Start der Kampagne „Nichts und niemand ist vergessen! Nazis am 8. Mai in Demmin blockieren!“

Aufruf: „8. Mai 2014 – Nichts und niemand ist vergessen! Nazis in Demmin blockieren!“

Der 8. Mai 2014 stellt den 69. Jahrestag der Kapitulation der deutschen Wehrmacht und damit defacto Nazi-Deutschlands dar. Nach sechs langen Jahren des Krieges war ein Morden beendet, wie es so noch nie in der menschlichen Geschichte vorgekommen ist. Weit über 60 Millionen Menschen starben in Europa, darunter sechs Millionen Jüd_innen, die mit menschenverachtender Grausamkeit ermordet wurden.

Mit den Entnazifizierungsgesetzen wollten die Alliierten nach der Befreiung der Konzentrationslager und Besetzung deutscher Städte den faschistischen Ungeist aus den Köpfen der Deutschen verbannen und mit ihm den deutschen Militarismus. Beide Ziele wurden im Kontext des Kalten Krieges nicht erreicht.

Viele ehemalige NSDAP-Kader konnten in der Bundesrepublik eine neue Karriere machen. Sie wurden Richter, Staatsanwälte, Abgeordnete in Parlamenten, Bundesminister oder sogar Bundeskanzler. Die noch nicht weit entfernte Vergangenheit interessierte die westdeutsche Bevölkerung nur abstrakt, solange die Verbrecher nicht in der eigenen Familie oder im eigenen Freundeskreis zu finden waren.

Auch in Ostdeutschland war die Bewältigung der Verbrechen der Nazis nicht immer einfach. Zwar wurden Nazi-Kader in der späteren Deutschen Demokratischen Republik in der Regel bestraft statt hofiert, dennoch konnten Rassismus und Fremdenfeindlichkeit – wie im westlichen Teil Deutschlands – offenbar nicht aus den Köpfen der Menschen verbannt werden. Die 1947 gegründete Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) wurde wie in der Bundesrepublik drangsaliert und schließlich sogar aufgelöst. Weiter Siehe Rückseite.

Kurz nach der „Wiedervereinigung“ brannten in vielen ostdeutschen Städten Flüchtlingsheime, wurden Flüchtlinge verfolgt und angegriffen. Hoyerswerda, Mölln, Solingen und nicht zuletzt Rostock/Lichtenhagen wurden zu Synonymen für das wiedervereinigte Deutschland in Europa und der Welt.

Menschenverachtende Ideologien fanden nach der Niederringung des Dritten Reiches keineswegs ein Ende. Bereits in den 1960ern gründete sich in der Bundesrepublik die NPD, die bis in die Gegenwart eine der wichtigsten Organisationen der neofaschistischen Szene in Deutschland spielt.

2012 wurde die rechtradikale Partei zum zweiten Mal in Folge in den Schweriner Landtag gewählt. Mecklenburg-Vorpommern stellt zusammen mit Sachsen eine Hochburg der Neonazis dar. In MV agieren sogenannte „Freien Kameradschaften“ und die NPD eng zusammen. Gerade in Vorpommern breiten sich rechte Einstellungen in einem rasanten Tempo aus. In manchen Ortschaften konnten Nazis wieder eine Hegemonie aufbauen. Der Ort Jameln ist mittlerweile ausschließlich von Neofaschist_innen bewohnt. Auch rechte Aufmärsche gehören in vielen Teilen M-Vs zum Alltag.

Zunehmend wird der 8. Mai als „Tag der Befreiung“ in Frage gestellt. Gezielt versuchen Nazis die Verbrechen der Wehrmacht, der SS, der Gestapo und anderer Mordtrupps zu relativieren und den Vormarsch der in Mecklenburg und Vorpommern vorrückenden Roten Armee zu stigmatisieren. Der industriell geplante und durchgeführte Massenmord an den europäischen Jüd_innen darf genauso wenig vergessen werden, wie die Gräuln und das unendliche Leid des Krieges, die es ohne die deutschen Weltmachtspläne – nicht nur Hitlers – nicht gegeben hätte.

Am 8. Mai wollen wieder hunderte Nazis durch die Peenestadt marschieren, um die Geschichte zu verdrehen. Längst hat sicher dieser Aufmarsch fest im Terminkalender der Naziszene in Mecklenburg-Vorpommern etabliert. Lassen wir sie 2014 nicht ungestört ihren Geschichtsrevisionismus verbreiten! Zeigen wir den Nazis, dass sie nicht alleine sind! Weder in Mecklenburg-Vorpommern, noch sonst wo!

Keinen Fußbreit den Faschist_innen! 8. Mai 1945 – Tag der Befreiung!

Unseren Aufruf als Flyer könnt ihr HIER herunterladen. Besucht uns auch auf Facebook unter tagderbefreiung. Zur Kampagnenseite geht’s HIER lang. Aktuelle Infos zur Kampagne gibt es darüber hinaus HIER


Bild: Sticker zur Kampagne könnt ihr entweder direkt bei uns oder im Roten Shop bestellen.


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