Rostock: Würdevolles Gedenken an 70. Jahrestag der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki

++ Gedenkveranstaltung zum 70. Jahrestag der Zerstörung Hiroshimas und Nagasakis am 5. August in Rostock +++ Rund 100 Teilnehmer*innen kamen zum Schwaanenteich und ließen Teelichter schwimmen +++ entschlossene Friedenspolitik in Abgrenzung Neurechter Querfrontstrategien nach wie vor notwendig +

Von Marko Neumann

Vergangene Woche fanden in vielen Städten und Orten Gedenkveranstaltungen anlässlich des 70. Jahrestags der Atombombenabwürfe auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki statt. Auch in Mecklenburg-Vorpommern gab es würdige und gleichzeitig mahnende Veranstaltungen, so unter anderem in Rostock. Aufgerufen zu der Gedenkveranstaltung in der Hansestadt hatten das Rostocker Friedensbündnis gemeinsam mit der Regionalgruppe DFG-VK Mittleres Mecklenburg (Deutsche Friedensgesellschaft-Vereinigte Kriegsdienstgegner*innen) und der Vereinigung IPPNW (Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges – Ärzte in sozialer Verantwortung).


Bild: An der Straßen entlang des Schwaanenteiches machte ein erstes Transparent auf das Gedenken aufmerksam.

Am Abend des fünften Augusts versammelten sich etwa 100 Menschen am Schwaanenteich in der Nähe der Rostocker Kunsthalle. Gekommen waren Menschen aus den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Spektren: Junge und Ältere, Vertreter*innen verschiedener Verbände, Parteien, Initiativen und selbst einfache Bürger*innen, die sonst kaum zu solchen Veranstaltungen erscheinen, waren vor Ort.


Bild: Transparente und Plakate informierten Teilnehmer*innen und Passant*innen gleichermaßen über die Gefahren der Atomenergie und die Auswirkungen von Atombomben.


Bild: Der japanische Steingarten am Schwaanenteich in der Nähe der Kunsthalle in Rostock.

Unter anderem ein japanischer Steingarten am Schwaanenteich erinnert seit rund 25 Jahren an die Opfer der Atomangriffe im August 1945 und zeugt gleichzeitig von einer jahrelangen freundschaftlichen Beziehung zwischen der japanischen Stadt Kyoto und der Hansestadt Rostock.

An verschiedenen Stellen um den Schwannenteich wurde Plakate und Transparente aufgehangen, die sich auch dem Interesse von Passant*innen erfreuten.

Um 20 Uhr begann die Kundgebung mit einigen einleitenden Worten von Cornelia Mannewitz als Vertreterin des Rostocker Friedensbündnis‘. Es folgten unter anderem verlesene Zeitzeugenberichte und eine kurze Erzählung über die Geschichte der blockübergreifenden Antiatombewegung in den 1980er Jahren. Unterbrochen wurden die inhaltlich sehr starken Beiträge durch japanische Musik.


Bild: Während der Kundgebung am japanischen Garten.

Anschließend gingen die Teilnehmer*innen der Kundgebung an den Schwaanenteich, um dort mehrere hundert Teelichter in Erinnerung an die Toten und Verletzten der Bombenangriffe schwimmen zu lassen. Obwohl es vorbereitete Schiffchen gab, brachten auch viele Menschen eigene Kerzen mit. Der langsame Untergang der Sonne sorgte zusätzlich für eine würdige Atmosphäre, während die Lichter ins Wasser gelassen wurden.


Bild: Über 300 Kerzen wurden auf dem Schwaanenteich schwimmen gelassen, um an den Opfern der Atombombenangriffe zu gedenken.

Nachdem die Teelichter über den See schwammen richtete Frau Mannewitz erneut das Wort an die Anwesenden. Wieder rundete japanische Musik die weiteren Wortmeldungen ab. Schließlich wurde die Veranstaltung beendet und die Teilnehmer*innen gingen langsam auseinander. Wie so oft bei Veranstaltungen dieser Art nahmen auch hier viele Menschen die Gelegenheit nach dem Gedenken wahr, sich über ihre Gedanken sowohl zu den historischen Ereignisse vor 70 Jahren als auch über aktuelle politische Themen auszutauschen.

Ein herzlicher Dank geht an die Organisator*innen und an alle Teilnehmer*innen der Veranstaltung. Trotz des Endes des Kalten Krieges und der damit einhergehenden direkten Bedrohung zweier atomarer Superblöcke ist die Gefahr, die von Atomenergie und Kriegen ausgeht, nicht gebannt. Eine entschlossene Friedenspolitik bei deutlicher Abgrenzung von Neurechten Querfrontstrategien ist heute genauso nötig, wie während des historischen Kalten Krieges.

Eine längere Fotostrecke gibt es auf Facebook.


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