Archiv für Juni 2015

Wismar: Vortrag & Diskussion „Solidarisches Postwachstum – Konzepte sozial-ökologischer Transformation“ am 02.07.15 im Rathaus

Solidarisches Postwachstum – Auf der Suche nach einer neuen gesellschaftlichen Erzählung

02.07.2015 | 19 Uhr | Rathaus in Wismar (Am Markt, 23966 Wismar)

Die Produktions- und Lebensweise unserer Gesellschaft steckt in einer vielfältigen Krise. 40 Prozent der Deutschen sehnen sich derzeit nach einem Leben mit weniger Konsum und weniger Arbeit. Ein Leben, dass die Früchte des Lebens genießt, anstatt immerzu neue Konsumgüter anzuhäufen. Die Begriffe Zeitwohlstand, Entschleunigung, Postwachstum wandern durch die Feuilletons und landen neuerdings sogar manchmal im Wirtschaftsteil. Doch was bedeutet eigentlich Wohlstand für unsere Gesellschaft? Wie sieht unsere Gesellschaft nach einer sozial-ökologischen Transformation aus? Was sind ihre wesentlichen Elemente? Was sind ihre Leitbilder? Immerzu stößt man auf die Aussage, dass gesellschaftlicher Wandel in eine neue gesellschaftliche Erzählung eingebettet sein müsse. Wie hört sie sich also an, die neue gesellschaftliche Erzählung?

Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung Mecklenburg-Vorpommern.

Rostock: Vortrags- & Diskussionsveranstaltung „Gefährlich verankert – Neofaschismus in Mecklenburg-Vorpommern“ am 08.07.2015

Mecklenburg-Vorpommern ist das einzige Bundesland, in dem die neofaschistische NPD im Landtag sitzt. MV gilt als Modellregion für die rechte Bewegung in der Bundesrepublik. Die Vorstellungen eines umweltverbundenen Lebens werden hier genauso ausprobiert wie die Möglichkeiten und Grenzen der Zusammenarbeit von Parteistrukturen und sogenannten „Freien Kräften“.

Wie ist die neofaschistische Szene im Nordosten Deutschlands konkret aufgestellt? Welche Strukturen gibt es und wie sind die Nazis organisiert? Welche Strategien verfolgen NPD und „Freie Kräfte“? Mit diesen und anderen Fragen beschäftigt sich die Veranstaltung „Gefährlich verankert – Neofaschismus in Mecklenburg-Vorpommern“ am 8. Juni 2015 im Büro der LINKEN. Rostock (Kröpeliner Straße 24, Eingang Ecke Rungestraße) ab 18 Uhr 45 (pünktlich!). Einlass ist 18 Uhr 30.

In nach einem ausführlichen Inputreferat (ca 90 Minuten) wird es die Möglichkeit zur Diskussion geben.

Eine Anmeldung ist erforderlich unter solid-rostock[ätt]systemausfall.org.

Hinweis: Bei Störungen der Veranstaltung wird ggf. Gebrauch vom Hausrecht gemacht.

In eigener Sache: Letzte Materialpakete bestellen! Alles muss raus!

++ Letzte Materialbestellungen vor Lagerräumung möglich +++ Restbestände, nur so lange der Vorrat reicht! +++ Plakate, Sticker, Flyer und vieles mehr jetzt ordern +

Von Marko Neumann

Die Sonne lacht, die Bäume grünen, das Ostseewasser wird wärmer – Der Sommer klopft langsam, an die Türen. Doch bevor die warme Jahreszeit für uns so richtig losgehen kann, wollen wir unser kleines Materiallager leer räumen um Platz für Neues zu schaffen.


Bild: Zugreifen, bevor alles weg ist! Ordert den aktuellen Stuff!

Egal ob Plakat, Flyer, Hefte oder Aufkleber – alles muss raus! Hier bekommt ihr eine Liste des Stuffs, den ihr gegen eine kleine Spende bei uns bestellen könnt.

Plakate
▪ --------------------------
▪ ----------------------------------

Sticker
▪ ----------------------------
▪ --------------------------------
▪ --------------------------------------------
▪ -----------------------------------
▪ --------------------------------------------------------
▪ ----------------------------------
▪ --------------------------------------------------------------------
▪ -------------------------------
▪ ---------------------------------------
▪ „Free Hash – just legalize it!“
▪ ----------------------------
▪ --------------------------

Zur Ansicht der Motive hier klicken.

Hefte & Broschüren
▪ „Neofaschismus in Mecklenburg-Vorpommern“
▪ --------------------------------
▪ ---------------------
▪ -------------------------------------------
▪ -----------------

Button
▪ ------------------------------
▪ -------------------------------------

Flyer
▪ ----------------------------------
▪ --------------------------------------------------------

Soli-CD’s
▪ „8. Mai: Tag der Befreiung“ (5€ zzgl. Porto)
▪ „8. Mai: Wer nicht feiert, hat verloren“ (5€ zzgl. Porto)
▪ „Still loving bleiberecht“ (7€ zzgl. Porto)

Weiteres Zeugx:
T-Shirt „8. Mai: Tag der Befreiung“ Größe M (10€ zzgl. Porto)

Meldet euch bei uns und schreibt uns eine Mail an infonordost [ ätt ] systemausfall [ dott ] org.

Rostock: Infoveranstaltung „Call for solidarity – kollektives Zentrum (HH) braucht Unterstützung“ am 02.07.15 im Peter-Weiss-Haus

Das kollektive Zentrum in Hamburg besteht nun seit ca. einem halben Jahr, beendet die Ära eines kleinen Leerstandsparts im Münzviertel und hat sich in dieser Zeit bis unters Dach mit Leben gefüllt. Doch jetzt ist dem kollektiven Zentrum mit Kündigung gedroht worden, falls die Nutzer*innen sich nicht bereit erklären, die oberen „besetzten“ Stockwerke zu räumen. Für uns ist klar, dass der Platz für Werkstätten, soziale Begegnungsstätten, Büros, Kinderspielzimmer und Sporträume nicht hergegeben oder verkleinert werden kann.

02.07.15 | 20 Uhr | Peter-Weiss-Haus in Rostock

Seit einem halben Jahr bespielen wir dieses Haus mit allen Hausmeister- und Veranstaltungsaufgaben, die so im täglichen Betrieb anfallen. Seit einem Jahr planten wir an der Nutzung dieses Leerstandes und auch die Besetzung am 12.07.2014 kam uns zu gute, die letztendlich türöffnend für die heutige Zwischennutzung war. Einige sind schon seit mehr als zwei Jahren dabei, im und mit dem Viertel gegen die Investoreninteressen auf diesem Gelände zu kämpfen. In diesem Haus sind mehr als 40 unterschiedliche Gruppen organisiert, die politisch arbeiten und jede Woche mehr Menschen, die den hier entstandenen Raum für sich nutzen.

Nun kann es im Zweifelsfall sehr schnell gehen mit dem aktiven Kampf um den Erhalt des koZe und es braucht weitaus mehr als das Engagement der Menschen, die hier schon seit Monaten aktiv sind und langsam auf dem Zahnfleisch gehen.

Das kollektive Zentrum geht uns alle was an und verbindet die Kämpfe in Hamburg und anderen Städten und über sie hinaus auf eine Art und Weise, auf die wir nicht verzichten können.

Wir müssen dieses und jedes Haus erhalten, in dem Flüchtlingsgruppen auf Pfadfinder*innen stoßen und Bastler*innen auf politisch Aktive, Nachbar*innen auf Straßenmusiker*innen. Wir müssen diese Chance nutzen, unsere jeweiligen Perspektiven um die all der unterschiedlichen Menschen hier um uns herum, zu erweitern. Wir erhoffen uns Solidarität aus den verschiedensten Strömungen. Für uns heißt Solidarität, nicht alles gut finden zu müssen, um gemeinsam zu kämpfen.

Greifswald: Theateraufführung „Andorra“ am 01.07.15 im Kultur- und Initiativenhaus

Im Greifswalder StudentenTheater (e.V.) gibt es die Tradition, zum Ende jedes Sommersemesters eine große Produktion auf die Bühne zu bringen. Daran beteiligt sind Studierende aller Fachschaften sowie Schüler und Auszubildende aus der Region. In diesem Jahr ist es das Drama „Andorra“, Ende der 1950ger Jahre von Max Frisch geschrieben – ein Klassiker unter den deutschsprachigen Werken der Nachkriegsliteratur.

01.07.15 | 20 Uhr | Stralsunder Straße 10/11 in Greifswald

Frisch widmet darin dem Schwerpunktthema Antisemitismus und weist die Konsequenzen für die Betroffenen auf. Im Mittelpunkt stehen die Kernfragen: Welche Auswirkungen haben Vorurteile? Wie definiere ich Schuld? Wer bin ich?

Diese zentralen Aspekte vermittelt Frisch dem Leser anhand des jungen Protagonisten Andri, welcher fälschlicherweise als Jude betrachtet wird und für welchen sich aufgrund der mit Juden assoziierten Vorurteile ein verhängnisvolles Schicksal ergibt. Dieses geht, zum Leidwesen Andris, weit über die Isolation von der Gesellschaft und seiner Bezugspersonen hinaus.

Regie führen Jana Nederost und Georg Meier. Beide sind Studierende der Universität Greifswald und seit mehreren Jahren aktive Mitglieder des StudentenTheaters. Sie leiteten bereits mehrere Schauspielworkshops im Verein und betreuten diverse Stückproduktionen von Greifswalder Schulen. Jana Nederost hat bereits eine professionelle Schauspielausbildung abgeschlossen und weiß daher aus eigener Erfahrung die Kunst des Schauspielens zu vermitteln. Unterstützt wird das Duo durch die freiberufliche Schauspielerin Katja Klemt, welche jahrelang am Theater Vorpommern tätig war und derzeit mehrere Schulprojekte betreut. Die Inszenierung wurde in einem Zeitraum von drei Monaten erarbeitet.

Weitere Aufführungstermine gibt es unter anderem auf der Homepage der Rosa-Luxemburg-Stiftung Mecklenburg-Vorpommern.

Kurzmeldung: NPD-Kundgebung diesen Freitag in Waren! #UPDATE

Am kommenden Freitag (26.06.) möchte die NPD in Waren an der Müritz von 15 bis 16 Uhr eine Kundgebung vor dem Edeka am Papenberg (Karl-Bartels-Straße) abhalten. Anmelder ist der umtriebige NPD-Kader Norman Runge. Weitere Informationen folgen.

Gegenproteste sind in Planung.

#UPDATE
In Waren wird es eine Gegenkundgebung unter dem Motto „Für eine aktive Willkommenskultur“ geben. Details gibt es hier.

Bleibt informiert und achtet auf weitere Ankündigungen!


Bild: „Nazis? Die würd‘ ja nicht mal ich wählen.“ – Plakat der Kampagne „NPD-Verbot jetzt!“.

Schwerin & Rostock: Auch 2015 Paraden für die Gleichstellung nicht-heterosexueller Menschen

++ Demonstrationen für die Rechte von LSBTTI* in Schwerin und Rostock +++ Paraden gegen Unwissenheit und religiöse Fesseln am 04. & 18. Juli +

Von Christoph Lütge und Marko Neumann

Seit Jahren finden auch in Mecklenburg-Vorpommern Paraden zum Christopher Street Day (CSD) statt und auch 2015 gibt es in Rostock und Schwerin wieder bunte Umzüge, die für ein tolerantes und gleichgestelltes Miteinander werben.

Den Anfang macht die Landeshauptstadt. Am 4. Juli 2015 startet der CSD um 14 Uhr am Südufer des Pfaffenteiches mit einer bunten Parade unter dem Motto „Homophobie raus aus den Köpfen! Wissen schafft Akzeptanz.“ durch die Innenstadt. Ab 16 Uhr erwartet alle Teilnehmer*innen dort ein fettes Programm aus Politik und Kultur. Details zum Ablauf findet ihr auf csdschwerin.de.

In Rostock findet der CSD am 18. Juli statt. Um 15 Uhr beginnt die Parade unter dem Motto „UM GOTTES WILLEN! Wenn Glaube ein Anker ist, darf Religion keine Fessel sein.“. Ab etwa 17 Uhr gibt wie in Schwerin eine Abschlusskundgebung – ebenfalls am Neuen Markt – mit vielen Ständen, Redebeiträgen und jeder Menge Partymusik. Alle weiteren Informationen findet ihr auf rostock-pride.de.

Rostock: Vortrag & Diskussion „Organisierter Antifeminismus. Familialismus und Maskulismus am Beispiel der AfD“ am 01.07.15

01.07.2015 | 19 Uhr | Campus Ulmenstraße 69 | Haus 1, Hörsaal 323

Vor wenigen Monaten noch sorgten die sogenannten Männerrechtler bzw. Maskulinisten für eine Reihe von Artikeln in den Mainstream-Medien: Inzwischen seien Männer, Jungen, Väter Opfer eines ausufernden Staatsfeminismus geworden, lauteten die Schlagzeilen und in den Kommentarspalten tobte sich die antifeministische HateSpeech aus. Inzwischen scheint die Alternative für Deutschland (AfD) den organisierten Antifeminismus mit geschlechterkonservativen Positionierungen anzuführen. Diese strebt eine deutsch-nationale familialistische Bevölkerungspolitik an. Der Maskulismus teilt mit dem Familialismus die Propagierung einer Verschwörungsideologie, der zufolge der sogenannte Genderismus eine neue totalitäre Herrschaftsform sei, welcher die Männer bzw. die Familien als Keimzelle der Nation zurückdrängen oder gar zerstören will. Der Soziologe Andreas Kemper geht auf die Entstehung, die Netzwerke und die Akteur*innen dieser Verschwörungsideologien ein und stellt deren Argumentationsmuster dar.

Greifswald: „Aktion Scheinwerfer“ – Workshop zur Stadtentwicklungspolitik am 02.07.15 in der Straze

Donnerstag, 02.07.2015 | 16 Uhr | Straze (Stralsunder Str. 10, 17489 Greifswald)

Der Workshop des Vereins verquer beginnt mit einer theoretischen Auseinandersetzung auf zwei Ebenen: Auf der inhaltlichen Ebene soll zum einen die derzeitige Praxis der Greifswalder Stadtentwicklungspolitik miteinander in den Blick genommen werden. Außerdem möchten wir die Hintergründe einer solchen Politik innerhalb der kapitalistischen Wettbewerbslogik miteinander diskutieren. Auf der methodischen Ebene soll die Theorie der Kommunikationsguerilla in Abgrenzung zu anderen Formen politischer Einflussnahme erläutert werden.

Die Referentin wird in einem 2. Schritt mit den Teilnehmenden kleine Guerilla-Aktionen, die im öffentlichen Raum Greifswalds funktionieren, entwerfen. Die Teilnehmenden werden dabei angeregt, auf kreative Art und Weise die Entwicklungen und Machtverhältnisse in der Stadt, die dem oberflächlichen Blick entgehen oder als quasi naturgegeben wahrgenommen werden, in das Scheinwerferlicht zu holen und sichtbar zu machen. Die augenscheinliche Normalität soll in Frage gestellt und in ihrem Schein enttarnt werden.

Im Anschluss haben die Teilnehmenden die Möglichkeit, einige der Ideen praktisch um zu setzten. Sie können hierdurch eigene Grenzen verschieben und positive Erfahrungen als politische Akteure in einem kleinen Rahmen machen. Die Aktionen werden miteinander reflektiert und ausgewertet, so dass der Lerneffekt möglichst groß ist. Dabei sollen sowohl die Reaktionen der Rezipient*innen und die politische Kraft der Aktionen wie auch die persönliche Erfahrung der Teilnehmenden in die Reflexion einbezogen werden.

Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung Mecklenburg-Vorpommern.

Wismar: Stolpersteinverlegung am 27.06.15 in der ABC-Straße

Am 27. Juni werden in Wismar fünf Stolpersteine für die Familie Blass an ihrem letzten freiwilligen Wohnort in der ABC-Straße verlegt, Beginn ist 12 Uhr 30.

Tilo Gundlack, Präsident der Bürgerschaft, wird anlässlich der Verlegung der Stolpersteine für Familie Blass einführende Worte halten. Musikalisch begleitet wird die Stolpersteinverlegung durch Roman Samsovici. Die Patenschaft für die Steine übernimmt der Verein Kaso e.V.

Hinweis: Die Veranstalter behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextreme Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

Rostock: Demorechtsworkshop „Durften die das?“ am 25.06.15 an der Uni Rostock

Egal ob Demo gegen MVGIDA oder am 1. Mai: Bei einer Demonstration passieren oft viele Dinge, bei denen man sich im Nachhinein oft fragt: „Durften die das?“. Dieser Frage soll sich die Veranstaltung mit Elke Steven vom Grundrechtekomitee widmen, um zu klären, was auf Demos geht und was nicht.

Die Veranstaltung findet am 25.06.15 im Arno-Esch-Hörsaal statt und beginnt 19 Uhr.

Zur Facebook Veranstaltung geht es hier lang.

Ein Angebot des AStA der Universität Rostock.

Rostock: Kundgebung & Straßenfest „Refugees Welcome – Solidarität muss praktisch werden“ am 18.06.15

Unter dem Motto: Solidarität muss praktisch werden finden wir uns dieses Jahr alle in der Niklotstraße zusammen. Wir wollen gemeinsam mit Refugees in Mecklenburg Vorpommern ein politisches Statement setzen und uns gegen ihre räumliche und soziale Isolation stellen.

18.06.2015 ‖ 14 – 22 Uhr ‖ Niklotstraße

Neben der Refugees Welcome Kundgebung mit Open Mic wird es jede Menge Informations- und Mitchmachstände von verschiedensten Initiativen aus Rostock geben die sich vorstellen. Anlässlich der Kundgebung bieten wir euch zusätzlich Kinderbespaßung und -betreuung mit Stencil, Button und Siebdruck Workshop, live Musik und natürlich auch jede Menge leckeren Knabberkram im Café Median.

Greifswald: „Identitäre“ Blamage in der Hansestadt

++ Transparente, Plakate, Aufkleber & Flyer der „Identitären Bewegung“ in Greifswald aufgetaucht +++ Polizei prüft „strafrechtliche Relevanz“ +++ Entfernung der Propaganda durch engagierte Greifswalder*innen +

Von Janin Krude und Marko Neumann

Die Zeiten in denen Nazis mit Springerstiefeln und Bomberjacke durch die Straßen marschiert sind, gehören seit Langem der Vergangenheit an. Zunehmend versuchen sich neofaschistische Gruppierungen mal bürger*innennah, mal hip & frech zu geben – je nach dem, welches Publikum angesprochen werden soll.

Aktionsform „Identitäre“
Einer dieser Versuche, jungen Menschen die rechtsgerichtete Erlebniswelt schmackhaft zu machen ist die Aktionsform der sogenannten „Identitären Bewegung“. Die Kampagne, die vor allem gegen eine vermeintlich Islamisierung agitiert, stammt trotz gegenteiliger scheinheiliger Behauptungen aus der stramm rechten Ecke. So nahmen die „Jungen Nationaldemokraten“ JN – die Jugendorganisation der NPD – vor einiger Zeit die Idee einer identitären Bewegung auf und forcierte ihrerseits eine breit angelegte Kampagne.
Obwohl die rechte Initiative sich ursprünglich auf die sozialen Netzwerke im Internet, wie Facebook und Twitter, konzentrierte, versuchen Nazis zunehmend auch in der „offline Welt“ Fuß zu fassen und mit verschiedenen Aktionen an die Öffentlichkeit zu treten.

Greifswald als Rückzugsraum für „linksextreme Aktivitäten“?
In Greifswald sind in der Nacht von Montag zu Dienstag sind in Greifswald mehrere Transparente sowie Plakate und Aufkleber aufgetaucht. Während die Polizei zwar anerkennt, dass die Propaganda „fremdenfeindlich“ ist, überprüft sie jedoch aktuell noch die „strafrechtliche Relevanz“ der Plakate und Transparente.
Auf einem entsprechenden Facebook Eintrag äußert sich die selbsternannte „Identitäre Bewegung Mecklenburg und Vorpommern“ zu der Aktion und schreibt unter anderem: „Gerade Greifswald hat sich in den letzten Jahren zu einem Rückzugsraum für linksextreme Aktivitäten entwickelt. Patriotisches Engagement ist in dieser Stadt somit nicht selten mit einem Spießrutenlauf verbunden.“.


Bild: Während die Polizei überlegt, ob fremdenfeindliche Parolen „strafrelevant“ sind, beendeten andere tatkräftig die schwarz-gelb-braune Propaganda-Farce. (Fotoquelle: Uni ohne Nazis Greifswald)

Die Polizei prüft und prüft und prüft und prüft …
Während die Polizei weiter prüft, ob menschenverachtende Propaganda überhaupt strafbar ist, haben engagierte Greifswalder*innen bereits einen Großteil der Aufkleber und Plakate wieder entfernt.
„Im gesamten Innenstadtbereich, beispielsweise an der Mensa, in der Langen Straße, am Pariser, am Bahnhof, in der Rubenowstraße aber auch in anderen Stadtteilen wurden Sticker wie „Islamists not Welcome“, Plakate der Identitären Bewegung sowie Banner gesichtet und von einigen engagierten Antifaschist*innen entfernt.“ heißt es in einem entsprechenden Beitrag der Initiative Uni ohne Nazis Greifswald. Auch die Hipster Antifa Greifswald hat sich an der Entfernung des identitären Mülls beteiligt.

Das übliche Gejammer
Das monotone Rumgeopfere der Nazis über den drohenden „Volkstod“, einer „schleichenden Islamisierung“ und die Mähr von angeblichen „No Go Areas“ für „Patrioten“ wirken nicht nur auf den ersten Blick erbärmlich. Mehr als ein juristisches Nachspiel, zumindest für den/die Betreiber*innen der Facebook Seite der „Identitären“ in MV, wird die patriotische Nachtschicht der bemitleidenswerten „Bewegung“ nicht einbringen. Abmarsch, liebe Pappkameraden! ;)

Rostock: Globallokal-Talkrunde zur europäischen Migrationspolitik am 17.05.15 im Café Median

17.06.2015 ‖ 17 Uhr 45 (pünktlich!!) ‖ Café Median

Die GlobalLokal-Talkrunde ist ein monatliches Format des Lokalradios Rostock (LOHRO), in dem die Besucher*innen live an einer Podiumsdiskussion teilnehmen können. Radio wird so live erlebbar. Das GlobalLokal möchte damit Menschen anregen, selbst Teil einer unabhängigen Medienlandschaft zu sein. Im Juni sind im Rahmen des festival contre le racisme zwei Referent*innen zum Thema europäische Grenzpolitik eingeladen. Grundgedanke ist es, eine Brücke zwischen Theorie und Praxis zu schlagen. Hierzu wird es um kritische Migrationsforschung und Refugee-Proteste gehen.

Rostock: Lesung mit ManuEla Ritz am 16.06.15 im Peter-Weiss-Haus

ManuEla Ritz ist Trainerin gegen Rassismus sowie für Empowerment. Ihren Beruf und den Weg dorthin beschreibt sie in ihrer Biografie “Die Farbe meiner Haut. Die Anti-Rassismus-Trainerin erzählt”.

16.06.2015 ‖ 20 Uhr ‖ Peter Weiss Haus ‖ Möckelsaal

ManuEla Ritz schildert in ihrem Buch Ausschnitte ihres Lebens als schwarzes Mädchen, Jugendliche und Frau in einer mehrheitsweißen Gesellschaf und spiegelt durch ihre Erfahrungen bundesdeutschen Alltagsrassismus wider. Sowohl das Buch, als auch die Lesung belassen es jedoch nicht bei bloßen Beschreibungen, sondern eröffnen Strategien, sich gegen Rassismus zur wehr zu setzen. Nicht zuletzt gibt ManuEla Ritz in ihrer multi.medialen Lesung Einblicke in Ansätze und Konzepte ihrer antirassistischen Bildungsarbeit.




Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: