Menschen den Sieg über die sechste deutsche Armee und dien Sieg im heutigen Wolgograd. Stalingrad – Ein historischer Abriss. Teil 3 von 5.

Die Wehrmacht hatte weite Teile der sowjetischen Rüstungsmetropole an der Wolga erobert. Lediglich wenige quadratkilometergroße Gebiete westlich der Wolga hielt die Rote Armee noch. Doch trotz des scheinbaren Erfolgs der Wehrmacht ging der deutschen Armee der Atem aus. Immer weiter nach Osten hatte die deutschen Generalität und ihr „Führer“ Adolf Hitler die deutschen Armeen getrieben, um den Wahn vom „Lebensraum im Osten“ für das Deutsche Reich zu verwirklichen. Während die deutschen und verbündeten Truppen sich weiter verausgabten, plante General Tschuikow bereits den Entsatz der Stadt. Eine großangelegte Zangenbewegung sollte die Invasoren in der Stadt einschließen und sie schließlich vernichten. Das erste Mal in diesem Krieg sollte die Rote Armee eine größere Offensive gegen Nazi-Deutschland führen.

Am 19. November 1942 begann die Operation Uranus, die Einschließung der deutschen Truppen in Stalingrad. Zwar hatten einzelne Spähtrupps in den vergangenen Wochen immer wieder starke sowjetische Truppen gesichtet, die sich nördlich und südlich der Stadt formierten, solche Berichte wurden von der deutschen Generalität aber als unrealistisch abgetan. Man wollte sich – verblendet in dem Glauben der eigenen Unbesiegbarkeit – nicht vorstellen, dass die angeschlagene Sowjetunion noch zu größerem Widerstand in der Lage sei.

So überraschte der Angriff der Roten Armee die Achsenverbände völlig. Die Angriffe wurden zunächst auf die rumänischen Einheiten konzentriert, hier waren die Linien der Deutschen und ihrer Verbündeten am schwächsten. Schlechtes Wetter verhinderte zudem den Einsatz von Görings Luftwaffe, wodurch der Widerstand nahezu bei null lag. Auch deutsche Panzertruppen, die sich der Roten Armee entgegenwerfen sollten, konnten den Ansturm nicht verhindern, zudem nur ein paar dutzend Panzer fahrbereit waren. Von Norden und Süden griffen starke sowjetische Verbände, unterstützt durch schwere Artillerie, die geschwächten deutschen Linien an und kesselten sie in einer riesigen Zangenbewegung am 24. November endgültig ein. Nicht einmal eine Woche hatte es gedauert, bis die Stadt umzingelt war.

Nachdem die sechste Armee zusammen mit verbündeten Truppen in Stalingrad eingekesselt war, gab es sowohl von General Friedrich Paulus, dem Befehlshaber der deutschen Truppen, sowie vom deutschen Oberkommando Überlegungen, wie man die Situation entschärfen könne. Einen Ausbruch aus Stalingrad schloss Hitler kategorisch aus. Am 24. November beschloss er, dass die sechste Armee aus der Luft versorgt werden sollte. Göring, der von Anfang an für eine Luftbrücke plädierte und mit den vermeintlichen Möglichkeiten seiner schon Ende 1942 stark dezimierten Luftwaffe prahlte, erfreute die Entscheidung des „Führers“ außerordentlich. Eine Armee wie der deutsche Eliteverband an der Wolga brauchte täglich etwa 550 Tonnen Versorgung. An den besten Flugtagen wurden nicht einmal 300 Tonnen Nachschub in den Kessel geflogen, die Luftbrücke konnte mehrere hundertausende Soldaten auf die Dauer also nicht versorgen.

Die Luftbrücke hatte über Stalingrad hinaus Bedeutung für die deutsche Luftwaffe. Um die Luftversorgung zu gewährleisten, wurde unter anderem das Ausbildungsprogramm der Luftwaffe angehalten – neue Fliegerrekruten wurden nur noch im sehr beschränktem Umfang ausgebildet. In anderen Regionen wurden Flüge stark dezimiert, um Kapazitäten für die Luftbrücke freizubekommen. Insgesamt gingen über 500 Transportmaschinen verloren, etwa die Hälfte aller über Stalingrad eingesetzten Flugzeuge.

Durchschnittlich konnten gerade einmal 94 Tonnen Material pro Tag durch die Luftwaffe nach Stalingrad geflogen werden, weshalb die Brotrationen der kämpfenden Soldaten immer weiter reduziert wurden. Von 300 Gramm zu Beginn der Kesselschlacht wurden die Verpflegung zuletzt auf 60 Gramm zusammengekürzt. Verwundete erhielten zum Ende der Schlacht gar keine Verpflegung mehr.


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