Archiv für April 2015

Letzte Infos zum Naziaufmarsch in Neubrandenburg

Am Freitag wollen NPD und Gefolgschaft durch die Oststadt marschieren. Mittlerweile ist nun auch die Route bekannt geworden.

Schaffen wir am 01. Mai 2015 in Neubrandenburg gemeinsam einen breit aufgestellten zivilgesellschaftlichen Widerstand, um den Nazis klar zu machen, dass sie und ihre Ideen weder hier noch anderswo erwünscht sind oder geduldet werden.

Treffpunkt: 10 Uhr // Salvador-Allende-Straße 15 (bei Rewe)
Ticker/Wap: demoticker.org (ab Freitag)
Twitter: @nbnazifrei (ab Freitag)
Homepage: nbnazifrei.blogsport.eu

Übersicht zu den Gegenveranstaltungen am 1. Mai in Neubrandenburg

++ Kundgebungen und Bündsnis-Demo mit antikapitalistischem Block in der Oststadt +++ weitere Demos und Feste in Neubrandenburg +++ Hastag und Twitteraccounts vormerken +

Von Marko Neumann

Am ersten Mai will die NPD durch die Neubrandenburger Oststadt marschieren. Das Bündnis Neubrandenburg Nazifrei und andere Initiativen organisieren den Protest gegen den braunen Aufzug. Kommenden Freitag wird es verschiedene Kundgebungen und Demonstrationen in der Vier-Tore-Stadt gegen die NPD und ihre Sympathisant*innen geben. Hier eine aktuelle Aufzählung.

Die Nazis wollen sich um 12 Uhr in der Oststadt in der Helmut-Just-Straße treffen. Die Bündnis-Demo mit einem antikapitalistischen Block wird 10 Uhr beginnen. Der genaue Treffpunkt wird noch bekannt gegeben.

In der Oststadt wird es mehrere Kundgebungen geben:
• Ecke Robert-Koch-Straße / Fritscheshofer Straße (Am Ihlenpool) ab 11 Uhr
• Ecke Ziolkowskistraße / Einsteinstraße (beim Bäcker „Gesche“) ab 10 Uhr
• Ecke Salvador-Allende-Straße / Kopernikusstraße ab 10 Uhr
• Mlada-Boleslava-Straße ab 10 Uhr (noch nicht genehmigt)

Zusätzlich findet ab 10 Uhr im Markscheiderweg bei der Geflüchtetenunterkunft ein Straßenfest statt.

Ebenfalls um 10 Uhr startet die Critical Mass Neubrandenburg in der Innenstadt am Marktplatz in Richtung Oststadt. Details findet ihr hier.

Darüber hinaus findet außerhalb der Oststadt das 6. Demokratiefest des DGB am Marktplatz in der Innenstadt statt. Beginn ist 10 Uhr.

Der Nordkurier veranstaltet ab 11 Uhr am Datzenberg ein „Fest der Farben“.

In der Ohlenfelder Vorstadt am Parkplatz an der Brücke Johannisstraße beginnt ab 10 Uhr eine weitere Demonstration statt.

Um 11 Uhr findet in der Südstadt ebenfalls eine Demonstration statt. Treffpunkt ist der „DIVI“ Parkplatz.

Last but not least beginnt um 10 Uhr eine dritte Demo an der Fasanenstraße Ecke Greifstraße (Reitbahnweg) statt.

Was gibt’s sonst noch?
Es sind noch Restkarten für die Busse aus Rostock nach Neubrandenburg erhältlich. Mehr Infos hier. Weitere Details zu den Gegenveranstaltungen bekommt ihr zeitnah bei uns und bei Neubrandenburg Nazifrei.
Nutzt auch den Twitter Account @nbnazifrei und den Hashtag #1mNB. Zur Facebook Seite des Bündnisses geht es hier lang.

Rostock: Letzte Bustickets für den 1. Mai nach NB-Town sichern!

Kommenden Freitag will die NPD durch Neubrandenburg marschieren. Seit Jahren versucht die neofaschistische Partei den Tag der Arbeit für ihre Propaganda zu missbrauchen.

Verschiedene Parteien, Initiativen und Antifa Gruppen mobilisieren zum Protest gegen den braunen Aufzug. In Rostock gibt es nach wie vor Karten für eine gemeinsame Anreise nach NB-Town. Sichert euch schnell Resttickets, denn der Mai ist nicht mehr weit!

Die Karten gibt es im Café Median und im Café Marat im Peter-Weiss-Haus.


Bild: Jetzt Resttickets für NB-Town abstauben!

Mythos und Realität: Die „Geheime Staatspolizei“

Eine der wohl gefürchtetsten Adressen im NS-Reich lautete „Prinz Albrecht Straße 8“ in Berlin. Am Rande des Regierungsviertels residierte die Geheime Staatspolizei (Gestapo), die im April 1933 gegründet wurde.

Von Philipp Gutrun-Hahn

Berüchtigt war die Gestapo vor allem für ihre brutalen Ermittlungsmethoden beim Verhör, um Gefangene durch Folter zu belastenden Aussagen zu zwingen. Ihr Zweck war einzig die Verfolgung von echten und vermeintlichen Staatsfeinden. In einer entsprechenden Gesetzes-Formulierung von 1936 hieß es dann auch wenig beschönigend:

„Die Geheime Staatspolizei hat die Aufgabe, alle staatsgefährdenden Bestrebungen im gesamten Staatsgebiet zu erforschen und zu bekämpfen, das Ergebnis der Erhebungen zu sammeln und auszuwerten, die Staatsregierung zu unterrichten und die übrigen Behörden über wichtige Feststellungen auf dem Laufenden zu halten und mit Anregungen zu versehen.“

Gemeint war die Verfolgung Andersdenkender, wie Kommunist_innen und Sozialdemokrat_innen, Liberale und Demokrat_innen, die sich nicht mit dem NS-System anpassen wollten; gemeint waren aber auch Juden, Sinti und Roma, Freimaurer und unbeugsame Christen, Zigeuner_innen, Zeugen Jehovas, die den Wehrdienst verweigerten und alle anderen, die dem Regime missliebig waren.
Eine wichtige Rolle zur Informationsgewinnung spielten sogenannte „Vertrauensleute“ (V-Leute), „zivile Maulwürfe“ im staatlichen Auftrag. Die meisten Menschen denunzierten andere aus privaten Interessen oder niederen Beweggründen wie Neid, Rache, Zorn, Hass oder Missgunst. Typische Denunzianten blieben anonym – aus Feigheit oder Angst. V-Leute wurden von der Gestapo hauptsächlich in den gegenüber dem Nationalsozialismus resistenten Gruppen wie der sozialdemokratisch oder kommunistisch geprägten Arbeiterschaft oder katholischen Kreisen geworben.

Zusammenschluss zum Reichssicherheitshauptamt
Aus Sicht der Gestapoführung waren Polizei und Verwaltung nicht nur der verlängerte Arm der Verfolgungsbehörde vor Ort, sie gehörten zum Verfolgungsnetzwerk dazu. Wie wichtig die normale Polizei für die Unterstützung staatspolizeilicher Aktionen war, zeigte sich schon kurze Zeit nach der nationalsozialistischen Machtübertragung. Die frühen Beschlagnahmungsaktionen kommunistischen und sozialdemokratischen Vermögens sowie die anschließenden Verhaftungen wären ohne die massive Unterstützung von herkömmlichen Polizeieinheiten gar nicht nicht möglich gewesen.
So war die Zusammenlegung der Gestapo mit anderen Geheim- und Sicherheitsbehörden des Dritten Reiches nur eine logische Folge. Am 27. September 1939 wurden die Gestapo und die Kriminalpolizei als Teile der Sicherheitspolizei mit dem Sicherheitsdienst (SD) zum Reichssicherheitshauptamt (RSHA) zusammengefasst. Die Gestapo trat ab diesem Zeitpunkt unter dem Namen Abteilung IV des RSHA mit der Bezeichnung „Gegnerbekämpfung“ auf und arbeitete neben den Abteilungen für „Gegnerforschung“, „Deutsche Lebensgebiete“ und dem ehemaligen Auslandsdienst, die alle aus dem SD hervorgegangen waren. Die Gestapo war damit bis zu ihrer Auflösung nach dem Ende der Nazi-Herrschaft Teil eines Machtapparats geworden, in dem die Unterscheidung zwischen eigentlicher Polizeibehörde und den zur Schutz Staffel (SS), also einer politischen Organisation, gehörenden Organisationseinheiten fast unmöglich wurde.

Aufkleber „Weder Freund noch Helfer“ wieder verfügbar

Polizeiliche Gewalt gegen linke Demonstrant*innen sind trauriger Alltag in der Bundesrepublik Deutschland. Ob nun Anticastor-Proteste, Demonstrationen für Geflüchtete, Widerstand gegen Nazi-Aufmärsche oder andere Aktivitäten: fast immer rücken die Vertreter*innen der Staatsmacht engagierten Menschen in diesem Land auf die Pelle.

Wir haben deshalb ein älteres Aufkleber-Motiv leicht modifiziert und neu aufgelegt. Die Aufkleber „Weder Freund noch Helfer“ könnt ihr gegen eine Spende entweder direkt bei uns oder in Kürze beim Roten Shop bestellen.


Bild: Nur solange der Vorrat reicht! – Die Polizei: Weder Freund noch Helfer!

Greifswald: Bustickets und Mobiveranstaltung zum Naziaufmarsch in Demmin

Auch in diesem Jahr wollen Nazis am Tag der Befreiung durch Demmin marschieren. Aus verschiedenen Städten wird zu den Protesten gegen den geschichtsrevisionistischen Aufzug mobilisiert.

Am 30. April findet im IKuWo (Goethestraße 01, 17489 Greifswald) ab 20 Uhr eine Infoveranstaltung zu den Protesten in Demmin statt. Tickets für eine gemeinsame Anreise nach Demmin können ab sofort ebenfalls im IKuWo zu den gängigen Öffnungszeiten (Dienstag bis Samstag ab 21 Uhr) für 5 bis 10 Euro gekauft werden.

8. Mai: Tag der Befreiung! Keinen Fußbreit den Faschist*innen!


Bild: Am 8. Mai den Nazis in Demmin in die braune Suppe spucken!

Jetzt Restbestände unseres Soli-Samplers zum Tag der Befreiung 2015 bestellen!

Mit dem Verkauf unseres Punk, Rock- und Ska Sampler zum Tag der Befreiung unterstützen wir den antifaschistischen Protest gegen den Naziaufmarsch am 8. Mai in Demmin. Denn nicht nur die zu erwartende staatliche Repression, sondern auch die Organisation von Bussen nach Demmin und der Druck von Mobi-Material kostet Geld.


Bild: Schnell bestellen, bevor die letzten CD’s vergriffen sind!

Mittlerweile gibt es nur noch einige Restbestände. BESTELLT euch JETZT die letzten CD’s für 6€ (anstatt 10€)! Schreibt uns eine Mail an infonordost [ätt] Systemausfall . org. Hier die Tracklist:

01 Einer von uns (Antispielismus)
02 Zeit (Dead Shepherd)
03 Stadt Land Flucht (Minitimer Katzenposter)
04 No borders (Nitro Injekzia)
05 Are you ready (Cleansweep)
06 Antisong (Sold As Freedom)
07 Brennende Lust (KloriX)
08 Polizeigewalt (Abfluss)
09 Partisanen (Fußpils)
10 Whats wrong (Fed Up!)
11 Fight for your rights (Contra)
12 Knüppel aus‘m Sack (Projekt Pulvertoastmann)
13 Bier gefüllte Deutsche (Die Dorks)
14 Krieg( Versus Null)
15 Kein Erbarmen (Gehacktes)
16 Raubtier Hierarchie (Start A Riot)
17 Straßenpiraten (ParaDocks)
18 60€ (Bluntshit)
19 Zeichen der Zeit (Reisegruppe Morgenthau)
20 Lebe schnell & lebe scheiße (Schnell&Scheiße)
21 Angst (Abbruch)
22 AFA (Verwahrlost)
23 Brauner Mob (Brainless)
24 Ausgebrannte Seelen (Cosa Nostra)

Spendenaufruf: „Nazifrei in den Mai!“ – Gegen die Naziaufmärsche am 1. & 8. Mai!

Bereits vor einigen Wochen ist öffentlich geworden, dass die NPD in diesem Jahr nicht nur am 8. Mai nach Demmin mobilisiert, sondern bereits am 1. Mai nach Neubrandenburg. Das gerade in diesem Jahr die rechtsextreme Szene versucht, lauthals auf sich aufmerksam zu machen, kommt nicht von ungefähr. Vor 70 Jahren wurde das NS-Regime militärisch geschlagen und die Gräueltaten des Faschismus der Welt offenbart. Dass der NPD und den zugehörigen Kameradschaften dieser Jahrestag ein Dorn im Auge ist, ist kein Geheimnis. Umso vehementer wird um die Umdeutung dieses Ereignisses gekämpft.

Auch deswegen wollen wir weder Neubrandenburg noch Demmin allein lassen. Aus verschiedenen Städten Mecklenburg-Vorpommerns wird es gemeinsame Anreisen geben. Auch aus Rostock wollen wir zusammen mit euch nach Demmin und Neubrandenburg fahren. Infos zu den Bustickets und den Verkaufsstellen erhaltet ihr in Kürze!

Hierzu ist eure Hilfe gebraucht: Neben vielen individuellen Anreisen mit Autos und dem ÖPNV soll es auch Busanmietungen geben. Da die Solitickets die gesamten Kosten nicht decken werden, brauchen wir noch Spenden für die Busanreise. Derzeit rechnen wir für beide Busse mit insgesamt ca. 800 Euro, die wir zusätzlich benötigen.
Daher bitten wir euch um Spenden (gerne auch kleine Beiträge) unter dem Betreff „Nazifrei in den Mai“ an folgendes Konto:

BDP MV e.V.
Rostocker VR Bank
IBAN: DE64 1309 0000 0001 4547 65
BIC: GENODEF1HR1

Spendenbescheinigungen sind möglich. Dafür schreibt nach der Überweisung eine Mail an einsmai [ ätt ] Systemausfall . org mit euren Daten, wie Adresse, Spendenhöhe und Überweisungsdatum.

Greifswald: Veranstaltungen zum 70. Jahrestag der Befreiung am 29.04.2015

In vielen Städten und Orten MV’s finden in den kommenden Wochen Veranstaltungen zum 70. Jahrestag der Befreiung vom deutschen Faschismus statt. Auch in Greifswald gibt es mehrere Termine, die ihr euch vormerken solltet.

Jüdisches Leben in Greifswald – Ein Spaziergang anlässlich des 70. Jahrestages der Befreiung vom Faschismus
Im gesamten “Deutschen Reich“ brannten in der Nacht vom 09. zum 10. November 1938 Synagogen, wurden jüdische Geschäfte und Wohnungen demoliert, als Juden deklarierte Menschen misshandelt, verhaftet und ermordet. So auch jüdische Bürgerinnen und Bürger der Stadt Greifswald – denn bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts gab es hier eine eigenständige Synagogengemeinde, die zu ihren Höchstzeiten 1868 120 Mitglieder zählte. Im Rahmen des Spaziergangs wollen wir Biografien Einzelner in Erinnerung rufen und ihrer gedenken, sowie Orte ehemaligen jüdischen Lebens in Greifswald besuchen. Es gibt etwas über das vergangene Gemeindeleben zu erfahren, aber auch die Rolle der Universität im Zusammenhang mit jüdischer Geschichte in Greifswald soll genauer in den Blick genommen werden.
Beginn des Spazierganges ist 18 Uhr am Greifswalder Marktplatz. Weitere Infos findet ihr hier.

Filmabend im Klex: 70. Jahrestag der kampflosen Übergabe Greifswald
Am 29. April ist es genau 70 Jahre her, dass Stadtkommandant Rudolf Petershagen Greifswald kampflos an die rote Armee übergeben hatte. Zur Erinnerung an diese Tat, der wir es verdanken, dass Greifswald von den Verheerungen des Zweiten Weltkrieges verschont geblieben ist veranstaltet die linksjugend.SDS Greifswald an genau diesem Jahrestag, Mittwoch, dem 29.4.2015, um 21 Uhr im Klex einen Filmabend. Alle Interessierten laden wir herzlich dazu ein. Gezeigt werden Teile der Reihe “Gewissen in Aufruhr” (DEFA, 1961).

Schwerin: MVGIDA-Aufmarsch am 27.04.2015

Es ist schon wieder soweit, am 27. April wollen Nazis unter dem Label MVGIDA erneut in Schwerin aufmarschieren. Und wir wollen sie hier nicht haben! Und auch sonst nirgendwo!

In Rostock und Güstrow sind sie bereits gescheitert, wir müssen ihnen zeigen, dass auch Schwerin kein Platz hat für Rassismus und rechtes Gedankengut hat! Gerade jetzt, wenn immer wieder über das „Massengrab Mittelmeer“ berichtet wird dürfen wir nicht zuschauen und zusätzlich rechte Hetze auf unseren Straßen dulden! Wir setzen ein Zeichen! Immer wieder!

Die Nazis starten am Schweriner Hauptbahnhof. Zentraler Anlaufpunkt für die Gegenaktionen wird die Siegessäule sein. Details findet ihr zeitnah auf der Facebook Veranstaltung.

Keinen Fußbreit den Faschist*innen! MV für alle!

Frauen im Dritten Reich: der „Bund deutscher Mädel“

Die Erziehung der Mädchen war dem Ideal der künftigen Mutterschaft ausgerichtet, höhere Schulbildung wurde teilweise, Koedukation vollständig abgelehnt. Soziale und politische Emanzipation, wie sie von den Frauen im Ersten Weltkrieg und in der Weimarer Republik ein Stück weit errungen worden war, wurde durch die Ideologie der Nazis und später per Gesetz verhindert.

Von Janin Krude und Marko Neumann

„Wir empfinden es nicht als richtig, wenn das Weib in die Welt des Mannes, in sein Hauptgebiet eindringt, sondern wir empfinden es als natürlich, wenn diese beiden Welten geschieden bleiben. In die eine gehört die Kraft des Gemütes, die Kraft der Seele! Zur anderen gehört die Kraft des Sehens, die Kraft der Härte, der Entschlüsse und die Einsatzwilligkeit! […]
Das Wort von der Frauen-Emanzipation ist nur ein vom jüdischen Intellekt erfundenes Wort, und der Inhalt ist von demselben Geist geprägt. Die deutsche Frau brauchte sich in den wirklich guten Zeiten des deutschen Lebens nie zu emanzipieren, sie hat genau das bessesen, was die Natur ihr zwangsläufig als Gut zur Verwaltung und Bewahrung gegeben hat.“

… erklärte Adolf Hitler in einer Rede nur wenige Monate nach der Machtübertragung. Der NS-Staat war eine Männergesellschaft, in der Frauen faktisch keine Rolle spielten. Die Frau wurde auf ihrer Rolle als Mutter und vermeintliche Hüterin des Heims, als Erzieherin der Kinder, als dem Mann untertane Ehegefährtin, die sich durch „Fortpflanzungsverweigerung“ oder Unfruchtbarkeit schuldig machen konnte, reduziert.

Politische Rechtlosigkeit und geheuchelte Wertschätzung
Die Erziehung der Mädchen war dem Ideal der künftigen Mutterschaft ausgerichtet, höhere Schulbildung wurde teilweise, Koedukation vollständig abgelehnt. Soziale und politische Emanzipation, wie sie von den Frauen im Ersten Weltkrieg und in der Weimarer Republik ein Stück weit errungen worden war, wurde durch die Ideologie der Nazis und später per Gesetz verhindert.
Der politischen Rechtlosigkeit der Frauen wurde eine mantraartig vorgebrachte Idealisierung der Mutterschaft entgegengesetzt. Der 1934 eingeführte Muttertag gehörte fest ins Feierjahr der Nazis und der ab 1938 verliehene Orden der NSDAP „Ehrenkreuz der deutschen Mutter“ sollte einmal mehr von der Emanzipationsfeindlichkeit der Männer ablenken. Die Auszeichnung wurde in Bronze für vier bis sechs Kinder, in Silber für sechs bis sieben Kinder und in Gold für acht und mehr Kinder verliehen, und zwar bis November 1944 nur an reichsdeutsche, dann auch an volksdeutsche Mütter. Überlegungen, die Auszeichnungen mit einem Ehrensold zu verbinden, wurden aus finanziellen Erwägungen nicht realisiert.

Der „Bund deutscher Mädel“ (BDM)
Die bekannteste, wenn auch nicht einzige, Frauenorganisation im Dritten Reich war der „Bund deutscher Mädel“ (BDM). Obwohl er bereits 1930 gegründet wurde, entwickelte sich dieser Frauenbund erst nach der Machtübertragung als untergeordneter Teil der Hitler-Jugend (HJ) unter dem „Reichsjugendführer“ Baldur von Schirach zu einer Massenorganisation. Im BDM, der 1939 zur Staatsorganisation wurde, galt vor allem für Mädchen von 14 bis 18 Jahren Dienstpflicht.
Die Teilnahme an Heimabenden, Sportnachmittagen, Lagern-Fahrten und anderen Veranstaltungen war gesetzlich vorgeschrieben und bildete einen wichtigen Eckpfeiler der nationalsozialistischen Indoktrinierung und Erziehung der weiblichen Jugend zu „Trägerinnen der nationalsozialistischen Weltanschauung“, wie es Baldur von Schirach ausdrückte.
Der BDM war in der Ausbildung von Frauenberufen (wie beispielsweise Hauswirtschaft, Pflege und Landwirtschaft) engagiert und wurde sozialpolitisch zur Linderung des Arbeitskräftemangels instrumentalisiert. Beispiele hierfür sind der „Landdienst“ der HJ für das Hilfswerk „Mutter und Kind“ und die seit 1934 vom BDM, deutschen Frauenwerk und der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung getragene Einrichtung „Das hauswirtschaftliche Jahr“. Allein 1937 wurden rund 25.000 Mädchen als Haushaltshilfen im Deutschen Reich vermittelt worden.
Nach Kriegsausbruch nahm der BDM im großen Stil am „Kriegseinsatz der Hitlerjugend“ teil. An die Stelle von Pflegekräften, die in Frontlazarette versetzt wurden, traten BDM-Mädchen in Krankenhäusern und Heimatlazaretten. Sie wurden als Erntehelferinnen in der Heimat und im „Osteinsatz“ im besetzten Polen in Anspruch genommen, waren als Wehrmachtshelferinnen tätig, ersetzten das Personal in den Verkehrsbetrieben der Großstädte oder betreuten im Rahmen der Kinderlandverschickung evakuierte Kinder.

Demmin & Gessin: Filmvorführung „Als die Deutschen vom Himmel fielen“ am 21.04. & 15.04.15

Der Film erzählt vom Widerstand der Bevölkerung Kretas gegen die deutschen Truppen, die im Mai 1941 die Mittelmeerinsel angriffen. Für die Frauen, Männer und Kinder war es ein Kampf um Freiheit, gegen die Vernichtung ihrer Angehörigen und die Zerstörung der Dörfer.

Doch die Erzählungen offenbaren auch die Konflikte, die sich während der Besatzungszeit innerhalb des Widerstandes an der Frage der politischen Zukunft des Landes entzündeten und unter Einflussnahme der Alliierten und der deutschen Truppen im Bürgerkrieg mündeten.

Den Erzählungen der griechischen Protagonisten folgend greift der Film eine weitere Spur auf. An 1941 errichteten Ehrenmälern pflegen Wehrmachtsveteranen im Schulterschluss mit Bundeswehrsoldaten ihre Geschichtsschreibung: Es ist der Mythos von mutigen und opferbereiten Soldaten, die der Pflicht der Vaterlandsverteidigung gefolgt seien.

Wann und wo wird der Film gezeigt?
• Mittwoch, den 15.04.2015 Mittelhof Gessin 7a, 17139 Gessin von 18:00 Uhr bis 20:00 Uhr
• Dienstag, den 21.04.2015 in der Stadtbibliothek Demmin, Pfarrer-Wessels-Strasse 1, 17109 Demmin von 17.00 Uhr bis 19.00 Uhr

Mehr Infos gibt’s bei Demmin Nazifrei.

Literaturtipp: „Russlands Krieg 1941-1945“ von Richard Overy

++ Leseempfehlung anlässlich des 70. Jahrestag der Befreiung +++ Overy bietet Überblickswerk zum deutschen Überfall auf die Sowjetunion mit profunden Quellen +++ Versuch einer objektiver Gesamtdarstellung +

Von Franziska Wilke und Marko Neumann

Die Operation „Barbarossa“ – der deutsche Überfall auf die Sowjetunion – ist der gewalttätigste Feldzug der faschistischen Wehrmacht. Nicht zuletzt deshalb ist über den erklärten Vernichtungskrieg in der Wissenschaft am meisten geschrieben worden.
Meistens standen dabei jedoch bestimmte Einzelaspekte und –perspektiven im Zentrum des Interesses der jeweiligen Autor_innen. Eine wirkliche Gesamtdarstellung, die die Geschehnisse und Bedeutungen des Krieges zwischen Hitler-Deutschland und der Sowjetunion aus der Totalperspektive erfasst und analysiert hätte, ist bis vor einigen Jahren noch nicht erschienen. Ein Grund dafür dürften die zahlreichen verschlossenen Archive gewesen sein.


Bild: Richard Overys Buch „Russlands Krieg 1941-45″.

Seit Ende der 1990er/Anfang der 2000er Jahre hat sich die Datenlage für die Forschung radikal verbessert. Zahlreiche Spezialstudien diesen Krieg betreffend konnten erstellt damit den „Ostfeldzug“ der deutschen Armeen und ihrer Verbündeten von allen Seiten immer heller beleuchtet werden. Der britische Militärhistoriker Richard Overy hat die Fülle der Forschungsergebnisse zu einer Gesamtansicht verdichtet. Dabei bezieht er in seine Darstellungen auch die Vorgeschichte der sowjetischen Verteidigungspolitik mit ein.

Als Hitler seine Militärmaschinerie in Bewegung setzte, um die Sowjetunion zu unterwerfen, tat er dies im Glauben an die eigene militärische – und völkische – Überlegenheit. Tatsächlich waren die deutschen Anfangserfolge mehr als erschreckend. Dass sich das Blatt doch wendete, hat seine Ursache unter anderem darin, dass Stalin gerade noch rechtzeitig einsah, dass er die konkreten militärischen Entscheidungen diejenigen treffen lassen sollte, die vom Kriegshandwerk unzweifelhaft mehr verstanden als er. Wie jede andere Einsicht vor und während dieses Krieges blieb auch diese dem deutschen „Führer“ versagt. Und so wurden im Laufe des Krieges nicht nur auf der sowjetischen Seite die richtigen, sondern zugleich und in zunehmendem Maße auf der deutschen Seite die falschen Entscheidungen getroffen. Eine weitere entscheidende Voraussetzung des sowjetischen Sieges darf natürlich nicht vergessen werden: die schier unbeschreibliche Leidensfähigkeit der sowjetischen Völker. „Man hat es schwer sich vorzustellen, dass die Schlacht um Stalingrad von US- oder britischen Truppen geschlagen worden wäre“ schreibt Overy in dem Artikel über den Kampf um die Wolga-Metropole.
Nach dem Krieg war es Stalin, welcher sich als den eigentlichen, wahren Sieger des „Großen Vaterländischen Krieges“ feierte und feiern ließ. Mit dem Sieg über das faschistische Deutschland und seine Verbündeten war die Sowjetunion zur Weltmacht aufgestiegen.

Overys Überblicks Werk unternimmt den bürgerlichen Versuch einer objektiven Gesamtdarstellung. Die differenzierte Analyse des „Großen Vaterländischen Krieges“ und dessen Vorgeschichte nötigt Respekt ab und lässt das über 500 Seiten starke Werk zu einem „Muss“ für Alle werden, die sich mit der Geschichte des 20. Jahrhunderts und die Blütezeit des Faschismus in Europa befasst.

Publikation „Naturschutz und Rechtsextremismus“ erschienen

Angestoßen von praktischen Erfahrungen und bestärkt nach Recherchen, die eine breite Forschungs­lücke zum Themenfeld „Naturschutz und Rechtsradikalismus“ offenbarten, entschlossen sich die Evangelische Akademie der Nordkirche und das Bundesamt für Naturschutz (BfN), in Kooperation mit der Arbeitsstelle Politische Bildung der Universität Rostock, im Rahmen von zwei aufeinander folgenden Tagungen in den Jahren 2013 und 2014 bei der Internationalen Naturschutzakademie des BfN diesen Themenkomplex zu bearbeiten.
 
Das Ergebnis der kritischen Reflexion zu möglichen Verbindungslinien zwischen Argu­mentationen und Themen des Naturschutzes und des Rechtsextremismus sowie die differenzierte Betrachtung der jeweiligen Welt- und Menschenbilder liegt nun in Gestalt des BfN-Skript, Nr. 394, vor. Neben wissenschaftlichen Beiträgen finden sich darin journalistische Berichte, Essays, Interviews und Erfahrungsberichte aus der Praxis. Dank der intensiven Mitarbeit vieler Vertreterinnen und Vertreter unterschiedlicher Professionen – sowohl in dieser Publikation als auch während der Tagungen – wurde diese Dokumentation zum Stand der gesellschaftlichen Debatte zum Themenfeld möglich.

Die Publikation wird über die Reihe „BfN-Skripte“ mit der ISBN 978-3-89624-129-0 kostenlos veröffentlicht. Sie ist über den Buchhandel nicht erhältlich. Bestellungen der Printausgabe können über die Internationale Naturschutzakademie des Bundesamtes für Naturschutz, Dr. Norbert Wiersbinski, 18581 Putbus, Tel.: 49(0)38301-86-111, Mail: norbert.wiersbinski[ätt]bfn-vilm.de getätigt werden. Alternativ kann die Broschüre auch als pdf-Datei hier heruntergeladen werden.

Mobilisierung zum Tag der Befreiung in Demmin #update

++ Mobilisierung zum Tag der Befreiung läuft an +++ Naziaufmarsch am 8. Mai 2015 in Demmin verhindern +++ Infoveranstaltungen und mehr in MV +

Von Marko Neumann

Am 8. Mai wollen die Neofaschist*innen von NPD, Freien Kameradschaften und co. erneut durch Demmin marschieren. Wie in den vergangenen Jahren mobilisieren unterschiedliche Bündnisse und Initiativen gegen den geplanten Fackelmarsch der Nazis. Zwei Mobi- und Infoveranstaltungen werden in den kommenden Wochen über die anstehenden Gegenaktivitäten in MV informieren:

• 24. April | Café Median in Rostock | ab 19 Uhr
• 29. April | AJZ in Neubrandenburg im AJZ | ab 19 Uhr

#update:
weitere Infoveranstaltung am 30.04.15 in Greifswald im IKUWO. Details gibt es hier.

In den vergangenen Tagen tauchten in Mecklenburg-Vorpommern an unterschiedlichen Orten Plakaten zum Tag der Befreiung auf. Einige Fotos findet ihr hier.


Bild: Plakate zum Tag der Befreiung 2015.




Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: