Demmin: Naziszene wird wieder aktiver

Nachdem die örtliche Naziszene in der Peenestadt Demmin sich die Wintermonate regelrecht in ihre Löcher verkrochen hatte, wird sie nun anscheinend wieder aktiver.

Erst kürzlich wurde die Häuserwand der Demminer Zilleschule mit einem Hakenkreuz beschmiert. Solche und ähnliche „Propagandadelikte“, wie es im Polizeichargon recht harmlos heißt, treten in den vergangenen Wochen immer öfter auf. Offiziell wurden zehn solcher Schmierereien entdeckt und zur Anzeige gebracht, doch tatsächlich tauchen in der Stadt an vielen Stellen Hakenkreuze und andere verfassungsfeindliche Symbole, wie Sig-Runen, auf. Zwar werden die neofaschistischen Graffitis in der regel schnell entdeckt – „Doch dann werden Hakenkreuze oft nur schlecht übermalt, so dass sie noch zu sehen sind“, heißt es unter anderem auf dem Blog des Bündnisses Demmin nazifrei.

Ähnlich wie in anderen Städten werden rechte Straftaten und ihre Straftäter_Innen gerne heruntergespielt oder gar ihr politischer Hintergrund völlig in Frage gestellt. Solange rechte Tendenzen und Einstellungen in breiten Teilen der Bevölkerung nicht ernst genommen werden, kann auch keine wirksame Aufklärung gegen diese erfolgen. Die Deutungshoheit über die Ereigniss im April/Mai 1945 in Demmin sind hier für die Stadt entscheidend. Jedes Jahr marschieren am 8. Mai hunderte Neonazis durch Demmin, um die Besetzung der Stadt durch die Rote Armee für ihre Propaganda zu missbrauchen.


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