Archiv für August 2014

Holt euch die neuen Sticker „Der Spasz ist vorbei“!

In jeder größeren Stadt MV’s gibt es organisierte Nazigruppen, auch und besonders in den ländlichen Regionen etablieren sich immer stärkere rechte Strukturen. Egal ob es „Kinderfeste“, Kundgebungen, Aufmärsche, „Sommersonnenwenden“ oder andere neofaschistische Veranstaltungen sind: die braunen Untriebe werden durch ein engmaschiges Netz bestehend aus NPD und Kameradschaften organisiert. Oft agieren diese Grüppchen in der vermeintlichen Anonymität. Die Offenlegung rechter Strukturen muss demnach ein Schwerpunkt antifaschistischer Arbeit sein.

Bestellt euch unsere neuen Sticker „Der Spasz ist vorbei! – Nazistrukturen aufdecken und zerschlagen!“. Meldet euch via Mail oder sprecht uns direkt an.


Bild: Lang erwartet und endlich da – unsere neuen Sticker.

Kurzmeldung: NPD-Kundgebung diesen Sonnabend in Waren & NPD-Kinderfest in Ferdinandshof

++ NPD-Aktivitäten diesen Sonnabend in MV+++ Nazi-Kundgebung unter dem Motto „Keine Linken in unserer Stadt“ in Wismar +++ NPD-Kinderfest in Ferdinandshof +

Von Marko Neumann

Nazi-Kundgebung in Waren
Nachdem am vergangenen Sonnabend ca. 100 AJUCA* Teilnehmende in Waren (Müritz) demonstrierten, wollen die Nazis nun am kommenden Sonnabend, 30.08. eine Kundgebung am Hafen unter dem Motto „Keine Linken in unserer Stadt“ machen. Angekündigte Redner_innen sind lokale Nazigrößen wie Doris Zutt und Chris-Henry Knaak.
Gegenproteste werden bereits organisiert. Kommt nach Waren und beteiligt euch an den Protesten!
Wann und wo? Sonnabend, der 30. August am Stadthafen Waren, von 11 bis 14 Uhr.

NPD-Kinderfest in Ferdinandshof
Die Kundgebung in Wismar ist nicht die einzige Nazi-Aktivität an diesem Wochenende in MV. In Ferdinandshof veranstaltet die NPD eines ihrer berüchtigten „Kinderfeste“. Das braune Treiben soll von 14 bis 18 Uhr vor dem Berandstall stattfinden.
Auch hier sollte die menschenverachende Propaganda nicht unwidersprochen bleiben.

* Am 23.08.2014 fand in Waren an der Müritz eine antifaschistische Demonstration mit 100 Teilnehmenden statt. Hintergrund war eine Aktion von Nazis, die nur vier Tage zuvor das hiesige Denkmal für die Opfer des Faschismus beschmiert hatten. Die Demonstrationsteilnehmenden kamen vom Alternativen Jugendcamp (AJUCA) in Lärz und verteilten hunderte Flyer an Bewohner_innen und Besucher_innen der Stadt.

Stralsund: Abschlusskonzert der „Rock gegen Rechts“ Aktionstage am 27. September

++ Rock gegen Rechts Aktionstage 2014 am 27. September in Stralsund +++ buntes Musikprogramm unter anderem mit Egotronic und Kobito +++ Kartenvorverkauf ab 30. August +

Von Franziska Wilke

Auch in diesem Jahr wird es ein kräftiges Abschlusskonzert der Rock gegen Rechts Aktionstage in Stralsund geben. In diesem Jahr wird es ab dem 30.08. einen Vorverkauf geben. Sichert euch ein Ticket in dem ihr online per e-mail an info[ätt]rockgegenrechts.com bestellt (6,00 Euro zzgl. Versand) oder besucht einer unserer Veranstaltungen und kauft vor Ort eure Tickets. Auf der Bühne sind für euch in diesem Jahr:

Flemming and the Gang – eine Band der rauen Küstenluft. Über ihren Musikstil sagt die Band selbst: „In die Segel bläst ordentlich Stoner, Doom und ganz viel heavy Rock, ohne Eingängigkeit vermissen zu lassen.“ Eine regionale Band, mit Erfahrung und viel Freude an ihrer Musik.
Lashdown – eine Combo aus Berlin, die für eine ordentliche Packung progressiven Hardcore und hochgradig energische Live Shows stehen. Hardcore ist für sie „more than music“, weshalb ihre Auftritte geprägt von klaren Statements und einer antifaschistischen Grundhaltung sind.

The Detectors – Streetpunk der feinsten Art und Weise. Mit eingängigen Texten und Melodien überzeugen The Detectors nicht nur auf CD, sondern auch Live. „Wütend und trotzdem voller Hoffnung“ setzen sie sich in ihren Texten mit Alltagsproblemen, Missständen, Tierrechten und mit menschenverachtenden Ideologien auseinander. Musikalisch auf sehr hohem Niveau, werden sie auch beim Rock gegen Rechts Abschlusskonzert begeistern.

Kobito – politischer Rap, der unter die Haut geht. Kobito ist nicht nur auf der Bühne mit Herz und mit Verstand bei der Sache. „Die Erfahrungen aus den letzten Jahren sind in sein aktuelles Album mit eingeflossen, die Musik ist noch emotionaler, gleichzeitig noch politischer, noch durchdachter geworden.“

Egotronic – „Raus aus dem Electro-Dancefloor-Strudel wollen auch Egotronic, die schon zuvor auf dem 10-Jahre Jubiläumsalbum beherzt die Gitarren schreddeln ließen. „Mehr Punkrock wagen” ist kein verzweifelter Fluchtplan, sondern einfache Rückbesinnung auf die eigenen subkulturellen Wurzeln.“ […] „der Ruf ist so ruiniert und hervorragend wie nie zuvor, der Vereinnahmungskonflikt zwischen autonomem AZ-Publikum und feierwütigen Hipstern nach wie vor erfreulich ungeklärt“. Electro auf eine vollkommen neue Art wird hier den Gästen geboten. „Beat für die Beine und ne Message für den Verstand“ trifft hier vollkommen zu.

Das Konzert findet in der Alten Eisengießerei in Stralsund statt. Ab 18 Uhr ist Einlass, das Konzert beginnt 20 Uhr. Wir sehen uns in Stralsund!

Rostock: „Sommerfest vs. Isolation“ in Flüchtlingsunterkunft am 28.08.2014

Erstmals seit Jahren steigen die Zahlen asylsuchender Geflüchteter in der Bundesrepublik und auch Mecklenburg-Vorpommern nimmt verstärkt vor Hunger, Krieg und/oder politischer oder religiöser Verfolgung Geflohene auf.

Diese Freitag, den 28. August, findet in der Flüchtlingsunterkunft in der Satower Straße 129 in Rostock das diesjährige Sommerfest statt. 15 Uhr beginnt das bunte Programm aus Musik, Workshops, Sport und einigen anderen Highlights. Die Antifa Rostock schreibt dazu:

„Eine gute Gelegenheit die Refugees kennen zu lernen, Kontakte zu knüpfen und zumindest temporär die Isolation, der die Flüchtlinge ausgesetzt sind, zu durchbrechen. […] Bis 22 Uhr kann gekickt, getanzt, gegessen und gequatscht werden.“

Rostock: QueerPolDo „Noize, booze and revolution: Geschlechterverhältnisse in der DIY-Punkszene am 28.08.14 im Peter-Weiss-Haus

Die Do-It-Yourself-Punkszene ist eine radikale zeitgenössische Synthese von Metal, Punk und Hardcore, die sich fernab ökonomischer Verwertung und massentauglicher Ästhetik versteht und untrennbar mit der linken Szene in Deutschland verbunden ist. Paradox anmutend fallen emanzipatorischer Impetus, der auch feministische Positionen beinhaltet, und eine von weißen Männlichkeiten dominierte Struktur zusammen. Auf Grundlage einer ethnografischen Feldforschung und sozialwissenschaftlicher Beiträge wird beleuchtet, wie Geschlecht performativ hergestellt und männliche Dominanz in einer Egalität und Freiräume behauptenden Szene stabilisiert wird. Dabei finden historische und strukturell geschlechtsspezifische Zusammenhänge Beachtung. Die musikalischen Kämpfe sind, wie viele Kämpfe der linken Szene, in erster Linie von Männern und Männlichkeit dominierter Aktivismus, dessen Forderungen eher symbolische als reale Wirkung besitzen: gesamtgesellschaftliche Ungleichheiten werden fortschreitend reproduziert, die Benachteiligung von Frauen und die Verdrängung von Weiblichkeit an die Peripherien scheinen der Szene eingeschrieben.

Wann und wo? Der Politische Donnerstag beginnt am 28. August wie immer 20 Uhr im Peter-Weiss-Haus in Rostock. Die VoKü fällt sommerpausenbedingt aus.

Dokumentation „Der Banker – Master Of The Universe“

Durch seine Hände gingen Millarden. Er selbst gerät ins Staunen, wenn er laut über staatliche Rettungsaktionen von Banken nachdenkt. Die Finanzwelt ist zwar eine gläserne Welt und dennoch kaum zu durchschauen. Wer kennt sich schon aus in Finanztheorien? Reichtum, Macht und Herrschaftswissen schließen den Großteil der Bevölkerung aus. Das Jonglieren von unermesslichen Geldbeträgen bleibt einer kleinen Minderheit vorbehalten. Marc Bauder beschäftigt sich in seinen Filmen immer wieder mit der Welt des Geldes.

Bauder studierte Wirtschaftswissenschaften, bevor er begann, Filme über die Banken zu drehen. Er stellt die richtigen Fragen, gibt sich nicht mit den erstbesten Antworten zufrieden. Sein Film ermöglicht glasklare Einsichten ins Finanzwesen. Der Erkenntnisgewinn ist hoch, obwohl die Fakten alle bekannt sind.

Rainer Voss berichtet von seinem eigenen Aufstieg in den 1980er Jahren, zeitgleich mit den Banken. Der ehemalige Investmentbanker weiß, wie es sich anfühlt, „Master Of The Universe“ zu sein, sehr viel Geld zu verschieben und daran selbst viel zu verdienen. Er kennt das geschlossene System von innen, war lange Zeit ein Teil davon. Finanzkrisen häufen sich in immer kürzeren Abständen. Eine Lösung erwartet Voss nicht aus der Branche. „Master Of The Universe“ kann keine endgültigen Antworten geben. Dafür gelingt ein Einblick, den man bisher nur selten bekam. Keine böse Abrechnung, sondern eine spannende Entmystifizierung der Finanzwelt.

Die Dokumentation „Master Of The Universe“ bietet einén Einblick, den man bisher nur selten bekam.

Rostock: Politischer Donnerstag „Ukraine – Russland – Krim“ am 21.08.14 im Peter-Weiss-Haus

Die künftige Bedeutung der jüngsten Ereignisse in und um die Ukraine ist im Augenblick schwer einzuschätzen. Sie stellen in jedem Fall eine drastische Veränderung der „hergebrachten Ordnung“ dar, wie sie nach dem Ende des Sowjetunion entstanden war. So weit wie es zum Zeitpunkt der Veranstaltung möglich ist, wird ein kleines Resümee des nun eintretenden dynamischen Wandels zu ziehen sein.

Der Einführungsvortrag des Referenten stellt sich aber zunächst Fragen nach den spezifischen Besonderheiten der Entwicklung in der Ukraine und in der Krim, berücksichtigt aber auch die Voraussetzungen und Hintergründen des politischen Handelns der Russischen Föderation. Unter anderem werden Ideologien, Mythen und mediale Projektionen veranschaulicht und kontextualisiert und die Entwicklung des politischen Systems in der postsowjetischen Ukraine gestreift.

Nach der Einführung können die aufgeworfenen Fragen zur Diskussion gestellt. Der Referent Boris Krumnow aus Leipzig ist politischer Bildner, Religions- und Osteuropawissenschaftler und stellvertretender Vorsitzender der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen. Er gehört dem Osteuropanetzwerk AGRU an.

Wann und wo? Los geht’s am 21. August ab 20 Uhr im Peter-Weiss-Haus in Rostock.

Demmin: „Traditionslinien“ 100 Jahre nach Beginn des Ersten Weltkrieges

In diesem Jahr jährt sich zum hundertsten Mal der Beginn des Ersten Weltkrieges, der oftmals als die historische “Urkatastrophe” bezeichnet wird. Die Auswirkungen des Krieges waren tatsächlich katastrophal in seinen Ausmaßen und traumatisch für viele Generationen. Millionen von meist jungen Menschen wurden in einen vermeidbaren Krieg geschickt. Der Erste Weltkrieg markiert einen Einschnitt in die Geschichte unserer Zivilisation, ohne ihn sind der Zweite Weltkrieg und der Nationalsozialismus nicht zu erklären.


Bild: Das Ausrücken der Demminer Ulanen in den ersten Weltkrieg. (Foto eingebunden über Demmin nazifrei)

Wie brutal die Kriegsführung schon vor dem ersten Weltkrieg im Deutschen Kaiserreich war, der noch zusätzlich ein Rassewahn innewohnte, zeigte die Niederschlagung des Aufstands der Herero und Nama „Hottentotten“) in Deutsch-Südwest-Afrika (heute Namibia) von 1904 bis 1908. Der Kampf der deutschen Kolonialherren war gnadenlos und wurde zum ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts.
Die Kriegführung Trothas zielte auf die vollständige Vernichtung der Herero ab („Ich glaube, dass die Nation als solche vernichtet werden muß“ und wurde darin vom Chef des Generalstabs Alfred Graf von Schlieffen („Der entbrannte Rassenkampf ist nur durch die Vernichtung einer Partei abzuschließen.“) und Kaiser Wilhelm II. unterstützt. Im Anschluss an die Kampfhandlungen wurden die Herero und Nama in Konzentrationslagern interniert, in denen annähernd jeder zweite Insasse starb. Vom um 1904 auf rund 80.000 bis 100.000 Personen geschätzten Hererovolk lebten 1911 nur noch 15.130 Personen. Die Bundesregierung hält unverändert daran fest, dass es sich ihrer Ansicht nach nicht um einen Völkermord gehandelt habe. Dass die Bundeswehr mit die­ser Ver­gan­gen­heit nie kom­plett ge­bro­chen hat, belegt beispielsweise die Panzergrenadier-Kaserne in Lüneburg, die ab 1958 Schlieffen-Kaserne hieß und bis heute so genannt wird.

Aus Demmin waren in Deutsch-Südwest-Afrika ab 1904 dabei: 78 Ulanen und 3 Unteroffiziere, ab 1905 der Offizier Ernst von Maltzan, Freiherr von Wartenberg und Pentzlin. Alle hatten sich freiwillig gemeldet. Drei dieser Ulanen starben im Kampf, fünf an Krankheiten, vor allem Typhus.
Andere Wege schlug ein wenig später beispielsweise Ernst Barlach ein.


Bild: Holzschnitzfigur Ernst Bachlachs. (Foto eingebunden über Demmin nazifrei)

Ernst Bar­lach ver­än­der­te sich, vor allem durch seine di­rek­ten Er­fah­run­gen im ers­ten Welt­krieg, vom Kriegs­be­für­wor­ter zum Kri­ti­ker von Ge­walt und Kriegs­geg­ner. In der Nazi-Zeit galt seine Kunst als entartet.

Text übernommen mit freundlicher Genehmigung von Demmin nazifrei.




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