Ribnitz-Damgarten: „Kein Castor nach Lubmin!“ – Prozess gegen Atomgegner_Innen am 28. November

„Kein Castor nach Lubmin!“ Unter diesem Motto protestierten im Februar 2011 viele Menschen auf nahezu der gesamten Strecke gegen den Transport von fünf Castor-Behältern aus dem ehemaligen Kernforschungszentrum Karlsruhe nach Lubmin. Zwischen Rostock und Stralsund wurde der Transport mehrmals gestoppt. In der Nähe von Ribnitz-Damgarten hielt der Zug etwa drei Stunden, da sich Personen auf den Bahngleisen angekettet hatten, die nicht ohne weiteres entfernt werden konnten.
Zwei Menschen wird im Zusammenhang mit den Protesten die Störung öffentlicher Betriebe vorgeworfen. „Bei dem Prozess geht es nicht um uns“ sagt einer der Angeklagten. „Bei dem Prozess geht es darum abzuschrecken, damit nicht noch mehr Leute auf die Idee kommen, sich wirkungsvoll gegen die Zumutungen der Atomindustrie zur Wehr zu setzen.“. Deshalb wird die Verteidigung im Prozess deutlich machen, daß die unkalkulierbaren Risiken der Atomkraft es auch im Normalbetrieb rechtfertigen, das Versammlungsrecht nicht nur auf klassische Demonstrationen zu beschränken. „Das alltägliche Risiko eines neuen Fukushima rechtfertigt zivilen Ungehorsam.“

Die Hauptverhandlung am Ribnitz-Damgartener Amtsgericht beginnt am 28.11. 2013, 10 Uhr, im Saal 023. Die Verhandlung ist öffentlich und die Angeklagten freuen sich über Besuch.

Castortransporte: Unnötig und illegal
Der blockierte Transport war unnötig, denn der Müll lagerte in Karlsruhe genauso unsicher, wie er jetzt in Lubmin lagert. Da es weltweit kein Endlager gibt, kommt ein Verschieben von Atommüll „Spazierfahrten“ mit massiven Risiken für die Allgemeinheit gleich. Darüber hinaus war der Transport nach Lubmin illegal. Es fehlt eine gesetzliche Regelung, Atommüll, der nicht aus Rheinsberg oder Lubmin kommt, dort einzulagern. „Aber im Rechtsstaat gelten Gesetze ohnehin nur für die, die keinen Einfluss haben.“
Es könnten weitere Transporte folgen denn, Stichwort Endlagersuchgesetz, der „Urlaub“ der 26 restlichen Castoren in den als Wiederaufbereitungsanlagen verharmlosten Atomschleudern Sellafield und La Hague geht zu Ende und ist aus der Perspektive der Atomlobby Lubmin als größtes Zwischen(End)Lager Deutschlands in strukturschwacher Region nicht ideal, dort gleich alle hinzustellen?

Die gesamte Erklärung der Soli Gruppe findet ihr unter nirgendwo.info.


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