Feine Sahne Fischfilet: Statement zum Verfassungsschutzbericht 2012

Der Verfassungsschutzbericht für 2012 ist draußen. Viel Neues birgt der vom Innenministerium herausgegeben Bericht nicht. Sebst das SPD-Internetportal „Endstation Rechts“ schreibt über den vom CDU-geführten Ministerium „Im Osten nichts Neues? Verfassungsschutzbericht 2012 ohne neue Erkenntnisse“. Und während in verschiedenen Zeitungen und sogar im Fernsehen von zunehmender rechter Gewalt gesprochen wird, versucht Lorenz Caffier einmal mehr die Gefahr „von links“ zu propagieren. „Vom linksextremistischen Spektrum gingen 2012 mit Abstand die meisten politisch motivierten Gewalttaten aus.“ heißt es zu Beispiel auf Seite 51 des Berichtes.


(Bild gefunden bei feinesahnefischfilet.blogsport.de)

Wie im vergangenem Jahr beschäftigt sich der VS-Bericht 2012 ausführlich auch mit der Punkband Feine Sahne Fischfilet. Auf guten anderthalb Seiten beschäftigen sich die „Verfassungsschützer_Innen“ mit der bei Jugendlichen sehr beliebten Band – fast genauso viel, wie mit allen Nazibands- und Konzerten zusammen. Im Folgenden dokumentieren wir Feine Sahnes Statement zum aktuellen Verfassungsschutzbericht:

Der Verfassungsschutzbericht Mecklenburg Vorpommerns für das Jahre 2012 ist draußen. Auch wir wurden wieder mit einem Absatz in dem Bericht ,,gewürdigt“.
Eins vorweg: Nochmal gibt es keinen Präsentkorb von uns für die Schlapphüte. Die sitzen scheinbar schon genug dumm rum, chillen vorm Internet, und so wollen wir sie natürlich auch nicht dick und fett füttern.
Auf den 1,5 Seiten berichtet der VS bspw. darüber, dass wir es uns erlauben keinen staatstragenden Antifaschismus zu praktizieren, listet Liedtexte von unserem neuen Album auf und erzürnt sich scheinbar ernsthaft darüber, dass wir zu Antifaschistischen Demonstrationen, Blockaden gegen Naziaufmärschen etc. aufgerufen haben.
Auch in diesem Jahr wird nicht über eine einzige neonazistische Band aus Mecklenburg Vorpommern nur ansatzweise so viel berichtet wie über Feine Sahne Fischfilet. Weiterhin führen die Schlapphüte an, dass eine Person von uns wegen einer Polizistenbeleidigung und eines Landfriedensbruches verurteilt ist. Diese beiden Geldstrafen erhielt die betreffende Person, weil er einen Polizeibeamten als ,,Faschist“ beleidigte und weil er am 1.Mai an den Blockaden gegen den Naziaufmarsch in Greifswald teilnahm.
Weiterhin behauptet der VS in seinem Bericht 2012, dass ein Gericht unseren Eintrag im vorherigen VS Bericht 2011 gerichtlich bestätigte. Dies entspricht nicht der Wahrheit, denn bisher haben die Gerichte nur darüber entschieden, ob das Verfahren im Eilverfahren entschieden werden kann.
Gegen das letzte Urteil haben wir übrigens vor ein paar Tagen wieder Einspruch eingelegt. Ob wir auch gegen diesen Bericht gerichtlich vorgehen werden, bereden wir in den nächsten Wochen mit unserem Anwalt.
Auch dieses Jahr ist der VS Bericht mal wieder an vielen Stellen an Erbärmlichkeit nicht zu überbieten. Wenn der Verfassungsschutz, in ihrem Abschnitt über die Taten des NSU in MV, immer noch den falschen Namen des Mordopfers benutzt, dann ist dies eine Zustandsbeschreibung der Verhältnisse und macht unseres Erachtens nach deutlich, wie diese Behörde tickt. Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den Taten des NSU und dem eigenen Versagen in MV findet nicht statt. Eine Behörde, die Nazistrukturen aufbaut, Rassisten hofiert, nach dem Öffentlich werden des NSU ihre Aktenvernichter glühen ließ und Antifaschistische Projekte weiterhin kriminalisiert, gehört abgeschafft. Dies ist und bleibt so!


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