Rostock: „Ein Känguru geht um in Europa!“ – Erfolgreicher Blockupy-Aktionstag am 24. Mai

++ landesweite Kundgbeung gegen europäisches Krisenregime und Troikapolitik +++ Kreativer Protest sorgt für Wirbel in Rostocker Innenstadt +++ weitere Aktionen in Planung +

Pressemitteilung des Bündnisses Blockupy Meck-Vorpomm vom 27.05.2014

Am vergangenen Sonnabend fand in Rostock die landesweite Kundgebung „Kapitalismus ist die Krise“ im Rahmen der bundesweiten dezentralen Blockupy-Aktionstage statt. Unter anderem beteiligten sich an der Versammlung Flüchtlinge aus Südwestmecklenburg ein, um gegen die zunehmende Prekarisierung, die Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums von unten nach oben, zu protestieren.
Bei strahlendem Wetter begann die Kundgebung in den Mittagsstunden auf dem Rostocker Universitätsplatz. Schon während des Aufbaus blieben viele Passant_innen stehen, um sich anzugucken, was auf den Platz transportiert wurde. Ein rund zwei Meter großes Känguru wurde auf den Uni-Platz getragen, in den Händen hielt es eine Fahne mit der Aufschrift „refugees welcome!“. Noch gar nicht ganz an seinem Platz, interessierte sich ein erster Passant für das Känguru. Doch was sollte dieses aus Holz, Pappe und Maschendraht zusammengebaute Skulptur? Vorerst blieb das ein Geheimnis der Organisator_innen. Nach und nach wurden weitere Infostände aufgebaut und Transparente ausgelegt.


Bild: Die Kundgebung kurz vor dem offiziellen Beginn. (Foto eingebunden über blockupynordost.blogsport.de)

Ein Känguru geht um in Europa
Mit dem Beginn der Kundgebung erschallte über die Mikrophon Anlage über den gesamten Universitätsplatz der Satz: „Ein Känguru geht um in Europa! Der Papst und der Pinguin, Jörg und Jörn Dwicks das Ministerium für Produktivität und deutsche Polizisten haben sie einer unheiligen Hetzjagd angeschlossen um das Känguru zu vernichten! …“
Überrascht, verdutzt und neugierig schauten viele Passant_innen in Richtung der Kundgebung und nicht zuletzt auf das Känguru. Andere wiederum lachten – sie erkannten Marc-Uwe Klings Beuteltier. Die Aufmerksam der Menschen war sicher. Gespannt kamen viele näher, guckten sich das Känguru und die ausgelegten Transparente an und blieben an den Infotischen stehen. Die Transparente thematisierten Ursachen und Wirkungen des kapitalistischen Systems, wie Umweltzerstörung, Kriege, soziale Kämpfe – kurzum: die Entfremdung des Menschen vom selbigen und der Natur.


Bild: Das Kampagnnemaskottchen… (Foto eingebunden über blockupynordost.blogsport.de)

Redebeiträge thematisieren prekäre Situation in Europa
Noch während weitere Folgen von Marc-Uwe Kling und seinem Känguru durch die Anlage schallten, verteilten Aktivist_innen die Blockupy-Zeitung Umbrella Uprising. Erste Menschen kamen an die Stände und diskutierten, zunächst mit den Aktivist_innen, später auch unter einander. In mehreren Redebeiträgen wurden die Auswirkungen der aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise erläutert:
„Es kann kein wünschenswerter Zustand sein, dass sich in Deutschland 30 % der Unter-35-jahrigen Arbeitnehmenden in befristeten Arbeitsverhältnissen, Leiharbeit, etc. befinden. Bei den Unter-25-Jährigen ist sogar mehr als die Hälfte von prekären Arbeitsverhältnissen betroffen. Von steigender Wochenarbeitszeit und der Ausbreitung von Billiglohnerei mal ganz abgesehen. Die Arbeitslosenquote in MV lag im April bei 7,8 % – auch wir sind also weit entfernt von einer sogenannten Vollbeschäftigung! Und das trotz Leiharbeit und Fristvertragen! Auch wenn die politischen Eliten in Europa öffentlich beteuern, dass die Krise überwunden ist, auch wenn ich an deren Stelle vermutlich dasselbe behaupten musste. Es ist eben leider das Gegenteil der Fall.“
Hieß es in einem Beitrag. Und weiter: „Die Krise ist nicht überwunden: Was geschaffen wurde, ist lediglich eine Atempause. Es wurde eine Konkursverschiebung organisiert, die heftige Einschnitte in die demokratischen Grundrechte der europäischen Bevölkerung erfordert.“
Immer wieder kamen Passant_innen zur Kundgebung, lauschten Marc-Uwe Kling vom Band, den Redebeiträgen oder informierten sich an den Infoständen.


Bild: Gut besuchte Stände während der Kundgebung. (Foto eingebunden über blockupynordost.blogsport.de)

Spontane Solidarität mit den kriminalisierten Mc Donalds Streikenden
In den USA kam es zu Streiks bei dem multilateralen Mc Donalds Konzern und anderen Fast Food Ketten. In Chicago waren dabei mehrere Streikende von der Polizei verhaftet worden. Spontan wurde ein Transparent mit der Aufschrift „Chicago ist überall! Solidarität mit den Verhafteten & Kriminalisierten des Mäc-Doof-Streiks“ gemalt. Mit dem weit sichtbaren roten Transparent stellten sich mehrere Aktivist_innen schließlich vor die sich in der Nähe befindliche Mc Donalds Filiale. Auch hier kam es zu angeregten Gesprächen mit Menschen, die wohl ursprünglich nur das schöne Wetter in der Innenstadt genießen wollten.


Bild: Spontane Soliaktion für die Streikenden Mc Donalds Mitarbeiter_innen in den USA. (Foto eingebunden über blockupynordost.blogsport.de)

„Der Aktionstag war ein voller Erfolg.“ erklärte Susan Schönhuber, Sprecherin des Bündnisses Blockupy Meck-Vorpomm. „Wir konnte viele Menschen erreichen, Kontakte knüpfen und auf die sich weiter zuspitzende Krise und deren Ursachen aufmerksam machen. In den kommenden Wochen und Monaten werden wir uns mit anderen Gruppen und Initiativen zusammen setzen, um neue Aktionen und Veranstaltungen zu organisieren. Der Aktionstag war nur der Auftakt in Mecklenburg-Vorpommern, denn die Krise ist weder überwunden, noch haben wir ihren Zenit überstanden.“

Internet: blockupynordost.blogsport.de
Kontakt: blockupynordost[ätt]gmx.de
Facebook: blockupynordost
Twitter: Blockupy_MV


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