Archiv für Februar 2015

Rostock für alle! Am 01.03.15 raus auf die Straße und MVGIDA gemeinsam entgegentreten!

Am kommenden Sonntag, den ersten März wollen die Nazis und Rassist*innen von MVGIDA durch Rostocks Innenstadt* marschieren. Das Bündnis ROSTOCK Nazifrei will das nicht zulassen und hat in kurzer Zeit verschiedene Gegenaktivitäten geplant. Wir rufen alle Rostocker*innen und Menschen aus MV auf, sich den Protesten anzuschließen und sich gemeinsam ROGIDA/MVGIDA entgegen zu stellen.

(*Naziroute: Treffpunkt der Nazis ist 15 Uhr am Hauptbahnhof Süd, anschließend wollen sie über den Südring, Goetheplatz, Vögenteich, Kröpeliner Strasse bis zum Neuen Markt und den gleichen Weg wieder zurück.)


Bild: Kreativ, bunt und entschlossen gegen MVGIDA! (Fotoquelle: Facebook Seite ROSTOCK Nazifrei)

Ab 14 Uhr gibt es am Kröpeliner Tor die zentrale Veranstaltungskundgebung mit Redebeiträgen und einem kulturellem Programm zusammen mit dem CSD Rostock e.V., der Ska-Band „Antispielismus“ und anderen. Ab 14:30 Uhr schließt sich von hier eine Demonstration Richtung Hauptbahnhof Nord an.

Für die Sportlicheren unter euch wird es ab 14:30 eine Fahrraddemo vom Doberaner Platz zur Bahnhofsseite Süd (wo sich MVGIDA sammelt) geben. Mehr Infos gibt es hier.

Für alle, die nach Rostock anreisen: für euch haben wir ab 15 Uhr eine Kundgebung auf der Nordseite des Hauptbahnhof Rostock angemeldet und holen euch dort ab!

Außerdem wird es ab 15 Uhr eine Andacht in der Marienkirche geben. Stärken und aufwärmen könnt ihr euch ab 15 Uhr am Ziegenmarkt, wo der der Eine-Welt-Laden, Vokü und das Café Marinetreff mit Heißgetränken, Kuchen und warmen Speisen für euch da ist.

Sofern MVGIDA ihre Route tatsächlich bis zum Neuen Markt durchziehen wird, werden wir mit einer Kundgebung am Universitätsplatz (Barocksaal) und am Neuen Markt (zwischen Post und Hotel Sonne) auf sie warten und kreativ und laut deutlich machen, das sie hier nicht willkommen ist.

Die Abschlusskundgebung des Tages wird am Kröpeliner Tor ab 18 Uhr 30 bis 20 Uhr stattfinden.

Bringt Transparente, Schilder und alles, was ihr sonst noch braucht, um laut, kreativ und erfolgreich gegen Nazis und Rassist*innen zu protestieren.

Rostock für alle! MV für alle!

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Rassistischer Aufmarsch am 07. März in Torgelow

++ NPD-nahe Wähler*inneninitiative meldet rassistischen Aufmarsch für de 07. März an +++ linke und bürgerliche Parteien organisieren Gegenkundgebung +++ Laken mit rassistischen Sprüchen von Polizei entfernt +

Von Marko Neumann

Um nicht sofort als Rechtsextreme erkannt zu werden, versucht die NPD verstärkt in Form von sogenannten Bürger*inneninitiativen aufzutreten. Besonders seit der Debatte um ein neues Verbotsverfahren gewinnt diese Verschleierungstaktik an Bedeutung, wären diese vermeintlich unabhängigen Bürger*inneninitiativen doch von einem Parteienverbot nicht betroffen. Eine dieser Tarnorganisationen ist die „Alternative für Torgelow“ (AfT).


Bild: Screenshot Facebookseite der „Bürger*inneninitiative Alternative für Torgelow“

Gemeinsam mit der rassistischen Initiative „Schöner und sicherer wohnen“ will die AfT am 07. März gegen „Asylbetrüger, Straftäter und Hassprediger“ durch Torgelow marschieren. Auf einem entsprechendem Flyer ist zudem die Facebook Seite des ebenfalls NPD-nahen „Uecker-Randow Boten“ angegeben. Verantwortlich im Sinne des Presserechts für den „Boten“ zeichnete in der letzten Ausgabe Marko Müller, der Bruder des NPD-Landtagsabgeordneten Tino Müller.

Während Patrick Dahlemann von der SPD die Torgelower Rassist*innen hauptsächlich als „rufschädigend“ – also als ein Image Problem – für die Stadt betrachtet, findet die Stadtpräsidentin Torgelows, Marlies Peeger (DIE LINKE.), gegenüber dem Nordkurier deutlichere Worte: „Das ständige Beteuern […] die AfT hätten mit den Nazis nichts zu tun, war von Anfang an nur halbherzig. Jetzt haben ihn seine Kumpels dazu gezwungen, Farbe zu bekennen. Und diese Farbe ist braun.“

Erst vor wenigen Tagen entfernte die Polizei in Torgelow mehrere Laken und Aufsteller mit rassistischen Parolen. Eines der Laken hing in direkter Nähe zum Flüchtlingsheim in Torgelow-Drögeheide. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen.

Die Nazis wollen 13 Uhr 30 vom Bahnhof Torgelow losmarschieren. Genaue Informationen zu den anstehenden Protesten gegen den rassistischen Aufmarsch gibt es demnächst bei uns und bei Ueckermünde Nazifrei.

„Rostock für Alle!“: Gegenveranstaltungen zur geplanten Rogida-Demo am 01.03.15

Am kommenden Sonntag will ein Bündnis mit dem Namen ROGIDA in der Rostocker Innenstadt demonstrieren. Das Bündnis „Rostock nazifrei“ wird sich mit mehreren Kundgebungen und zwei Demonstrationen unter dem Motto „Rostock für alle!“ dem geplanten Aufmarsch von ROGIDA entgegenstellen.

Pressemitteilung des Bündnisses ROSTOCK Nazifrei vom 23.02.2015

„Die bisherigen Gida-Demonstrationen, die es in Mecklenburg-Vorpommern seit dem 6.12.2014 gab, sind nicht an einer Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen interessiert. Davon zeugt allein die starke Beteiligung von Rechtsextremen der NPD und anderen Neonazis bei der Organisation, der Durchführung und Beteiligung von Gida-Demos in Güstrow, Schwerin und Stralsund. Stattdessen verunsichern sie Teile der Bevölkerung, verunglimpfen Menschen und lehnen demokratische Grundwerte ab“, sagt Claudia Barlen, als Sprecherin des Bündnis.

Seit Wochen mobilisiert MVGida wöchentlich vor allem Anhänger der rechten Szene zu ihren Demos. Torsten Sohn, Sprecher des Bündnis: „Die hiesigen Gida-Demo sind augenscheinlich der verlängerte Arm der NPD, um mit Hilfe einer vermeintlichen Bewegung von „besorgten Bürger_innen“ neue Wählerschichten zu erreichen, die für sich kaum Schnittpunkte mit der NPD sehen. Ziel ist eine schleichende Gewöhnung als Trittbrettfahrer durch den lokalen Pegida-Ableger“. „Dem entgegenzuwirken, aufzuklären und zu informieren sehen wir als eine der wesentlichen Aufgaben unseres Bündnisses an und rufen alle Rostockerinnen und Rostocker auf, sich den friedlichen und vielfältigen Protesten anzuschließen und am Sonntag deutlich zu machen, das Rassismus und Menschenfeindlichkeit in Rostock kein Platz hat!“ ergänzt Barlen.

EILMELDUNG: Rogida-Aufmarsch für den 01.03.15 in Rostock angemeldet!

In Mecklenburg-Vorpommern marschieren Anhänger*innen des PEGIDA-Ablegers MVGIDA abwechselnd durch Schwerin und Stralsund, nachdem eine Anmeldung in Rostock nach starken Protesten zurückgenommen wurde.

Nun wollen die Rassist*innen von MVGIGA erneut durch die Hansestadt ziehen. Unter dem Label ROGIDA wurde für kommenden Sonntag ein Aufzug angemeldet. Die Route ist die gleiche wie vergangenen Januar: Beginnend am Hauptbahnhof Süd, über den Goetheplatz soll es zum Vögenteich und dann zum Kröpeliner Tor gehen. Dann soll der Aufmarsch über die Lange Straße zum Neuen Markt und zum Steintor führen, um dann am Bahnhof Nord zu enden.

Erwartet werden 300 ROGIDA-Anhänger*innen. Angemeldet ist der von der NPD und den neofaschistischen Kameradschaften dominierte Spuck von 15 Uhr 30 bis 20 Uhr 30. Weitere Informationen folgen demnächst.

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Rostock: Themenabend „Südafrika und der Widerstand gegen die Apartheid“ am 24.02.15 in der Öko Villa

Die Geschichte und Gegenwart Südafrikas sind Themen dieses Bildungsdienstags. Neben einer multimedialen Präsentation ermöglicht die gemeinsame Diskussion Einblicke in die Wurzeln der Widerstandsbewegung gegen die Apartheid und wie sie noch heute das Leben in Südafrika beeinflusst.

Der multimediale Themenabend gibt Einblicke in die Wurzeln der Widerstandsbewegung von „damals“ und wie sie noch heute das Leben in Südafrika beeinflusst. Mit Videobeispielen, Bildern, Liedern und persönlichen Ergänzungen soll die Widerstandsbewegung Südafrikas vorgestellt und diskutiert werden.

Der Fokus liegt hierbei auf der Schwarzen Widerstandsbewegung gegen die Apartheid – die Rassentrennung Südafrikas, welche das Land gut ein Jahrhundert prägte und auch heute noch ein relevantes Thema ist.

Die Veranstaltung beginnt 19 Uhr 30 in der Öko Villa Rostock (Hermannstraße 36, 18055 Rostock).

Aufruf: „Schwerin für Alle!“ Gegen den MVGIDA-Aufmarsch am 23.02.15!

Am Montag, dem 23.Februar 2015 will MVGIDA zum vierten Mal in Schwerin “spazieren gehen”. Vier weitere “Spaziergänge” an jedem zweiten Montag bis zum vierten Mai sind bereits angemeldet. MVGIDA wird organisiert und dominiert von Nazis und Rechtspopulisten, namhaften NPD-Kadern und Nazi-Kameradschaften.

Für uns ist es unerträglich, dass alle 14 Tage die Schweriner Innenstadt gesperrt wird und als Bühne für Naziparolen und Hetzreden missbraucht werden darf.

Jede MVGIDA-Demonstration sorgt weiter für eine Stimmung, die rassistische Übergriffe möglich macht. Das können und wollen wir nicht zulassen. Wir glauben nicht, dass Ignorieren hilft. Wir wollen der Wort- und Raumergreifungsstrategie der Rechten unsere Wort- und Raumergreifung entgegen stellen. Dazu brauchen wir eure Unterstützung!

Nehmt an den Gegenveranstaltungen am Montag, 23. Februar 2015 teil! Da müsst ihr hin:

Marienplatz
Mahnwache mit Soli-Pizza von “Backdat”
ab 17 Uhr

Alter Garten
Kundgebung mit kultureller Umrahmung
ab 18 Uhr

Marktplatz / Café Röntgen
Kaffee trinken und Einkaufstour mit Livemusik
ab 18 Uhr 15

Hauptbahnhof
Antirassistische Demo zum Marienplatz
ab 18 Uhr

Die Aktionskarte zum 23. Februar gibt es hier.

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Rostock: Film- und Diskussionsabend „Lichtenhagen 92“ am 04.03.15

Aktuell zieht der Kinofilm „Wir sind jung. Wir sind stark.“ Millionen Menschen die Kinos. Abseits vom künstlerischen Spielfilm sollen im Rahmen des Themenabends die Ereignisse im August 1992 in Lichtenhagen beleuchten und die Hintergründe der Pogrome erforschen. Dazu wird die Dokumentation „The truth lies in Rostock“ gezeigt. Anschließend gibt es die Möglichkeit über die damaligen Ereignisse und nicht zuletzt über die aktuelle Flüchtlingsdebatte diskutieren.


Bild: „Grenzenlose Solidarität“ – über 6.000 Menschen nahmen 20 Jahre nach den Pogromen an einer Demonstration in Rostock in Erinnerung an die rassistischen Pogrome in Lichtenhagen teil.

Zwischen dem 22. Und dem 26. August attackierte ein deutscher Mob ein mehrheitlich von Vietnamesen bewohntes Haus in Rostock-Lichtenhagen. Dieses tagelange Pogrom wurde von einer applaudierenden Menge begleitet, die sich in einer volksfestähnlichen Stimmung befand. Dies waren die heftigsten rassistischen Ausschreitungen in der deutschen Nachkriegsgeschichte und zugleich ein Ausdruck der Stimmung in Deutschland nach der Wiedervereinigung.

Die Videodokumentation entstand 1993 unter maßgeblicher Beteiligung von Menschen, die sich zum Zeitpunkt der Geschehnisse im attackierten Wohnheim befanden. Deshalb zeichnet sich die Produktion nicht nur durch einen authentischen Charakter aus, sondern versteht sich auch Jahre danach als schonungslose Kritik an einer Grundstimmung in der bundesrepublikanischen Gesellschaft, die Pogrome gegen Migranten oder einfach nur „anders aussehende“ überhaupt erst möglich macht.

Eine Montage von Videomaterial, gedreht aus den angegriffenen Häusern heraus, Interviews mit Anti-Faschist*innen, den vietnamesischen Vertragsarbeiter*innen, der Polizei, mit Bürokraten, Neonazis und Anwohnern. Eine Dokumentation über das heimliche Einverständnis der Politik und über die verbreitete Angst.

Die Veranstaltung findet am Mittwoch, den 4. März in der Geschäftsstelle der LINKEN. Rostock (Kröpeliner Straße 24, Eingang Ecke Rungestraße) um 18 Uhr 30 statt. Störer*innen werden von der Veranstaltung ausgeschlossen, ggf. wird Gebrauch vom Hausrecht gemacht. Eine Veranstaltung der linksjugend [’solid] Rostock.

Schwerin: Antifa-Wandertag am 09.03.15 – MVGIDA ein Ende setzen!

Was als ROGIDA in Güstrow mit einem Haufen betrunkener Neonazis und Anzeigen wegen Hitlergrüßen begann, hat sich unter dem Label MVGIDA zu einer wöchentlichen Nazidemonstration, abwechselnd in Schwerin und Stralsund, entwickelt.

Der feine Unterschied… Anders als bei den PEGIDA-Märschen in Dresden bleiben rassistische Bürger_innen zwar zu Hause, dafür zeigen sich Nazis aus dem Umfeld von Kameradschaften, NPD-Abgeordnete, Reichsbürger_innen und 90er-Jahre Skinheads mal ganz ungehemmt – und immer noch betrunken. Im Gegensatz zu anderen Städten, in denen GIDA-Aufmärsche stattfinden, ist es bisher aber in Mecklenburg-Vorpommern noch nicht gelungen, diese zu blockieren. Woche für Woche machen sich Antifaschist_innen auf den Weg. Allerdings sehen sie sich einem Polizeiaufgebot ausgesetzt, dessen einziges Interesse die Durchsetzung des Naziaufmarsches und die Kriminalisierung der Gegenproteste ist.

One more time… Neonazis, ob nüchtern oder betrunken, kotzen uns an! Wenn sie dann auch noch im nationalen Taumel zu Hunderten durch die Straßen ziehen und rassistische Parolen schreien, werden wir das ganz sicher nicht als Normalzustand akzeptieren. Genauso wenig werden wir uns damit abfinden, dass die Polizei in Schwerin oder Stralsund zeitweise nationalbefreite Zonen durchsetzt. Wir wissen: weder von Polizei noch von anderen staatlichen Institutionen ist Unterstützung zu erwarten, also müssen wir selbst für das Ende von MVGIDA sorgen. Unterstützen wir die Menschen, die sich seit Wochen den Nazis und der Polizei entgegenstellen, und beenden wir den Quatsch!

Kommt am 09.03. nach Schwerin! Bildet Banden! Antifa in die Offensive!

Soli-Sampler zum Tag der Befreiung „Wer nicht feiert, hat verloren“ neu aufgelegt

++ Soli-Sampler „Wer nicht feiert, hat verloren“ neu aufgelegt +++ von Punk bis Electro alles dabei +++ CD bestellen und Protest gegen den Naziaufmarsch am 8. Mai in Demmin unterstützen +

Von Marko Neumann

Bereits vor einigen Jahren haben wir den Musik Sampler „Wer nicht feiert, hat verloren“ veröffentlicht. Mit neuem Cover haben wir die alte CD in einer begrenzten Neuauflage nachgepresst.


Bild: Der neu aufgelegte Musik-Sampler zum Tag der Befreiung – jetzt bestellen und damit Proteste gegen den Naziaufmarsch am 8. Mai 2015 Supporten.

Die sehr zu empfehlende Scheibe bietet einen Rundumflug durch die politische Musik. Von Hip Hop, Punk, Ska bis hin Liedermacher-Musik ist für jeden Geschmack was dabei. Die CD könnt ihr für 5€ zzgl. Porto entweder direkt bei uns bestellen oder Restbestände der älteren Auflage beim Roten Shop kaufen.

Die Erlöse aus dem Verkauf, wie unser aktueller Sampler, dem Protest gegen den Naziaufmarsch am 8. Mai 2015 in Demmin zu Gute. Hier die vollständige Tracklist:

01. We Went Rockin (Bad Shakyn)
02. Wir Leben (Alarmsignal)
03. Klassenkampf (Alarmsignal)
04. Mentalforces (Score To Zero)
05. No Border, No Order (Score To Zero)
06. Marionetten des Systems (Initiative Kantholz)
07. Roter Norden (Initiative Kantholz)
08. Lautsprecherwagen (Holger Burner)
09. Checmate Miracle (live at kalibou beach)
10. Achter Mai (Individual Performer)
11. Ihr wisst es (Singeclub Ernesto Che Guevara)

Stralsund: „Kreativ, bunt und weltoffen“ – Erneuter Protest gegen MVGIDA-Aufmarsch in der Hansestadt

++ über 300 Menschen in Stralsund gegen Rassismus auf die Straße gegangen +++ Mahnwachen entlang der MVGIDA-Route +++ Polizei ahndet Hitlergrüße etc. auf MVGIDA-Aufmarsch erneut nicht +

Pressemitteilung des Vereins Rock gegen Rechts Stralsund vom 16.02.15

Ab 17 Uhr ging es in der Stralsunder Altstadt bunt und fröhlich zu. Das Bündnis Stralsund Nazifrei begann mit dem “bunten Gemüseauflauf” den Tag. Ein Straßentheater vom Neuen zum Alten Markt mit bunten Figuren und Schildern bildete den satirischen Auftakt für einen kreativen Protest gegen die rechte Gruppierung MVGIDA.


Bild: Die Unternehmerinitiative „Stralsund gibt 8!“ ließ bunte Luftballons in den Himmel aufsteigen. (Fotoquelle: Rock gegen Rechts Stralsund)

Auf dem Alten Markt ließ das neue Unternehmensbündnis unter dem Motto „Stralsund gibt 8!“ mit den Demonstranten zusammen viele Luftballons in allen Farben in den Himmel aufsteigen. Im Anschluss gingen viele der Demonstranten nach Knieper und unterstützten dort die Mahnwachen im unmittelbaren Umfeld der Aufmarschroute.


Bild: Der organisatorische Leiter von Rock gegen Rechts in Stralsund beim „bunten Gemüseauflauf“. Auch Marc-Uwe Klings Känguru war mit dabei. (Fotoquelle: Rock gegen Rechts Stralsund)

Insgesamt konnten mit dem bunten Aufzug in der Altstadt, dem Friedensgebet in der Marienkirche, den Mahnwachen und weiteren kleinen Aktionen rund 330 Teilnehmer der Veranstaltungen gegen Rassismus und für Weltoffenheit verzeichnet werden. Kritisch sieht das Bündnis Stralsund Nazifrei weiterhin die Tolerierung von Hitlergrüßen durch die Polizei, welche in solchen Fällen bisher keine Anzeigen aufnimmt.

Die Ausstellung „Neofaschismus in Deutschland“ kommt nach Mecklenburg-Vorpommern

Die vor einigen Monaten komplett neu überarbeitete Ausstellung „Neofaschismus in Deutschland“ der VVN-BdA kommt nach Mecklenburg-Vorpommern.

Die oftmals in medialen Darstellungen bemühte Darstellung des Skinheads mit Bomberjacke und Springerstiefeln mit weißen Schnürsenkeln sind, bis auf wenige Ausnahmen wie etwa die Skinheadfront Dorstfeld in Dortmund, längst überholt. Neonazis geben sich modern, versuchen sich in Jugendsubkulturen zu integrieren und kopieren die Aktionsformen und Kleidungsweise ihrer politischen Gegner*innen, der radikalen Linken. Trotz der oberflächlichen Modernisierung ist die Denke, übernommen aus dem historischen Nationalsozialismus, ungebrochen in den Köpfen der neuen Nazis präsent. Die Ausstellung erarbeitet anhand vieler Beispiele die unübersehbare Verbindung und geistige Verbindung zwischen Drittem Reich und Neonazis aus NPD und Kameradschaften.
Die Ausstellung bleibt jedoch keineswegs bei denen stehen, die sich mehr oder minder in die Tradition des Dritten Reichs stellen, sondern behandelt auch die Neue Rechte als intellektuell erscheinende Variante reaktionäres Denken und Denkmuster aus der Mitte der Gesellschaft, die den Anschluss an rechtsradikales Denken erleichtern.

Hier die aktuellen Termine für die Ausstellung:

Barth (02.-20.03.2015)
Kulturhaus Barth. Bahnhofstraße 2, 18356 Barth
Öffnungszeiten: Mo.-Fr. 9-16 Uhr
Eröffnung: 04.04.2015, 15.30 Uhr mit Dr. Axel Holz (Bundessprecher der VVN-BdA)

Crivitz (01.04.-01.05.2015)
Wahlkreisbüro DIE LINKE. in Crivitz. Große Straße 5-7, 19089 Crivitz
Mo.-Do. täglich von 9-15 Uhr

Schwerin (01.06.-17.07.2015)
Landtagsfraktion DIE LINKE. MV. Landtag MV, Lennéstraße 1, 19053 Schwerin

Prora auf Rügen (16.04.-21.06.2015)
Dokumentationszentrum Prora. Objektstraße / Strandstraße, 18609 Prora

Literaturtipp: „Generation des Unbedingten – Das Führungskorps des Reichssicherheitshauptamtes“

Die intellektuelle Elite des Nationalsozialismus. So funktional, sachlich, technisch, wie diese intellektuelle Elite ihre Beteiligung am Nationalsozialismus nach dem Krieg weiszumachen versuchte, war ihre Täterschaft nicht. Diese Männer verstanden sich keineswegs als Stubengelehrte oder bloße Vordenker. Sie waren nicht die Rädchen einer anonymen Vernichtungsmaschinerie, sondern sie haben die Konzepte entworfen, die Apparate konstruiert und selbst bedient, die den millionenfachen Mord möglich machten.

Am 27. September 1939 entstand unter der Führung von Reinhard Heydrich aus Geheimer Staatspolizei, Kriminalpolizei und Sicherheitsdienst der SS das Reichssicherheitshauptamt. Es verstand sich als der exekutive und konzeptionelle Kern einer weltanschaulich orientierten Polizei, die ihre Aufgabe in der „Reinhaltung des deutschen Volkskörpers“ sah. Sie sollte in dem von Hitler beschworenen „Schicksalskampf“ die Gegner des auf Rasse und Volk begründeten NS-Regimes – in erster Linie die Juden als Verkörperung der „Gegen-Rasse“, des „Anti-Volkes“ – vernichten.

Es war die Kriegsjugend, der die „Bewährung an der Front“ des Ersten Weltkriegs fehlte, aus der Heydrich die Führungskräfte seiner „kämpfenden Verwaltung“ rekrutierte – politisch engagierte junge Männer, die ihre sichere Existenz als Ärzte, Juristen oder Studienräte aufgaben, um in einer von jeder Rechtsgrundlage entbundenen Institution mitzuwirken, die nur „der geschichtlichen Aufgabe“ (Heydrich) verpflichtet war. In der Forderung nach Abrechnung mit dem „morschen“ Alten und dem Entwurf einer neuen Welt hatten sie zu einer „Generation des Unbedingten“ zusammengefunden. Als Leiter der SS-Einsatzgruppen in Polen, in der Sowjetunion und den übrigen besetzten Gebieten in Europa erwarben sie im Besatzungsterror gegen die Zivilbevölkerung die von Hitler geforderte „unerhörte Härte“ – vor allem aber lernten sie, in „großen Räumen“ zu denken, zivilisatorische Hemmschwellen zu überwinden und den Massenmord als „Problemlösung“ zu konzipieren und zu exekutieren.

Michael Wildt hat anhand umfangreicher neuer Quellen akribisch die Konturen dieser „Institution neuen Typs“ herausgearbeitet, die sich flexibel veränderten Situationen anzupassen verstand. Seine Ergebnisse korrigieren die bisherige Auffassung vom Reichssicherheitshauptamt als reines „Verwaltungsbüro“, als „Sammelbezeichnung“ oder „organisatorische Klammer“ verschiedener Polizei- und Sicherheitsdienste und weisen seine aktive Rolle in der Vernichtungspolitik des Dritten Reiches nach. Sein verstörendes Bild der leitenden Akteure läßt sich in das bisherige Profil der NS-Täter nicht einordnen: Es waren keine „gescheiterten Existenzen“, keine „Mitläufer“, keine „ordinary men“, sondern in der Mehrheit akademisch gebildete junge Männer, die ihre politische Weltanschauung schreckliche Wirklichkeit werden ließen.

Das knapp 1.000 Seiten starke Buch gibt es unter anderem beim Hamburger Institut für Sozialforschung für 25,00€. ISBN 978-3-930908-87-5

Rostock: Fachtagung „Naturschutz und Rechtsextremismus“ am 05.03.15 an der Uni Rostock

Der Wunsch nach einem naturverbundenen, ursprünglichen Lebensstil, nach einer ökologisch orientierten und umwelt- und tierschützenden Produktionsweise hat landläufig nichts mit Rechtsextremismus zu tun. NPD und andere rechtsextreme Organisationen und Gruppierungen sehen im Naturschutz aber ein wichtiges Themenfeld, um ein völkisches Lebens- und Gesellschaftsbild verwirklichen zu können. Extrem rechte Gruppierungen und Einzelpersonen interpretieren im Sinne eines biologistischen Verständnisses Naturschutz als „Heimatschutz“ und wollen Ökologie als Abkehr von einer pluralistischen, modernen Gesellschaft leben Demokratinnen und Demokraten sind dazu aufgerufen, sich kritisch mit möglichen Verbindungslinien zwischen Argumentationen und Themen des Naturschutzes und des Rechtsextremismus zu beschäftigen und so Differenzen im Welt- und Menschenbild deutlich zu machen.

Im Rahmen der Fachtagung „Naturschutz und Rechtsextremismus“ sollen einzelne Facetten dieses Themenspektrums diskutiert werden. Im Herbst 2013 und Frühsommer 2014 haben in Kooperation der Evangelischen Akademie, dem Bundesamt für Naturschutz und in Begleitung der Universität Rostock zwei Tagungen in der Internationalen Naturschutzakademie auf der Insel Vilm stattgefunden. Am 5. März auf sollen einzelne Ergebnisse der Vilmer Gespräche zu diesem Themenkomplex präsentiert werden.

Die Tagung findet am 5. März (13 bis 16 Uhr) statt. Ort ist die Universität Rostock, Seminarraum 021, Ulmenstraße 69, Haus 1, 18057 Rostock. Die erforderliche Anmeldung kann bis zum 27. Februar an rostock[ätt]akademie.nordkirche.de geschickt werden.

Rostock: Podiumsdiskussion „Perspektiven des Gedenkens“ anlässlich des 11. Todestages Mehmet Turguts am 25.02.15 im JAZ

Am 25. Februar 2004 wurde Mehmet Turgut im Neudierkower Weg in Rostock vom Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) ermordet. Im vergangenen Jahr fand zum ersten Mal eine offizielle Gedenkveranstaltung statt, zu welcher der Oberbürgermeister und die Bürgerschaftspräsidentin der Hansestadt Rostock auch die Brüder Yunus und Mustafa Turgut eingeladen hatten. Auf der Kundgebung wurde vom Oberbürgermeister betont, dass das Gedenken sich nicht in einer einzigen Veranstaltung erschöpfen darf.


Bild: Gedenken an den vom „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU) ermordeten Mehmet Turgut in Rostock. (Fotoquelle Facebook Seite Rostock Nazifrei)

In diesem Jahr wollen wir am 11. Todestag gemeinsam an Mehmet Turgut erinnern und auf einer Podiumsdiskussion über Perspektiven des Gedenkens sprechen. Dazu wollen wir resümieren, was bislang in Rostock geschehen ist und welche Form(en) des Gedenkens es gegenwärtig in Rostock gibt. Wir wollen aber auch gemeinsam darüber nachdenken, wie in Zukunft an den Mord in Rostock erinnert werden kann und welche Wünsche die Angehörigen für das Gedenken an Mehmet Turgut haben. Dabei soll der Blick über die Hansestadt hinaus gerichtet und im Gespräch verschiedene Erfahrungen aus Kassel und Rostock zusammengebracht werden.

Eine von den Fraktionen der Rostocker Bürgerschaft mitgetragene Initiative, den Neudierkower Weg zum Gedächtnis an Mehmet Turgut umzubenennen, war in den Ortsbeiräten auf Widerstände gestoßen. Mit diesem Gespräch über die Perspektiven des Gedenkens wollen wir uns um Möglichkeiten und Wege für einen würdigen Umgang mit der Erinnerung an den Mord bemühen.

Die Initiative „Mord verjährt nicht!“, die dieses Jahr beide Veranstaltungen organisiert, hat sich in der zweiten Jahreshälfte 2012 gegründet. Ursprünglich war das Ziel, die Forderungen nach einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss im Landtag zur Aufklärung der NSU-Verbrechen auch in Mecklenburg-Vorpommern zu unterstützen. Nach dem Scheitern dieses Vorhabens verlagerte sich der Arbeitsschwerpunkt auf die Gedenkpolitik.

Auf dem Podium:
Mustafa Turgut (Bruder von Mehmet Turgut)
Ayse Güleç (Initiative 6. April Kassel, Sozialpädagogin)
Yuri Rosov (Vorsitzender des Migrantenrates der Hansestadt Rostock)
Dr. Wolfgang Nitzsche (Präsident der Bürgerschaft der Hansestadt Rostock, angefragt)
Roland Methling (Oberbürgermeister der Hansestadt Rostock, angefragt)
Moderation: Initiative „Mord verjährt nicht!“

Wann und wo genau? Am 25.02.2015, ab 19 Uhr im Jugendalternativzentrum (JAZ), Lindenstraße 3b in Rostock.

Rostock: Kundgebung zum 11. Todestag Mehmet Turguts am 25.02.15

Aufruf zur Kundgebung am 25.02.2015 – 17 Uhr – am Mahnmal im Neudierkower Weg (Rostock-Toitenwinkel)

Am 25. Februar 2004 wurde Mehmet Turgut im Neudierkower Weg in Rostock vom Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) ermordet. Im vergangenen Jahr hat zum ersten Mal eine offizielle Gedenkveranstaltung stattgefunden, zu welcher der Oberbürgermeister und die Bürgerschaftspräsidentin der Hansestadt Rostock auch die Brüder Yunus und Mustafa Turgut eingeladen hatten. Im vergangenen Jahr wurde vom Oberbürgermeister betont, dass das Gedenken sich nicht in einer einzigen Veranstaltung erschöpfen darf.


Bild: Gedenken an den vom „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU) ermordeten Mehmet Turgut in Rostock. (Fotoquelle Facebook Seite Rostock Nazifrei)

Auch ohne eine offizielle Gedenkveranstaltung der Hansestadt Rostock rufen wir als Initiative „Mord verjährt nicht!“ in diesem Jahr am 11. Todestag von Mehmet Turgut dazu auf, am Tatort in Toitenwinkel dem Ermordeten zu gedenken!

Die Initiative „Mord verjährt nicht!“, die dieses Jahr beide Veranstaltungen organisiert, hat sich in der zweiten Jahreshälfte 2012 gegründet. Ursprünglich war das Ziel, die Forderungen nach einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss im Landtag zur Aufklärung der NSU-Verbrechen auch in Mecklenburg-Vorpommern zu unterstützen. Nach dem Scheitern dieses Vorhabens verlagerte sich der Arbeitsschwerpunkt auf die Gedenkpolitik.

Termine:
17 Uhr Gedenkveranstaltung am Mahnmal im Neudierkower Weg, Rostock-Toitenwinkel (Haltestelle Martin-Niemöller-Straße)
19 Uhr Podiumsdiskussion „Perspektiven des Gedenkens“, im JAZ, Lindenstraße 3b, Rostock

Zur Facebook Veranstaltung geht’s hier lang.




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