Prora auf Rügen: Ausstellung „Verbrannte Bücher – Von den Nazis verfemte Autoren“ vom 26.06. – 28.08.2013

Eine Ausstellung des Förderkreises Denkmal für die ermordeten Juden Europas

In den späten Abendstunden des 10. Mai 1933 erhellten brennende Scheiterhaufen zentrale Plätze in fast allen deutschen Universitätsstädten. Große Menschenmengen waren aufmarschiert, um Bücher zu verbrennen. Studenten in SA-Uniform schleuderten Werke Hunderter Schriftsteller, Wissenschaftler und Publizisten in die Flammen. Diese Aktion war kein Werk des Propagandaministeriums unter Joseph Goebbels, sondern war von der „Deutschen Studentenschaft“ geplant und organisiert worden. Die Verbrennungen waren der Höhepunkt der zentral gesteuerten Aktion „Wider den undeutschen Geist“, in der die Studenten in einem Rundschreiben aufgefordert wurden, ihre eigenen Bibliotheken und die ihrer Bekannten von „jüdischem zersetzendem Schrifttum“ zu „säubern“. Die öffentlichen Bibliotheken wurden von den zuständigen Behörden angewiesen, ihre Bestände anhand von „Schwarzen Listen“ zu durchsuchen und die betreffenden Bücher den örtlichen Studentenschaften zur Verbrennung zu übergeben.

Die Wanderausstellung „Verbrannte Bücher – Von den Nazis verfemte Autoren“ des Förderkreises Denkmal für die ermordeten Juden Europas e.V., entstanden in Zusammenarbeit zwischen dem Feuilletonchef der FAZ Volker Weidermann und dem Kurator Jan Frontzek, widmet sich der Bücherverbrennung 1933 und ausgewählten Schicksalen davon betroffener Schriftsteller und Schriftstellerinnen. Auf neun großformatigen Stelen werden die Lebensläufe von u.a. Anna Seghers, Irmgard Keun, Max Brod, Klaus und Heinrich Mann, Egon Erwin Kisch, Erich Maria Remarque, Kurt Tucholsky und Stefan Zweig dokumentiert. An integrierten Hörstationen können Tondokumente ausgewählter Texte der Autoren gehört werden.

Den Abschluss der Präsentation bildet eine Betrachtung darüber, welche Werke trotz Bücherverbrennung und Verbannung oder Ermordung ihrer Autoren noch heute zum kulturellen Kanon gehören und welche Bücher es neu zu entdecken gilt. Geöffnet täglich von 09Uhr30 bis 19Uhr.

Mehr Infos unter www.dokumentationszentrum-prora.de.


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