Archiv für April 2013

In eigener Sache: „Manchmal müssen sich Dinge ändern, um voran zu kommen“

… zum Umgang mit Spenden, Materialbestellungen und kapitalistischen Sachzwängen.

Liebe Genoss_Innen,

seitdem wir unser Projekt im Februar 2012 begonnen haben, geben wir immer mal wieder Aufkleber und anderes Material an junge und ältere Antifaschist_Innen heraus. Die meisten von euch werden die Sticker, von denen einige Auflagen schon nach wenigen Tagen restlos verteilt waren, kennen.
Neben unserer Homepage ist es uns besonders wichtig, auch in der „offline Welt“ aktiv zu sein. Die Zahl der Abnehmer_Innen für Sticker, Plakate, Broschüren etc. ist in den letzten Monaten stark gestiegen, die Nachfrage wächst also, wie die Ökonomen sagen würden. Natürlich freut es uns, dass unsere Aufkleber so gut ankommen, allerdings stellte uns das in der Vergangenheit auch vor immer größere Herausforderungen.


Bild: (K)ein Bild der Vergangenheit – Material für den antifaschistischen Alltagsgebrauch.

Die Arbeit, die wir machen, ist nicht nur zeitintensiv, sondern auch ehrenamtlich. Unsere Kampagnen und Aufkleber finanzieren wir hauptsächlich über Spenden. Früher hat dieses Konzept gut funktioniert, da viele Genoss_Innen gerne ein paar Euros für Aufkleber bei uns hinterlassen haben. Mit zunehmender Nachfrage stiegen natürlich auch die notwendigen Auflagen und nicht zuletzt in vielen Fällen auch das Porto. Gleichzeitig ging die Spendenbereitschaft bei vielen zurück. Wir verstehen, dass Geld knapp ist und sich manche ein paar Euros für Aufkleber nicht oder nur schwer leisten können. „Ohne Moos nix los“, heißt ein bekanntes Sprichwort – dies gilt aber auch für uns.
Die stetig steigenden Kosten können wir mit dem aktuellen Spendenaufkommen nicht mehr bewerkstelligen und um auch in der Zukunft den Nazis weiter mit Kampagnen in die braune Suppe spucken zu können, müssen sich einige Sachen ändern.

I. Zwar berichten wir auch über Naziaufmärsche wie in Dresden oder Magdeburg, unser Schwerpunkt liegt jedoch eindeutig in MV. Wir werden in Zukunft an Genoss_Innen außerhalb McVorpomms nur noch gegen kostendeckenden Spenden Material verschicken können. Weiter werden wir Genoss_Innen im Nordosten bevorzugt Material schicken müssen, wenn die Sticker alle sind, sind sie leider alle.

II. Auch Genoss_Innen innerhalb M-Vs werden wir in der Regel nur noch gegen kleine Spenden versorgen können. Wir haben versucht, möglichst allen AJZs in MV regelmäßig Pakete zu schicken. Auch das wird sich in Zukunft ändern. Wenn eine Gruppe oder ein Zentrum Material bestellen möchte, dann meldet euch bei uns und wir gucken, was sich machen lässt.

Wir bedauern diese Schritte gehen zu müssen, aber manchmal müssen sich Dinge ändern, um voran zu kommen. Mit der angestrebten Spendenpraxis wollen wir auch verhindern, dass Material irgendwo sinnlos herumliegt. Diese Neuerungen sind natürlich kein straffes Gesetzbuch, sondern eine Richtschnur. In Ausnahmefällen oder bei besonders wichtigen Anliegen können wir auch in Zukunft einige wenige Sticker für lau vergeben.

Wir streben für die kommenden Monate ein eigenes Spendenkonto an, damit das Geld nicht wie in der Vergangenheit quer durch MV transportiert werden muss und lästige Übergabetreffen mehr und mehr entfallen. Auch das ist eine Arbeitserleichterung (für uns alle). Unser provisorisches Konto, bei dem ihr für die kommenden Kampagne zur Bundestagswahl spenden könnt, bekommt ihr auf Nachfrage.

Wir hoffen, dass ihr Verständnis habt für die Änderungen in unserer Verteilpraxis. Leider wächst auch bei uns Kohle nicht auf Bäumen und um auch in Zukunft arbeitsfähig zu bleiben, haben wir kaum eine andere Wahl. So oder so – auch für die Zukunft gilt:

Keinen Fußbreit den Faschist_Innen!

Solidarische Grüße,
die Leutz von INO

Güstrow: „Lichtenhagen kommt wieder“? – Rechte Schmiererein aufgetaucht

In der Nacht zum 20. April wurde in Güstrow an die Hauswand des Bürgermeisters der Schriftzug „Lichtenhagen kommt wieder“ gesprüht. Zusätzlich tauchten in den vergangenen Tagen verstärkt Naziaufkleber in der Stadt auf. Dass das Graffiti ausgerechnet in der Nacht zu Adolf Hitlers Geburtstag gesprüht wurde, macht die Aktion besonders bedenklich.


Bild: Rechte Schmiererei „Liechten – Lichtenhagen kommt wieder“ (eingebunden über araf.blogsport.de)

Nazis machen seit Monaten Stimmung gegen ein neues Flüchtlingsheim, dass in der Stadt entstehen soll. Nach den ursprünglichen Plänen sollten die ersten Flüchtlinge bereits diesen Monat in ein ehemaliges Gebäude der Deutschen Bahn einziehen. Mittlerweile liegen die Unterkunftspläne auf Eis. Bislang ist noch kein Flüchtling in Güstrow angekommen.

Vermeintlich „normale Bürger“, sammelten unter anderem Unterschriften gegen die Flüchtlinge und lieferten der NPD damit eine regelrechte Einladung für ihren Aufmarsch am 23. März in der Stadt. Zuletzt versuchten Nazis mit einem offenen Brief weiter gegen Flüchtlinge zu hetzen und gaben sich wiederum als „einfache Bürger“ aus.

Die Antirassistische und Antifaschistische Kampagne Güstrow kommentierte die neuerliche Hetze gegen Flüchtlinge in Bezug auf das Graffiti sehr treffend: „Damit erreicht die Debatte um das Flüchtlingsheim ihren neuen Tiefpunkt.“.

Rostock: Konzert mit Brokof am 21.04.2013 im Peter-Weiß Haus

Der Mann den sie BROKOF nannten, war ein leuchtend dunkler Fleck in einer Familiengeschichte. Ein Spieler, mit einem Zugvogel-Herzen.


Bild: Brokof promo (eingebunden über www.brokof.net)

Die Band die sich BROKOF nennt, folgt ihm in die Weite und gibt ihr ein Gesicht, entwirft eine Landkarte aus Liedern. Lieder über Begegnungen, Augenblicke der Wahrheit, die sich nicht festhalten lassen. Mit großer Dringlichkeit verbeißen sie sich in den Moment und entlassen ihn dann wieder im Nachklang eines Gitarrentons. Wie hier ein Zusammenspiel entsteht, das ist die ganze Geschichte. Sie singen mit einer schönen ernsten Traurigkeit und manchmal auch Wut in der Stimme von den permanenten Verlusten, die passieren, wenn man sich bewegt und über das, was man gewinnt, wenn nichts mehr zu erwarten ist. Oder mal anders gesagt: das hier sind Popsongs – groß und gleichzeitig entschlackt und auf den Kern reduziert. Hier steht jeder Ton für sich selbst und trotzdem im Dienste des Songs. Es gibt keine Tricks. Manchmal wird es überwältigend mächtig und bleibt doch immer nackt und angreifbar. (Dobers)

Wann? 21. April 2013, ab 20Uhr
Wo? Peter-Weiß Haus in Rostock
Wieviel? 8€

Greifswald: „Theorie und Praxis gewerkschaftlicher Organisierung“ – Podiumsdiskussion am 25.04.2013 im IKuWo

An diesem Abend soll es um verschiedene gewerkschaftliche Organisierungsansätze gehen. Wie sehen Möglichkeiten der Selbstorganisierung in der Lohnarbeit aus? Welchen Sinn macht gewerkschaftliche Arbeit? Lassen sich politischer Anspruch und Pragmatismus vereinbaren? Vertreter verschiedener Ansätze diskutieren diese Fragen. Anschließend wird die Diskussion für alle geöffnet.

Auf dem Podium werden Leute aus verschiedenen gewerkschaftlichen Organisationen sitzen, wie beispielsweise der basisdemokratischen Gewerkschaft “IWW”, der anarcho-syndikalistischen “FAU” und des “DGB”.

Desweiteren wird es zu Beginn der Veranstaltung ein paar Informationen zur antikapitalistischen Demonstration am 1. Mai in Rostock geben.

Kommt am 25.04.2013 um 20 Uhr in das IKuWo (Goethestraße 1) in Greifswald!

Eine Veranstaltung der Antifa Defiant Greifswald.

Mobiveranstaltungen zum Naziaufmarsch am 8. Mai in Demmin

Am 8. Mai wollen Nazis aller couleur zum sechsten Mal in Folge durch die Peenestadt Demmin marschieren, um den Jahrestag der Befreiung vom deutschen Faschismus historisch umzudeuten und deutsche Verbrechen im Zweiten Weltkrieg zu relativieren.

Verschiedene Gruppen mobilisieren zu Protesten. Bis zum 8. Mai wird es verschiedene Mobi-Veranstaltungen in MV geben.

Stralsund: 22.4. ab 19Uhr30 im Grünen-Büro
Greifswald: 23.4. ab 19Uhr30 im Koeppenhaus
Schwerin: 24.4. ab 18Uhr im Komplex
Rostock: 29.4. ab 20 Uhr im Café Median
Wismar: 30.4. im Tikozigalpa

Mehr Infos unter demminnazifrei.blogsport.de


Bild: „Naziaufmärsche blockieren du musst!“

Nicht lang fackeln! – Naziaufmarsch am 8. Mai in Demmin verhindern!

Am 8. Mai 2013 will die Neonaziszene Mecklenburg Vorpommerns zum siebten Mal in Demmin aufmarschieren. Wieder einmal wollen sie ihre Sichtweise der Geschichte propagieren, einen deutschen Opfermythos konstruieren und diesen ins Zentrum des Gedenkens an die Kapitulation Deutschlands vor 68 Jahren rücken. Einmal mehr wollen sie so versuchen, die Geschichte zu relativieren und ihre menschenverachtende Propaganda auf die Straße zu bringen.

Zur Geschichte

Ende April 1945 steht die Rote Armee kurz vor Demmin. Die Kleinstadt soll dabei auf ihrem Weg nach Rostock möglichst schnell passiert werden. Die verbliebenen deutschen Truppen aber sprengen die wichtigsten Brücken bevor sie fliehen. Die Rote Armee zieht am 30. April 1945 in Demmin ein. Doch bleibt den sowjetischen Truppen aufgrund der zerstörten Brücken erst einmal nur zu warten. Trotz der umfassenden deutschen Chancenlosigkeit in den letzten Kriegstagen regt sich in der Peenestadt nationalsozialistischer Widerstand von verbliebenen Wehrmachtsoldaten, Volkssturmangehörigen und der einheimischen Bevölkerung. Nach kontinuierlicher Sabotage und Attentaten auf Angehörige der Roten Armee während des 30. Aprils erhalten die Sowjetsoldaten Befugnis Wertgegenstände der Bevölkerung an sich zu bringen – Teile der Stadt werden zerstört.
Die durch nationalsozialistische Propaganda geschürte Angst vor den Sowjets zeigt Wirkung, einige hundert DemminerInnen ermorden ihre Familien und richten sich anschließend selbst.

Fantasialand

Dieses historische Ereignis nehmen Neonazis heute zum Anlass die Geschichte zurecht zu biegen. In ihren Aufrufen zu „Trauermärschen“ und „Totengedenken“ werden bewusst die Vorgeschichte des entfesselten Weltkriegs und die Folgen des nationalsozialistischen Vernichtungswahns in Europa verschwiegen. Mit keiner Silbe wird diesbezüglich erwähnt, dass es die Deutschen waren, die dem Aufruf ihrer Führung zum totalen Krieg jubelnd folgten und die Bevölkerung Sowjetrusslands versklaven und ermorden wollten. Stattdessen beruft sich der selbsternannte „Nationale Widerstand“ diskursiv heute weiterhin bewusst auf die scheinbar unschuldige „deutsche Volksgemeinschaft”, die vor allem Opfer „alliierter Kriegsverbrechen“ wurde. Dabei ist auch der konstruierte Mythos einer unschuldigen Stadt Demmin schlicht unhaltbar. So erreichte die NSDAP bei den Reichstagswahlen im März 1933 fast 54% . Während des Krieges wurden Menschen in Stadt und Region zur Zwangsarbeit und „Vernichtung durch Arbeit“ verschleppt.
Ebenfalls verschweigen die Neonazis heute die jahrelange Propaganda und rassistische Indoktrination, die ihre „Volksgenossen“ damals derart wohlwollend aufnahmen und weiterverbreiteten, dass sie, so etwa in Demmin, auch nach Ende der unmittelbaren Kriegshandlungen in der Region hunderte Menschen zu MörderInnen machte und in den Selbstmord trieb. Die nationalsozialistische Massenpsychose als Grund für das irrationale Handeln der Bevölkerung Demmins wird dabei heute propagandistisch wohlwollend ausgeklammert. Durch die bewusste zeitliche Überschneidung wird dem Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus durch die Alliierten, dem in vielen Teilen der Welt auch heute noch mit Dankbarkeit und Freude gedacht wird, die Legitimität aberkannt. Die Geschichte absichtlich ausblendend, wiederholen die Neonazis an diesem Tag damit genau das, was damals auch die Bevölkerung Demmins in den Untergang trieb: nationalsozialistische Ideologie und Propaganda. Die Vorfälle in Demmin im Frühjahr 1945 werden dabei als Argument benutzt, um aus dem Sieg über Hitlerdeutschland eine illegitime Besatzung und Unterjochung des „deutschen Volkes“ zu machen. Damit reihen sich die neuen Nazis direkt in die Tradition der alten ein und beweisen so geistige und praktische Nähe zum Nationalsozialismus: Das heraufbeschworene Volk wird unter Missachtung geschichtlicher Tatsachen und Zusammenhänge zu einem Opfer stilisiert, um daraus eine Legitimation für das eigene Weltbild und Handeln zu ziehen.
Für die Neonaziszene im Nordosten ist die jährliche Veranstaltung in Demmin neben seiner Öffentlichkeitswirksamkeit auch ein szenestärkendes Event. In Anbetracht einiger großartiger Teilerfolge regionaler antifaschistischer Interventionen im Land, kommt diesem Element des geschichtsrevisionistischen Aufmarsches zusehends Bedeutung zu. In Demmin vergewissert man sich gemeinsamer Mythen und stilisiert sich zur Kampfgemeinschaft gegen den Zeitgeist und die angebliche Geschichtsschreibung der „Besatzer“ und „Systemmedien“. Fern von Zusammenhängen und Tatsachen drückt sich das Gedenken dann auch aus: Der „Trauermarsch“ wird von besonders hundsäugig drein blickenden “Kameraden” in altdeutschem Flüchtlingsschick samt Bollerwagen und Schmutz auf den Wangen angeführt und vom theatralischen Kranzabwurf in die Peene abgerundet.
Verantwortlich für diesen Karneval zeichnet sich der NPD-Abgeordnete Michael Gielnik aus Stadt Usedom, der gleich eine Anmeldung bis 2017 einreichte. Hinter dem Aufmarsch in Demmin stecken, wie üblich in Mecklenburg-Vorpommern, also die NPD und ihre Kader. Doch auch die lokalen Strukturen werden stets mit eingebunden in das Trauerspiel. AktivistInnen der „Kameradschaft Landkreis Demmin“, wie beispielsweise Marko Lohmann, verlesen Redebeiträge oder Gedichte. Sie tragen das Fronttransparent und schauen traurig aus der Wäsche, wenn NPD-Granden die Geschichte nach nationalsozialistischem Gutdünken umlügen und dem Deutschen Volk die Tränen in die Augen treiben.

Nischt zu flennen!

Für uns gibt es keinen Grund am 8. Mai den Kopf hängen zu lassen. Im Gegenteil, gerade historisch bedeutsame Daten wie der Tag der Kapitulation Nazideutschlands und geschichtlich markante Vorgänge wie der Massensuizid von Demmin sind es, die uns dazu veranlassen eine klare antifaschistische Deutung der Geschichte einzufordern. Wir wollen, dass die Schuldigen von Vernichtungskrieg und Massenmord klar benannt und an die Opfer deutschen Wahns erinnert wird. Wie verwehren uns gegen eine Täter-Opfer-Umkehr, wie sie die Neonazis stets propagieren und verweigern uns der Geschichtsvergesslichkeit, die den eliminatorischen Antisemitismus, den fanatischen antislavischen Rassismus und den mörderischen Eroberungswahn Deutschlands als Grund für den Zweiten Weltkrieg verschweigt.
Genauso geben wir uns unversöhnlich mit den vom Protagonist_innen aus Medien und Politik angeschobenen Versuchen, die Schuld am Nationalsozialismus und seinen Greulen einigen Wenigen zu zuschieben und die Mitschuld weiter Teile der Deutschen am Nationalsozialismus zu unterschlagen. Die Zeitzeug_innen, die Erinnerung wach halten können, werden weniger. Damit steigt gleichzeitig die Chance der GeschichtsrevisionistInnen auf Erfolg ihres Vorhabens.
Unser Widerstand gegen die Verfälscher der Geschichte auf der Straße ist ein Teil des Widerstands gegen die Umschreibung der deutschen Geschichte zu Gunsten eines nationalsozialistischen Weltbildes oder einer angeblich geläuterten Nation!

Zur Party? Zur Party!

Wir werden den Neonaziaufmarsch in Demmin stören und nach Möglichkeit sogar blockieren. Damit leisten wir am 8. Mai unseren praktischen Beitrag gegen die geschichtsrevisionistischen Lügen der Neonazis und versuchen ihrer Szene im MV einen weiteren Schlag zu versetzen, der sie ins Taumeln bringt. Dabei werden wir nicht vergessen, dass die Neonazis nur die sind, die ihre Geschichtsvergessenheit am radikalsten formulieren. Wir werden uns lautstark gegen die Reinwaschung deutscher Geschichte und die damit verbundene Legitimation neuer deutsche Großmachtsbestrebungen wenden.

Auf nach Demmin, GeschichtsrevisionistInnen stoppen! Cадитесь пожалуйста!

Mehr Infos unter demminnazifrei.blogsport.de

Rostock: Veranstaltung „Nach der Eiche – Zur Diskussion des Gedenkens an Rostock­-Lichtenhagen: Die Natur der Nation“ am 30.04.2012

Im letzten Sommer rief die Pflanzung einer Eiche zum Gedenken an die Ereignisse von Rostock-Lichtenhagen heftige Kritik hervor. Letztendlich wurde der Baum von Unbekannten nach wenigen Tagen gefällt und bis heute kein Ersatz gepflanzt. Stattdessen diskutieren Lokalpolitik und Zivilgesellschaft über angemessene Formen der Erinnerung.

Doch warum hat sich an der Symbolik ‚deutscher Eichen‘ eine Kontroverse entzündet? Eine Veranstaltung des Instituts für Politik- und Verwaltungswissenschaften der Universität Rostock will dieser Frage in einer Veranstaltung mit Johannes Zechner unter dem Titel ‚Die Natur der Nation. Von deutschen Eichen, heiligen Hainen und ewigen Wäldern 1800-1945′ nachgehen. Der Historiker forscht an der Freien Universität Berlin über den Wald in der Ideengeschichte des deutschen Nationalismus. Dessen vorgebliche Prinzipien von Unveränderlichkeit, Unterordnung und Ungleichheit fungierten seit dem Anfang des 19. Jahrhunderts als Gegenbild zur Gesellschaftsordnung der Französischen Revolution von 1789 mit ihren Werten von Freiheit und Gleichheit. Intellektuelle und Ideologen erklärten den ‚deutschen Wald‘ zur prototypischen Nationalnatur, womit gleichermaßen der Aufstieg der ‚deutschen Eiche‘ und des ‚heiligen Haines‘ zum Symbol eigener Geschichte und Kultur begann.

Der Vortrag geht anhand zahlreicher Quellenbelege zwischen Romantik und Nationalsozialismus der Frage nach, wie Poeten, Philologen, Publizisten und Propagandisten nationale Identität in einer vorgestellten Waldnatur begründen wollten.

Von deutschen Eichen, heiligen Hainen und ewigen Wäldern
Vortrag von Johannes Zechner (Freie Universität Berlin)
30. April 2013 // Universität Rostock
17.15 Uhr // Ulmenstraße 69 // Raum 018

Die Veranstaltung des Instituts für Politik- und
Verwaltungswissenschaften der Universität Rostock und von context.
Bausteine für historische und politische Bildung e.V. kann mit
Unterstützung des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des AStA der
Universität Rostock stattfinden.

Greifswald: Erneut rassistische Übergriffe

Pressemitteilung der Antifa Defiant Greifswald vom 18. April 2013

Am späten Abend des 16.04.2013 kam es in Greifswald erneut zu rassistischen Übergriffen. In unmittelbarer Nähe des Flüchtlingsheims wurden 5 afghanische Bewohner von 5 deutschen Männern zunächst angesprochen und anschließend geschlagen, bevor sie sich zum Heim flüchten konnten. Dort wurde die Polizei informiert, die allerdings vor Ort keinen der Täter ausfindig machen konnte. “Für uns spielt es keine Rolle, ob die Polizei eine Häufung von Übergriffen mit ausländerfeindlichem Hintergrund verzeichnet oder nicht”, so Katharina Lang, Pressesprecherin der Antifagruppe “Defiant“. Dieser Vorfall bestätigt ein weiteres Mal, dass neonazistische Hetze in letzter Konsequenz zu Gewalt führt. “Und Greifswald hat ein Problem mit Neonazis, die ihre rassistische, antisemitische und geschichtsrevisionistische Propaganda in das Stadtbild, auf die Straße und in die Köpfe der Menschen tragen”, so Lang weiter.

Erst vor knapp einem Jahr häuften sich in der Makarenkostraße Übergriffe auf ausländische Studierende und das islamische Kulturzentrum. Rassistische Beleidigungen, zerschlagene Fensterscheiben, Pfefferspray und Angriffe auf offener Straße. Über einen Monat lang verlor niemand ein Wort über die Geschehnisse, obwohl die Universität bereits zeitnah über die Vorfälle unterrichtet wurde. Reaktionen von Stadt und Polizei verdeutlichten schon damals ein völliges Ausblenden des rassistischen Normalzustandes mit dem ausländische Studierende und Migrant_innen in Greifswald konfrontiert sind. “Wir forderten eine öffentliche Aufklärung sowohl über die Vorfälle selbst, als auch über zukünftige Handlungsstrategien von Stadt und Universität.“ Stattdessen wurde unter Ausschluss von Presse, professionellen Opferberatungsstellen und den Mitglieder_innen des islamischen Kulturzentrums ein sogenannter “Runder Tisch” initiiert, der passend zu den Ermittlungsergebnissen der Behörden mehr Imagepflege der Stadt als Solidarität mit den Betroffenen ausdrückte. Den damaligen Tatverdächtigen konnte keine fremdenfeindliche Motivation nachgewiesen werden – Greifswald ist und bleibt weltoffen.

Dieses Wegsehen und Leugnen wurde fünf afghanischen Flüchtlingen nun zum Verhängnis. Das Ergebnis ist und wird das gleiche bleiben – eine Situation der Angst in der diejenigen, die in das Feindbild der Neonazis passen, sich nicht mehr auf die Straße trauen und den Nazis das Feld überlassen.

Wenn schon Stadt und Behörden kein Interesse daran haben dieses Problem anzugehen, dann sollten wenigsten die Greifswalder Bürger_innen den Betroffenen zeigen, dass es hier Menschen gibt, die sie nicht allein lassen und rechtsradikale Gewalt unmöglich machen wollen.

Demmin: Veranstaltung zum Kriegsende am 7. Mai im ehemaligen Blumenladen am Hanseufer

Das Demminer Regionalmuseum präsentiert das von ihm herausgegebene Heft „Das Kriegsende in Demmin 1945. Umgang mit einem schwierigen Thema“. Gast ist Dr. Elke Scherstjanoi, Institut für Zeitgeschichte München-Berlin. Sie hat die Einnahme Demmins durch die Rote Armee am 30. April 1945 erstmals anhand von Dokumenten aus dem Moskauer Militärarchiv recherchiert und ihren Befund für das Heft zur Verfügung gestellt.

Die Veranstaltung findet am 7. Mai ab 18Uhr in der Betriebskantine von E.ON statt. Der ursprüngliche Termin am 30. April entfällt.

Mehr Informationen unter demminnazifrei.blogsport.de.

#ACHTUNG:
die Veranstaltung findet an einem anderen Ort statt. Neuer Raum ist die Betriebskantine von E.ON.

Polizei versucht erneut Antifaschist_Innen im Vorfeld des 8. Mais in Demmin einzuschüchtern

In den vergangenen Tagen haben Antifaschist_Innen einmal mehr Post von der Polizei bekommen. Die Vorladungen beziehen sich auf die Proteste gegen den Naziaufmarsch am 19. Oktober in Wismar. Dass ausgerechnet jetzt, nur wenige Wochen vor den Protesten am 8. Mai in Demmin, solche Vorladungen verschickt werden kann nur als Einschüchterungsvesuch der hiesigen Behörden gewertet werden. Wenn du eine Vorladung bekommen hast, dann beachte folgendes:
1. Gehe nicht zum Termin! Du bist dazu nicht verpflichtet, sofern du keine staatsanwaltschaftliche Vorladung erhalten hast.
2. Mache keine Aussagen gegenüber PolizeibeamtInnen.
3. Melde dich in jedem Fall umgehend bei der Roten Hilfe Greifswald!

Polizei und Staatsanwaltschaft haben NIE ein Interesse daran dir zu Helfen. Im Gegenteil! Ihr Job ist es, Menschen zu überführen.
Eine Broschüre der Roten Hilfe, die sich mit dem Aussageverweigerungsrecht und allem Drumherum befasst, könnt ihr hier herunterladen.

Mehr Infos bekommt ihr ansonsten auch unter antifarostock.wordpress.com.

Boizenburg: Über 200 forderten die Abschaffung des Lagers Horst!

Am vergangenen Sonntag Nachmittag haben über 200 Menschen für die Abschaffung des Erstaufnahme- und Abschiebelagers in Horst bei Boizenburg protestiert und gemeinsam gegen Isolation und Ausgrenzung gefeiert. Unter den Teilnehmenden waren Menschen aus dem Lager Horst aber auch aus anderen Lagern sowie AntirassistInnen und AntifaschistInnen aus Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern.

Einen Bericht und einige Fotos findet ihr auf stopitkampagne.blogsport.de.


Bild: Protest gegen das Lager Horst am 14. April 2013 (Foto eingebunden über stopitkampagne.blogsport.de)

„Verleugnende Verdrängung“ – Rassisten in der DDR und die Folgen bis heute

Die aktuelle Ausgabe des Antifaschistischen Infoblatt befasst sich unter anderem mit Rassismus in der DDR. Es wichtig auch diesen Teil der Geschichte der Rassisten nach 1945 wahrzunehmen, um zu verstehen wie die rassistische Atmosphäre bis 1990 und darüber hinaus verlaufen ist.

Von Dr. Harry Waibel

I.
Seit der Vereinigung der beiden deutschen Staaten sehen wir uns mit einer rassistischen Revolte konfrontiert, deren Ziel es ist, elementare demokratische Werte, wie z. B. Menschen- und Bürgerrechte, zu vernichten. Die rassistischen Angriffe begannen in Deutschland nach der militärischen Niederlage des Nazismus und reichen mittlerweile bis zur terroristischen Gruppe „NSU“. In den neuen Bundesländern gibt es anhalten eine 2- bis 3-mal höhere Zahl rassistischer Angriffe, als in den westlichen Bundesländern. In Berlin weisen die östlichen Bezirke im Verhältnis zu den Bezirken im Westen eine ähnliche Schieflage auf. Diese Tatsachen benötigen eine Erklärung, die in der Historie der rassistischen Bewegungen der DDR und BRD zu finden sind. In Bezug auf die SBZ/DDR ist eine anhaltende Verharmlosung und Verleugnung des Rassismus durch ehemalige Funktionäre der SED bis heute zu konstatieren und sie geraten damit ebenfalls in den Fokus der historischen Aufklärung.
In meiner neuen Veröffentlichung habe ich nahezu Tausend rassistische (und anti-semitische) Beispiele aufgeführt, die sich von Gräberschändungen jüdischer Friedhöfe, über die Ermordung des Mosambikaners Carlos Conceicao (18 Jahre) durch einen rassistischen Mob im September 1987 in Staßfurt (heute Sachsen-Anhalt) bis hin zur Ermordung eines Arbeiters (58 Jahre) im Juni 1990 in Erfurt erstrecken.1 Der latente und manifeste Rassismus in der ost-deutschen Bevölkerung wurde während der Herrschaft der SED nahezu vollständig vor der Öffentlichkeit verheimlicht. Obligatorisch wurden rassistische Vorkommnisse in internen Schreiben der SED, der FDJ oder dem Ministerium der Staatssicherheit, als „Streng Geheim“, „Vertrauliche Verschlußsache“ oder „Geheime Vertrauliche Verschlußsache“ deklariert und liefern so einen beredten Eindruck von der Funktionsweise politischer Zensur und Manipulation.

II.
Der Rassismus wurde bei der Behandlung der ausländischen ArbeiterInnen („Vertragsarbeiter“) sichtbar, deren Wohnen und Arbeiten durch die Gesetzgebung en gros und en Details bestimmt worden war. In engen Räumen in speziellen Wohnheimen untergebracht, kontrolliert und gegängelt durch die Leitung der Wohnheime und durch offizielle Vertreter des Staates, wehrten sie sich immer wieder gegen die paternalistische Unterdrückung. Wenn es ihnen untersagt wurde Besucher zu empfangen, auch und gerade wenn Männer Frauen oder Frauen Männer besuchten, dann bemerkten die ArbeiterInnen besonders schmerzhaft die Einengung ihrer Lebensumstände. In den Betrieben wurden sie zu den unbequemsten und schmutzigsten Arbeiten gezwungen, gegen die sie sich wieder und wieder mit Streiks zu wehren wussten. So kam es, um ein Beispiel zu nennen, zwischen 1975 und 1976 in acht Betrieben zu mehreren Arbeitsniederlegungen aus politischen und ökonomischen Gründen von ca. 600 algerischen Arbeitern. Der latente Rassismus manifestierte sich in der Regel gegen Diejenigen, die auf Grund äußerer Attribute als Nicht-Deutsche wahrgenommen werden konnten. Sie wurden mit brutaler Gewalt verfolgt und die Opfer dieser z. T. pogromartigen Angriffe auf Leib und Leben waren vor allem Algerier, Mosambikaner, Kubaner, Polen, Ungarn und Tschechoslowaken. Zu den Opfern gehörten auch Soldaten und Offiziere der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte (GSSD), die zu bevorzugten Zielen der Rassisten wurden. Insgesamt wurden Ausländer aus ca. 30 Staaten Opfer rassistischer Gewalt und es gab mehrere Tote und ungezählte Verletzte. Damit man sich ein Bild machen kann von den rassistischen Verhältnissen, habe ich mit Erfurt eine Stadt ausgewählt, die als ein Beispiel für die rassistische Atmosphäre in Städten und Gemeinden der DDR dienen kann. Dort wurden im August 1975 mehrere algerische Arbeiter von rassistischen Deutschen angegriffen und es gab Verletzte. Die pogromartigen Ausschreitungen, sie dauerten drei bis vier Tage, begannen mit dem Ruf „Schlagt die Algerier tot“ und danach wurden Algerier von einem rassistischen Mob durch die Stadt gehetzt. Am 12. August verhinderten 50 bis 60 deutsche Rassisten, dass Algerier zu ihrem Wohnheim kommen konnten. Daraufhin geleiteten Sicherheitskräfte die Algerier in das Gebäude der Post und führten sie durch den Hintereingang zum verdeckten Abtransport zum Wohnheim. Mittlerweile war die Anzahl der Angreifer vor der Hauptpost auf ca. 150 bis 300 Personen angewachsen und es wurde die „Herausgabe der Algerier“ gefordert. In Sprechchören und Zwischenrufen wurde gerufen: „totschlagen“, „aufhängen“, „Deutsche raus – Algerier in Ketten“ oder „schlagt die Bullen tot“. Als der rassistische Mob mit Gewalt in das Gebäude einzudringen versuchte, löste die Volkspolizei die spontane Versammlung mit Schlagstöcken und dem Einsatz von Hunden auf. Insgesamt wurden 19 Personen vorläufig festgenommen. Am 13. August hatten sich wieder ca. 150 Personen versammelt und es kam zu „lautstarken und provozierenden Diskussionen“ mit Volkspolizisten. Zur gleichen Zeit wurde vor dem Wohnheim der Algerier, eine mit Stöcken bewaffnete Gruppe von Rassisten, von der Polizei aufgelöst und fünf „Rädelsführer und Rowdys“ wurden vorläufig festgenommen. Diesen Pogromen gingen, in den Monaten Juni und Juli 1975 in Gaststätten und bei Tanzveranstaltungen, mehrere tätliche Auseinandersetzungen zwischen Deutschen, Algeriern und Ungarn voraus.2 Die nationalistische und rassistische Hetze („Ihr schwarzen Schweine, haut ab nach Hause) gegen Algerier (Muslime) ging republikweit weiter und führte dann zum fast vollständigen Rückzug der algerischen Arbeiter aus der DDR durch die algerische Regierung.
Seit diesen Ereignissen gab und gibt es bis in die Gegenwart hinein in der Stadt Erfurt und ihrer Umgebung immer wieder rassistische bzw. anti-semitische Angriffe, so z. B. als am 25. Juni 1990 ein Arbeiter (58 Jahre) erschlagen wurde. Am 3. August 1992 wurde in Erfurt-Stotternheim ein polnische Arbeiter (24 Jahre) von drei Skinheads getötet und am 27. Januar 2003 wurde ein Arbeitsloser (48 Jahre) von einem Rassisten (23 Jahre) getötet. Der Täter wurde vom Landgericht Erfurt im Jahr 2008 nur zu zwei Jahren Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt und dabei wurde die politische Dimension der Tötung geleugnet.3

III.
Die Ursachen für diese Entwicklung sind komplex und dazu gehört die mangelnde Ent Nazifizierung und der große Frieden mit alten Nazis, die als Funktionseliten beim Aufbau und der Verwaltung des Staates und der Gesellschaft der DDR dringend gebraucht wurden.4 Die SED befolgte den Beschluss der Kommunistischen Internationale vom August 1935 (Dimitroff-Formel), wo der Faschismus gerade nicht als rassistisches Projekt, sondern als politisch-ökonomisches Terrorsystem betrachtet wurde, dass sich im Wesentlichen gegen die deutsche bzw. internationale Arbeiterbewegung gerichtet hätte. So beschloss der 3. Parteitag der SED im Juli 1950, dass die Wurzeln für Faschismus und Rassismus „mit Stumpf und Stiel ausgerottet“ worden wären. Was für ein Irrtum! Diese, der ökonomistischen Position innewohnende, Verharmlosung und Verleugnung des Rassismus bzw. Anti-Semitismus setzte sich durch und noch im Jahr 1986 verharmloste der Minister für Staatssicherheit (MfS), Erich Mielke, die neo-nazistischen Aktivitäten in der DDR als „Wichtigtuerei“.
Am Anfang des Jahres 1988 erklärte die Hauptabteilung I des MfS in einer Analyse solche Vorgänge damit, dass es sich hier nicht um „ideologische Positionen“, sondern um unkritisch wieder gegebene Tendenzen aus dem feindlichen Westen handeln würde. Am 11. August 1989 behauptete die staatliche Nachrichtenagentur ADN, Informationen über neo-nazistische Tendenzen in der DDR wären „purer Unsinn“. Den bis heute aktiven Juristen, Polizisten und Politikern (z. B. In Thüringen oder Sachsen) ist eine ähnliche Verharmlosung und Verleugnung anzumerken und das Versagen der Sicherheitskräfte bei der Aufklärung der Verbrechen der Terroristen der rassistischen Gruppe „NSU“, ist zu einem nicht unerheblichen Teil darauf zurückzuführen, dass die rassistische und nationalistische Ideologie, der U. Mundlos, U. Böhnhardt und B. Zschäpe verfallen sind, nicht ausreichend wahrgenommen werden konnte.

1 Rassisten in Deutschland, Frankfurt/M. 2012. Im III. Kapitel: Rassisten in der DDR (S. 71-153) und im Anhang in der
„Chronologie rassistischer Ereignisse in der DDR“ (S. 261-402) beschreibe ich einige Beispiele detaillierter.
2 BStU Erfurt, Abt. XIV 18, S. 1-3, S. 57-73; BStU MfS-ZAIG 30554, S. 1-2, S. 68-112, S. 130-134.
3 die tageszeitung, 19.01.1993 und 20.06.2008.
4 Diener vieler Herren – Ehemalige NS-Funktionäre in der SBZ/DDR, Frankfurt/M. 2011.

Neuer Sticker: „Naziaufmärsche blockieren du musst!“

Naziaufmärsche haben die vergangenen Jahre stark zugenommen. Egal ob regionale Aufmärsche wie jüngst in Güstrow, Wolgast oder Wismar oder bundesweit wie in Dresden oder Dortmund – Nazis versuchen mit ihren Aufzügen immer häufiger Aufmerksamkeit bei der Bevölkerung und in den Medien zu bekommen. Zwar können ihre Marschrouten oft blockiert oder die Nazistrecken zumindest verkürzt werden, doch oft genug marschieren Nazis auch ungestört durch Städte und hetzen gegen alles, was nicht in ihr beschränktes Weltbild passt.

Die grundsätzliche Verstärkung zivilgesellschaftlichen Engagements gegen Nazi ist also genauso wichtig wie die konkrete Mobilisierung für bestimmte Termine. Seit kurzer Zeit gibt es deshalb offenbar den neuen Sticker „Naziaufmärsche blockieren du musst!“.


Bild: „Naziaufmärsche blockieren du musst…“

Wismar: Film und Gespräch „Du hast eine Wahl“ am 17.04.13 im Filmbüro

Am Mittwoch, den 17. April 2013, wird ab 18Uhr, Einlaß 17Uhr30, die Filmdokumentation „Du hast eine Wahl“ von Heiko Kreft gezeigt. Der Film zeigt das Schicksal der Holocaust-Überlebenden Batsheva Dagan, die persönlich anwesend sein wird.


Bild: Die Holocaust-Überlebenden Batsheva Dagan (Foto eingebunden über www.filmbuero-mv.de)

Du hast eine Wahl! – Diese Erfahrung selbst in finstersten Zeiten hat die Jüdin, Kinderpsychologin und Buchautorin Batsheva Dagan zu ihrem Überlebens- und Lebensmotto gemacht. Geboren 1925 als Isabella Rubinstein im polnischen Lodz als achtes Kind einer jüdischen Familie, flieht sie als 17jährige mit falschen Papieren aus dem Ghetto in Radom, ausgerechnet zur Zwangsarbeit nach Deutschland, nach Schwerin. Sie wird denunziert, und es beginnt eine Odyssee durch acht deutsche Gefängnisse, die schließlich im Vernichtungslager Auschwitz endet. Doch Batsheva Dagan überlebt und macht es sich zur Lebensaufgabe, in ihrer neuen Heimat Israel, aber auch in den USA, in England, Frankreich und Polen und schließlich auch in Deutschland, insbesondere junge Menschen für das Thema Holocaust zu sensibilisieren.

Der Eintritt ist frei. Neofaschist_Innen ist der Zutritt zur Veranstaltung untersagt.

Mehr Infos unter www.filmbuero-mv.de.

Rostock: Jetzt Tageskarten für das Riot in My Heart Festival sichern!

Am 17. und 18. Mai findet in Rostock das zweite Riot in my Heart Festival im Peter-Weiß Haus statt. Ab heute gibt es endlich auch die Tagestickets zu kaufen. Ergattern könnt ihr sie im Späti in der Fritz Reuter Straße zu kaufen.

Freitagsticket: 10€
Samstag: 15€

Mehr Infos unter rimh.blogsport.de




Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: