Aktionen zum 80. Jahrestag der Bücherverbrennungen in MV

Anlässlich der 80. Jährung der Bücherverbrennungen durch die Nationalsozialisten wurden in Greifswald gegen 10 Uhr entlang der Langen Straße Schilder mit Namen damals verbotener und verfolgter Autor_Innen und deren verbrannte Bücher aufgestellt. Auch der Greifswalder Marktplatz war am 10.05.1933 Schauplatz der Bücherverbrennungen, organisiert durch die Studierendenschaft im Rahmen der “Aktion wider den undeutschen Geist”.

Erich Maria Remarque, Erich Kästner, Bertolt Brecht, Max Brod, Anna Seghers, Franz Kafka, Egon Erwin Kisch, Stefan Zweig, Kurt Tucholsky, Sigmund Freud, Franz Jung, Johannes R. Becher, Albert Einstein, Maxim Gorki, Rahel Sanzara, Adelheid Popp, Clara Zetkin, Larissa Reissner, Anna Siemsen, Ernest Hemingway…
“Zwar sind dies bei weitem nicht alle Namen der verfemten Autor_innen“, bedauert Katharina Lang, Pressesprecherin der antifaschistischen Gruppe Defiant. „Da es in Greifswald jedoch weder eine Gedenktafel noch andere Hinweise auf die Ereignisse vom 10.05.1933 gibt, wollten wir Passant_innen in der belebten Einkaufsstrasse Greifswalds heute zum aktiven Gedenken auffordern – unsichtbares sichtbar machen!”


Bild: Aufsteller zum 80. Jahrestag der Befreiung in Greifswald. (Foto eingebunden über defiantantifa.wordpress.com)

Auch in Rostock kam es zu einer Aktion im Gedenken an die Bücherverbrennungen. Am frühen nachmittag verteilten engagierte Jugendliche Bücher, gemeinsam mit Flugblättern verpackt als Geschenke, um die Passant_Innen an diesen historischen Jahrestag zu erinnern. In einem entsprechenden Bericht heißt es:

„Im Mai 1933 verbrannten die Nazis in ganz Deutschland Bücher von Autor_Innen, die nicht in ihr rassistisches Weltbild passten. Am 10. Mai war es auch in Rostock soweit. Auf dem heutigen Vögenteich Platz verbrannten die selbsternannten Herrenmenschen tausende Bücher.
80 Jahre später ist klar: das Verbrennen von Büchern sollte noch eine der geringsten Untaten der Nazis und ihrer Mitläufer_Innen sein. Um an das historische Datum zu erinnern, machten sich am 10. Mai 2013 ein halbes Dutzend junger Genoss_Innen aus Rostock, Greifswald und Stralsund auf zum Rostocker Universitätsplatz, um eine angemeldete Kundgebung durchzuführen. Bereits in den Tagen vor dem eigentlichen Jahrestag fanden verschiedenen Veranstaltungen in der Stadt statt, die Kundgebung war jedoch zumindest in Rostock der diesjährige Höhepunkt des Gedenken.“

Zehntausende Bücher die in vielen anderen Städten in Flammen aufgingen stellten, so kurz nach der Machtergreifung, bereits einen ersten traurigen Höhepunkt einer organisierten und systematisch vorbereiteten Verfolgung jüdischer, marxistischer und pazifistischer Schriftsteller_innen dar.

„Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen.“ Heinrich Heine


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