Greifswald: Laute Demonstration gegen die Räumung der Brinke

+ Demonstration für den Erhalt der Brinke 16/17 mit rund 100 Teilnehmer_innen +++ Abschlusskundgebung vor der Brinke +++ positiver Zuspruch von Passant_innen ++

Pressemitteilung der Brinke WG Greifswald vom 15.11.2014

Etwa 100 Menschen folgten heute dem kurzfristigen Aufruf zu einer Demonstration für den Erhalt der Brinke 16/17. Unter dem Motto „Räumung der Brinke 16/17 verhindern – Selbstbestimmte Wohn- und Kulturräume schaffen und erhalten” versammelten sich ab 13 Uhr die Demonstrant_innen zur Auftaktkundgebung am Fischmarkt in der Greifswalder Innenstadt. Von dort ging der bunte Zug mit Musik, Transparenten und guter Laune vorbei an Hausprojekten, ehemals besetzten Häusern, kulturellen Freiräumen und leerstehenden Gebäuden.

Auf mehreren Zwischenkundgebungen wurde auf die verfehlte Stadtentwicklungspolitik aufmerksam gemacht. Anstatt in bestehenden Häusern günstigen Wohn-und Kulturraum, sowie Platz für freie Werkstätten zu ermöglichen, lässt die Stadt Einzelinteressen den Vortritt und fördert die Entstehung gesichtsloser Neubauten zum Vorteil Weniger.

Kurz nach dem Start wurde die Demonstration mit dem Hinweis überrascht, dass an der Ecke Steinbeckerstr./Loefflerstr. ein Haus besetzt wurde. Die wohl eher als Scheinbesetzung zu wertende Aktion zeigt die Solidarität mit der Brinke WG. „Wir begrüßen die Raumnahme der Aktivist_innen und bedanken uns bei ihnen für die starke Solidaritätsbekundung.“ kommentiert Verena Krüger, Sprecherin der Brinke WG.
Nach zwei kleineren Zwischenkundgebungen folgte ein längerer Halt auf der Kreuzung zwischen Klex und Pariser. In einem Redebeitrag wurden vergangene Besetzungen in Greifswald und die Situation von Kultur und Wohnprojekten thematisiert, sowie Kritik an einer immer stärker profitorientierten Stadtpolitik geübt.

Auf der Goethestraße ging es vorbei am Ikuwo in Richtung Europakreuzung. Dort angekommen konnten die Demonstrierenden an einer kreativen Performance teilnehmen. Eine große, aufblasbare Abrissbirne bedrohte ein aus Pappe gebasteltes Modell der Brinke 16/17. Die Anwesenden wurden aufgerufen den drohenden Abriss zu verhindern. Blitzschnell formierte sich ein Menschenkette schützend vor dem Haus und schlug die symbolische Abrissbirne mit „Brinke bleibt“ – Rufen in die Flucht. Durch das engagierte Eingreifen von Demonstrant_innen konnte der symbolische Abriss so verhindert werden. Ein Szenario, dass sich für die am Dienstag anstehende Räumung ebenso gewünscht wird.

Angekommen vor dem Haus der Brinkstr. 16/17 endete die Abschlusskundgebung mit einer sehr emotionalen Rede, welche die Ohnmacht im Kampf gegen den Eigentümer beschrieb, aber auch die Kraft des gemeinsamen Kampfes herausstellte:

„Wir sind […] Menschen […], die einen Ort wollen und zwar diesen hier und für immer! Die bittere und sich machtlos anfühlende Zukunft der Brinke 16/17 wollen wir nicht akzeptieren und stattdessen solange Demos organisieren, Feste feiern, mampfen, diskutieren, singen, schreien, malen, viel, viel debattieren – solange es eben dauert… und um zu zeigen was verloren wäre und welche Möglichkeiten vertan wären: Räume zum Wohnen, zum Arbeiten, zum Treffen, zum Gestalten und vor allem zum Ausprobieren! – Freiräume, die nicht dem Zwang unterliegen rentabel sein zu müssen. Alte Wände müssen in den Köpfen eingerissen werden, nicht in der Stadt!“

In entspannter Atmosphäre wurde die Demo bei gemütlichen Gesprächen, Tanz und Essen beendet. Von Passant_innen wurde die Demonstration mit positiven Reaktionen aufgenommen.


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