Archiv für Juli 2013

Rostock: NPD morgen (01.08.) wieder am Neuen Markt!

!!! ACHTUNG !!!

Achtung: Nachdem die NPD vor wenigen Tagen während einer Kundgebung mit Eier- und Obstwürfen regelrecht aus Rostock vertrieben wurde, will sie morgen (01.08.) erneut eine Kundgebung am Neuen Markt abhalten! Ab 9 Uhr 30 wollen die Nazis vor Ort sein! Kommt alle und zeigt den Nazis endgültig, dass sie in Rostock nichts verloren haben! Es bleibt dabei:

Kein Kiez für Nazis! Keinen Fußbreit den Faschist_Innen!

Anklam & Demmin: NPD hetzt am ersten August auf Marktplätzen

++ fremdenfeindliche NPD „Asyltour“ geht weiter +++ Widerstand weiterhin notwendig +++ Anklam und Demmin sind nächste Anlaufpunkte +

Von Marko Neumann

Die NPD „Asyltour“ durch Mecklenburg-Vorpommern geht weiter. Auch morgen (01.08.) will die rassistische Partei in verschiedenen Städten Kundgebungen abhalten. Opfer ihrer menschenverachtenden Hasstiraden diesmal: Anklam und Demmin.

Seit Tagen macht die NPD in MV mit ihrem „Flaggschiff“ – einem mit NPD-Werbung beklebter LKW – Städte und Ortschaften unsicher. Bislang mussten die NPD fast jedes Mal Widerstand hinnehmen, in Rostock wurde ihre Kundgebung sogar verfrüht abgebrochen.


Bild: Kein Ort für Neonazis – egal ob in Anklam, Demmin oder anderswo! (Foto gefunden bei Vorpommern: Weltoffen, demokratisch, bunt)

Morgen will die NPD durch Anklam und Demmin tingeln um auch hier gegen Flüchtinge und Andersdenkende zu hetzen. Zunächst soll es einen Stopp zwischen 14 und 15 Uhr in der Peenestadt am Marktplatz geben. Die Demmin wird auch ohne die NPD regelmäßig von Nazis heimgesucht. Zum 8. Mai – dem Tag der Befreiung vom historischen Faschismus – marschieren jedes Jahr mehrere hundert Faschist_Innen durch die Stadt, um deutsche Verbrechen während des Zweiten Weltkrieges zu relativieren. Hintergrundinfos zum Historie gibt es hier.

Ab 16 Uhr hetzt die NPD vorraussichtlich in Anklam auf dem Marktplatz. Auch Anklam ist keine unbeleckte Stadt in Sachen Neofaschismus. Die NPD fährt hier regelmäßig überdurchschnittlich hohe Wahlergebnisse ein.

Ob die NPD in die beiden Städte diesmal mehr Anhänger zu ihren Kundgebungen mobilisieren können ist unwahrscheinlich, öffentliche Werbung macht die NPD für ihre Kundgebungen nicht – im Gegenteil. Protest und Widerstand erwarten die Nazis auf jeden Fall. Deshalb: Kommt zu den Kungebungen und macht eure Ablehnung deutlich! Weder in Demmin, Anklam noch sonstwo:

Kein Kiez für Nazis! Keinen Fußbreit den Faschist_Innen!

Torgelow & Pasewalk: NPD „Asyltour“ in MV geht weiter

+ NPD setzt „Asyltour“ durch MV fort +++ Mittwoch Stationen in Torgelow und Pasewalk +++keinen Fußbreit den Faschist_Innen ++

Von Marko Neumann

So richtigen Erfolg hat die NPD mit ihrer sogenannten „Asyltour“ durch Mecklenburg-Vorpommern nicht gerade. Egal, wo die Neofaschist_Innen auftauchen, überall schlägt ihnen bunter und entschlossener Protest entgegen. Egal ob Rostock oder Greifswald – selbst in kleinen Ortschaften wie Bad Doberan spühren sie heftigen Widerstand.

Doch noch hat die NPD nicht alle ihre anvisierten Städte abgeklappert. Morgen (Mittwoch, 31.07.) will die NPD in gleich zwei Ortschaften ihre menschenverachtende Hetze verbreiten. Von 10 Uhr 30 bis 13 Uhr wollen die die Nazis in Torgelow sein. Ab 14 Uhr soll es zu einer zweiten Kundgebung in Pasewalk kommen.

Lasst uns auch auf dem Land den Nazis zeigen, dass wir sie nicht brauchen! Die vergangenen Tage haben gezeigt, dass breiter und kreativer Protest auch innerhalb kürzester Mobilisierungszeit möglich ist. Seid laut und seid kreativ!

Kein Kiez für Nazis! Keinen Fußbreit den Faschist_Innen!

Rostock: Video von den Gegenproteste zur NPD „Asyltour“ online

Im Rahmen ihrer rassistischen „Asyltour“ wollte die NPD am 26. Juli auch in Rostock auf dem Neuen Markt eine Kundgebung abhalten. Zeitgleich versammelten sich dort auch rund 250 Menschen um gegen diese zu protestieren. Eingekreist von den lautstarken Gegendemonstrant_innen und getroffen von zahlreich geworfenem Obst, Gemüse sowie Eiern und Farbe brach die NPD ihre Kundgebung vorzeitig ab. Ein Video des Medienkollektivs Manfred.

Greifswald: NPD prügelt auf Gegendemonstrant_Innen ein

++ Spontaner antifaschistischer Protest gegen die NPD in Greifswald +++ ca 100 Gegendemonstranten gegen 20 Nazis von der NPD +++ Greifswalder Nazi verletzt Studenten +

Pressemitteilung des Bündnisses Greifswald Nazifrei vom 29.07.2013

Überraschenderweise machte die NPD am heutigen Montag morgen in Greifswald halt, um in der Hansestadt im Rahmen des Wahlkampfs gegen Ausländer und Andersdenkende zu hetzen.

Der Überraschungseffekt war ganz auf Seiten der Nazis, denn die Kunde, dass sich Faschisten auf dem Markt versammeln, machte erst allmählich die Runde. Der NPD-Truck machte vor dem Rathaus halt und wurde von etwa 20 Schlägernazis bewacht, die sich weiträumig auf dem Markt verteilten um etwaige Gegenprotestler einzuschüchtern. Anwesend war auch der in Ladebow wohnhafte Nazi Frank Klawitter, der nach dem Verbot der HdJ (Heimattreuen deutschen Jugend) mittlerweile den Ordnerdienst der NPD in M-V leitet.

Aufgrund der Spontanität konnte sich ein wirksamer Protest gegen die NPD erst allmählich formieren, doch nach etwa 30 Minuten waren die Gegendemonstranten mit 80-100 Personen deutlich in der Überzahl und versuchten mit Trillerpfeifen, Transparenten und Sprechchören die rassistische Hetze der NPD nicht unwidersprochen stehenzulassen. „Trotz der extrem kurze Mobilisierungszeit, Schietwetters und der sommerbedingten Abwesenheit vieler Greifswalder_Innen haben wir zumindest ein Zeichen gegen die rassistische Hetze der gewaltbereiten Faschisten von der NPD setzen können“ so Cornelia Schulze, Pressesprecherin des Bündnisses Greifswald Nazifrei. Als die Polizei versuchte, einen Gegendemonstranten festzunehmen, der eine Tomate geworfen haben soll, ließen die Faschisten ihre bürgerliche Maske fallen. Sie stürmten im Mob auf einen Teil der Protestierenden los und gingen gewalttätig gegen sie vor. Dabei tat sich der Greifswalder Neonazi Marcus Gutsche hervor, der einen Gegendemonstranten mit einem Fußtritt verletzte. Es wurde Strafanzeige wegen Körperverletzung erstattet. Eben jener Marcus Gutsche hatte sich noch im Frühjahr für das Schöffenamt am Greifswalder Amtsgericht beworben, wurde aber von der Bürgerschaft wegen seiner rechtsradikalen Einstellung abgelehnt.

„Wieder einmal wurde der NPD gezeigt, dass sie mit ihrer menschenverachtenden Propaganda in Greifswald nicht willkommen ist“, so Schulze weiter.

Greifswald: Erneut rassistische Töne bei der CDU

++ Greifswalder CDU-Fraktion gegen Aufnahme weiterer Flüchtlinge in der Hansestadt +++ Fraktionsvorsitzender Hochschild erwartet schnelle Abschiebung von Flüchtlingen +++ CDU macht Rassismus erneut hoffähig und leistet Nazis Schützenhilfe +

Von Janin Krude und Marko Neumann

Krieg, Hunger und Elend gehören immernoch zum Alltag in weiten Teilen der Erde. Flüchtlinge aus fast der gesamten Welt versuchen täglich unter Lebensgefahr die europäischen Grenzen zu erreichen um in ein sicheres EU-Land zu gelangen. Die wenigen, die es tatsächlich nach Europa gelangen (ca zwei Prozent), sind aber noch keines Falls in Sicherheit. In sogenannten Asylverfahren soll in dem jeweiligen Land geprüft werden, ob die Flüchtlinge im Land bleiben dürfen oder wieder abgeschoben werden.

Doch bis über die Asylanträge entscheiden wird, dauert es oft Jahre. Auch in Mecklenburg-Vorpommern werden Flüchtlinge in verschiedenen Orten untergebracht. Bis jetzt wetterte allein die NPD gegen die Aufnahme von Flüchtlingen. In Greifswald ereifert sich nun auch die CDU über die Einquartierung weiterer Flüchtlinge. Die Bündnnisgrünenfraktion in der Greifswalder Bürgerschaft hatte zuvor den Vorschlag unterbreitet, die Hansestadt solle freiwillig weitere Flüchtlinge aufnehmen. Doch das schmeckt der CDU-Fraktion überhaupt nicht. „Es besteht kein Anlass, dass Greifswald freiwillig vorprescht und zusätzlich weitere Asylbewerber aufnimmt“ erklärte der CDU-Fraktionsvorsitzende Axel Hochschild. Die Krisen und Kriege im arabischen Raum und anderen Regionen der Welt sind ihm offenbar entgangen. Auch spricht sich die CDU gegen die dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen aus – mit einer hanebüchenden Begründung. Hochschild erklärte „Unser Asylrecht stellt sicher, dass alle, die schutzbedürftig sind, auch Schutz erhalten. Dieses ist wirtschaftlich nur machbar, solange der Aufenthalt derer, die aus missbräuchlichen oder asylfremden Gründen kommen, schnell beendet wird“. Deutschlands Aylrecht ist europaweit das schärfste und wird von internationalen Organisationen immer wieder gerügt.

Es ist nicht das erste mal, dass die CDU rassistischen Einstellungen Vorschub leistet. Berührungsängste haben Teile der CDU ohnehin schon lange nicht mehr. Gemeinsame Kaffegespräche zwischen NPD und CDU sind in eingien Teilen M-Vs schon lange Normalität.

Rostock: NPD im Eierhagel

+ NPD „Asyltour“ floppte in der Hansestadt +++ über 250 Gegendemonstrant_Innen +++ Eierwürfe auf Pastörs und co. ++

Von Marko Neumann

Erfolge kann die NPD derzeit nicht verzeichnen. Mitgliederschwund, parteiinterne Flügelkämpfe, Unzufriedenheit bei den sogenannten „Freien Kräften“, die sich mehr und mehr von der Partei abwenden und auch die öffentlichen Auftritte der NPD helfen der angeschlagenen Partei nicht, Boden gut zu machen.

Mit ihrer „Asyltour MV“ wollte die Nordost-NPD wieder von sich reden machen. Gestern war das „Flaggschiff“ der NPD in Rostock. Doch aus dem vermeintlichen Aufwind wurde nichts. Die braune Truppe musste vorzeitig die Segel streichen.


Bild: Überwältigender Protest am Donnerstag in Rostock (Foto: antifarostock.wordpress.com)

Als der NPD Laster kurz nach 13 Uhr am Neuen Markt auftauchte interessierte sich niemand für die braune Truppe – bis auf etwa 250 Gegendemonstrant_Innen aus den verschiedensten Zusammenhängen! Blanke Ablehnung schlug den etwa ein Dutzend Neonazis um Udo astör und Stefan Köster entgegen. Die erst nur sporadisch vertretene Polizei verstärkte schließlich ihr Aufgebot, sodass offiziell schließlich 44 Beamte im Einsatz waren.

Doch als wäre die mehr als zehnfache Übermacht der Gegendemonstrant_Innen für die NPD nicht schon peinlich genug, flogen sogar noch diverse Lebensmittel auf die Köpfe Nazis. Obst und Gemüse flogen genauso in Richtung der von der Polizei geschützten Neofaschist_Innen wie Eier. Von oben bis unten besudelt blieben nur noch einige Regenschirme als letzter Schutzfall für Pastörs Mannen übrig. Doch es half nichts, immer wieder flogen Tomaten, Eier und anderes Zeug auf die Geschichtsverdreher_Innen. Dass Donnerstags auf den Neuen Markt Markttag war, sorgte für ununterbrochenen Nachschub.

Während die Polizei einen engagierten Bürger für einige Stunden festnahm, nachdem er seiner Ablehung für die NPD kundgetan hatte, zog die NPD vorzeitig wieder ab. Nach nur einer Stunde bauten die Kamerad_Innen, darunter so bekannte Gesichter wie Norman Runge und David Böttcher sowie anderer lokaler NPD-Größen, ihre Kundgebung wieder ab.

Als ein klarer Erfolg kann und muss der Protest gegen die NPD an diesem Tag am Neuen Markt gewertet werden. Es ist nicht nur gelungen, die Kundgebung der NPD nachhaltig zu stören, sondern die Nazis sogar von ihrem angemeldeten Kundgebungspunkt regelrecht zu vertrieben. Dennoch war Rostock nicht die letzte Station der „Asyltour MV“ und so wird auch in den nächsten Tagen der Widerstand gegen den NPD Laster nötig sein.

Rostock: Der NPD ihre „Asyltour MV“ morgen am Neuen Markt vermiesen!

++ NPD MV führt am 26.07.13 Kundgebung am Neuen Markt durch +++ mehrere Verbände und Parteien rufen zu Protesten auf +++ ‚Sozial gerecht‘ schreibt sich ohne n, p, d! +

Von Janin Krude

Der Landesverband Mecklenburg-Vorpommern der NPD tingelt seit einigen Tagen durch das Land, um auf einer sogenannten „Asyltour MV“ in verschiedenen Orten und Städten Kundgebungen abzuhalten. Das Konzept ist nicht neu: mit dem sogenannten „Flaggschiff“, einem mit NPD-Werbung tapezierten Lastwagen, fährt eine kleine Gruppe Neonazis durch die Republik. Während kurzfristig angemeldeten Kundgebungen wird Tonbandmusik abgespielt und monotone Reden gehalten. Bereits in der Vergangenheit erwiesen sich solche Touren als Flops, die Anzahl der Gegendemonstrant_Innen waren in der Regel um ein Vielfaches größer als die verlorenen Häuflein NPD-Anhänger_Innen.


Bild: Proteste während der „Deutschlandtour“ der NPD 2012 in Rostock, ebenfalls auf den Neuen Markt.

Auch die aktuelle Tour der NPD durch Orte, an denen Flüchtlingsheime entstanden sind bzw. noch entstehen werden, zeigt wenig Wirkung. Kaum eine Station konnte die NPD verbuchen, ohne, dass ihr blanke Ablehnung seitens der Anwohner_Innen entgegensprang. Kern der LKW-Tour ist – wie könnte es anders sein – Hetze gegen sogenannte „Asylbetrüger“.

Morgen will die NPD in der Hansestadt Rostock eine Kundgebung abhalten. Die vom Landesvorsitzenden Stefan Köster angemeldete Veranstaltung sol von 13 bis 14Uhr45 auf dem Neuen Markt stattfinden. Kommt alle und zeigt den braunen Kameraden, dass sie weder in Rostock noch sonstwo willkommen sind!

Kein Kiez für Nazis! ‚Sozial gerecht‘ schreibt sich ohne n, p, d!

Rostock: Jugendliche entfernen Nazi-Propaganda aus Stadtbild

++ Nazis bescheren Rostocker Nordwesten regelrechte Aufkleberflut +++ Stadt bleibt trotz Kenntnis der Situation untätig und lässt Nazis agieren +++ engagierte Jugendliche entfernen massenhaft Aufkleber in Eigenregie +

Von Janin Krude und Marko Neumann

Nachdem die Stadt Rostock monatelang tatenlos zudsah, wie Neofaschist_Innen ganze Stadtteile mit Nazi Propaganda regelrecht zupflasterten, organisierte eine Gruppe junger Aktivist_Innen vergangenes Wochenende die Säuberung von des Stadtteils Lütten Klein in Eigenregie – und stellte der Stadt Rostock dafür eine Rechnung von rund 250€ aus.

Besonders betroffen von den rechten Parolen sind aktuell die Stadtteile, Lütten Klein, Lichtenhagen und Schmarl. Aufkleber der sogenannten „identitären Bewegung“ – einer rassistischen Internetkampagne kleben einmütig neben Stickern der „Jungen Nationaldemokraten“ – der Jugendorganisation der NPD und anderen neofaschistischen Gruppen.

Obwohl die vermeintliche Ordnungsmacht bereits vor Wochen zwei hinlägnlich bekannte Neonazis beim Verkleben von Aufkleber in Lütten Klein entdeckt hatte und Nazis sogar auf dem rechten Internetportal „Mupinfo“ damit prahlten, die „ganze Umgebung neu gestalten“ zu wollen. Die neofaschistische Internetseite, für die NPD-Landtagsabgeordnete David Petereit verantwortlich im Sinne des presserechts zeichnet, wird vom Verfassungsschutz überwacht un taucht regelmäßig im Verfassungsschutzberichten auf.

Stadt und Land dürften also bestens informiert sein über die Lage im Rostocker Nordwesten. Trotzdem blieben die Behörden untätig und ließen die brauenen Schmierfinken ungestört agieren. Vergangenes Wochenende traten dann ehrenamtliche Putzkolonnen in Aktion und entfernten Unmengen der braunen Propaganda von Laternenpfählen und Straßenschildern.


Bild: Verkehrsschilder sollen den Verkehr regeln und sind keine Fläche für menschenverachtende Propaganda.

„Überall da, wo energisch gegen Rechtsextremismus vorgegangen wird, kann rechte Dominanz gebrochen werden. Dazu gehört auch der Wille der Bürgerschaft und der Behörden. Dort hingegen, wo rechte Propaganda geduldet wird, verstärkt sich meistens die Offenheit, mit der die Täter_Innen vorgehen. Oft folgen lautstarke Diskriminierungen und schließlich sogar körperliche Angriffe.“ erklärte ein Sprecher der Gruppe.

Bereits kurz nachdem die Putzaktion begonnen hatte, lief den ehrenamtlichen Putzer_Innen ein offensichtlich alkoholisierter Mann hinterher. Dieser hob mehrfach den rechten Arm zum Hitlergruß, schrie „Heil Hitler“ und belästigte Passanten, welche daraufhin offenbar die Polizei riefen. Der Mann wurde verhaftet und vorerst ins Rostocker Klinikum eingewiesen. Der Rest der Aktion verlief störungsfrei. Einige auffällig gekleidete Personen, die offenbar der rechten Szene angehörten, beobachteten die Situation. Sie gingen dann allerdings weiter, ohne dass die Aktion unterbrochen werden musste. Ansonsten erhielt die Gruppe fast durchweg positives Feedback von den vorbeigehenden Bürgern und Bürgerinnen.


Bild: Viele Passant_Innen begrüßten die Entfernung von Nazi-Aufklebern…

Die Gruppe hatte im Anschluss die angefallenen Kosten der Stadt Rostock in Rechnung gestellt. Über Monate hinweg hatten es die behördenversäumt, die rechtsradikalen Parolen zu beseitigen. Offenbar fühlten sich die Täter_Innen dadurch bestärkt, noch mehr Flächen zu bekleben.

Rassismus und Fremdenfeindlichkeit lassen sich auf die verschiedensten Arten bekämpfen. Egal, ob es Blockaden von naziaufmärschen sind, Diskussionen im eigenen Umfeld oder eben Putzeinsätze, um braunen Unrat aus der Öffentlichkeit zu verbannen. Einen großen Dank gilt denen, die ihre Freizeiz verwendet haben, um die Aufgaben der städtischen Behörden zu erledigen.

Pasewalk: Nazi-Konzert dieses Wochenende doch in Brandenburg

++ Anmeldung für Nazikonzert in Viereck bei Pasewalk abgesagt +++ Konzert findet in Brandenburg statt +++ verschiedene Bündnisse rufen zum Protest in Brandenburg auf +

Von Marko Neumann

Seit Wochen beschäftigt die Öffentlichkeit ein mögliches Nazi-Konzert in der Nähe Pasewalks. Die Veranstalter – eine neofaschistische Gruppe mit dem martialischen Namen „Märkischen Skinheads 88″ hatte zunächst im brandenburgischen Finowfurt ihr Konzert angemeldet, schließlich aber auch einen Platz in Viereck bei Pasewalk bei den Behörden angegeben.

Angekündigt sind die Bands Frontalkraft, Confident of Victory, Timebomb und Hope for the Weak. In Brandenburg kam es immer wieder zu Polizeieinsätzen und Protesten bei Rechtsrock Konzerten, sodass die Veranstalter offenbar in der vermeintlich rechten Homezone Pasewalk ihr Open Air – pardon „Freiluft“ – Konzert abhalten wollten.

Doch daraus wurde nichts. Die Veranstalter haben das Konzert in Viereck abgesagt. Ein Sprecher des Landkreises Vorpommern-Greifswald erklärte: „Es stimmt, wir haben heute morgen die Bestätigung der Absage erhalten“. Eine Begründung gebe es derweil nicht für die Absage, „das wäre alles reine Spekulation“ betonte er.

Nun wird der braune Musikantenstadl wohl doch auf dem Grundstück der Familie Mann in Brandenburg stattfinden. Doch ohne Widerstand wird es auch hier kein Rechtsrock gespielt. Die lokalen Bündnisse Finowfurt nazifrei und Bunte Schorfheide organisieren Proteste, denen sich das Aktionsbündnis „Vorpommern: weltoffen, demokratisch, bunt“ anschließen möchte.

Stralsund: NPD steht morgen (24.07.) am Neuen Markt!

Der Vorwahlkampf läuft und auch die neofaschistische NPD rührt ordentlich die braune Wahlkampftrommel. Morgen, dem 24.07.13, will die NPD in Stralsund auf dem Neuen Markt auftauchen, um ihre menschenverachtende Propaganda an die Öffentlichkeit zu bringen.

Rassismus und Intoleranz dürfen nirgendwo unwidersprochen bleiben. Ab 9Uhr will die NPD am Neuen Markt präsent sein, kommt und zeigt ihnen, dass sie und ihre Lügen nicht willkommen sind! Weder in Stralsund, noch sonst irgendwo!

Keinen Fußbreit den Faschist_Innen!

„Zusammen gegen braune Hass-Musik“ – Nazikonzert am 27. Juli in Viereck geplant!

Im „Gehege“ bei Viereck bei (Paswalk/Vorpommern) ist am 27.7.2013 ein Freiluft-Nazi-Rockkonzert geplant. Auftreten sollen diverse Nazi-Bands, die heftige Liedtexte in ihrem Repertoire haben. Am selben Tag mit den selben Bands wurde vom selben Anmelder ein Nazi-Rockkonzert in Finofurt (bei Eberswalde/Brandenburg) angemeldet. Begründet wurde die Doppelanmeldung mit „wetterbedingt“.

Das Aktionsbündnis „Vorpommern – weltoffen, demokratisch, bunt“ will sich zusammen mit anderen Bündnissen, mit Verbänden, Vereinen und den demokratischen Parteien gegen diese brutale Ideologie stellen. „Wir sind uns alle einig, dass solchen Veranstaltungen überall aktiv begegnet werden muss, egal ob hier in Vorpommern oder in Brandenburg“, so der Sprecher_innenrat. „Die Bündnisse in MV und Brandenburg sind bestens miteinander vernetzt und können gut koordiniert miteinander agieren.“

Mehrere Versammlungen gegen den Nazidreck wurden für den 27.7. bereits angemeldet.

Für das Konzert sind extrem gewaltverherrlichende Bands aus der Neonazi Szene angekündigt. Die Texte dieser Bands sind durchweg rassistisch, nationalistisch und antisemitisch. Es wird, mehr oder weniger unverhohlen, zu Gewalt gegen Andersdenkende aufgerufen. Auch der bisher nur vage angegebene Ort des Konzerts, „Mitteldeutschland“, ist bezeichnend: Hier wird eindeutig auf die Grenzen des deutschen Reichs zur Zeit des Nationalsozialismus angespielt. Der genaue Veranstaltungsort des Konzerts wird, wie in der Neonazi-Szene üblich, erst kurz vor Beginn bekanntgegeben, um Behörden zu verwirren und um möglichen Gegenprotesten aus dem Weg gehen zu können. Der anmeldende Veranstalter des Konzerts ist ein bekannter Neonazi und Kader der JN (Jugendorganisation der NPD) und bestens vernetzt in einschlägigen Neonazi-Strukturen wie den Hammerskins oder der verbotenen Organisation „Blood & Honour“.

Bereits im Vorfeld wollen die Mitglieder des Bündnisses Flugblätter verteilen und eine Informationsveranstaltung organisieren. Vor allem wollen sie auf die menschenverachtenden und gewaltverherrlichenden Texte der auftretenden Bands aufmerksam machen.

Solidarität mit Allen die gegen Neonazis aufstehen – egal an welchem Ort!

Übernommen mit freundlicher Genehmigung des Bündnisses Demmin nazifrei.

Sommer, Sonne, Antifa – Da sind wir wieder!

Da sind wir wieder! Entgegen manchen Gerüchten sind wir nicht in der Versenkung verschwunden, sondern haben nur eine kurze Sommerpause eingelegt. Wir haben aber nicht nur in der Sonne gelegen und Tofuwürstchen gegrillt, sondern auch angepackt. Im Laufe der vergangenen Woche haben wir uns wieder zusammengerauft und Pakete gepackt, die die kommenden Tage zur Post geschleppt werden. Doch genug Gejammert: Ab heute geht es wieder in die Vollen und ihr könnt euch regelmäßig bei uns informieren. Wir wünschen euch viel Vergnügen beim Lesen und ein waches Auge, wenn ihr durch die Straßen lauft.

Rostock: Kommt zum Christopher Streetday am 20. Juli!

+ Elfter CSD am 20. Juli in Rostock +++ Aktionstag unter dem Motto +++ „Familie ist … Vielfalt! Denn auch WIR SIND gute ELTERN.“ +++ Gemeinsam gegen Sexismus und Diskriminierung auf die Straße gehen! ++

Von Franziska Wilke

Wir alle spielen Theater – jeden Tag. Rollenbilder bestimmen unser Leben. „Der Klassenclown“ macht ständig Unsinn, „die Streberin“ lernt die ganze Zeit, „die Heulsuse“ ist nah am Wasser gebaut. All diese Rollen füllen wir, ob wir es wollen oder nicht, mal mehr mal weniger gut aus. Sie werden uns häufig „angedichtet“. Aufgrund früheren Verhaltens, wegen des Eindrucks, den wir bei anderen hinterlassen, oder ganz einfach, weil wir zu einer Gruppe Menschen gehören, denen pauschal diese oder jene Eigenschaften zugesprochen werden.

Lesben sind gepierct, Schwule wirken weiblich?
Diese Rollen sind dabei erst einmal nichts Schlimmes, so lange sie zu uns passen. Oft verhindern sie aber auch, dass wir uns so verhalten, wie wir es eigentlich gern würden. Das passiert im Wesentlichen dann, wenn die Öffentlichkeit ganz bestimmte Vorstellungen davon hat, welche Rolle wir zu erfüllen haben. Schwule, Lesben, Frauen im Allgemeinen, Transgender – ihre Rollen sind durch Klischees und Vorurteile besonders fest geprägt. Schwule sind demnach schwuchtelige, oft weiblich wirkende, emotionale Arschficker. Lesben sind gepiercte, männlich wirkende Automechanikerinnen. Wer, wie die meisten, anders ist, kommt aus diesen und ähnlichen Rollen oft nicht so einfach heraus.

Die Angst vor der Ablehnung
Ein Beispiel: Wenn sich ein schwuler Junge in der Schule outet, dann gehen seine Mitschüler_innen automatisch dadurch, dass sie von seiner sexuellen Identität wissen, anders mit ihm um. Sie werden viel eher darauf achten, ob sein Verhalten zu den Rollenbildern passt, das sie von einem „typischen“ Schwulen im Kopf haben. Dabei passiert es leicht, dass alltägliche Gesten, wie z.B. einem Mitschüler körperlich nahe zu kommen, dem Klischee zugeschrieben werden. Selbst wenn der Junge einen anderen nur zufällig berührt, wird dies registriert. Die Reaktion ist Ablehnung, weil das Rollenbild selbst abgelehnt wird. Die Angst vor einem Coming-Out ist in vielen Fällen die Angst vor eben dieser ablehnenden Reaktion.

Gemeinsam gegen Ausgrenzung!
Ob schwul, lesbisch, bi oder transgender: Wir müssen und dürfen es nicht zulassen, auf Teufel komm raus in eine Schablone gepresst zu werden. Nur wenn wir die Logik, eine gewisse Rolle erfüllen zu müssen, nicht länger akzeptieren, wird auch Diskriminierung überwunden werden können. Das heißt, dass wir uns selbstbewusst unsere eigenen Rollen geben sollten, statt uns an den Erwartungen und Reaktionen anderer zu orientieren. Wir leben unser Leben – wem das nicht passt, zeigen wir die rote Karte. Informiert euch, werdet aktiv, schließt euch zusammen! Nur gemeinsam können wir eine Gesellschaft aufbauen, die Ausgrenzung gleich welcher Art nicht länger hin nimmt!

Ausgrenzung hat Struktur
Menschen werden in vielerlei Hinsicht aus der Gesellschaft ausgegrenzt und benachteiligt. Zum Beispiel wegen ihrer Hautfarbe oder dem Geschlecht. Diese Ausgrenzung vollzieht sich auch dann, wenn jemand nicht genug Geld hat, um am sozialen Leben Teil zu haben. Linksjugend [’solid] setzt sich gegen jede Art von Ausgrenzung ein. Wir streiten für eine Gesellschaft, in der alle Menschen die gleichen Möglichkeiten haben und frei, selbstbestimmt und ohne Angst vor Repressionen miteinander leben können. Mach mit!

Kommt am 20. Juli nach Rostock und begeht mit vielen anderen Menschen ab 13Uhr am Neuen Markt den Christopher Streetday in der Hansestadt! Mehr Infos zum Programm findet ihr unter www.csdrostock.com.

Steigende Nazi-Aktivitäten in Mecklenburg-Vorpommern

++ Fast täglich Nazi-Aktivitäten in Mecklenburg-Vorpommern +++ Innenministeriums listet 150 nazitypische Aktivitäten für 2012 auf. +++ Neofaschismus weiter auf dem Vormarsch +

Von Dr. Axel Holz

In einer kleinen Anfrage hatte Linken-Abgeordnete Barbara Borchert die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern nach Veranstaltungen der rechtsextremen Szene in 2012 gefragt. Auf elf Seiten führt das Innenministerium 150 rechtsextreme Veranstaltungen an. Hinzu kommen Aktionen, die lediglich dem Kontrollgremium vorgelegt wurden und eine weitaus höhere Dunkelziffer nicht erfasster Veranstaltungen.

Zu den typischen Nazi-Veranstaltungen zählen Nazi-Gedenken zum Holocaustgedenktag am 27. Januar in Neustrelitz, Aufkleber-Aktionen wie „Wir sind Nazis. Warum seid ihr keine?“ am 7. April in Teterow oder Plakate, mit denen am 9. Oktober in Friedland die Freiheit für einen verurteilten SS-Mörder gefordert wird. Beliebte Themen der Naziszene sind dabei Provokationen gegen das Gedenken für die NSU-Opfer, vermeintliches Heldengedenken und die Instrumentalisierung von Bombenopfern des zweiten Weltkrieges. Gleichzeitig sollen Ängste vor Asylbewerbern geschürt werden und wird vor dem angeblichen Volkstod gewarnt. Flyer und Aktionen der „Unsterblichen“ sollen für die „nationale Sache“ mobilisieren. Mit dem Aktionstag „Raus aus dem Euro“ am 21. April und verstreuten Mahnwachen zur angeblichen Aufklärung über „Kinderschänder“ wird im Norden das bekannte Themenspektrum der extremen Rechten regelmäßig bedient. Zum klassischen Repertoire der rechten Szene gehören Hitlergedenkfeiern, diesmal abgehalten in Bernitt und Hohen Trechow, und die traditionelle Geschichtsverdrehung in Demmin, wo die Befreiung zum 8. Mai als „Vernichtung“ verkehrt und als Trauermarsch inszeniert wurde. Ein Zentrum der Nazi-Aktivitäten in Mecklenburg-Vorpommern ist das Grevesmühlener „Thingh-Haus“. Dort ist neben dem Wahlkreisbüro der NPD auch der „Ring nationaler Frauen“ aktiv, wird neben Rechtsrockkonzerten und Schulungen mit „De Meckelbörger Bote“ die rechte Botenlandschaft bedient.

Erschreckend findet Linken-Abgeordnete Barbara Borchert die hohe Zahl von 25 aktiven Kameradschaften mit 210 bekannten Mitgliedern , darunter die „Nationalen Sozialisten Müritz“, der „Arische Widerstandsbund“ aus Altentreptow und die „Völkische Burschenschar Strasbourg“ sowie die „Ayan Warriors“ in Ückermünde. Bemerkenswert ist die enge Zusammenarbeit zwischen NPD und neonazistischer Kameradschaftsszene, die durch die gemeinsame ideologische Ausrichtung befördert werde, kommentiert der Bericht des Innenministeriums. Zudem verfolge die Szene eine Strategie der Einschüchterung gegenüber politischen Gegnern, etwa durch Droh- und Verleumdungsaktionen.

Ein beliebtes Rekrutierungsmittel für die Nazi-Szene sind in Mecklenburg-Vorpommern Rechtsrockkonzerte. Davon fand ein Konzert im Grevesmühlener „Thing-Haus“ statt, zwei im Szeneobjekt „Schweinestall“ in Viereck, deutlich mehr aber im vorpommerschen Raum um Anklam. Elf Live-Konzerte registrierten die Behörden. Etwa 15 regionale Nazi-Bands sind aktiv und konzentrieren ihr Aufritte zunehmend auf private Feiern, darunter ein Konzert des „Hammerskin Chapter Pommern“ am 28. April in Grevesmühlen mit 400 Teilnehmern, davon wiederum 160 aus anderen Bundesländern. Die herausragende Großaktion der rechten Szene war 2012 das Pressefest der „Deutschen Stimme“ in Pasewalk. Begleitet durch landesweite Proteste musste das rechte Fest auf einen Tag verkürzt werden und die Besucherzahl früherer Konzerte von bis zu 7.000 sank auf 1.200 Teilnehmer. Nicht unerheblich sind die überregionalen und internationalen Kontakte der nordöstlichen Naziszene. Nazis aus Mecklenburg-Vorpommern nahmen an sogenannten Trauermärschen in Sachsen-Anhalt ebenso teil, wie in Lübeck, Hamburg und Bad Nenndorf oder mit eigenem Bus am „Hammerfest“ des „Hammerskin Chapter Schweiz“ am 03. November im französischen Toul mit insgesamt 1.500 Teilnehmern. Einen eher geringen rechtsextremen Einfluss sieht das Innenministerium in Elternvertretungen, Kinder- und Jugendgruppen sowie Vereinen. Der Landtagsabgeordnete der Linken Hikmat Al-Sabty warnt vor der wachsenden Rolle der Frauen in der rechten Szene. Die Nazi-Muttis halten Babykleiderbörsen ab, verteilen Propagandamaterialien und marschieren bei Demonstrationen mit. Im Lübthener „Hotel Hamburg“ wurde der rechte Sportclub „Sportfreunde Griese Gegend e.V.“ gegründet. Auch bei den Neuburger „Sturmvögeln“ mit engen Kontakten zur Artamanen-Szene bei Güstrow mischen Frauen aktiv mit.




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