Rostock: Vortrag „1914 – Der Wille zum Krieg“ am 04. Juli in der Aula der Volkshochschule

Vortrag von Professor Dr. Wolfram Wette, Historisches Seminar der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i. Br., Historiker und freier Autor, Mitbegründer der Historischen Friedensforschung.

100 Jahre nach dem Weltkriegsbeginn 1914 ist die sogenannte „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“ in aller Munde. Alte Legenden treten in neuen Gewändern auf. Wiederum werden die seit jeher politisch hochbrisanten Fragen erörtert: Wer war schuld an diesem Weltkrieg? Waren es strauchelnde Politiker und Militärs aus allen europäischen Hauptstädten, die das Krisenmanagement nicht beherrschten und die wider Willen in den Krieg oder in das „Menschenschlachthaus“ (W. Lamszus) „hineingeschlittert oder besser getaumelt oder gestolpert“ sind? So hat es der liberale britische Politiker David Lloyd George im Dezember 1920 ausgedrückt. Sein Diktum wurde damals von den Deutschnationalen und später von den Nationalsozialisten begierig aufgenommen, ließ es sich doch bestens in Sinne der deutschen Kriegsunschuldspropaganda verwenden.

Neuerdings will uns der australische Historiker Christopher Clark Ähnliches nahe bringen. In seinem Bestseller behauptet er, es seien „Schlafwandler“ gewesen, die ganz Europa in den Krieg geführt hätten. Sie seien gleichsam nicht bei Sinnen gewesen und daher auch schuldunfähig. Das entlastet natürlich die deutsche Seele, auf der die unabweisbare Schuld am Zweiten Weltkrieg und die Hauptverantwortung für den Ersten liegt. Aber hält die alt-neue These auch den Fakten stand? Steht uns ein neuer Historikerstreit ins Haus? Oder bleibt der notwendige Streit aus wegen des großen zeitlichen Abstands und des Desinteresses der Jüngeren?

Wann und wo?
Die Veranstaltung findet am Freitag, 4. Juli 2014 ab 19 Uhr, in der Aula der Volkshochschule der Hansestadt Rostock (Am Kabutzenhof 20a) statt.


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