Archiv für August 2013

Rostock: Kinofilm „Can´t be Silent“ vom 19. bis 21. August im „Lichtspieltheater Wundervoll“

Am 19., 20. und 21. August läuft in Rostock im „Lichtspieltheater Wundervoll“ (Barnstorfer Weg 4) zu unterschiedlichen Zeiten der Dokumentarfilm „Can’t Be Silent – On Tour with The Refugees“ der autofocus videowerkstatt e.V..

Die Filmemacher_Innen haben die Band „Strom & Wasser feat. The Refugees“ ein Jahr lang auf einer Konzerttour begleitet. Im Ankündigungstext des Li.Wu. heißt es unter anderem: „Der Dokumentarfilm erzählt die Geschichte von vier Musikern, die als Flüchtlinge in Deutschland leben: Nuri (Dagestan), Jaques (Elfenbeinküste), Hosain (Afghanistan) und Revelino (Elfenbeinküste) haben ihr Land verlassen auf der Suche nach einer neuen Heimat, die vielleicht Deutschland ist. Interniert in Flüchtlingslagern und zum Stillstand verurteilt, leben sie einen schockierenden Flüchtlingsalltag. Doch da ist Heinz Ratz. Er hat 80 Asylbewerberheime in Deutschland besucht und dort Musiker von Weltklasseformat gefunden. Seine Combo »Strom & Wasser« wurde kurzerhand durch ein »feat. The Refugees« erweitert und begeisterte auf einer großen Deutschland-Tournee ein riesiges Publikum.“
 
Zur ersten Vorführung am 19. August (19 Uhr) wird die Regisseurin, Julia Oelkers, anwesend sein.

Mehr Infos zum Film unter www.cant-be-silent.de.

Pasewalk: Ein bunter Fleck im braunem Sumpf – der Karneval der Demokratie

++ Aktionsündnis „Vorpommern: weltoffen, demokratisch, bunt“ feierte vergangenes Wochenende ersten Geburtstag +++ neue Stolpersteine in der Stadt verlegt +++ mehrere hundert Menschen setzten Zeichen gegen Rassismus +

Von Marko Neumann und Philipp Gutrun-Hahn

Vor einem Jahr gründete sich das Aktionsündnis „Vorpommern: weltoffen, demokratisch, bunt“. Das einjährige Bestehen des Bündnnisses wurde letztes Wochenende ausgiebig gefeiert – trotz oder besonders wegen einiger brauner Kameraden. Gegründet hatte sich das Bündnis aus Anlass des Deutsche Stimme Pressefestes 2012 in Viereck. Unterschiedlichste Aktionen rund um das neonazistische Spektakel bildeten den Auftakt des bürgerlichen Aktionsbündnisses.

So galt es vergangenen Sonnabend Bilanz über das letzte Jahr zu ziehen und nicht zuletzt ordentlich zu feiern.. Mehrere hundert Menschen beteiligten sich an dem bunten Umzug, in dem sich Alt und Jung nebeneinander wiederfanden. Ausgelassen ging es durch eine Stadt, die meist nur mit rassistischen Ausfällen der Anwohner_Innen in die Öffentlichkeit tritt.

Doch der Karneval war nicht das einzige und auch nicht das wichtigste Ereignis dieses Tages. Insgesamt sechs neue Stolpersteine wurde in der Stadt verlegt, um die Erinnerung deportierter und ermordeter Pasewalker Bürger_Innen jüdischen Glaubens wachzuhalten. Der Karneval der Demokratie machte an den neuen Stolpersteinen halt und hielt jeweils in einer kurzen Schweigeminute inne.

Obwohl das Wetter am frühen Abend nicht mehr ganz mitspielen wollte und am Rande des Karnevals einige Nazis fast schon naturgemäß provozierten, war der Sonnabend durchaus ein lohnendes Ereignis. In Regionen, in denen Nazis zur Normalität gehören, ist jeder Widerstand willkommen und bitter notwendig.

Dokumentation „Nazis im BND – Neuer Dienst und alte Kameraden“

Als im Jahr 2011 vier deutsche Historiker vom Bundesnachrichtendienst (BND) den Auftrag bekamen, die Geschichte der Behörde zu erforschen, sagte ihr damaliger Chef Ernst Uhrlau: „Wir öffnen ein Fass, von dem wir nicht wissen, was drin ist.“ Alois Brunner und Klaus Barbie waren die Schlüsselfiguren bei der Deportation und Ermordung der französischen Juden während des Zweiten Weltkrieges. Beide entzogen sich der Strafverfolgung und wurden von französischen Gerichten in Abwesenheit verurteilt. Beiden wurden gute Kontakte zum BND beziehungsweise zu seinem Vorgänger, der „Organisation Gehlen“, nachgesagt. Wenn nun das „Fass“ geöffnet würde – würden sich konkrete Beweise finden? Was verraten die Akten aus dem BND-Archiv über Rekrutierung und Einsatz von SS-Männern und NS-Funktionären?

Die Dokumentation schildert, wie Männer von SS und Gestapo den Geheimdienst in den ersten Jahren der Bundesrepublik prägten. Von 1946 bis 1968, das waren die Jahre, in denen Reinhard Gehlen, Hitlers Chefaufklärer Richtung Osten, den Geheimdienst im westlichen Nachkriegsdeutschland aufbaute und den „Dienst“ der jungen Bundesrepublik Deutschland führte. Er holte vor allem alte Kameraden aus der Abteilung „Fremde Heere Ost“ in den neuen Dienst. In den Akten findet die Filmemacherin Christine Rütten Belege dafür, wie auch in Nürnberg verurteilte, und später begnadigte Kriegsverbrecher alten Kameraden erstklassige Zeugnisse für den Dienst ausstellten.

Rostock: „The same procedure as every time …“ – NPD-Kundgebung zum dritten mal in Folge wirkungslos

++ nach „Asyltour MV“ der NPD jetzt „Deutschlandfahrt“ durch Meck-Vorpomm +++ wieder hunderte Gegendemonstrant_Innen +++ Polizei erneut mit Großaufgebot vor Ort +

Von Janin Krude und Philipp Gutrun-Hahn

Wenn es sich nicht um eine ernste Angelegenheit handeln würde, müsste mensch darüber lachen. Zum dritten Mal innerhalb weniger Wochen wollte die NPD in der Rostocker Innenstadt eine Kundgebung abhalten. Und zum dritten Mal erntete sie nichts als Spott und Hohn.

Rückblick – Eierwürfe und Pfeiffkonzerte
Im Rahmen der „Asyltour MV“, wie die Nordost-NPD ihre Hetzveranstaltungen gegen Flüchtlinge und den Euro nannte, kamen die nazis mit ihrem „Flaggschiff“ – einem alten LKW – am 26. Juli das erste Mal nach Rostock am 26. Juli das erste Mal nach Rostock. Hier wurde die braune Minitruppe mit Eier- und Obstwürfen begrüßt, sodass die Kundgebung schließlich vorzeitig abgebrochen wurde. Nur wenige Tage später, am 1. August, wollten Pastörs und co. es ein zweites Mal wissen. Diesmal konnten sie ihre Kundgebung bis zum Ende durchführen, die Polizei half den Neofaschist_Innen mit einem Großaufgebot und sperrten den Platz weiträumig ab. Außenwirkung konnte die NPD auf grund des anhaltenden Protestes auch dieses Mal nicht entfalten. Jedes Mal waren mehrere hundert Menschen vor Ort, die sich lautstark und entschlossen gegen die rassistische Hetze der NPD stellten.

„The same procedur as last time?“
Ein ähnliches Bild zeichnete sich auch heute auf dem Universitätsplatz ab. Die Polizei sperrte weiträumig das Gebiet mit Hambruger Gittern und Polizeiwagen ab. Das Polizeiaufgebot war insgesamt gesehen sogar noch martialischer als bei der vergangenen NPD-Kundgebung. Gute 350 Menschen hatten sich auch heute vormittag wieder zusammengefunden, um die Hetze der NPD in lautem Pfeiffen und anderem Lärm zu ersticken.
Ab 9Uhr sollte die NPD auf dem Uni-Platz stehen. Doch auch fünf nach neun war weit und breit kein NPD-Laster zu sehen, die deutsche Pünktlichkeit ließ deutlich zu wünschen übrig. Schließlich tauchte die braune Truppe samt LKW doch noch auf. Unter lautem Getöse der Gegendemonstrant_Innen bauten die „Kamerad_Innen“ ihre Lautsprecheranlage auf und begannen ihr altbekanntes Spiel zu leiern. Während der Rede des NPD-Bundesvorsitzenden Holger Apfel versagte schließlich die eigens mitgebrachte Riesenanlage, sodass fast eine dreiviertel Stunde lang nichts von der NPD zu hören war. Nachdem eine Ersatzanlage hergerichtet war begann Udo Pastörs, stellvertretender Bundesvorsitzender der NPD und NPD-Landtagsfraktionschef, mit seiner Hetzrede. Während Apfel offenbar garnicht daran interessiert war, seine Rede zu Ende zu bringen, gröhlte Pastörs in die verschnarrte Minisprechanlage. Seine Tiraden gingen im Lärm der Gegendemonstrant_Innen allerdings auch dieses Mal völlig unter. Letztlich packten die Nazis gegen halb 12 mittags ihre sieben Sachen und verschwanden wieder, immernoch begleitet vom bunten Pfeiffkonzert der Gegendemonstrant_Innen und – wie sollte es anders sein – beschützt durch die Polizei.

Fazit: „The same procedure as last time?“ – „The same procedure as every time.“
Festzuhalten bleibt, dass die NPD auch dieses Mal keinerlei Erfolg verbuchen konnte. Wieder schloss sich niemand ihrer Kundgebung an, die Zahl der Gegendemonstrant_Innen stieg dagegen weiter. So wichtig ud notwendig Widerstand gegen rassistische Hetze in der Stadtmitte ist, darf dennoch nicht vergesssen werden, dass in vielen Stadtteilen Rostocks die NPD eine nach wie vor steigende Zustimmung – in allen Bevölkerungs- und Altersschichten – verzeichnen kann. Antifaschistischer Widerstand darf sich deshalb nicht nur auf den alternativ geprägten Stadtkern beschränken, sondern muss sich vor allem auf die Randgebiete der Stadt konzentrieren. Dennoch war der Protest gegen die NPD und ihre menschenverachtende Hetze ein voller Erfolg.

Stralsund: Erneuter Übergriff auf nicht rechte Jugendliche in der Hansestadt

Eine Gruppe junger Antifaschist_innen versuchte in der Nacht vom 10. zum 11.08.2013 ein klares Zeichen gegen das „Kinderfest“ der NPD in Stralsund zu setzen. Dieses dient lokalen Neofaschist_innen seit Jahren als Plattform, ihre menschenverachtenden Ideologien zu verbreiten. Schon das 12. Jahr in Folge wurde in der Stralsunder „Brunnenaue“ auf diese Art rassistisches Gedankengut propagiert. Die Stadt reagierte bisher kaum und auch die bürgerliche Mitte bekundet wenig Interesse dafür, sich gegen diese Zustände auszusprechen.

Anders als in den Vorjahren lief die Veranstaltung nicht unter dem Namen „Stralsunder Kinderfest“. Unseren Informationen nach, sprachen Vertreter_innen verschiedener Parteien diesen Sachverhalt an, woraufhin sich die NPD gezwungen sah, den Namen „NPD Kinderfest in Stralsund“ zu verwenden und damit einem Teil ihres bürgerlichen Deckmantels beraubt wurde.

Nicht zum ersten Mal fanden sich aufgrund dessen Aktivist_innen verschiedener Spektren zusammen, um diesem Zustand ein Ende zu setzen. Bereits 2011 wiesen sie durch eine Aktion daraufhin, dass die NPD und deren pseudobürgerliches Auftreten bis zum Himmel stinkt. Um an diese Aktion anzuknüpfen, planten sie über 200 Kilo Pferdekot in der Brunnenaue zu verteilen und das „Kinderfest“ somit nachhaltig zu stören. Bei der Umsetzung dieser Idee wurden sie von ca. 15 Nazis unterbrochen. Der Ort wurde im Vorfeld zwar beobachtet und für sicher befunden, jedoch waren kurz nach Beginn der Aktion aus einem naheliegenden Gebüsch Stimmen zu hören und auf ein Signal hin erschienen die ersten Angreifer. Es sammelte sich eine immer größer werdende Gruppe, die teilweise vermummt, u.a. mit Baseballschlägern, Teleskopschlagstöcken und Pfefferspray bewaffnet, auf die Gruppe von Antifaschist_innen losging und sie mit Sprüchen wie „Na, was wollt ihr Fotzen jetzt machen?“ zu provozieren versuchte. Aufgrund der eigenen zahlenmäßigen Unterlegenheit und dem aggressiven Auftreten der Nazis, beschlossen die alternativen Jugendlichen sich zurückzuziehen. Eine Gruppe von 6-10 Angreifern verfolgte 4, später 5 der Jugendlichen, hierbei wurde eine Person mit Pfefferspray verletzt. Weiterhin wurden die Flüchtenden mit Glasflaschen beworfen. Erst als die Antifaschist_innen andere Passanten auf sich aufmerksam machten, ließen die Verfolger langsam von ihnen ab. Auch die Polizei war schnell mit zivilen und uniformierten Beamten vor Ort, griff jedoch nicht ein und trug somit nicht zu einer Deeskalation der Situation bei.

Insgesamt waren in der Brunnenaue ca. 25 Neonazis unterwegs, wovon bislang keiner der Stralsunder Szene zugeordnet werden konnte. Sie wirkten in ihrem Auftreten auffallend strukturiert (beispielsweise durch das Einsetzen von Spähern), was darauf hinweist, dass der Übergriff langfristig geplant war. Es ist als Teilerfolg zu verzeichnen, dass es den Antifaschist_innen trotzdem gelang, einen Teil der Pferdeexkremente im Areal des bevorstehenden „Kinderfestes“ zu verteilen.

Dieser Vorfall zeigt erneut, wie eng die NPD mit gewalttätigen Rechtsextremisten zusammenarbeitet, um ihre Veranstaltungen durchzuprügeln. Friedlicher Aktivismus wird mit roher Gewalt beantwortet und schwerste Verletzungen in Kauf genommen. Es ist ein Widerspruch in sich, dass sich die NPD tagsüber als familienfreundliche Partei gibt, aber nachts an gleicher Stelle schwerbewaffnete Schlägertrupps auf nicht rechte Jugendliche hetzt.

Neonazis versuchen in Stralsund durch solche Veranstaltungen immer wieder Fuß zu fassen. Dieser Tendenz gilt es offensiv entgegenzutreten. Nazis dürfen nicht ungestört ihre menschenverachtende Ideologie und rassistische Propaganda verbreiten. Nicht in Stralsund und auch sonst nirgendwo! Wir stellen uns weiter energisch Faschist_innen entgegen! Für eine energievolle antifaschistische Gegenkultur!

Übernommen von Indymedia linksunten nach CC2.0 Lizenz.

Eilmeldung: NPD diesen Montag ab 9 Uhr auf dem Rostocker Universitätsplatz!

++ NPD will am 12.08.13 ab 9Uhr am Rostocker Universitätsplatz stehen +++ auch in Schwerin NPD-Kundgebung angemeldet +++ Keinen Fußbreit den Faschist_Innen +

Von Janin Krude

Derzeit macht die NPD mit einer regelrechten „Kundgebungsflut“ Mecklenburg-Vorpommern unsicher. In den vergangenen Wochen steuerte die neofaschistische Partei verschiedene Städte und Ortschaften in MV an, um ihre Hetze gegen Flüchtlinge zu verbreiten.


Bild: Proteste während der „Deutschlandtour“ der NPD 2012 in Rostock, ebenfalls auf den Neuen Markt.

Diesen Montag (12.08.13) will die NPD nicht nur in der Landeshauptstadt ihr Unwesen treiben, sondern auch wieder in Rostock auftauchen. Während die Nazis in Schwerin von 12 bis 16 Uhr eine Kundgebung abhalten wollen, werden sie in Rostock ab 9 Uhr auf dem Universitätsplatz stehen!

Kommt alle zum Rostocker Uni-Platz und zeigt den Nazis, dass ihre rassistische Hetze nicht willkommen ist!

#update: Die NPD Kundgebung findet auf dem Neuen Markt statt!

Kein Kiez für Nazis!
Keine Stimme den Rassist_Innen!
„Sozial gerecht“ schreibt sich ohne n, p, d!

Feine Sahne Fischfilet: Statement zum Verfassungsschutzbericht 2012

Der Verfassungsschutzbericht für 2012 ist draußen. Viel Neues birgt der vom Innenministerium herausgegeben Bericht nicht. Sebst das SPD-Internetportal „Endstation Rechts“ schreibt über den vom CDU-geführten Ministerium „Im Osten nichts Neues? Verfassungsschutzbericht 2012 ohne neue Erkenntnisse“. Und während in verschiedenen Zeitungen und sogar im Fernsehen von zunehmender rechter Gewalt gesprochen wird, versucht Lorenz Caffier einmal mehr die Gefahr „von links“ zu propagieren. „Vom linksextremistischen Spektrum gingen 2012 mit Abstand die meisten politisch motivierten Gewalttaten aus.“ heißt es zu Beispiel auf Seite 51 des Berichtes.


(Bild gefunden bei feinesahnefischfilet.blogsport.de)

Wie im vergangenem Jahr beschäftigt sich der VS-Bericht 2012 ausführlich auch mit der Punkband Feine Sahne Fischfilet. Auf guten anderthalb Seiten beschäftigen sich die „Verfassungsschützer_Innen“ mit der bei Jugendlichen sehr beliebten Band – fast genauso viel, wie mit allen Nazibands- und Konzerten zusammen. Im Folgenden dokumentieren wir Feine Sahnes Statement zum aktuellen Verfassungsschutzbericht:

Der Verfassungsschutzbericht Mecklenburg Vorpommerns für das Jahre 2012 ist draußen. Auch wir wurden wieder mit einem Absatz in dem Bericht ,,gewürdigt“.
Eins vorweg: Nochmal gibt es keinen Präsentkorb von uns für die Schlapphüte. Die sitzen scheinbar schon genug dumm rum, chillen vorm Internet, und so wollen wir sie natürlich auch nicht dick und fett füttern.
Auf den 1,5 Seiten berichtet der VS bspw. darüber, dass wir es uns erlauben keinen staatstragenden Antifaschismus zu praktizieren, listet Liedtexte von unserem neuen Album auf und erzürnt sich scheinbar ernsthaft darüber, dass wir zu Antifaschistischen Demonstrationen, Blockaden gegen Naziaufmärschen etc. aufgerufen haben.
Auch in diesem Jahr wird nicht über eine einzige neonazistische Band aus Mecklenburg Vorpommern nur ansatzweise so viel berichtet wie über Feine Sahne Fischfilet. Weiterhin führen die Schlapphüte an, dass eine Person von uns wegen einer Polizistenbeleidigung und eines Landfriedensbruches verurteilt ist. Diese beiden Geldstrafen erhielt die betreffende Person, weil er einen Polizeibeamten als ,,Faschist“ beleidigte und weil er am 1.Mai an den Blockaden gegen den Naziaufmarsch in Greifswald teilnahm.
Weiterhin behauptet der VS in seinem Bericht 2012, dass ein Gericht unseren Eintrag im vorherigen VS Bericht 2011 gerichtlich bestätigte. Dies entspricht nicht der Wahrheit, denn bisher haben die Gerichte nur darüber entschieden, ob das Verfahren im Eilverfahren entschieden werden kann.
Gegen das letzte Urteil haben wir übrigens vor ein paar Tagen wieder Einspruch eingelegt. Ob wir auch gegen diesen Bericht gerichtlich vorgehen werden, bereden wir in den nächsten Wochen mit unserem Anwalt.
Auch dieses Jahr ist der VS Bericht mal wieder an vielen Stellen an Erbärmlichkeit nicht zu überbieten. Wenn der Verfassungsschutz, in ihrem Abschnitt über die Taten des NSU in MV, immer noch den falschen Namen des Mordopfers benutzt, dann ist dies eine Zustandsbeschreibung der Verhältnisse und macht unseres Erachtens nach deutlich, wie diese Behörde tickt. Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den Taten des NSU und dem eigenen Versagen in MV findet nicht statt. Eine Behörde, die Nazistrukturen aufbaut, Rassisten hofiert, nach dem Öffentlich werden des NSU ihre Aktenvernichter glühen ließ und Antifaschistische Projekte weiterhin kriminalisiert, gehört abgeschafft. Dies ist und bleibt so!

Schwerin: NPD Kundgebung kommenden Montag vor der Siegessäule

++ NPD Kundgebung gegen „Eurowahn und Asylflut“ am 12.08. in Schwerin +++ Protest in Landeshauptstadt formiert sich +++ auch in Schwerin gilt: Keinen Fußbreit den Faschist_Innen! +

Von Janin Krude und Marko Neumann

Seit mehreren Wochen tourt die NPD mit „Flaggschiff“ – einem mit NPD-Werbung beklebten LKW – durch Mecklenburg-Vorpommern, um gegen hierlebende Flüchtlinge zu hetzen. Unter dem Motto „Asylflut und Eurowahn stoppen“ will die neofaschistische Partei auch in der Landeshauptstadt ihre rassistische Propaganda verbreiten.


Bild: Luftballon „Nein zu Neonazis“ während der Demonstration am 18. Februar 2012 in Dresden.

Nach hartnäckigen Protesten gegen die NPD-Kundgebungen in Rostock und Greifswald tourte die kleine Gruppe von Neonazis zunächst durch Vorpommern, um sich schließlich während einer zweiten Kundgebung in Rostock erneut mit blanker Ablehnung mehrerer hundert Menschen konfrontiert sah. Jetzt ist auch die Landeshauptstadt an der Reihe und muss sich gegen die rassistischen Untriebe zur Wehr setzen. In einem Aufruf der Antifa Schwerin Mitte heißt es unter anderem:

„Nun trifft der Wanderzirkus also in Schwerin ein. Hier ist allerdings die Situation anders als in vielen anderen Kreisen und Städten MVs. Durch die dezentrale Unterbringung der Flüchtlinge, existiert auch kein Heim, gegen das gehetzt werden könnte. Die mit Flüchtlingsheimen einhergehende öffentliche Sichtbarkeit der sozialen Probleme von Asylsuchenden, wie Arbeitsverbot, Überfüllung der Heime und Residenzzwang, ist nicht gegeben. Dementsprechend minimal ist auch die Öffentlichkeit auf das Thema ansprechbar. Die Projektionsfläche ist sogar so klein, dass die NPD sich gezwungen sieht, ihre Kampagne um das Anti-EU/Euro Thema vom letzten Jahr zu erweitern. So kann man vielleicht noch einige Angst- und Wutbürger bewegen.
Wir rufen alle Menschen, Initiativen und Gruppen auf, den Nazis zu zeigen, dass ihre inhumanen und altbackenen Parolen nicht auf fruchtbaren Boden fallen. Kommt am Montagnachmittag zur Siegessäule am Schloss und bereitet der NPD einen gebührenden Empfang!“

Widerstand erwartet die braunen Kamerad_Innen also auch in Schwerin. Kommenden Montag will die NPD von 12 bis 16 Uhr vor Ort sein. Lassen wir die braune Propaganda auch in der Landeshauptstadt nicht unwidersprochen. Am Montag heißt es einmal mehr:

Kein Kiez für Nazis! Keinen Fußbreit den Faschist_Innen!

#update: Die Kundgebung findet auf dem Bertha Klingbert Platz statt!

Parchim: Denkmal für die Opfer des Faschismus geschändet

++ Skulpturengruppe „Courage“ in Parchim erneut beschädigt +++ Denkmal erinnert an die Opfer der Todesmärsche 1945 +++ Polizei ermittelt im dunkeln +

Von Janin Krude

Die Skulpturengruppe „Courage“ vor dem Parchimer Stadthaus wurde vor wenigen Tagen stark in Mitleidenschaft gezogen. Drei der Figuren wurden vom Sockel gestoßen und beschädigt.

Das Denkmal soll an die während der Todesmärsche Ende des Zweiten Weltkrieges erinnern. Die Nazis mussten mehr und mehr Konzentrationslager räumen, da die Rote Armee immer weiter Richtung Westen vorstieß. Als Konsequenz trieben SS-Wachen und andere Nazi-Schergen tausende Zwangsarbeiter_Innen quer durch das verbliebene „Reich“. Unzählige von den Nazis Verschleppte starben noch an den Misshandlungen der Aufseher und ihrer Unterernährung bzw. wurden schlicht erschossen.

Es ist nicht das erste Mal, dass das Denkmal angegriffen wurde. Bereits in der Vergangenheit kam es zu verschiedenen Attacken. Ermitteln konnte die Polizei jedoch bislang niemanden und so werden wohl auch in diesem Fall die Täter_Innen ungeschoren davon kommen.

Feine Sahne Fischfilet: Statement zur Konzertabsage in Riesa

Feine Sahne Fischfilet ist sicher eine der bekanntesten antifaschistischen Musikbands, nicht nur in Mecklenburg-Vorpommern. Mit ihrem aktuellen Album „Scheitern und Verstehen“ schafften sie mit ihrem neuen Label Audiolith den bundesweiten Durchbruch. Einer ihrer vielen Konzerttermine sollte Ende August in Riesa stattfinden. Jetzt hat die Stadt den Auftritt abgesagt.


Bild: Feine Sahne bei einem Konzert in Rostock-Lichtenhagen im August 2012 anlässlich des 20. Jahrestages der Pogrome am Sonnenblumenhaus.

Was die NPD und Bündnisgrüne damit zu tun haben und weshalb Feine Sahne trotzdem in Riesa spielen wird, könnt ihr in ihrem Statement nachlesen, welches wir hier dokumentieren:

Am 23.8 sollten wir auf der Jugendbühne beim Stadtfest in Riesa spielen. Eine Stadt, die schon seit Jahren als Nazihochburg gilt.
Über die Anfrage seitens Stadtoffizieller freuten wir uns, denn unseres Erachtens nach ist es wichtig, genau dort hinzugehen,wo es auch mal
wehtuen kann. Wir empfinden es als wichtig, aus seinen Wohlfühlstädten und Kiezen rauszukommen und auch in provinzielleren Gegenden zu spielen,um dort etwas zu bewegen. Genau deshalb veranstalten wir bspw. unsere Releasepartys zu neuen Alben immer in Orten, an denen oftmals nicht viel mehr außer ,,Dorfdisse, Bushaltestelle und anner Tanke rumhängen“ geht.
Umso mehr freuten wir uns über die Anfrage und sagten den Gig zu. In eine Stadt fahren, die regelmäßig Nazikonzerte wie bspw. mit der Landsernachfolgeband ,,Die Lunikoff Verschwörung“ genehmigt, den Sitz der NPD Zeitschrift ,,Deutsche Stimme“ beherbergt und als Nazihochburg gilt…fanden wir eine gute Idee.
Eine gute Idee deshalb,weil uns bewusst ist, dass es auch immer vereinzelt ein paar Leute gibt, die auch in solch Gegenden keinen Bock auf Nazis haben. Leute, die regelmäßig Probleme mit Nazis haben,weil sie sich die gegen die Faschisten stellen. Eingeschüchtert werden, aufs Maul bekommen…schlussendlich oftmals aus nachvollziehbaren Gründen wegziehen.
Deshalb ist es unserer Ansicht nacht umso wichtiger, genau dort zu spielen und den Leuten mal einen Abend zu ermöglichen, wo nicht nur irgendwelche besoffenen Faschos abhängen oder der gute alte deutsche Michel nach`m dritten Bier fleißig abhitlert.
Vor ein paar Wochen veröffentlichte die NPD dann ein Statement, indem sie die Stadt dazu aufforderte unseren Aufrtiitt abzusagen. Dort berief sich die neonazistische Partei auf den Verfassungsschutzbericht Mecklenburg Vorpommerns. Um den weiteren Verlauf zu erläutern,bedarf es keiner vielen Worte. Die Stadt berief sich auf den Verfassungsschutzbericht, folgte der Argumentation der Nazis und wollte somit auch verhindern, dass die Nazis nicht auf ,,ihrem“ schönen Stadtfest von uns provoziert werden.
Nicht die Nationalisten, Rasssistenarschlöcher und andere Gurken sind das Problem,sondern die Leute,die die Probleme anquatschen und sich dazu verhalten,sich positionieren! Der Nachbarsbengel,der Sohn, die Tochter oder der Tunerkumpel sollen ja auch nicht unnötig verärgert werden.Logisch…
Dass der NPD schlussendlich auch noch der städtische Grünenpolitiker Thoralf Koß zur Seite springt und NPD Phrasen drischt, setzt der ganzen Provinzposse nur noch die Krone auf.
Das Wichtigste zum Schluss.
Wir versprechen hiermit hoch und heilig. Wir kommen im Jahre 2013 oder 2014 nach Riesa.Mieten uns irgendwo eine Kegelbahn, , eine schäbige Eckneipe, laden all die coolen Leute zum Eis ein oder organisieren ein Spontankonzert vorm NPD Bürgerbüro.
Daran könnt ihr uns messen. Das ist ein Versprechen!

P.s. Übrigens hat Thoralf Koß(Riesaer Stadtrat,aktiv für die Grünen,Parteilos) in einem offenem Brief behauptet,dass uns das Angebot gemacht wurde, an einem anderen Datum in Riesa in einer Örtlichkeit aufzutreten. Ob der Herr Koß nun wissentlich oder unwissentlich LÜgen verbreitet wissen wir nicht. Eins ist Fakt. Uns hat so ein Angebot niemals erreicht!
die fischfilets

JETZT ANMELDEN: Fortbildungsreihe „Geschlechterreflektierende Arbeit und die Prävention von Rechtsextremismus“

Ab September findet die Fortbildungsreihe „Geschlechterreflektierende Arbeit und die Prävention von Rechtsextremismus“ im Rahmen des Fortbildungsprojekts „Vielfalt Macht Schule“ in der Fachhochschule Güstrow statt. Sie richtet sich hauptsächlich an Lehrer_Innen. Die Fortbildungsreihe, die sich in insgesamt vier Module teilt, ist das Ergebnis der Projektarbeit „Rechtsextremismus und Männlichkeit(en)“.

Das Projekt „Rechtsextremismus und Männlichkeit(en)“ erforscht den Zusammenhang von Rechtsextremismus und Geschlecht und geht der Frage nach, welche Bedeutung Konstruktionen von Geschlecht im modernen Rechtsextremismus beizumessen sind. Auf Grundlage der Reflexion von geschlechtsbezogener Sozialisationsanforderungen und der Hinwendung von Jugendlichen in rechtsextreme Szenen werden Möglichkeiten der geschlechterreflektierenden Präventionsarbeit gegen Rechtsextremismus an Schulen erarbeitet. Zentrale These des Projekts ist, dass eine Entlastung von Geschlechterzuschreibungen durch geschlechterreflektierende pädagogische Ansätze bei Jugendlichen, die (noch) nicht zum harten Kern rechtsextremer Szenen gehören, der Prävention rechtsextremer Einstellungen und Handlungsmuster förderlich sind.
Wann genau geht’s los? Hier die einzelnen Termine:

Modul I: 12./13. September 2013
Modul II: 4./5. November 2013
Modul III: 23./24. Januar 2014
Modul IV: 17./18. März 2014

Mehr Informationen zum Projekt und das Anmeledeformular gibt es unter www.vielfaltmachtschule.de.

Neofaschist_Innen sind von den Veranstaltungen im Vorraus ausgeschlossen.

Rostock: Auch ohne Eierregen – NPD-Kundgebung floppte erneut

++ erneut NPD-Kundgebung auf dem Rostocker Neuen Markt +++ riesiges Polizeiaufgebot schützte Pastörs und co. +++ mehr als 300 Menschen protestierten gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit +

Von Janin Krude und Maro Neumann

Aktuell fährt die NPD im Rahmen ihrer „Asyltour“ kreuz und quer durch Mecklenburg-Vorpommern, um während Kundgebungen gegen alles und jeden zu hetzen, der nicht in ihr krudes Weltbild passt. Im Mittelpunkt ihrer Hetze stehen dabei Flüchtlinge die in MV leben.


Bild: Proteste während der „Deutschlandtour“ der NPD 2012 in Rostock, ebenfalls auf den Neuen Markt.

Vergangenen Freitag kam die NPD auch nach Rostock. Auf dem Neuen Markt wollte der stellv. NPD-Bundesvorsitzende Udo Pastörs seine Hasstiraden verbreiten – doch daraus wurde nichts. Über 250 Gegendemonstrant_Innen pfiffen und buhten die kleine NPD Truppe aus, schließlich flogen sogar Eier, Obst und Gemüse auf den NPD-Landtagsabgeordneten und seine Kameraden. Nach nur einer knappen Stunde zogen die Nazis mit ihrem sogenannten „Flaggschiff“ wieder ab – eine halbe Stunde früher als geplant.

Heute kamen die NPDler_Innen wieder. Die Schmach der vergangenen Woche wollten sie wohl nicht auf sich sitzen lassen, doch auch diesmal mussten sie starken Protest hinnehmen. Schon lange vor dem offiziellen Beginn der Kundgebung standen die ersten Gegendemonstrant_Innen auf dem Neuen Markt herum und staunten nicht schlecht: Die Polizei sperrte weiträumig das Kundgebungsgebiet ab. Mit Hamburger Gittern sicherten Einsatzkräfte der Polizei den Platz für die NPD. Eine Vielzahl von Polizeiwagen standen herum und schlossen schließlich die Sicherheitszone für die Rassist_Innen. Wirkte schon das Polizeiaufgebot von knapp 50 Beamt_Innen vergangenen Freitag überdimensioniert, so fanden sich die Rostocker Bürger_Innen dieses mal in Zeiten des G8-Gipfels 2007 zurück versetzt. Ein martialisches Polizeiaufgebot – unter anderem mit Zivilbeamt_Innen und BFE-Einheiten – sicherten den Neuen Markt, führte Taschenkontrollen durch und kontrollierte zeitweise Personalien.

Mehr als 300 Menschen versammelten sich schließlich um die Absperrungen und pfiffen und buhten die Nazitruppe erneut aus, als diese mit ihrer Kundgebung um halb zehn begannen. Ununterbrochenes Pfeifen und Rufen ließen der NPD auch dieses Mal keine Gelegenheit, ihre rassistische Hetze zu verbreiten. Zu Eierwürfen kam es indes nicht, die Polizei schützte die Nazis – wie so oft in der Vergangenheit. Mindestens ein_e Gegendemonstrant_In wurde während der Proteste von der Polizei festgesetzt.

Nach gut zwei Stunden packten die Kameraden ihre sieben Sachen und fuhren – immer noch beschützt durch starke Polizeikräfte – von dannen. Unterm Strich konnte die NPD auch dieses Mal keinen Erfolg verbuchen. Zwar mussten Pastörs und co. ihre Kundgebung nicht vorzeitig abbrechen, dennoch konnten sie ihre Veranstaltung nur mit Hilfe der ihnen angeblich so verhassten bundesdeutschen Staatsmacht durchführen. Noch mehr Gegendomonstrant_Innen als vergangenen Freitag machten den fehlenden Eierregen mit lautem Getöse wett. Rostock bleibt auch in Zukunft ein schwieriges Pflaster für die Rassist_Innen von NPD und Kameradschaften.




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