Rostock: Morgen Gedenken an Mehmet Turgut!

Am 25. Februar 2004 ermordeten Neonazis des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) Mehmet Turgut im Neudierkower Weg im Nordosten Rostocks. Das frisch gegründete Bündnis „Erinnern! Verantworten! Aufklären!?“ ruft für morgen zu einer Kundgebung am Ort des Mordes auf. Neben der Aufklärung der Untriebe und die Verwicklung der bundesdeutschen Geheimdienste in den Fall fordert die Kampagne die Umbenennung des Neudierkower Wegs in Mehmet-Turgut-Weg.


Bild: Mobi-Flyer zum Gedenken an Mehmet Turgut 2013 in Rostock.

In dem Aufruf der Initiative für die Gedenkkundgebung morgen ab 15Uhr30 heißt es unter anderem:

„Die Sicherheitsbehörden waren bis zum Ende unfähig, die Hintergründe der Verbrechen zu erkennen: Sie unterstellten ein kriminelles Milieu und kriminalisierten und stigmatisierten damit die Opfer und ihre Angehörigen. Immer neue Skandale werden in den verschiedenen Untersuchungsausschüssen und der Öffentlichkeit aus der Arbeit von Innenministerien, Polizeibehörden und Verfassungsschutz bekannt. In Mecklenburg-Vorpommern unterdessen verweigert sich die Landesregierung bisher (weitgehend) der öffentlichen Aufklärung. Initiativen zum Gedenken an den Mord an Mehmet Turgut in Rostock sind unterdessen auf eine Wand des Schweigens und der Ablehnung gestoßen. Versuche der Umbenennung einer Straße oder des Setzens eines Gedenksteins sind bislang am Widerstand von Teilen der Lokalpolitik gescheitert. Aus unserer Sicht ist es aber wichtig, das Gedenken an Mehmet Turgut am Ort seiner Ermordung sichtbar zu machen, um ein würdiges Gedenken verstetigen zu können.“

Schon vergangenes Jahr wurde in Rostock den Opfern des NSU gedacht. Dabei kam es zum bundesweit bislang einzigen Angriff von Neonazis auf eine Gedenkveranstaltung im Zusammenhang mit der Mordserie des NSU.

Dr. Hikmat Al-Sabty, migrationspolitischer Sprecher der Linksfraktion im Schweriner Landtag und Mitglied des Migrantenrates Rostock, erklärte aus Anlass des neunten Todestages Mehmet Turguts:

„Die Politik des Landes und die Verwaltung, haben auf der ganzen Stecke versagt, sie haben sich nicht für eine lückenlose Aufklärung des Mordes eingesetzt, somit tragen sie die Verantwortung. Unsere Stadt Rostock, tut sich leider schwer mit Gedenken an Mehmet Turgut. Der Ortsbeirat Dierkow hat die Umbenennung des Neudierkower Weg in Mehmet-Turgut-Weg abgelehnt. […] Wenn wir weiterhin Engagement von Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt Rostock gegen Fremdenfeindlichkeit und Alltagrassismus einfordern, dann schließt dies Politik und Verwaltung notwendigerweise mit ein.“

Im Ortsbeirat Dierkow hatten von Mitgliedern der LINKEN bishin zur CDU gemeinsam eine Umbenennung abgelehnt.


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