Güstrow: „Aus dem Muspott gekrochen“ – Städtische Zivilgesellschaft will sich gegen Nazis wehren

Seit Bekanntwerden ruft das Bündnis „Rassisten stoppen!“ zum Widerstand gegen den geplanten Aufmarsch der NPD am 23. Mäz in Güstrow auf. Der Landesverband der neofaschistischen Partei will gegen ein im Stadtteil Dettmannsdorf entstehendes Flüchtlingsheim „protestieren“.

Nach Tagen des Schweigens meldete sich nun auch Güstrows Bürgermeister Arne Schuldt (parteilos) zu Wort: „Es ist politisch gewollt, und es ist angemessen, Menschen zu helfen. Güstrow als große Kreisstadt ist da in der Pflicht. Wir werden das mit unseren 30 000 Einwohnern doch wohl bewältigen!“. Er spricht damit auf die 124 Männer, Frauen und Kinder an, die in dem neuen Flüchtlingsheim untergebracht werden sollen. Wieso eine Stadt Flüchtlige „bewältigen“ und nicht „willkommen heißen“ muss, sagt er jedoch nicht.

Erst kürzlich ist ein Flugblatt in der Stadt aufgetaucht. Auch gegen die anonym verteilte Hetze weiß Schuldt sich zu wehren: „Ich habe selbst jahrelang in Dettmannsdorf gewohnt. Mir ist nicht klar, dass das, was da kursiert, die Meinung der Dettmannsdorfer sein soll. Die haben ja nicht mal den Mut, sich mit Namen zu bekennen.“. Und weiter: „Die Dettmannsdorfer müssen aufpassen, dass sie nicht von bestimmten Gruppierungen missbraucht werden.“. Gleichzeitig stellt er aber klar: „Wir leben in einer Demokratie, da gibt es ein Demonstrationsrecht.“ und erteilt der NPD damit schon einmal vorab die Erlaubnis durch die Stadt zu marschieren.

Und während das Aktionsbündnis „Vorpommern: weltoffen, demokratisch, bunt“ – dem unter anderem die Junge Union Vorpommern Greifswald, die Katholische Kirche in Vorpommern und nicht zuletzt die Pommersche Landsmannschaft Pasewalk angehören, der Stadt ihre Hilfe angeboten hat, hat sich eine Bürger_Inneninitiative in Güstrow gegründet. Unter dem Namen „Partnerinitiative für mehr Toleranz und Weltoffenheit“ wollen engagiete Güstrower_Innen gegen rassistische Ressentiments in ihrer Stadt aktiv werden. Cathinka Eick, Initiatorin der Initiative sagte dazu: „Mit der bisher vorrangig schlechten Stimmung bin ich nicht einverstanden. Ich möchte nicht, dass der Name Güstrow für Fremdenfeindlichkeit steht.“. Dass Güstrow bereits seit vielen Jahren den Ruf einer „Nazi-Stadt“ hat, scheint ihr entgangen zu sein.


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