Rostock: „The same procedure as every time …“ – NPD-Kundgebung zum dritten mal in Folge wirkungslos

++ nach „Asyltour MV“ der NPD jetzt „Deutschlandfahrt“ durch Meck-Vorpomm +++ wieder hunderte Gegendemonstrant_Innen +++ Polizei erneut mit Großaufgebot vor Ort +

Von Janin Krude und Philipp Gutrun-Hahn

Wenn es sich nicht um eine ernste Angelegenheit handeln würde, müsste mensch darüber lachen. Zum dritten Mal innerhalb weniger Wochen wollte die NPD in der Rostocker Innenstadt eine Kundgebung abhalten. Und zum dritten Mal erntete sie nichts als Spott und Hohn.

Rückblick – Eierwürfe und Pfeiffkonzerte
Im Rahmen der „Asyltour MV“, wie die Nordost-NPD ihre Hetzveranstaltungen gegen Flüchtlinge und den Euro nannte, kamen die nazis mit ihrem „Flaggschiff“ – einem alten LKW – am 26. Juli das erste Mal nach Rostock am 26. Juli das erste Mal nach Rostock. Hier wurde die braune Minitruppe mit Eier- und Obstwürfen begrüßt, sodass die Kundgebung schließlich vorzeitig abgebrochen wurde. Nur wenige Tage später, am 1. August, wollten Pastörs und co. es ein zweites Mal wissen. Diesmal konnten sie ihre Kundgebung bis zum Ende durchführen, die Polizei half den Neofaschist_Innen mit einem Großaufgebot und sperrten den Platz weiträumig ab. Außenwirkung konnte die NPD auf grund des anhaltenden Protestes auch dieses Mal nicht entfalten. Jedes Mal waren mehrere hundert Menschen vor Ort, die sich lautstark und entschlossen gegen die rassistische Hetze der NPD stellten.

„The same procedur as last time?“
Ein ähnliches Bild zeichnete sich auch heute auf dem Universitätsplatz ab. Die Polizei sperrte weiträumig das Gebiet mit Hambruger Gittern und Polizeiwagen ab. Das Polizeiaufgebot war insgesamt gesehen sogar noch martialischer als bei der vergangenen NPD-Kundgebung. Gute 350 Menschen hatten sich auch heute vormittag wieder zusammengefunden, um die Hetze der NPD in lautem Pfeiffen und anderem Lärm zu ersticken.
Ab 9Uhr sollte die NPD auf dem Uni-Platz stehen. Doch auch fünf nach neun war weit und breit kein NPD-Laster zu sehen, die deutsche Pünktlichkeit ließ deutlich zu wünschen übrig. Schließlich tauchte die braune Truppe samt LKW doch noch auf. Unter lautem Getöse der Gegendemonstrant_Innen bauten die „Kamerad_Innen“ ihre Lautsprecheranlage auf und begannen ihr altbekanntes Spiel zu leiern. Während der Rede des NPD-Bundesvorsitzenden Holger Apfel versagte schließlich die eigens mitgebrachte Riesenanlage, sodass fast eine dreiviertel Stunde lang nichts von der NPD zu hören war. Nachdem eine Ersatzanlage hergerichtet war begann Udo Pastörs, stellvertretender Bundesvorsitzender der NPD und NPD-Landtagsfraktionschef, mit seiner Hetzrede. Während Apfel offenbar garnicht daran interessiert war, seine Rede zu Ende zu bringen, gröhlte Pastörs in die verschnarrte Minisprechanlage. Seine Tiraden gingen im Lärm der Gegendemonstrant_Innen allerdings auch dieses Mal völlig unter. Letztlich packten die Nazis gegen halb 12 mittags ihre sieben Sachen und verschwanden wieder, immernoch begleitet vom bunten Pfeiffkonzert der Gegendemonstrant_Innen und – wie sollte es anders sein – beschützt durch die Polizei.

Fazit: „The same procedure as last time?“ – „The same procedure as every time.“
Festzuhalten bleibt, dass die NPD auch dieses Mal keinerlei Erfolg verbuchen konnte. Wieder schloss sich niemand ihrer Kundgebung an, die Zahl der Gegendemonstrant_Innen stieg dagegen weiter. So wichtig ud notwendig Widerstand gegen rassistische Hetze in der Stadtmitte ist, darf dennoch nicht vergesssen werden, dass in vielen Stadtteilen Rostocks die NPD eine nach wie vor steigende Zustimmung – in allen Bevölkerungs- und Altersschichten – verzeichnen kann. Antifaschistischer Widerstand darf sich deshalb nicht nur auf den alternativ geprägten Stadtkern beschränken, sondern muss sich vor allem auf die Randgebiete der Stadt konzentrieren. Dennoch war der Protest gegen die NPD und ihre menschenverachtende Hetze ein voller Erfolg.


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