Neubrandenburg: Nazis geben entnervt auf

++ Blockaden verhinderten NPD-Aufmarsch in Neubrandenburg weitgehend +++ über 600 Gegendemonstrant*innen stellten sich 300 Nazis entgegen +++ erneut Polizeiübergriffe auf Antifaschist*innen +

Von Janin Krude und Marko Neumann

Zum wiederholten Mal wollte die NPD durch Neubrandenburg marschieren. Doch der geplante Aufzug der rund 300 Neofaschist*innen durch die Oststadt wurde für sie zum Fiasko. Nur wenige hundert Meter konnten sie marschieren, anschließend lösten sie ihren Aufzug gestresst auf.

Naziübergriffe und polizeiliche Repression schon bei der Anreise
Bereits während der Anreise kam es zu Übergriffen von NPD-Anhänger*innen auf Antifaschist*innen. Aus Rostock angereiste Gegendemonstrant*innen mussten schließlich zu antifaschistischem Selbstschutz greifen. In Stralsund wurden die über 60 Aktivist*innen noch im Bahnhof von Polizeieinheiten festgehalten und erkennungsdienstlich behandelt. Erst nach Stunden wurden sie nach Neubrandenburg gelassen, durften jedoch nur zum Demokratiefest – welches sich außerhalb der Oststadt befand – teilnehmen.

Mehrere Blockaden verhindern NPD-Marsch weitgehend
Um 12 Uhr wollte die NPD an der Kreuzung bei der Helmut-Just-Straße losmarschieren. Doch daraus wurde nichts. Mehrere hundert Menschen blockierten den Startpunkt der Nazis von verschiedenen Stellen aus. Verstärkt wurden die Blockaden durch Teilnehmer*innen der zuvor von den Organisator*innen aufgelösten Demonstration des Bündnisses Neubrandenburg Nazifrei. Die Polizei begann schließlich damit, einen Teil der Sitzblockierer*innen unter den Augen verschiedener Pressevertreter*innen und Politiker*innen betont sanft wegzutragen. Mit mehr als zwei Stunden Verspätung setzten sich die etwa 300 Neofaschist*innen langsam in Bewegung. Doch weit kamen sie nicht. Neue Blockaden, die entlang der Naziroute errichtet wurden, konnten von der Polizei trotz eines Großaufgebots von 800 Beamt*innen nicht unterbunden werden.

Nazis lösen Aufmarsch genervt auf
Weniger als eine halbe Stunde konnten ihre Anhänger*innen marschieren und nach nur einer Kundgebung war der Spuck beendet. Wie im vergangenen Jahr in Rostock brach die NPD ihren eigenen Aufzug vorzeitig ab. Nach der Auflösung löste sich eine Gruppe Nazis vom Hauptteil und zog in Richtung Innenstadt. Zu größeren Auseinandersetzungen kam es jedoch nicht mehr und die teilweise aus Berlin und Brandenburg angereisten Neonazis mussten unverrichteter Dinge nach Hause fahren.

Was bringt die Zukunft?
Wie bei vergangenen Protestaktionen gegen NPD-Aufmärsche kam es auch dieses Mal zu sinnloser Polizeigewalt. Mindestens fünf Menschen wurden von Polizeieinheiten krankenhausreif geprügelt und in Gewahrsam genommen. Auch die für ihre Brutalität bekannte BFE-Truppe kam zum Einsatz. Trotzdem verlief der Tag insgesamt relativ ruhig.
Die rechte Szene in MV verliert wieder an Kraft. Der Versuch unter dem Label MVGIDA den „Kampf um die Straßen“ zu gewinnen hat sich dabei genauso als Fehlschlag erwiesen, wie der jüngste Aufmarsch der NPD in Neubrandenburg. Auch die Teilnehmer*innenzahlen stagnieren bestenfalls. Den schwindenden Erfolgen steht ein wachsender Widerstand, getragen von radikalen, linken und bürgerlichen Gruppen und Initiativen gegenüber.
Kommenden Freitag wollen die Nazis anlässlich des Tages der Befreiung durch Demmin marschieren. Nun gilt es, die letzten Tage der Vorbereitung zu nutzen und den Erfolg von Neubrandenburg zu wiederholen.

Weitere Artikel findet ihr auf Endstation Rechts und Kombinat Fortschritt. Fotos gibt es hier und hier.


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