Frankfurt: Aktionsziel erreicht, Europäische Zentralbank blockiert

++ Aktionsziel erreicht, Europäische Zentralbank blockiert +++ Kraftvolle Aktionen im Stadtgebiet +++ Polizeischikane am Flughafen +

Mehr als 3000 Menschen haben bei den Blockupy-Protesten am Freitagmorgen für mehrere Stunden die EZB in Frankfurt am Main umzingelt und abgeriegelt. Im Anschluss folgten Aktionen im Stadtgebiet, bei denen die Aktivistinnen und Aktivisten mit kreativem Protest weitere Akteure der Krise markierten.
“Wir haben unser Ziel erreicht und den Eurotower wie angekündigt mit Massenblockaden dicht gemacht. Die EZB symbolisiert nicht nur das europäische Krisenmanagement zu Gunsten der Großbanken. Sie ist als Teil der Troika ein Akteur der euroweiten Verarmungspolitik, die Menschen vor allem in den südeuropäischen Ländern ihre Existenz raubt. Austerität tötet”, sagte Blockupy-Sprecher Roland Süß. “Der Schritt vom öffentlichen Protest zum Zivilen Ungehorsam ist nötig.”


Bild: Kletteraktion bei der Recht auf Stadt Aktion halb elf Uhr mittags. (Fotoquelle: www.blockupy-frankfurt.org)

Blockupy-Sprecherin Ani Dießelmann ergänzte: “Und wir haben mit entschiedenen, kämpferischen Aktionen deutlich gemacht, dass wir Nein sagen zur herrschenden Politik des globalen Hungers, zur Ausbeutung von Menschen und Naturressourcen – kurz: zum Kapitalismus und seinen alltäglichen Folgen wie Niedriglohn-Arbeit, sozialer Ausgrenzung, drückender Wohnungsnot und einer rassistischen Abschiebepolitik.”
Im Anschluss an die Blockade der EZB schlugen die Protestteilnehmer vor der Deutschen Bank Krach, klärten vor Textilgeschäften auf der Zeil über menschunwürdige Produktionsbedingungen auf und forderten mit buntem Protest vor Immobilienunternehmen ihr Recht auf Stadt ein. Mit einem so genannten Care Mob und einer Tanzblockade machten Aktivistinnen zudem auf die Auswirkungen der Krisenpolitik insbesondere für Frauen in der Familien- und Pflegearbeit aufmerksam.


Bild: MyZeil wurde erfolgreich blockiert und die Krisenakteure markiert. (Fotoquelle: www.blockupy-frankfurt.org)

Polizeischikane am Flughafen
Am Flughafen protestieren derzeit 800 Menschen gegen Abschiebung und Rassismus. Dabei verwehrt die Polizei den Demonstrierenden bis zum jetzigen Zeitpunkt den Zugang zum Terminal 1 – entgegen dem gestrigen Beschluss des Verwaltungsgerichtshofs, der die Kundgebung im Flughafen ausdrücklich erlaubt, wenn auch auf 200 Teilnehmer begrenzt hat. Blockupy-Sprecher Thomas Occupy: “Polizei und Ordnungsamt tun alles, um mit Schikanen die Versammlungsfreiheit im Flughafen außer Kraft zu setzen und das Urteil des VGH faktisch zu unterlaufen. Protest gegen Rassismus und das europäische Abschieberegime gehört ins Terminal, nicht auf die grüne Wiese!”

Proteste gehen weiter – in Frankfurt und ganz Europa
Die Aktionstage gehen weiter: Am späten Freitagnachmittag lädt Blockupy zu öffentlichen Diskussions-Veranstaltungen. Am Samstag folgt eine große Demonstration. Start ist um 11 Uhr am Baseler Platz, die Schlusskundgebung beginnt gegen 15.30 Uhr vor der EZB. Zeitgleich finden morgen unter dem Motto “Vereint gegen die Troika” mehr Proteste mehr als in zehn europäischen Städten statt.

Mehr Infos unter www.blockupy-frankfurt.org.


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