Rostock: Kundgebung gegen Fahrpreiserhöhung am 10.09.14 auf dem Doberaner Platz

Unter dem Motto „Zwei Euro sind zu viel – Straßenbahn für alle!“ ruft die Antifa Rostock am 10. September ab 16 Uhr zu einer Kundgebung auf dem Doberaner Platz auf. Vor ein paar Tagen stand es in der Zeitung, die Rostocker Straßenbahn AG will wieder einmal die Preise erhöhen. Um mindestens fünf Prozent soll 2015 verteuert werden und Studierende wird es wohl noch kräftiger treffen. Natürlich sollen sich damit einhergehend auch die Preise im gesamten Verkehrsverbund Warnow erhöhen. Zu recht gab es bereits erste Kritik von Sozialverbänden. Doch bei leisem Widerspruch kann es nicht bleiben. Wir wollen gegen die ständigen Fahrpreiserhöhungen auf die Straße gehen.

Folgend dokumentieren wir den Aufruf der Antifa Rostock zur Kundgebung:

2 Euro, so teuer soll sie werden, die einfache Fahrt in Rostock. Für uns ist damit die Kotzgrenze erreicht. Was die RSAG ganz frech Fahrpreisanpassung nennt, ist nichts anderes als eine Preiserhöhung. Wenn denn wenigstens alles auch um 5% besser werden würde, aber nichts dergleichen: weder steigen die Löhne der RSAG Mitarbeiter_innen, noch fahren die Straßenbahnen schneller oder häufiger. Stattdessen werden fragwürdige Investitionen getätigt und neue Straßenbahnen für 37,6 Millionen Euro angeschafft, die postwendend auf die Preise umgelegt werden. Dafür könnten selbst zum aktuellen Preis von 1,90 alle Leute ein halbes Jahr umsonst fahren!

Ob wir zur Schule müssen, zum Garten wollen, oder zur Arbeit, wir sind alle auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen. Eine Erhöhung quer durch alle Tarife führt uns nur zu deutlich vor Augen, dass wir uns in Zukunft gut überlegen müssen, welches Vergnügen wir uns noch leisten können. Und es ist kein Zufall, dass die Fahrpreiserhöhung diejenigen trifft, die von steigenden Mieten und mickrigen Löhnen sowieso an den Rand der Stadt verdrängt werden. Der Ausschluss von der Teilhabe am Leben in der Stadt macht sich nicht nur an Fahrpreisen fest. Aber während die Mieterhöhung still und heimlich den einzelnen Menschen zugemutet wird, trifft die Fahrpreiserhöhung alle und zwar gleichzeitig und täglich. Auf dem Weg zur Schule, in den Garten oder zur Arbeit.

Und das alles, obwohl die RSAG zu einhundert Prozent der Stadt gehört und das heißt, dass alle Entscheidungen politisch getroffen werden. Der ÖPNV wird sowieso zum Großteil aus Steuermitteln finanziert, wenn dann auch noch die Fahrpreise absurd hoch sind, müssen wir das Kind beim Namen nennen: doppelte Abzocke. Eine Sache, die also im Wesentlichen schon von allen bezahlt wurde, wird von der Politik durch die hohen Fahrpreise ad absurdum geführt. Wir, die wir auf den ÖPNV angewiesen sind, werden durch die Fahrpreiserhöhung also politisch gewollt in unserer Bewegungsfreiheit eingeschränkt und vom politischen, kulturellen und öffentlichen Leben ausgeschlossen.

Auch wenn die Stadt das so nicht sehen will, mit der symbolische Marke von zwei Euro, ist für uns der Zeitpunkt zum Handeln gekommen. Denn es ist klar: Wenn die Bürgerschaft augenscheinlich nicht im Interesse der meisten von uns handelt, dann bauen wir politischen Druck auf. Und zwar so lange, bis die Straßenbahn wieder für uns alle erschwinglich ist.


1 Antwort auf „Rostock: Kundgebung gegen Fahrpreiserhöhung am 10.09.14 auf dem Doberaner Platz“


  1. 1 torsten 09. September 2014 um 12:11 Uhr

    Schlecht nachgeprüft!!! Die Rsag hebt das Gehalt seiner Belegschaft um 1.5 Prozent zim Dezember. Und 2015 sind Tarifverhandlungen.

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