MVGIDA-Mitorganisator Enrico Naumann verlässt PEGIDA-Ableger

++ Anmelder der MVGIDA-Aufmärsche Enrico Naumann verlässt PEGIDA-Ableger +++ PEGIDA-Bewegung im Nordosten rückt weiter nach rechts +++ rassistischer Aufmarsch diesen Sonnabend in Bützow +

Von Janin Krude und Marko Neumann

Der bisherige Anmelder für die MVGIDA-Aufmärsche in Rostock, Schwerin und Stralsund, Enrico Naumann, verlässt den PEGIDA-Ableger in Mecklenburg-Vorpommern. Als Grund nannte der 38jährige Stralsunder das Unvermögen der neurechten Initiative „die breite Mittelschicht der Gesellschaft zu erreichen […] da die Leute uns direkt in die ‚rechte‘ Schublade gesteckt haben.“. Tatsächlich sanken die Teilnehmer*innenzahlen nach ersten Anfangserfolgen auf gerade einmal 200 bis 300 Personen.


Bild: Kundgebung in Rostock am Goetheplatz am ersten März – MVGIDA zu Fischstäbchen verarbeiten!

Auch wenn Naumann für den Aufmarsch kommenden Montag in Stralsund verantwortlich zeichnet, will er diese Aufgabe künftig abgeben. Laut Endstation Rechts laufen jedoch alle Anmeldungen bis Anfang Mai in Schwerin weiterhin auf seinen Namen. Auf der Facebook Seite der MVGIDA heißt es dazu unter anderem „Ungeachtet dieser organisatorischen Änderung finden alle Veranstaltungen wie gewohnt weiter statt.“ Naumann galt als Kopf der wöchentlich stattfindenden Aufmärsche.

MVGIDA als Aktionsfeld für NPD und Freie Kameradschaften
Als Grund für seinen Ausstieg nannte er zudem die deutlichen „Dominanz der Bewegung durch die NPD und rechte Kameradschaften“. Trotz seines einschlägigen Facebook Profils sehe er sich selbst als „Patriot“ aber nicht als Nazi. Gleichzeitig räumte er Kontakte zu NPD-Aktivisten ein.
Immer wieder wurde MVIDA als Tarnorganisation der neofaschistischen Szene im Nordosten entlarvt. Zuletzt wurde die NPD immer offener in die „Spaziergänge“ eingebunden. So sprach auf dem vergangenen MVGIDA-Aufmarsch in Rostock unter anderem Andreas Theißen, Mitarbeiter des NPD-Fraktionsvorsitzenden und ehem. NPD-Bundesvorsitzenden Udo Pastörs. In Schwerin leitete NPD-Fraktionsmitarbeiter Michael Grewe die Teilnehmer*innen.


Bild: Nazis versuchen sich verstärkt durch Bürger*inneninitiativen und „Volksbewegungen“ zu tarnen, wie hier während eines rassistischen Aufmarsches in Torgelow.

MVGIDA rückt weiter nach rechts
Der Rechtsextremismusexperte Günther Hoffmann erwartet, dass MVGIDA jetzt noch weiter ins rechtsradikale Lager rückt. Naumann sei im Organisationsteam eher eine gemäßigte Kraft gewesen, obwohl auch er in der Vergangenheit an rechten Demonstrationen teilgenommen hatte, erklärte Hoffmann im Nordkurier. Von einem Ausstieg oder einer Distanzierung Naumanns könne nicht ausgegangen werden, sagte Hoffmann. Es handele sich lediglich um einen Rückzug aus dem Organisations-Team.

Rassistischer Aufmarsch diesen Sonnabend in Bützow
Die NPD und Kameradschaften stehen offenbar schon bereit, die durch Naumanns Ausscheiden hinterlassene Lücke auszufüllen. Für morgen (Sonnabend, 14. März) ist bereits ein weiterer rassistischer Aufmarsch durch Bützow angemeldet worden. Unter dem Motto „Für den Erhalt der Abendländischen Kultur in unserer Heimat. Gegen Wirtschaftsflüchtlinge und Einwanderung in unsere Sozialsysteme.“ wollen sich die Anhänger*innen der Initiative „Bützow wehrt sich“ um 17 Uhr 30 am Schlossparkplatz zu einem „Spaziergang“ treffen.
Auf Grund der Kürze der Zeit gibt es bislang keine angemeldete Gegenveranstaltung. Treffpunkt für den Gegenprotest ist jedoch am NEC (rotes Backsteingebäude) beim Parkplatz in der Karl-Marx-Straße, ebenfalls 17 Uhr 30. Bringt Luftballons, Blumen, bunte Schilder und Transpis usw. mit. Bleibt informiert und achtet auf Ankündigungen. Nutzt dazu auch diese Kanäle:

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Twitter: infonordost
Hashtag: #mvfüralle
Details: ino.blogsport.de & rostock-nazifrei.systemausfall.org


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