Archiv für September 2014

Rostock: Mobiveranstaltung „‚Marsch für das Leben‘? What the fuck!“ am 08.09.14 im Cafè Median

Die Ver­an­stal­tung in­for­miert über den so­ge­nann­ten „Marsch für das Leben“ und die ge­plan­ten Ge­gen­ak­ti­vi­tä­ten. Au­ßer­dem kann even­tu­ell eine ge­mein­sa­me An­rei­se ge­plant wer­den. Davor und da­nach gibt es noch Vokü und Cock­tails!

Wann und wo?
Mon­tag, der 8.​ September ab 20 Uhr im Café Me­di­an (Ni­k­lot­straße 5/6, Ros­tock).

Die Demo „Marsch für das Leben?- What the fuck!“ beginnt in Berlin am 20. Sep­tem­ber 2014 um 11 Uhr ​30 am U-BHf. Koch­stra­ße (U6 / M29). Mehr Infos zur Demo gibt es HIER.

An­ti­fe­mi­nis­mus sa­bo­tie­ren! Für kör­per­li­che Selbst­be­stim­mung de­mons­trie­ren! Christ­li­che Fun­da­men­ta­lis­t_in­nen blo­ckie­ren!

Stralsund: Filmvorführung „Welcome – Filmdrama über die ‚Irreguläre Migration‘ in Europa“ am 04.09.14 in der Kulturkirche St. Jakobi

Bilal, ein 17-jähriger Kurde aus dem Irak, ist seit Monaten auf der Flucht. Er folgt seiner großen Liebe Mina, die mit ihrer Familie nach London emigriert ist. Doch an der Nordküste Frankreichs wird der Junge an Bord eines Flüchtlingsschleppers erwischt. Mit unzähligen Leidensgenossen sitzt er in der französischen Hafenstadt Calais fest. 34 Kilometer liegen zwischen ihm und England.

Doch Bilal gibt nicht auf und entwickelt einen wagemutigen Plan: Er will den Ärmelkanal durchschwimmen. In einem örtlichen Hallenbad beginnt er dafür zu trainieren und lernt dort den Schwimmlehrer Simon kennen. Zunächst nur widerstrebend und um seiner Ex-Frau zu imponieren, unterrichtet Simon den jungen Migranten. Nach und nach aber freundet er sich mit Bilal an und gerät dabei selbst in Schwierigkeiten mit dem Gesetz.

Der Film wird in französischer Originalsprache mit deutschen Untertiteln gezeigt. Das anschließende Filmgespräch moderiert Dr. Sabine Koppe (Leiterin der Volkshochschulen des Landkreises Vorpommern-Rügen) in Vertretung für Kati Bischoff (Beauftragte für Prävention und Migration im Landkreis Vorpommern-Rügen).

Los geht’s am 04. September um 18 Uhr in der Kulturkirche St. Jakobi (Jacobiturmstraße 28, Stralsund). Der Eintritt ist frei! Um Spenden wird herzlich gebeten. Bei Fragen zur Barrierefreiheit wenden Sie sich bitte vorab an das Landesbüro der Friedrich-Ebert-Stiftung unter www.feb-mv.de.

Eine Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung in Kooperation mit Rock gegen Rechts Stralsund e.V. und Filmclub Blendwerk e.V..

Waren: Neonazi-Kundgebung floppt

Aufgeschreckt durch eine Demonstration am vergangenen Samstag, bei der 90 Teilnehmer_innen des Alternatives Jugendcamps (AJUCA) in der Müritz-Stadt gegen rechte Strukturen und für linke Freiräume auf die Straße gegangen sind, sahen sich Neonazis offenbar dazu gezwungen, ihre „Hood“ gegen linke Einflüsse zu verteidigen. Ihre heutige Kundgebung „Keine linken Dinger in unserer Stadt“ hätte unspektakulärer aber kaum sein können: Gerade einmal acht Neonazis, zwei Fahnen und ein Transpi fanden den Weg zum Kundgebungsort am Warener Hafen, wo sie von 100 Gegendemonstrant_innen bereits lautstark erwartet wurden.


Bild: Keine „linken Dinger“ in Waren? Peinliche ND-Kundgebung ohne Zuspruch.

Hintergrund: Antifa-Demo und Naziaktivitäten

Am vergangenen Samstag demonstrierten 90 Teilnehmer_innen des in Lärz stattfindenden AJUCAs in Waren gegen Naziaktivitäten und für linke Freiräume, verteilten Flyer und gedachten der Opfer des Nationalsozialismus. Hintergrund war eine Neonaziaktion wenige Tage zuvor, bei der im Rahmen des Todestages Rudolf Hess‘ nicht nur Kreuze aufgestellt wurden, die an den Hitler-Stellvertreter erinnern sollten, sondern auch ein Denkmal für die Opfer des Faschismus geschändet wurde.

Immer wieder fallen die Warener Neonazis durch ihren positiven Bezug zum Nationalsozialismus auf – erst im April zelebrierten sie beispielsweise den Geburtstag Adolf Hitlers – und auch generell sind Neonazis momentan an kaum einem anderen Ort Mecklenburg-Vorpommerns so aktiv wie in der Stadt an der Müritz. Während es im restlichen Bundesland gegenwärtig außergewöhnlich ruhig ist – vermutlich auch, weil lokale Kader Strukturen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg bei den Vorbereitungen zu deren Landtagswahlen unterstützen –, sind in Waren kontinuierlich kleinere und größere Neonaziaktivitäten zu beobachten: Demonstrationen, rechte Graffiti, Einschüchterungsversuche. Wie sich heute allerdings wieder zeigte, steht dieser hohen Aktionsdichte allerdings ein vergleichsweise kleiner Kreis an Aktiven gegenüber.


Bild: Doris Zutt während ihrer Rede.


Bild: Chris Knaak (Mikro) sucht noch eine Begabung, reden ist es nicht.

8 Neonazis, 2 Fahnen, 1 Transpi – und eine altersschwache Musikbox…

Bereits zwei Tage nach der Antifa-Demo am vergangenen Wochenende kündigte der Warener Neonazi Chris Henry Knaak, neben der NPD-Stadtvertreterin Doris Zutt Schlüsselfigur der lokalen Szene, eine Kundgebung unter dem Motto „Keine linken Dinger in unserer Stadt“ an. Ganz puristisch ging es ausnahmsweise nicht etwa um „linke Gewalt“, „Chaoten“ oder sonstige rechte Phantastereien, sondern ganz einfach um den Umstand, dass es – aus Sicht der Neonazis – überhaupt linke Menschen wagen, in Waren Position gegen rechts zu beziehen. So schrieb Knaak am 25. August auf einem seiner unzähligen Facebook-Profile: „Liebe Bürger der Stadt Waren, Unterstützer und Freunde, am letzten Sonnabend demonstrierten Linksextreme in Waren. Das wollen wir nicht einfach hinnehmen. […] Zeigt Flagge gegen, linke in unserer Stadt.“

Der Aufforderung, zahlreich zu erscheinen, um „ein Zeichen gegen links“ zu setzen, folgten dann heute jedoch nur 8 Aktivist_innen; einige wenige weitere Unterstützer_innen begrüßten die Neonazis zwar im Vorbeigehen per Handschlag, dem Trauerspiel beizuwohnen, dazu fehlte ihnen aber offenbar die Lust. So kam es dann, dass lediglich die etwa 100 Gegendemonstrant*innen und weitere Tourist_innen, die sich dem linken Protest anschlossen, die Reden der Neonazis hörten – sofern diese nicht ohnehin durch Sprechgesänge, Musikbeschallung und Pfeifkonzerte übertönt wurden.

Nicht gerade durch Eloquenz bestechend, forderte Chris Henry Knaak Stadt und Behörden auf, Doris Zutt als NPD-Stadtvertreterin zukünftig im Vorfeld über jede geplante und bekannte linke Aktivität zu unterrichten und linke Ordnungswidrigkeiten (Aufkleber) hart zu ahnden, während selbige kurz darauf über die altersschwache Musikbox, die kaum größer und lauter war als jedes handelsübliche Kofferradio, die übliche Leier anstimmte und etwas von „Systempresse“ schwadronierte.

Unterstützt wurden die beiden dabei unter anderem vom NPD-Kandidaten für Teterow (Landkreis Rostock) Adrian Wasner und Christoph Thews, der ebenso wie am vergangenen Wochenende vor „Zutt’s Patriotentreff“ auch heute wieder trotz sommerlicher Temperaturen und strahlenden Sonnenscheins mit Handschuhen unterwegs war.

So richtig wussten die Neonazis dann auch nichts mit der Situation anzufangen. Nach einigen weiteren Liedern, noch mehr Gähnen und endlosem Rumstehen packten sie bereits zwei Stunden vor dem offiziellen Ende wieder zusammen und traten den Rückzug an. Ganz vorbei war der Tag damit jedoch noch nicht.


Bild: Warener Volkssturm: Christoph Thews (Kantholz), Thomas Hanisch (Handtelefon) kommen aus dem ehemaligen „Patriotentreff“.

Das Nachspiel: Von „Mahnwachen“, Kanthölzern und eingeredeten Erfolgen

Vielleicht, um den eigenen Misserfolg doch noch ein wenig aufpolieren zu können, entschieden sich die Neonazis im Nachgang für eine weitere Aktion: Sie nennen es Mahnwache, andere würden dazu „2 Nazis – 1 Transpi – Kein Publikum“ an der Schnellstraße vor „Zutt’s Patriotentreff“ sagen. Allein waren die beiden indessen nicht – und wofür sich Warener Neonazikader, im Gegensatz zu einer Kundgebung am Hafen, wirklich begeistern lassen, wurde wenig später deutlich: Mit Kanthölzern bewaffnet, postierten sich mehr als die 8 zuvor an der Kundgebung teilnehmenden Neonazis versteckt rund um den „Patriotentreff“ und zeigten vorbeikommenden Antifaschist_innen den Hitlergruß.

Erwartungsgemäß versuchen die Neonazis im Nachgang trotzdem, den Tag als Erfolg für sich zu verkaufen, und liefern die treffendste Einschätzung dabei selbst; so schreibt Knaak „Wir sehen die Kundgebung als Erfolg viele Urlauber sind stehen geblieben und haben uns zugehört.“ – abgesehen davon, dass stehengebliebene Tourist_innen sich dem linken Protest angeschlossen haben, haben die Neonazis heute keine Menschen aus Waren erreicht.

Leicht überarbeiteter Text und Bilder übernommen von Indymedia linksunten nach CC2.0-Lizenz.

Stralsund: Ausstellungseröffnung „Deine Anne – Ein Mädchen schreibt Geschichte“ am 02.09.14 im Hansa-Gymnasium

Das Tagebuch des jüdischen Mädchens Anne Frank (1929-1945) ist Symbol für den Völkermord an den Juden durch die National-sozialisten und intimes Dokument der Lebens- und Gedankenwelt einer jungen Schriftstellerin. In der Ausstellung erzählen große Bildwände von ihrem Leben und ihrer Zeit: von den ersten Jahren in Frankfurt am Main und der Flucht vor den Nationalsozialisten, über die Zeit in Amsterdam – glückliche Kindheit und schwere Zeit im Versteck – bis zu den letzten schrecklichen sieben Monaten in den Lagern Westerbork, Auschwitz und Bergen-Belsen. Viele private Fotos erlauben einen ganz intimen Einblick in das Leben der Familie Frank und ihrer Freunde.

Die Ausstellung bietet Jugendlichen ein Forum, sich mit Fragen auseinander zu setzen, die sie an ihr eigenes Leben stellen. Es sind Fragen des Erwachsenwerdens, auf die schon Anne Frank Antworten suchte, nach dem eigenen Ort im sozialen und politischen Leben. Wer bin ich? Wer sind wir? Wen schließen wir aus? Kurze Filme mit Jugendlichen von heute regen zur Diskussion zu diesen Themen an. Ausgehend von der Frage „Was kann ich bewirken?“ ermutigt die Ausstellung zum Einsatz für eine menschliche Gesellschaft heute.

Die Eröffnungsveranstaltung am 2. September beginnt um 18 Uhr. Begrüßungsreden werden unter anderem gehalten von:
• Direktor des Hansa-Gymnasiums Hansestadt Stralsund
• Kerstin Kassner, MdB
• Sonja Steffen, MdB

Vom 2. bis 15. September sind Schulklassen und andere Gruppen herzlich willkommen, die Ausstellung zu besichtigen. Es wird um Voranmeldung beim Hansa-Gymnasium gebeten unter der Telefonnummer 03831 – 2 89 60.

Die Ausstellung kann auch ohne Voranmeldung besucht werden. Hier die Termine:
• 02. September: 15 bis 20 Uhr
• 04. September, 15 bis 18 Uhr
• 09. September, 15 bis 18 Uhr
• 11. September, 15 bis 18 Uhr

An den vier Besichtigungstagen für die Öffentlichkeit zeigt das Hansa-Gymnasium in der Zeit von 16 bis 18 Uhr den Film “Das Leben ist schön” (Italien, 1997, Regie: Roberto Benigni).

Eine Veranstaltung des in Kooperation mit der Hansa-Gymnasiums Hansestadt Stralsund, linksjugend [’solid] Mecklenburg-Vorpommern und Rock gegen Rechts Stralsund e.V..




Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: