Archiv für April 2014

Rostock: Erfolgreicher Ostermarsch 2014

++ 2014 größter Ostermarsch seit Jahren in der Hansestadt +++ über 50 Teilnehmer_innen +++ Konzert mit Uisge im Café Maya +

Pressemitteilung des Rostocker Friedensbündnisses vom 20.04.2014

Der Rostocker Ostermarsch 2014 war erfolgreich. Mit seinen 50 Teilnehmern einer der größeren Ostermärsche der letzten Jahre in Rostock, bewegte er sich durch die Innenstadt zu verschiedenen Mahnorten gegen Militarismus und neue Kriegsgefahr. Die Demonstranten kritisierten dort auch neueste Entwicklungen: So soll ein auf dem Marinestützpunkt Rostock-Hohe Düne stationierter Tender ins Baltikum auslaufen, um die NATO-Präsenz im Osten Europas zu stärken, mit der die Kriegsgefahr im Ukraine-Konflikt weiter angeheizt wird. Dasselbe Ziel werden sechs Kampfflugzeuge vom Typ Eurofighter haben; möglicherweise werden sie vom Fliegerhorst Rostock-Laage kommen. In ihrem Zentrum plant die Stadt eine Umgestaltung der Wallanlagen, bei der alte Sichtachsen wiederhergestellt werden und unter anderem das Kriegerdenkmal zwischen Wall und Rosengarten mehr ins Blickfeld gerückt werden soll. Dagegen ist das Denkmal für den Gewerkschafter Hermann Duncker am Haus der Schifffahrt seit Jahren durch eine Baumkrone verdeckt. Das Rostocker Friedensbündnis und die DFG-VK-Gruppe werden die Stadt auffordern, freie Sicht auf dieses Denkmal zu schaffen, und dabei den Schulterschluss mit den Gewerkschaften suchen.

Mehrere Demonstranten ergriffen am offenen Mikrofon das Wort. Sie äußerten ihre Gedanken zum Jubiläumsjahr 2014 und informierten über den zum 1. Mai angekündigten NPD-Aufmarsch in der Nähe des Denkmals für das Rostocker NSU-Mordopfer Mehmet Turgut und die geplanten antifaschistischen Aktionen an diesem Tag.

Vertreter der besuchten Firmen und Institutionen waren der Einladung der Organisatoren zur Diskussion mit den Demonstranten nicht gefolgt. Allein die Präsidentin der Bürgerschaft hatte sich mit einem Hinweis auf zeitliche Probleme entschuldigt und dem Ostermarsch Erfolg gewünscht. Das Rostocker Friedensbündnis und die DFG-VK-Gruppe kritisieren, wie hier der Auseinandersetzung ausgewichen wurde. Für sie liegt darin ein Beweis dafür, wie notwendig es ist, für eine friedliche und zivile Stadt zu arbeiten.

Auf der Abschlusskundgebung gab es Informationen über den aktuellen Stand der Ostermärsche bundesweit, Musik des Sängers und Gitarristen Uisge samt einem spontanen musikalischen Beitrag eines Demonstranten und die aktuelle Nummer der „Zeitung gegen den Krieg“, einer Zeitung der Friedensbewegung. Abgerundet wurde der Tag mit einem Konzert von Uisge vor interessierten Zuhörern im Rostocker Café Maya.

Aufruf: „Vielfalt statt Faschismus!“ – Gegen den NPD-Aufmarsch am 1. Mai in Rostock

Der 1. Mai ist der Tag, an dem weltweit Menschen für gleiche Rechte, eine gerechte Arbeitswelt und freies, selbstbestimmtes Leben auf die Straße gehen. Der Tag, an dem weltweit für ein Leben ohne Krieg, Ausbeutung, Sexismus, Rassismus, Antisemitismus und andere Formen von Diskriminierung gekämpft wird. Der Tag für ein schöneres Leben – ganz bestimmt ohne Nazis!

Ausgerechnet am 1. Mai will die NPD unter dem Motto „Arbeit – Heimat –Zukunft“ durch Dierkow und Toitenwinkel aufmarschieren. Damit wollen sie den 1. Mai nationalistisch umdeuten und zum „Tag der deutschen Arbeit“ machen. Mit menschenverachtenden Parolen wie „Arbeitsplätze nur für Deutsche“ oder „Asylmissbrauch stoppen“ hetzen sie in den letzten Jahren gegen MigrantInnen und Asylsuchende. Dass die NPD zudem mit ihrer Demonstration unweit des Todes- und Gedenkortes von Mehmet Turgut entlang marschieren wollen, der am 25. Februar 2004 in einem Imbiss in Toitenwinkel vom NSU ermordet wurde, ist eine Verhöhnung des Opfers und darf nicht zugelassen werden!

Die schrecklichen Folgen der Nazi-Herrschaft 1933-1945 können wir nicht ungeschehen machen, das rassistische Pogrom von Rostock-Lichtenhagen und den Mord an Mehmet Turgut sowie den anderen NSU-Opfern nicht rückgängig machen. Vielmehr sollten wir daraus lernen und konsequent für ein freies und sicheres Leben für alle eintreten und dafür kämpfen!

Ob Nazis mit ihrer menschenverachtenden Ideologie wieder durch unseren Straßen marschieren oder nicht, liegt an uns!

Die Millionen Opfer aus den Konzentrations- und Vernichtungslagern und des von Nazi-Deutschland entfachten Weltkriegs, aber auch die Opfer des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ und alle anderen Opfer neonazistischer Gewalt mahnen uns:

Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg! Nie wieder NSU!

Am 1. Mai wollen wir daher gemeinsam mit allen antifaschistischen Kräften aus Vereinen, Verbänden, Gewerkschaften, Initiativen, Parteien, Jugend- und Studierendenverbänden, Kirchen sowie zahlreichen Rostocker Einwohnerinnen und Einwohner den Naziaufmarsch blockieren. Von uns wird dabei keine Gewalt und Eskalation ausgehen. Wir sind solidarisch mit allen, die sich dem Naziaufmarsch entgegenstellen wollen.

Deshalb „1. Mai – Rostock nazifrei! Vielfalt statt Faschismus“!

Kommt zur Demonstration und beteiligt euch an weiteren Veranstaltungen in Dierkow/Toitenwinkel!

Start der Demo: 1. Mai / Holzhalbinsel / 10 Uhr

Mehr Informationen findet ihr in Kürze bei uns oder direkt unter rostock-nazifrei.systemausfall.org.

Rostock: Soli-Party „Electro in my Heart meets Medinetz Rostock e.V.“ am 26.04.13 im Peter Weiss Haus

Das Medinetz Rostock e.V. vermittelt medizinische Hilfe für Flüchtlinge, Illegalisierte und Menschen ohne Papiere. Die Vermittlung der Patientinnen und Patienten erfolgt ausschließlich ehrenamtlich. Dennoch fallen Kosten an – zum Beispiel für Medikamente, Krankenhausaufenthalte und teure, aufwändige Untersuchungen. Damit wir diese Maßnahmen finanzieren können, sammeln wir Spenden und organisieren Benefizveranstaltungen.

Am 26. April könnt ihr ab 23 Uhr im Peter Weiss Haus Rostock neben Flexxi (Rotzige Beats) und Blockskip unter anderem auch zum Kollektiv „HalloUmi Bros“, welches sich Anfang des Jahres in Berlin gefunden hat, abgehen. Der Erlös der Party kommt dem Medinetz Rostock e.V. zu Gute.

Greifswald: „Teurer Blackout“ – Neonazi Marcus Gutsche verurteilt

Vielerorts traf die NPD während des Wahlkampfs im Sommer des vergangenen Jahres auf Protest. In Greifswald griff einer ihrer Anhänger einen Gegendemonstranten an und fügte ihm mit einem Fußtritt in den vollen Lauf erhebliche Verletzungen zu. Nachdem der Angreifer zum ersten Prozesstermin im Dezember kurzfristig krank ausfiel, kam es gestern vor dem Amtsgericht Greifswald zur Verhandlung. Der 31-Jährige Marcus Gutsche wurde darin zur Zahlung von 80 Tagessätzen à 20€ verurteilt. Außerdem hat er die Kosten des Verfahrens und die Auslagen der Nebenklage zu tragen.

Pressemitteilung der Opferberatung für Betroffene rechter Gewalt LOBBI vom 16.04.2014

Bereits im Vorfeld des Prozesses wurde der Tathergang durch ein anonym veröffentlichtes Video bekannt. Alle ZeugInnen und auch der Täter selbst bestätigten, dass es am Rande der Gegendemonstration zu einer Verfolgung von Gegendemonstranten durch Anhänger der NPD kam, denen wiederum weitere GegendemonstranInnen hinterher liefen, darunter auch der Nebenkläger. Dabei kam es zu dem Tritt durch Marcus Gutsche, infolge dessen der Betroffene zu Boden ging. Die körperlichen Folgeschäden halten bis heute an.

Marcus Gutsche ließ sich vor Gericht zu dem Tatvorwurf ein und gab an, als Fotograf vor Ort gewesen zu sein, um „Gegendemonstranten und die Gesamtsituation zu dokumentieren“. An die Verfolgung habe er sich zwar erinnern können, nicht jedoch an den Tritt selbst – das Adrenalin habe zu einem Blackout geführt, als er seine Freundin vor einer „schwarzen Wand“ aus Menschen beschützen wollte, die auf sie zugestürmt sei. Auch die 21-Jährige Partnerin des Angeklagten, die sich in unmittelbarer Nähe befand, gab an, sich an Details nicht zu erinnern und nicht gewusst zu haben, warum sie überhaupt über den Markt gelaufen ist.

Das Gericht schenkte den „nebulösen Aussagen“ und der Affekt-Behauptung keinen Glauben, wertete jedoch die Quasi-Einlassung und die Spontaneität der Tat trotz des festgestellten Vorsatzes als strafmildernd. Ein Antrag auf Schmerzensgeld wurde bewilligt, die Höhe jedoch noch nicht festgesetzt.

Der aus Berlin stammende Gutsche gilt als eine Schlüsselfigur der Greifswalder Neonaziszene und trat in der Vergangenheit vor allem durch so genannte „Anti-Antifa“-Aktivitäten in Erscheinung. Dazu gehören insbesondere Recherchen zu und die Einschüchterung von politischen GegnerInnen, weshalb dem Prozess breite Öffentlichkeit sicher war. Wie schon im Dezember wurde die Verhandlung von gut 80 Demonstrierenden begleitet, die vor dem Gerichtsgebäude warteten und Solidarität mit Betroffenen rechter Gewalt forderten. Trotz des großen Interesses wurde der Prozess, ohne genaue Angabe von Gründen, kurz zuvor in einen kleineren Verhandlungssaal verlegt.

„Es ist schon bedauerlich, dass auf reges öffentliches Interesse mit derartigen Kontrollmaßnahmen seitens der Behörden reagiert wird und sowohl Presse als auch UnterstützerInnen vom Zuschauen abgehalten werden“, so Robert Schiedewitz Mitarbeiter bei LOBBI. Auch der Beratungsnehmer bemängelt, dass die Begleitung durch die Opferberater in das ZeugInnenzimmer oder vor den Verhandlungssaal von der massiv vertretenen Polizei verhindert wurde.

Auch wenn die Solidaritätsbekundungen als wichtige Unterstützung wahrgenommen wurden, zeigte sich der Betroffene vor allem enttäuscht darüber, dass das Gericht im Urteil unter der von der Staatsanwaltschaft geforderten Strafe blieb und die politische Dimension der Tat kaum eine Rolle spielte. „Ich finde es zwar sehr gut, dass das Gericht bemüht war, sich an die Fakten zu halten und nicht den Aussagen des Täters zu verfallen, aber für mich bleiben viele Ungereimtheiten.“ Da die körperlichen und psychischen Folgeschäden am gestrigen Tag vom Gericht nicht abschließend festgehalten wurden, bleibt dem Betroffenen jetzt nur übrig, zur Festsetzung der Höhe des Schmerzensgeldes weiter den zivilrechtlichen Weg zu gehen. „Endlich mit der Sache abschließen zu können, war eigentlich mein Hauptwunsch, aber nun ist es leider doch noch nicht vorbei“, sagte er nach dem Prozess.

Der Vorfall auf dem Markt war nicht der einzige rechte Übergriff in der Hansestadt, der im Zusammenhang mit dem Wahlkampf der NPD steht. Nur gut zwei Wochen nach der Attacke auf dem Markt wurde aus einem Plakatiertrupp der NPD heraus ein Wohnhaus in der Grimmer Straße angegriffen. Der Prozess gegen den mutmaßlichen Haupttäter, einen NPD-Stadtvertreter von der Insel Usedom, findet im Mai statt.
Außerdem ist eine Vielzahl von Sachbeschädigungen an den Wahlplakaten demokratischer Parteien bekannt, die sich der Neonaziszene zuordnen lassen. Marcus Gutsche und seine Partnerin sind auch hier wieder angeklagt, die Verhandlung soll am 28. April, ebenfalls vor dem Greifswalder Amtsgericht stattfinden.

Weitere Berichte findet ihr hier und hier. Bilder gibt es unter anderem hier.

Parchim: „Nie wieder Faschismus Vol.III“ Party am 10.05.2014 in der Scheune

Am 10. Mai steigt in der Parchimer Scheune die mittlerweile dritte Party zum Jahrestag der Befreiung unter dem Motto „Nie wieder Faschismus!“. Im Ankündigungstext heißt es unter anderem:

„… für die Inhaftierten der faschistischen Konzentrationslager, die noch in der Agonie des NS-Regimes auf Todesmarsch geschickt worden waren, für die Zwangsarbeiter, die in verschiedenen Formen Sklavenarbeit für die deutsche Industrie, die Landwirtschaft und Kriegspolitik leisten mussten, für die Nazigegner in Deutschland selber…“

Dieses Jahr geben sich die Ehre Pyro One, Radical Hype und Master Al. Los geht’s um 21 Uhr, für 5€ seit ihr dabei!

Vormerken und vorbeikommen! Wer nicht feiert, ist selber schuld!

Zinnowitz: Demo gegen geplantes Fracking am 21.04.14

Am Ostermontag gemeinsam mit Andreas Hoppe (Schauspieler, Tatort-Kommissar) gegen die geplante Erdölförderung in Mecklenburg-Vorpommern demonstrieren.

Preseerklärung der Bürger_inneninitiative Lebensraum Vorpommern e.V. vom 09.04.2014

Das Land Mecklenburg Vorpommern ist durch die geplante Erdölförderung der kanadischen Firma Central European Petroleum (CEP) in Gefahr. Auf Usedom, bei Barth und bei Anklam soll in den nächsten Jahren nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen Erdöl gefördert werden. Testbohrungen bei Barth …mit der umstrittenen Methode der Hydraulischen Stimulierung (engl. Hydraulic Fracturing oder Fracking) in Verbindung mit Horizontalbohrungen sind bereits genehmigt. Bei diesem Verfahren handelt es sich eindeutig um das Fracking, was von über 80 % der Bevölkerung entschieden abgelehnt wird, und nun zum ersten Mal in großem Stil in Ostdeutschland angewendet werden soll. „Fracking gefährdet vor allem unser wichtigstes Lebensmittel, das Grundwasser. Die Gefahr einer Kontamination ist ständig gegeben, unsere Lebensgrundlagen sind akut bedroht,“ versichert Christa Labouvie, Vorsitzende der Bürgerinitiative „Lebensraum Vorpommern“ e.V..

Die Bürgerinitiative „Lebensraum Vorpommern“ e.V., Die GRÜNEN Vorpommern Greifswald, Die Linke. Peene-Uecker-Ryck, Die Grüne Jugend Mecklenburg-Vorpommern und die linksjugend [’solid] Mecklenburg- Vorpommern“ rufen daher gemeinsam auf, gegen die Pläne der CEP am Ostermontag 21.4. 2014 ab 14:00 Uhr zu demonstrieren. Die Demonstration wird vom Bahnhof aus starten und bis zum Kurpark führen. Dort wird es eine Kundgebung, Musik und viele Informationen zur geplanten Erdölförderung geben. Andreas Hoppe (bekannt als Tatort-Kommissar Mario Kopper) wird am Ostermontag dabei sein, um den Protest zu unterstützen. Der Schauspieler sagt: „Erdöl-Fracking ist mit großen Risiken für Menschen und Umwelt verbunden. Ich liebe die intakte Natur in Mecklenburg-Vorpommern und möchte mich dafür einsetzen, dass diese erhalten bleibt. Darum werde ich am Ostermontag die regionalen Initiativen gegen Erdölfracking unterstützen.“ Weiter fügt er hinzu: „Ich hoffe, dass viele Menschen dem Aufruf folgen und mit uns gemeinsam zeigen, dass wir auch in Mecklenburg-Vorpommern keine schmutzige Erdölförderung wollen.“

Rostock: Veranstaltung „Vom Aufregen zum Auflegen“ am 17.04.2014 im Peter Weiss Haus

„Es muss endlich dem letzten Indie-Kavalier und superaufgeklärten Popkulturspezialisten ein seltsames Gefühl beschleichen, wenn er bei den wichtigsten Dingen des Lebens immer nur von männlichen Kumpels umgeben ist, er muss endlich merken, das mit ihm was nicht stimmt, nicht mit den Frauen, die es in seiner Szene angeblich gar nicht gibt.“ (Christiane Rösinger)


Bild: 17. April – Queer Poldo im PWH No.4!

Frauen gibt es angeblich auch in der DJ-Szene nicht. Und wenn sie doch mal hinter den Decks auftauchen, wird diese Besonderheit auf Veranstaltungsplakaten mit dem lable „DJane“ versehen. Ungebetene Ratschläge, (Über-)griffe ins Mischpult und die Frage ob der Plattenkoffer nicht zu schwer sei, gehören hier zur Tages- bzw. Nachtordnung. Gespannt auf die Erfahrungen dieser Unsichtbar gemachten, laden wir zum QueerPolDo ein. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion berichten 5 DJs über ihre Erlebnisse als Frau in einem männerdominierten Bereich. Wie sind sie zum Musik machen gekommen? Welche Widerstände sind ihnen begegnet? Welche empowernden Momente haben sie erlebt und was halten sie eigentlich von der Bezeichnung „DJane“?

Wann und wo geht’s los? Am 17. April im Peter Weiss Haus ab 19 Uhr 30.

Im Anschluss an die Diskussion gibt es für Besucher_innen die Möglichkeit, in einem Open Space sich selbst an den Reglern auszuprobieren.

Geladen sind:
bill belén (Berlin)
Gritpop (Leipzig)
L_Sa (Dresden)
Finess (Berlin)
Boys on the Side (Rostock)

Wismar: Infoveranstaltung zur Demonstration „Militarismus stoppen!“ am 19.04.14

Am 15.​04.​2014 wird es 19 Uhr (!) einen kur­zen In­fo­vor­trag der Frie­dens­in­itia­ti­ve Wis­mar zum Os­ter­marsch 2014 geben. Hier wer­den Hin­ter­grün­de und In­for-ma­tio­nen zur De­mons­tra­ti­on „Militarismus stoppen!“ am 19. April ge­ge­ben.

Im An­schluß er­folgt ein star­ker The­men­sprung zum NSU-​Kom­plex. Ab 19.​30 Uhr (!) wird der Film „Sie kamen von hier“ ge­zeigt – Eine Dokumentation, die den Um­gang der Je­na­er Bür­ge­r_in­nen mit dem Pro­blem „Neo­na­zi“be­leuch­tet und den Wer­de­gang der NSU-​Ter­ror­zel­le ver­sucht teil­wei­se auf­zu­zei­gen.

Der Ein­tritt ist wie immer frei. Ver­an­stal­tungs­ort ist in beiden Fällen das In­fo­café im Wis­ma­rer Ti­ko­zi­gal­pa.

„Naziaufmärsche blockieren ist unser Recht“ – Kein NPD-Aufzug am ersten Mai durch Rostock!

+ NPD will am ersten Mai durch Rostocker Nordosten marschieren +++ Kundgebungen nur wenige hundert Meter von Mahnmal für NSU-Opfer Mehmet Turgut entfernt +++ rassistische Hetze keine Lösung, sondern Teil des Problems ++

Von Janin Krude und Marko Neumann

Am ersten Mai will die neofaschistische NPD in Rostock marschieren. Etwa 300 Nazis wollen durch den Rostocker Nordosten, genauer gesagt durch die Stadtteile Dierkow und Toitenwinkel, laufen. Geplant sind unter anderem zwei Kundgebungen in der Martin-Luther-King-Allee und im Kurt-Schumacher-Ring in der Nähe des Sky-Marktes, damit ziehen die Nazis nur einige hundert Meter am Mahnmal für den vom „Nationalsozialistischen Untergrund“ ermordeten Mehmet Turgut vorbei.

NPD-Aufmärsche am ersten Mai in MV haben Tradition
Angemeldet wurde der NPD-Aufmarsch, der unter dem Motto „Arbeit – Heimat – Zukunft – Wir kämpfen für Deutschland“ steht, von dem umtriebigen NPD-Landtagsabgeordneten David Petereit. Petereit gehört zu den aktivsten NPD-Kadern im Land. Bis zu ihrem Verbot baute er unter anderem die Kameradschaft „Mecklenburgische Aktionsfront – M.A.F.“ auf und zeichnet verantwortlich im Sinne des Presserechts für die Internetseite „Mupinfo“, der wichtigsten Nazi-Website in Mecklenburg-Vorpommern.
Schon vor vier Jahren wollte die NPD durch Rostock marschieren. Während der Stadtteil Lütten Klein von einer Blockade abgeschirmt wurde, mussten die Nazis auf das benachbarte Viertel Groß Klein ausweichen. In den vergangenen Jahren meldete die NPD immer wieder Aufzüge in verschiedenen Städten Mecklenburg-Vorpommerns an. Aufgrund mehrerer kleiner Aufmärsche im Land und geringer werdender Teilnehmer_innenzahlen, verzichtete die Partei allein vergangenes Jahr auf einen Aufmarsch am „Tag der deutschen Arbeit“.

Europa- und Kommunalwahlen 2014
Die anstehenden Kommunal- und Europawahlen lassen die NPD im Nordosten aufhorchen. Besonders im Rostocker Nordosten erhielt die neofaschistische Partei in den letzten Jahren erheblichen Zuspruch. Offenbar möchte man den Aufmarsch nicht zuletzt für den anstehenden Wahlkampf benutzen. Nachdem einer Klage der Bundes-NPD gegen die Drei-Prozent-Hürde bei den Europawahlen stattgegeben wurde, rechnet man sich aussichtsreiche und gutbezahlte Abgeordnetenposten im Europaparlament aus. An der Spitze der Europaliste steht der NPD-Bundesvorsitzende, Udo Pastörs, der gleichzeitig Fraktionsvorsitzender der NPD-Landtagsfraktion im Schweriner Schloss ist.

NPD-Aufruf: Schuld sind, wie immer,… die „Ausländer“.
In gewohnter Manier verzerrt die NPD in ihrem Aufruf die sozialen und ökonomischen Probleme des Landes und die Schuld an allem haben – natürlich – Migrant_innen. „Wir fordern […] vollwertige Arbeitsplätze und gerechte Löhne in unserer Heimat. Das bedeutet […] den sofortigen Stopp der Masseneinwanderung die lediglich zur Verschärfung der Konkurrenzsituation auf dem Arbeitsmarkt dient“ heißt es unter anderem in dem Text. Populärer Weise wird anschließend ein „flächendeckender Mindestlohn“ gefordert, ohne jedoch eine konkrete Mindestbezahlung zu nennen. Der – in Industrieländern übliche – Bevölkerungsschwund wird einmal mehr als „Volkstod“ inszeniert, auch hier sollen „die Ausländer“ wieder eine erhebliche Mitschuld tragen.
Das bestehende Asylgesetz, das so regressiv wie kein anderes in Europa ist, wird als „löchriger als ein Schweizer Käse“ bezeichnet. Als Antwort hat die NPD „umfangreiche Sofortmaßnahmen“ ins Auge gefasst. Schlussendlich behauptet die NPD einmal mehr, eine Alternative zum kapitalistischen System aufbauen zu wollen. Hohle Phrasen und Tatsachenverdrehungen – die NPD versucht einmal mehr auf Dummenfang zu gehen mit ihrem aktuellen Aufruf.

Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Hass auf alles vermeintlich andersartige ist jedoch nicht die Lösung auf den existenzbedrohenden Kapitalismus – im Gegenteil, sie sind kapitalismusimanente Bestandteile dieses neoliberalen Systems. Die NPD bietet keinen Ausweg aus der kapitalistischen Krise, denn ihre Erfolge sind letztlich nichts anderes als das Symptom einer Gesellschaft, die immer weiter auseinanderfällt. Die Antwort auf die menschenverachtende Hetze der Nazis kann deshalb einmal mehr nur lauten:

Keinen Fußbreit den Faschist_innen!

Egal, ob Rostock, Demmin oder anderswo: Naziaufmärsche blockieren ist unser Recht!

Infoveranstaltungen zum Naziaufmarsch am 8. Mai in Demmin

Auch wenn die NPD am 1. Mai durch Rostock marschieren will, gehen die Vorbereitungen gegen den Naziaufmarsch am 8. Mai in Demmin unvermindert weiter. Mehrere regionale und überregionale Infoveranstaltungen werden euch in den kommenden Wochen auf dem Laufenden halten. Hier die aktuelle Liste der Mobi-Abende:

11. April – Bre­men – Siel­wall­haus – 20 Uhr
12. April – Ol­den­burg – Al­ham­bra – 19.​30 Uhr
17. April – Ham­burg – Rote Flora – Uhr­zeit folgt
21. April – Rostock – Café Median – 19.30 Uhr
24. April – Lübeck – Café Bra­zil – 19 Uhr
24. April – Rostock – PWH – 19.30 Uhr
02. Mai – Wismar – Tikozigalpa – 19.00 Uhr

Weitere Infoveranstaltungen wird es unter anderem geben Hamburg, Greifswald, Neubrandenburg, Schwerin, Gadebusch und Berlin. Genaue Infos bekommt ihr demnächst bei uns oder direkt bei Demmin nazifrei.

Nicht lange fackeln: Naziaufmarsch am 8. Mai durch Demmin verhindern!

Gemeinsamer Kurzaufruf der Antifa Rostock und der Antifa Defiant Greifswald.

Seit 2006 marschieren Neonazis am 8. Mai durch die Kleinstadt Demmin in Mecklenburg-Vorpommern. Auch in diesem Jahr werden sie wieder versuchen ihren „Trauermarsch“ abzuhalten. Für die Neonazis ist der 8. Mai nicht der Tag der Befreiung vom Faschismus, sondern der Tag, an dem ihr mörderisches Reich unterging. Getarnt im Klagelied um angebliche Gräueltaten durch die Rote Armee, trauern sie öffentlich dem Nationalsozialismus nach. Demmin bietet den Neonazis von NPD und freien Kameradschaften dafür einen idealen Anlaufpunkt. Hier konnte auch ohne Zutun faschistischer Kräfte die Mär vom „blutrünstigen Russen“, der angeblich tausende unschuldige Demminer_innen in den sogenannten „Massenselbstmord“ trieb, jahrzehntelang Blüten treiben.

Doch es tut sich etwas. Engagierte Historiker_innen versuchen den Mythos durch eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Geschehen zu entzaubern und können dabei erste Erfolge vorweisen. Und den Neonazis bläst in den letzten Jahren kräftiger antifaschistischer Widerstand entgegen. Im vergangenen Jahr stellten sich knapp 600 Menschen dem Aufmarsch in der Provinzstadt in den Weg, es kam zu Blockaden und direkten Aktionen. Wir wollen, dass die Trauerklöße auch 2014 nicht ungestört durch Demmin marschieren können. Deshalb rufen wir euch auf: Kommt am 8. Mai nach Demmin und stellt euch den Neonazis in den Weg! Helft mit die Erfolge der vergangenen Jahre Schritt für Schritt auszubauen, damit die Neonazis nicht durchkommen! Mit unseren Aktionen gegen den Aufmarsch feiern wir gemeinsam ganz praktisch den Tag der Befreiung vom Faschismus.

Спасибо! Dank euch, Ihr Sowjetsoldat_innen!

Theatertournee „V wie Verfassungsschutz“ durch MV von 22.-26.04.14

++ Kölner Theatergruppe „Nö-Theater“ kommt in den Nordosten +++ Theaterstück „V wie Verfassungsschutz“ tourt vom 22.-26. April durch MV +

Pressemitteilung des Ajuku e.V. Stralsund vom 09.04.2014

Im April tourt der Verfassungsschutz durch Mecklenburg-Vorpommern und sucht dort, wo selbst der NSU Urlaub machte, nach Spuren junger Leute, die das politische Tagesgeschehen nicht einfach an sich vorbei rieseln lassen. Kritisch, euphorisch und ohne Blatt vor dem Mund zeigt die Kölner Theatergruppe „Nö-Theater“ mit „V wie Verfassungsschutz“ die wahren Gefahren für die Demokratie und beleuchtet den Themenkomplex der Verbrechen des NSU genauer. Regisseur Janosch Roloff (30 Jahre) machte sich mit seinen politischen und brandaktuellen Stücken (u.a. über Oury Jalloh und Steve Jobs) bereits in Köln einen Namen und bespielt in den kommenden Wochen den Osten und den Norden der Republik. An seiner Seite stehen die Schauspielkolleg_innen Talke Blaser, Felix Höfner und Asta Nechajute. Für „V wie Verfassungsschutz“ erhielt das freie Ensemble „Nö-Theater“ sowohl den Kölner Theaterpreis als auch den Kurt-Hackenberg-Preis für politisches Theater.

Beginnen wird die M-V Tour mit Auftakt im Tikozigalpa Wismar am 22.04. und besucht anschließend am 23. April Stralsund. Dazu laden wir herzlich um 19.00 Uhr in die Alte Eisengießerei, der Bühne des STiC-er Theaters, ein. Die weiteren Termine sind an den Folgetagen das Peter-Weiss-Haus Rostock am 24. April, das IKuWo in Greifswald am 25.04. und das Komplex Schwerin am 26. April.

Zusätzliche Informationen gibt es im Internet unter www.noetheater.de und unter www.ajuku-stralsund.de.

„Wenn der Verfassungsschutz eine Theatergruppe wäre, würde er dieses Stück mit Sicherheit aufführen, um festzustellen wer im Publikum sitzt. Nachdem das Nö-Theater Informationen recherchiert, gesammelt und ausgewertet hat übernimmt es diese Herausforderung stellvertretend und setzt dem Verfassungsschutz ein theatrales Denkmal – nach dem Motto: Wir kamen, sahen weg und versagten.“ (Janosch Roloff)

Die Veranstaltung des Ajuku e.V. wird öffentlich unterstützt von der Initiative Rock gegen Rechts Stralsund.

Kurzmeldung: NPD will am 1. Mai durch Rostock marschieren!

Der erste Mai ist für die bundesweite Naziszene seit Jahren ein fester Termin im Kalender und auch in MV versucht die neofaschistische NPD regelmäßig in unterschiedlichen Städten des Landes aufzumarschieren. Nachdem die Nazis bereits 2010 die Hansestadt mit ihrer geschichtsrevisionistischen und menschenverachtenden Hetze heimzusuchen, wollen sie es 2014 offenbar erneut versuchen. Weitere Infos folgen!

Haltet die Augen & Ohren offen und achtet auf Ankündigungen!

No pasaràn!


Bild: Egal ob Rostock, Demmin oder anderswo: Nicht lange fackeln – Nazis blockieren!

Greifswald: Vortrag und Diskussion „Fußball und Kapitalismus“ am 10.04.14 im IKuWo

Im Rahmen des Salon de la Critique findet am 10. April um Uhr 20 im IKuWo die Informations- und Diskussionsveranstaltung „Fussball und Kapitalismus – Es gibt keinen richtigen Ballsport im falschen“ mit Jan Tölva statt. Eine Veranstaltung der Defiant Antifa Greifswald.

Vielen Fußballfans ist die „Kommerzialisierung” des Sports, respektive des Profifußballs in den oberen Ligen ein Dorn im Auge. Allerorts lassen sich Plakate und Aktionen dagegen finden. Irgendetwas scheint aus der Sicht der Fans falsch zu laufen. Leider verbleibt die Kritik meist jedoch in einer sehr verkürzten Form und ist folglich kaum geeignet, die Probleme wirkungsvoll anzugehen. Im Dunkeln bleibt dabei oftmals, was es eigentlich überhaupt mit dieser „Kommerzialisierung” auf sich hat. Noch weniger im Fokus steht die Diskussion, woher das Problem rührt und wie der Fußball im kapitalistischen System funktioniert.

Der Vortrag soll aufzeigen, dass auch der Profisport lediglich eine Ware ist, welche auf dem Markt konkurriert. Folglich muss eine Kritik an Verhältnissen innerhalb des Sports stets auch eine Kritik an den herrschenden Verhältnissen implizieren. Daher soll der Vortrag ebenfalls die Widersprüchlichkeiten in Handeln und Argumentieren vieler Fußballfans aufgreifen und darlegen.

Jan Tölva ist Soziologe, freier Journalist und Fußballfan und lebt in Berlin.

Greifswald: Unsere Solidarität mit den Opfern rechter Gewalt! Neuer Termin für die Verhandlung gegen den Greifswalder Nazikader Marcus G. am 15. April 2014

++ Solidarität mit den Opfern rechter Gewalt zeigen +++ Neuer Termin für die Verhandlung gegen den Greifswalder Nazikader Marcus G. am 15. April +

Pressemitteilung des Bündnisses Greifswald Nazifrei vom 06.04.2014

Am Dienstag den 15. April um 9 Uhr findet im Amtsgericht Greifswald der zweite Verhandlungstermin im Prozess gegen den Greifswalder Nazi Marcus G. Statt. Da sich der Angeklagte zum ersten Verhandlungstermin krank meldete, rufen wir zum kommenden erneut zur Solidarisierung mit Opfern rechter Gewalttaten auf. Ihm wird vorgeworfen am 29.07.2013 am Rande einer NPD-Kundgebung einen Gegendemonstranten mittels eines Tritts verletzt zu haben. Mehrere Augenzeug_innen und ein Video des Vorfalls könnten zu einer Verurteilung wegen Körperverletzung führen.

Der Vorfall im Sommer letzten Jahres ist nur ein Beispiel für rechte Übergriffe und stellt keine Seltenheit dar. Wie weit Nazis gehen zeigte sich in den letzten Monaten nur zu deutlich. Dabei wird ersichtlich, dass Gewalt keine Randerscheinung, sondern integraler Bestandteil rechtsradikaler Aktivität ist. Wenn Menschen nicht-deutscher Herkunft und Andersdenkende per se als Weniger betrachtet werden, ist es kein großer Schritt Gewalt gegen diese als Legitim anzusehen.

Marcus G. studiert in Greifswald, mimt in der Öffentlichkeit oft den friedlichen Nationalisten und gilt als Führungsfigur der lokalen Naziszene. Denn er und seine Kameradschaft „NSG“ (Nationale Sozialisten Greifswald) wurden in der Vergangenheit bereits mehrfach mit Sachbeschädigungen und Gewalttaten gegen Antifaschist*innen in Verbindung gebracht. Trotz vieler Indizien konnten diese Taten jedoch nie zweifelsfrei bewiesen werden. Die anstehende Verhandlung stellt keinen Einzelfall dar, vielmehr werden in nächster Zeit weitere Gerichtsprozesse gegen Nazis erwartet.

Wieder rechnen wir damit, dass Kamerad_innen von Marcus G. an der Verhandlung teilnehmen wollen. Da Einschüchterungsversuche ihrerseits wahrscheinlich sind, ist es wichtig, dass wir das Opfer und Zeug_innen unterstützen.

Kommt am Dienstag, den 15. April vor das Greifswalder Amtsgericht in der Langen Straße 2a!

Lasst uns gemeinsam ein deutliches Zeichen gegen Nazis und ihre Gewalt setzen!

Um 09 Uhr beginnt die Verhandlung. Es wird nur eine begrenzte Anzahl an Sitzplätzen geben, frühzeitiges Erscheinen ist sinnvoll. Informationen über konkrete Aktionen folgend.

Unsere Solidarität mit den Opfern rechter Gewalt!




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