Mecklenburg-Vorpommern: „Kampf um die Straße“ geht weiter

++ Angriff auf Geflüchtetenunterkunft in Schwerin/Lankow +++ Naziaufmarsch in Demmin +++ spontaner Aufzug von Nazis in Ueckermünde +

Von Janin Krude und Marko Neumann

Die menschenverachtende Hetze vermeintlich „besorgter Bürger“ und sogenannter „Asylkritiker“ in Mecklenburg-Vorpommern nimmt kein Ende. In Schwerin kam es jüngst zu einem Angriff auf eine Geflüchtetenunterkunft, in Ueckermünde marschierten 60 Nazis unangemeldet durch den Ort und in Demmin liefen 150 Nazis durch die Stadt.

Schwerin: Angriff auf Geflüchtetenunterkunft in Lankow
Täglich versuchen Rassist*innen in Schwerin ihre rassistische Hetze zu verbreiten. Was sich zunächst auf das Social Media Facebook beschränkte ist längst in der „offline“ Welt angekommen. Regelmäßige Kundgebungen vor der neuen Geflüchtetenunterkunft im Stadtteil Lankow sollen den Druck aufbauen. Die menschenverachtenden Parolen bleiben nicht ohne Wirkung: In der Nacht zu Freitag griffen sieben Personen die Unterkunft mit Flaschen und Holzpfosten an.
Zunächst versammelten sich ein Mob hinter der Unterkunft und randalierten am Gebäude. Als der Sicherheitsdienst die Polizei rief. Gegen 0 Uhr 20 kehrte die Gruppe zur Unterkunft zurück und bewarf die anwesenden Sicherheitskräfte mit Flaschen und Holzposten. Die Security zog sich daraufhin ins Haus zurück und rief erneut die Polizei. Die sieben Personen – fünf Männer und zwei Frauen im Alter zwischen 23 und 38 Jahren – wurden von der Polizei gestellt. Die Personalien wurden aufgenommen und Anzeige gestellt.

Ueckermünde: „Spontaner“ Naziaufmarsch vergangenen Freitag
Vergangenen Freitag versammelten sich etwa 60 Nazis in Ueckermünde, um einen nicht angemeldeten Aufmarsch durchzuführen. Unter den Schreien „Kein Ort für Asylanten“ seien sie durch den Ort marschiert. Als die herbeigerufene Polizei eintraf, löste sich der Mob schlagartig auf und die Personen verschwanden in verschiedene Richtungen. Die Polizei ermittelt nun wegen des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz.

Demmin: „Ich bin kein Nazi, du Volksverräter!“
Die „Demminer Bürgerwehr“ hatte für heute zu einen Aufmarsch durch die Peenestadt aufgerufen. Gekommen waren schließlich rund 150 Nazis. Als Sprecher trat unter anderem der NPD-Landtagsabgeordnete Michael Andrejewski auf. Das Bündnis Demmin Nazifrei mobilisierte zu den Protesten gegen den fremdenfeindlichen Aufzug. Etwa 50 Menschen folgten dem Aufruf und kamen zu den Mahnwachen in der Stadt.

Die rassistischen Aufmärsche und Angriffe bleiben nicht ohne Reaktion. In Greifswald organisiert die Willkommensinitiative für den zweiten Oktober eine antirassistische Demonstration unter dem Motto „Solidarität mit Geflüchteten“. Details zu der Demo gibt es hier


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