Archiv für Mai 2015

Global Marijuana March am 09. Mai 2015 in Rostock!

Am 09. Mai findet in Rostock zum wiederholten Mal eine Demonstration für die Legalisierung von Cannabis im Rahmen des Global Marijuana March statt. Diese wird organisiert vom Hanfbündnis Rostock, einer lokalen Aktivistengruppe. Zur selben Zeit finden weltweit in etwa 250 Städten Demonstrationen statt, um eine andere Drogenpolitik zu fordern. Deutschlandweit sind bisher über 25 „Hanfmärsche“ angekündigt.

Jakob Gericke, Sprecher des Hanfbündnisses: „Eine Re-Legalisierung von Cannabis als Medizin, Rohstoff und Genussmittel ist längst überfällig. Wir wollen mit dieser Demonstration zeigen, dass auch in Mecklenburg-Vorpommern Menschen unter dem Hanfverbot leiden und dringender Diskussionsbedarf über die gescheiterte Drogenpolitik besteht.“

Die Veranstaltung beginnt um 14 Uhr mit einer Kundgebung am Neuen Markt. Nach einer Stunde startet der Demonstrationszug und zieht über die Lange Straße zum Doberaner Platz, wo anschließend auch die Endkundgebung stattfindet.

Auf der Demonstration werden verschiedene Politiker*innen der Landes- und Bundesebene sprechen. Zudem werden politische Jugendorganisationen wie die linksjugend [’solid] Rostock, die Jungen Liberalen MV und die Grüne Jugend Mecklenburg-Vorpommern mit Redebeiträgen vertreten sein. Aus der Hanfszene sind ebenfalls bekannte Persönlichkeiten präsent, unter anderem Jost Leßmann, Vorstand der „Grünen Hilfe“ und Organisatoren der Berliner Hanfparade.

Abgerundet wird die Veranstaltung von lokalen Künstlern, die von Deep House über HipHop zu Reggae/Dancehall eine bunte musikalische Mischung darbieten. Eine Verlosung und weitere Programmpunkte sind vorgesehen, um die Demonstration vielfältig zu gestalten.

Es wird mit mehreren hundert Teilnehmer*innen gerechnet.

Kommt am 09. Mai nach Rostock!

Just legalize it! Denn Politik kann soo sinnvoll sein. ;)

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Neubrandenburg: Nazis geben entnervt auf

++ Blockaden verhinderten NPD-Aufmarsch in Neubrandenburg weitgehend +++ über 600 Gegendemonstrant*innen stellten sich 300 Nazis entgegen +++ erneut Polizeiübergriffe auf Antifaschist*innen +

Von Janin Krude und Marko Neumann

Zum wiederholten Mal wollte die NPD durch Neubrandenburg marschieren. Doch der geplante Aufzug der rund 300 Neofaschist*innen durch die Oststadt wurde für sie zum Fiasko. Nur wenige hundert Meter konnten sie marschieren, anschließend lösten sie ihren Aufzug gestresst auf.

Naziübergriffe und polizeiliche Repression schon bei der Anreise
Bereits während der Anreise kam es zu Übergriffen von NPD-Anhänger*innen auf Antifaschist*innen. Aus Rostock angereiste Gegendemonstrant*innen mussten schließlich zu antifaschistischem Selbstschutz greifen. In Stralsund wurden die über 60 Aktivist*innen noch im Bahnhof von Polizeieinheiten festgehalten und erkennungsdienstlich behandelt. Erst nach Stunden wurden sie nach Neubrandenburg gelassen, durften jedoch nur zum Demokratiefest – welches sich außerhalb der Oststadt befand – teilnehmen.

Mehrere Blockaden verhindern NPD-Marsch weitgehend
Um 12 Uhr wollte die NPD an der Kreuzung bei der Helmut-Just-Straße losmarschieren. Doch daraus wurde nichts. Mehrere hundert Menschen blockierten den Startpunkt der Nazis von verschiedenen Stellen aus. Verstärkt wurden die Blockaden durch Teilnehmer*innen der zuvor von den Organisator*innen aufgelösten Demonstration des Bündnisses Neubrandenburg Nazifrei. Die Polizei begann schließlich damit, einen Teil der Sitzblockierer*innen unter den Augen verschiedener Pressevertreter*innen und Politiker*innen betont sanft wegzutragen. Mit mehr als zwei Stunden Verspätung setzten sich die etwa 300 Neofaschist*innen langsam in Bewegung. Doch weit kamen sie nicht. Neue Blockaden, die entlang der Naziroute errichtet wurden, konnten von der Polizei trotz eines Großaufgebots von 800 Beamt*innen nicht unterbunden werden.

Nazis lösen Aufmarsch genervt auf
Weniger als eine halbe Stunde konnten ihre Anhänger*innen marschieren und nach nur einer Kundgebung war der Spuck beendet. Wie im vergangenen Jahr in Rostock brach die NPD ihren eigenen Aufzug vorzeitig ab. Nach der Auflösung löste sich eine Gruppe Nazis vom Hauptteil und zog in Richtung Innenstadt. Zu größeren Auseinandersetzungen kam es jedoch nicht mehr und die teilweise aus Berlin und Brandenburg angereisten Neonazis mussten unverrichteter Dinge nach Hause fahren.

Was bringt die Zukunft?
Wie bei vergangenen Protestaktionen gegen NPD-Aufmärsche kam es auch dieses Mal zu sinnloser Polizeigewalt. Mindestens fünf Menschen wurden von Polizeieinheiten krankenhausreif geprügelt und in Gewahrsam genommen. Auch die für ihre Brutalität bekannte BFE-Truppe kam zum Einsatz. Trotzdem verlief der Tag insgesamt relativ ruhig.
Die rechte Szene in MV verliert wieder an Kraft. Der Versuch unter dem Label MVGIDA den „Kampf um die Straßen“ zu gewinnen hat sich dabei genauso als Fehlschlag erwiesen, wie der jüngste Aufmarsch der NPD in Neubrandenburg. Auch die Teilnehmer*innenzahlen stagnieren bestenfalls. Den schwindenden Erfolgen steht ein wachsender Widerstand, getragen von radikalen, linken und bürgerlichen Gruppen und Initiativen gegenüber.
Kommenden Freitag wollen die Nazis anlässlich des Tages der Befreiung durch Demmin marschieren. Nun gilt es, die letzten Tage der Vorbereitung zu nutzen und den Erfolg von Neubrandenburg zu wiederholen.

Weitere Artikel findet ihr auf Endstation Rechts und Kombinat Fortschritt. Fotos gibt es hier und hier.




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