Archiv für September 2015

Presseschau: Aufmarsch „besorgter Bürger“ vergangenen Sonnabend in Schwerin

++ 450 Rassist*innen marschierten vergangenen Sonnabend durch Schwerin +++ NPD-Kader und andere Neofaschist*innen nahmen teil +++ weitere Aufmärsche in den kommenden Tagen +

Von Marko Neumann

Über 450 Rassist*innen nahmen vergangenen Sonnabend an dem Aufmarsch der rechten Initiative „Deutschland wehrt sich“ in der Landeshauptstadt Schwerin teil. Im Gegensatz zu vergangenen Aufmärschen dieser Art zeigten sich NPD-Kader und Mitglieder diverser Freier Kameradschaften ganz offen bei den vermeintlich „besorgten Bürgern“.

Neonazi-Großdemo in Schwerin [18.09.15]
Schweriner demonstrieren für Weltoffenheit und Respekt [20.09.15]
Schwarz gekleideter Block marschierte [20.09.15]
Das Wochenende der Wutbürger [21.09.15]
Rechte Szene schließt sich Demo in Schwerin an [21.09.15]
Fotos: Anti-Asyl-Demo in Schwerin

Hier alle Aufmärsche und die Organisator*innen der Gegenproteste im Überblick:
▪ 19.09.15 in Schwerin (Schwerin FÜR ALLE)
▪ 25.09.15 in Stralsund (Rock gegen Rechts Stralsund)
▪ 26.09.15 in Wismar (Wismar FÜR ALLE)
▪ 26.09.15 in Demmin (Demmin Nazifrei)
▪ 05.10.15 in Schwerin (Schwerin FÜR ALLE)

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Boizenburg: MVGIDA-Kundgebung bei Erstaufnahmelager Horst am 21.09.15

++ MVGIDA-Kundgebung vor Erstaufnahmelager Horst bei Boizenburg +++ Gegenkundgebung direkt vor Aufnahmelager +++ Geflüchtete vor rassistischer Gewalt bewahren und Nazis entgegentreten +

Von Marko Neumann

Lange war es ruhig geblieben um den PEGIDA-Ableger in MV, den anfänglichen Erfolge mit Aufmärschen in Rostock, Schwerin und Stralsund folgte eine monatelange Sendepause. Die Hetze gegen Geflüchtete übernahmen längst andere Initiativen.

Nazis und andere Rassist*innen veranstalten seit Wochen wieder Kundgebungen und Aufmärsche in verschiedenen Städten und Orten Mecklenburg-Vorpommerns. Erst vergangenes Wochenende liefen etwa 400 Rassist*innen unter dem Motto „Gemeinsam für die Heimat“ durch Schwerin. Organisiert wurde der rassistische Aufmarsch von der rechten Initiative „Deutschland wehrt sich“.

Für Montag, den 21.09.2015 plant der von der NPD-dominierten Initiative MVGIDA eine Kundgebung vor dem zentralen Erstaufnahmelager Horst bei Boizenburg. Treffpunkt ist 19 Uhr auf dem Marktplatz. Auf Facebook kursiert seit Kurzem eine entsprechende Veranstaltung, die Liste der Teilnehmer*innen ist öffentlich einsehbar.

Ab 18 Uhr 30 findet eine Gegenkundgebung direkt vor dem Lager Horst statt, um Geflüchtete vor rassistischer Gewalt zu bewaren und den Nazis entschlossen entgegen zu treten.

Kommt zahlreich und bringt eure Freunde mit!

FREEDOM OF MOVEMENT FOR EVERYONE!!

Rostock & Laage: Angriffe auf geplante Geflüchtetenunterkünfte

++ neue Angriffe auf Geflüchtetenunterkünft in Mecklenburg-Vorpommern +++ Brandanschlag auf geplante Unterkunft in Breesen (Laage) +++ Angriff mit Pyrotechnik auf Unterkunft in Rostock Lütten-Klein vereitelt +

Von Janin Krude und Marko Neumann

Die Welle von Angriffen auf Geflüchtete und Flüchtlingsunterkünfte in Mecklenburg-Vorpommern reist nicht ab. Im Rostocker Stadtteil Lütten-Klein ist ein Mann bei dem Versuch eine Turnhalle, welche als Geflüchtetenunterkunft hergerichtet wurde, mit Pyrotechnik anzuzünden, erwischt worden. In Bressen bei Laage legten bislang Unbekannte ein Feuer in einem Mehrfamilienhaus, in dem ebenfalls Flüchtlings untergebracht werden sollen.

Breesen (Laage): Geplante Flüchtlingsunterkunft in Brand gesteckt
In einer künftigen Flüchtlingsunterkunft in Bressen bei Laage im Landkreis Rostock ist in Sonntag Vormittag ein Brand im Dachstuhl des Hauses gelegt worden.
Das Mehrfamilienhaus, in dem sechs Geflüchtetenfamilien untergebracht werden sollten, stand jedoch noch leer, sodass „nur“ Sachschaden entstand. Ob in dem Haus noch Geflüchtete untergebracht werden können, wird derzeit noch geprüft. Laages Bürgermeisterin, Ilka Lochner-Borst (CDU) erklärte in einem Interview, sie gehe davon aus, dass der Landkreis bei seiner Entscheidung bleiben werde und das Privathaus wie geplant als Flüchtlingsunterkunft genutzt werde. Von solchen Angriffen werde man sich nicht schrecken lassen, erklärte sie weiter.
Während der Staatsschutz die Ermittlungen aufgenommen hat, verurteilte auch Innenminister Lorenz Caffier (CDU) offiziell den Brandanschlag. Er sehe sich in seiner Auffassung bestärkt, „weiterhin konsequent gegen die geistigen Brandstifter dieser gefährlichen rechtsextremistischen Provokation vorzugehen.“ Caffier kündigte verstärkte Sicherheitsvorkehrungen vor Unterkünften von Asylbewerbern an.

Rostock: Brandanschlag in Lütten Klein vereitelt
Eine weitere in Rostock geplante Notunterkunft sollte ursprünglich in den Turnhallen im Stadtteil Lütten Klein in der Kopenhagener Straße entstehen. Dieser Standpunkt ist jedoch vom Tisch.
Grund dafür ist unter anderem ein Vorfall in der Nacht zu Sonntag. Ein stark alkoholisierter Mann war in der direkten Umgebung der Turnhallen aufgegriffen worden, als er versuchte auf das Gelände der Sporthallen zu gelangen. Der Mann trug einen Rucksack voll mit Pyrotechnik bei sich und steht im Verdacht sich den Turnhallen genähert zu haben, um sie abzufackeln.
Mittlerweile sind alternative Unterkünfte in der Fiete-Reder-Halle in Rostock-Marienehe sowie das physikalische Institut der Universität Rostock in der Innenstadt in Vorbereitung.

Immer öfter hetzen „besorgte Bürger*innen“ und andere Rassist*innen ganz offen gegen Geflüchtete und ihren Helfer*innen. Dabei schrecken Viele nicht vor Gewaltanwendung zurück und nehmen dabei auch die Verletzung oder möglicher Weise den Tod anderer Menschen in Kauf.

Situation der Geflüchteten in der Hansestadt Rostock

Heute sind wieder mehrere hundert Geflüchtete in Rostock von uns in Empfang genommen worden. Jeden Tag kommen mehr Menschen in unsere Stadt, als die Fähren fassen können. Daher werden auch die von den Behörden bereitgestellten Notunterkünfte in absehbarer Zeit nicht mehr ausreichen, was dazu führt das freiwillige Helfer_innen Unterkünfte herrichten.

Pressemitteilung der Initiative Rostock hilft vom 18.09.2015

Wir, die Unterstützer_innen von #hrohilft, werden weiterhin alles uns mögliche unternehmen um die Ankommenden hier bestmöglich zu versorgen und ihnen zu helfen ihre Ziele in Skandinavien zu erreichen.

Wir überlegen uns ebenfalls, wie wir den Menschen, die sich entschlossen haben in Rostock zu bleiben einen Neustart ermöglichen können. Die Zahl der Geflüchteten scheint im Moment noch nicht abzunehmen, die Situation könnte sich jedoch bald ändern. Damit würde zwar das Arbeitspensum der freiwilligen Helfer_innen sinken, die in den letzten Tagen an ihre physischen und psychischen Belastungsgrenzen gestoßen sind und dringend eine Pause benötigen. Die Umstände unter denen diese Pause genommen werden müsste, hätten wir uns niemals gewünscht. Sollte die Zahl der Geflüchteten abnehmen, liegt das an den Grenzschließungen, die von der Bundesregierung, also den Parteien CDU und SPD, beschlossen worden sind. Wir kritisieren diesen Schritt entschieden als menschenverachtende Politik und sagen klar, dass dies nicht unseren Vorstellungen von einer demokratischen und offenen Gesellschaft entspricht. Demokratie heißt für uns, dass Menschen nicht illegalisiert werden dürfen, ebenso wenig wie ihnen das Recht auf freie Entfaltung aberkannt werden kann.

Wir haben in den letzten Tagen vor der eigenen Haustür gesehen, wie langsam und teilweise schlecht koordiniert in der sogenannten „Flüchtlingskrise“ seitens der Behörden agiert worden ist. So ist es aus unserer Sicht ein Unding, das Geflüchtete sich nun schon seit mehreren Tagen in Rostock aufhalten und hier gerne bleiben möchten bisher noch immer nicht die Möglichkeit für bestanden hat, hier auch einen Antrag auf Asyl zu stellen. Wir haben bewiesen, dass die Aufnahme von Geflüchteten keinesfalls die Kapazitäten eines reichen Industriestaates herausfordern. Wir sehen in den neuesten politischen, und ebenso den unterlassenen Schritten der Bundesregierung und anderer europäischer Regierungen den Versuch, sich der auch bei Kriegseinsätzen vielbeschworenen „Verantwortung in der Welt“ zu entziehen und die momentane Situation ungeachtet des Wertes von Menschenleben eskalieren zu lassen.

Informationen:
Blog: hrohilft.blogsport.eu
Facebook: facebook.com/hrohilft
Twitter: twitter.com/hrohilft
Spenden: JAZ-Spendenkonto
IBAN: DE 112 003 000 000 150 888 56
BIC: HYV EDE MM 300

Schwerin, Wismar, Demmin und co.: Wieder rechte Aufmärsche in Mecklenburg-Vorpommern

++ rechte Aufmärsche in Wismar, Güstrow und andernorts +++ Aufmarsch von „Deutschland wehrt sich“ kommenden Sonnabend in Schwerin +++ Aufzug der „Bürgerwehr Demmin“ am 26.09.15 in der Peenestadt +

Von Janin Krude und Marko Neumann

Seit Wochen machen Rassist*innen unterschiedlicher Couleur in Mecklenburg-Vorpommern Stimmung gegen Geflüchtete. Zu den ständigen Angriffen auf Refugees und Attacken gegen Geflüchtetenunterkünfte kommen seit Kurzem wieder verstärkte Aufmärsche dazu. In den vergangen Monaten marschierten Nazis unter verschiedenen Label, egal ob MVGIDA, MV.Patrioten, die „Alternative für Teterow“ oder wie aktuell „Deutschland wehrt sich“ – bislang fanden sich in den Aufzügen der „besorgten Bürger“ die sprichwörtlichen „üblichen Verdächtigen“ – lokale Nazikader und NPD-Sympathisant*innen und andere bekannte Gesichter.
Die Mobilisierung für die Aufmärsche finden hauptsächlich über das Internet statt. Facebook-Seiten mit Namen wie „Wir sind Usedom“, Wismar wehrt sich“ bekommen innerhalb von wenigen Tage hunderte und tausende Likes und veröffentlichen täglich Hetzartikel über Geflüchtete und deren Unterstützer*innen.

„Deutschland wehrt sich“ in Wismar und Schwerin
Schwerpunkte der rassistischen Hetzer sind momentan die Landeshauptstadt Schwerin und die Stadt Wismar, aber auch in anderen Orten sind sie aktiv. In den vergangenen Wochen liefen Rassist*innen mehrmals unter dem Namen „Wismar wehrt sich“ durch die Hansestadt, stets begleitet von lautstarken Protesten. In Schwerin versuchten die „besorgten Bürger“ täglich Kundgebungen durchzuführen.

Aufmarsch „Gemeinsam für die Heimat“ am 19. September in Schwerin
Schon für kommenden Sonnabend ist unter dem Label „Deutschland wehrt sich“ in Schwerin ein neuerlicher Aufmarsch angekündigt worden. Der Aufzug wird nicht nur MV-weit beworben, auch Hamburger Strukturen mobilisieren für den fremdenfeindlichen Aufzug. Unter dem Motto „Gemeinsam für die Heimat“ wollen sich die Rassist*innen um 17 Uhr am Schweriner Hauptbahnhof treffen. Ebenfalls über Facebook bewirbt das Bündnis Schwerin FÜR ALLE zu einer Gegenkundgebung und hat eine Gegendemo angekündigt.

„MV.Patrioten“ am 25. September in Stralsund und „Wismar wehrt sich“ am 26. September
Am 25. September wollen die „besorgten Bürger“ unter dem Label des MVGIDA-Ablegers „MV.Patrioten“ durch Stralsund marschieren und am 26. September möchten sie als „Wismar wehrt sich“ in der Hansestadt ihre menschenverachtende Propaganda auf die Straßen tragen. In Stralsund werden das Bündnis Stralsund Nazifrei und der Verein Rock gegen Rechts Stralsund die Gegenproteste organisieren, in Wismar werden die Bündnisse Wismar FÜR ALLE und Wismar Nazifrei.

„Bürgerwehr Demmin“ will am 26. September aufmarschieren
Besonders brisant ist der über Facebook und WahtsApp-Gruppen angekündigte Marsch der „Bürgerwehr Demmin“. In der Vergangenheit haben Nazis mehrmals versucht sich als Hilfspolizei aufzuspielen, so hatte der NPD-Kader Nils Matischent vor einiger Zeit in Güstrow versucht eine solche „Bürgerwehr“ zu etablieren. Die Nazis wollen sich ebenfalls am 26. September treffen. Beginnen soll der braune Spuck um 15 Uhr am Marktplatz. Das Bündnis Demmin Nazifrei, welches seit fast zehn Jahren die Proteste gegen den regelmäßig stattfindenden Naziaufmarsch am 8. Mai in der Stadt koordiniert, organisiert auch dieses Mal den Widerstand gegen den rechten Aufmarsch.

Die rechte Szene steckt allgemein in einer Krise, doch die bundesweite Debatte über Geflüchtete und die Hetze von CSU und co. verhelfen der rechten Szene auch in MV zu einer Frischzellenkur. Es ist jedoch fraglich, ob die hiesige Naziszene mittelfristig die hohe Zahl der Aufmärsche beibehalten kann, die Teilnehmer*innenzahlen der Aufzüge sinken nach ersten Achtungserfolgen – wie schon bei den MVGIDA-Aufmärschen Anfang des Jahres – jedenfalls deutlich.

Hier alle Aufmärsche und die Organisator*innen der Gegenproteste im Überblick:
▪ 19.09.15 in Schwerin (Schwerin FÜR ALLE)
▪ 25.09.15 in Stralsund (Rock gegen Rechts Stralsund)
▪ 26.09.15 in Wismar (Wismar FÜR ALLE)
▪ 26.09.15 in Demmin (Demmin Nazifrei)

Und wie immer gilt: Bleibt informiert und achtet auf Ankündigungen! Nutzt dazu wie üblich auch diese Kanäle:
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Last but not least möchten wir euch den neuesten Track von Carolin Kebekus nicht vorenthalten. ;-)

Waren: Vortrag & Diskussion „Faschismus und Zweiter Weltkrieg – Wen interessiert das noch?“ am 24.09.15 im Haus des Gastes

24.09.2015 | 18 Uhr 30 | Haus des Gastes in Waren

Ist die Geschichte Deutschlands in den Jahren zwischen 1933 und 1945 inzwischen nicht schon für mehrere Generationen der Nachgeborenen zu einem Lehrstoff geworden wie viele andere? Oder auch zu einem Gegenstand der Unterhaltung in Kinos und vor dem Fernseher wie andere Gegenstände und Themen auch? Wer fragt, ob uns diese Zeiten noch mehr zu sagen hätten als die bloße Erkenntnis, dass es sich im Frieden besser lebt als im Kriege? Es gibt Fragen, die jedoch für die Gegenwart nutzenbringend untersucht und durchacht werden können. Eine lautet: Wie kam es eigentlich, dass sich Millionen Deutsche Großväter und Urgroßmütter der heute Lebenden, zu Mittätern oder Helfern oder Instrumenten eines verbrecherischen Regimes machen ließen? Ist die Frage mit dem Fingerzeig auf Lügner und Betrüger abgetan? Mit diesen und anderen Fragen wird sich der Referent Prof. Dr. Kurt Pätzold in seinem Eingangsreferat beschäftigen. Anschließend wird es Gelegenheit zur Diskussion geben.

Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung Mecklenburg-Vorpommern.

Pasewalk: Ausstellungseröffnung „Besiegte Menschheit“ am 21.09.15 im Oskar-Picht-Gymnasium

„Was ist das – das Feld der Ehre? Diese fluchwürdigen Phrasen, die Millionen das Leben kosten! Sie müssen endlich entlarvt werden.“*
*Leonhard Frank

In dieser Ausstellung der Friedensbibliothek der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg zum 1. Weltkrieg stehen Menschen mit ihren Schicksalen und Haltungen der jeweiligen Kriegsjahre im Mittelpunkt: Kriegsgegner und Deserteure kommen zu Wort und die Vorgeschichte des Krieges wird dokumentiert.

Die Eröffnung findet am 21.09. um 14 Uhr statt. Die Ausstellung kann dann bis zum 2. Oktober 2015 montags bis freitags zwischen 9 und 14 Uhr in der Europaschule Oskar-Picht-Gymnasium (Grünstraße 63 , 17309 Pasewalk) besichtigt werden.

Eine gemeinsame Ausstellung der Rosa-Luxemburg-Stiftung MV, mit dem Tacheles e.V. und dem Oskar-Picht-Gymnasium.

Unterstützt die antirassistische Kampagne der Roten Hilfe und bestellt den neuen Soli-Sampler ‚Refugees welcome!‘

++ Neuer antirassistischer Soli-Sampler ‚Refugees Welcome!‘ erschienen +++ Rote Hilfe e.V. sammelt Spenden für widerständige Geflüchtete und deren Unterstützer*innen +++ Erlöse der CD gehen an Rote Hilfe e.V. +

Von Janin Krude und Marko Neumann

Zehntausende Flüchtlinge versuchen derzeit in Europa eine sichere Zuflucht zu bekommen. In der Hoffnung auf ein besseres Leben nehmen sie eine lange und gefährliche Reise auf sich, deren Ausgang ungewiss ist. Die Situationen der wenigen Asylsuchenden, die es nach Deutschland schaffen, ist immer noch sehr prekär. Viele Monate und Jahre leben sie in Ungewissheit darüber, ob sie hier bleiben dürfen oder nicht. Meistens sind sie auf engstem Raum mit mehreren anderen – oft fremden – Personen und in entlegenen Orten in Lagern untergebracht.


Bild: Bestellt euch den neuen AntiRa-Sampler ‚Refugees welcome!‘ und unterstützt die antirassistische Kampagne der Roten Hilfe e.V..

Mit der antirassistischen Kampagne ‚you can‘t break this movement‘ sammelt die Rote Hilfe e.V. Spenden für widerständige Geflüchtete und deren Unterstützer*innen, die durch ihren politischen Aktivismus von staatlicher Repression betroffen sind. Seit 2012 die ersten großen Protestmärsche von Würzburg nach Berlin starteten, sich nach und nach bundesweit Protestcamps gebildet haben, Gebäude besetzt, Botschaften gemeinschaftlich besucht und öffentliche Plätze genommen wurden, wurde diese Aktionen polizeilich und juristisch angegriffen.

Vorwürfe von Residenzpflichtverstößen, Körperverletzungen, Landfriedensbrüchen oder Widerstand gegen die Staatsgewalt sollen Widerstand delegitimieren und einschüchtern. Viele der betroffenen Aktivist*innen, ohne oder mit europäischem Pass, haben von der Roten Hilfe in den Folgemonaten politische und finanzielle Unterstützung erhalten. Wo lokale Soli-Töpfe ausgeschöpft sind konnte die Rote Hilfe so auf Bundesebene geflüchteten Aktivist_innen statt dem Regelsatz von 50% der Repressionskosten (Anwält*innen, Gericht, Strafe,…) eine 100%ige Unterstützung möglich gemacht.

Mit dem neuen Solidaritäts-Sampler „Refugees Welcome“ wollen auch wir die Kampagne ‚you can‘t break this movement‘ unterstützen. Details zur Kampagne gibt es hier. Alle Erlöse aus dem Verkauf der CD’s gehen an den AntiRa Fond der Roten Hilfe.

Der antirassistischer Sampler besticht mit 16 Titeln aus dem Bereich Punk, Punk Rock und Hardcore. Dabei reicht die Liste der Bands weit über die Bundesrepublik hinaus, auch aus Österreich und der Schweiz haben sich Bands beteiligt.

Die CD’s bekommt ihr bei uns für 6€ zzgl. Porto&Versand. Weiterverkäufer*innen (ab 5 CD’s) bekommen auf Anfrage Rabatt. Schreibt uns eine Mail an infonordost [ätt] systemausfall [punkt] org.

Bestellt euch die CD und supportet die aktuelle AntiRa Kampagne der Roten Hilfe e.V.!

Refugees welcome!
Kein Mensch ist illegal!
Solidarität ist eine Waffe!

Hier die komplette Tracklist:

01. Szenario 2015 – 1323 (Hamburg)
02. Suchen und Retten – Dashcoigne (Oettingen)
03. Hundewelt – A!Sexuell (Dresden)
04. Solidarity – Cleaver Finn (Bremen)
05. Soll das hier zuhause sein – Fortune’s Fail (Hannover)
06. Kalter Krieg – Unterbähzahlt (Klockow)
07. Momente – Leaves (Jena)
08. A Gentle Grin – The Devil’s Rejects (Linz, Österreich)
09. Hatemongers in Disguise – James First (Lübeck)
10. Augen auf – Miztake (Neubrandenburg)
11. Gender Unkown – Cynical Smile (Braunschweig)
12. Aids – Vorbeugehaft (Plauen)
13. Nie wieder fügsam Denkedrans (Kiel)
14. Deutschland von hinten – Abrupt (Göttingen)
15. Hau drauf – Krückenkrieger (Eberswalde)
16. Ein Leben aufgegeben – Declined (Chur, Schweiz)

Rostock: Buchvorstellung „Drohnen über Gaza“ am 17.09.15 im Peter-Weiss-Haus

Seit Beginn der 2000er Jahre nutzt Israel Drohnen zur Überwachung, Kontrolle und zum Beschuss des Gazastreifens, die israelische Variante im weltweiten „Krieg gegen den Terror“. Hunderte von Menschen, die allermeisten von ihnen Zivilisten, sind bislang durch Drohnenangriffe getötet worden. Zerstörung, Tod, Trauma sowie unterschiedliche psychosoziale Erkrankungen sind die Folgen dieses Drohnenkrieges, der von vielen als neue Form der israelischen Besatzung des Gaza-Streifens verstanden wird. Die Bedrohung durch die Drohnen verschlimmert die ohnehin äußerst angespannte Lage der Menschen im Gazastreifen, wo die humanitäre Krise aufgrund der israelischen Abriegelungspolitik zum Dauerzustand geworden ist. Seit der Machtübernahme des Militärs in Ägypten hat sich diese weiter zugespitzt, nachdem das neue ägyptische Regime den Grenzübergang zum Gazastreifen schließen ließ und einen Großteil der Tunnelstruktur, über die der Gazastreifen bis dato versorgt wurde, zerstörte. Erneute Preiserhöhungen sowie ein großer Mangel an Grundnahrungsmitteln, Medikamenten und Treibstoff sind die Folgen dieser nunmehr beidseitigen Abriegelung des Küstenstreifens. Im Unterschied zu den „strikezones“ in Pakistan oder im Jemen gibt es bislang nur sehr wenig Informationen über den Einsatz von Drohnen über Gaza, ganz im Gegenteil, der Drohneneinsatz findet weitgehend unbeachtet von der internationalen Öffentlichkeit statt, und selbst in anderen Teilen Palästinas ist nur wenig über das Bedrohungsszenario im Gazastreifen bekannt.

Atef Abu Saif hat zu dem Thema geforscht und wissenschaftlich gearbeitet, so schrieb er u. a. für die Rosa-Luxemburg-Stiftung, Büro Palestina, eine Studie „Drohnen über Gaza“. Vor einigen Wochen erschien bei Comma Press sein Buch: The Drone Eats With Me. Diaries From A City Under Fire, jüngst vom Schweizer Unionsverlag auch in Deutsche übersetzt.

Dieses Buch, das er hier vorstellen wird, ist keine wissenschaftliche Studie, sondern ein Stück Prosa, das gegenwärtig ziemliche Wellen schlägt. Das Vorwort von Noam Chomsky spricht für sich. Die deutsche Übersetzung wird zum Kauf angeboten werden. Der Vortrag findet auf Englisch statt, der Text auf deutschsprachigen Tafeln übersetzt.

Im Anschluss gibt es eine Diskussion, moderiert von Dr. Katja Hermann, Leiterin des Rosa-Luxemburg-Stiftung Büros in Ramallah.

Die Veranstaltung findet am 17.09.2015 im Peter-Weiss-Haus statt. Beginn ist 19 Uhr.

Eine gemeinsame Veranstaltung der RLS und Soziale Bildung e.V..

Vorladungen wegen des 1. Mai in Neubrandenburg

Neue Demonstrationskultur hin, „Polizei als Partner“ her – nach dem verhältnismäßig besonnenen Einsatz der Polizei am 1. Mai in Neubrandenburg folgt jetzt doch das übliche Nachspiel der Repressionsbehörden. Nachdem schon die Ordnungsämter des Landkreises Bußgeldbescheide verschickten, folgen derzeit die Briefe der Polizei.

Bisher geht es bei allen uns bekannten Fällen um Sitzblockaden, in denen der polizeiliche Staatsschutz ein Verstoß gegen §21 Versammlungsgesetz zu erkennen glaubt.

Wer entsprechende Post bekommt, meldet sich bitte unter Angabe von Vorgangsnummer/Aktenzeichen und des Vorwurfs aus der Vorladung bei den Genoss*innen der Roten Hilfe in Rostock.

Sagt auch euren Freund*innen Bescheid, wenn sie ungebetene Post erhalten. Wie immer gilt: Niemand muss zu Vorladungen der Polizei gehen! Ignorieren und die Aussage zu verweigern ist die beste Alternative!

Meldet euch stattdessen bei der Roten Hilfe!

Wir sind dann mal weg

… aber natürlich kommen wir wieder. Die nächsten Tage wird unser Blog und unsere Facebook-Seite nicht aktualisiert, der Grund dafür: wir steigen in unsere verspätete Sommerpause und werden unsere Batterien wieder aufladen. Neue Kraft schöpfen und die Seele baumeln lassen heißt die nächste Woche unser Motto.

Danach sind wir wieder für euch da und berichten regelmäßig über aktuelle Entwicklungen und Veranstaltungen. Gehabt euch wohl, wir bleiben in Kontakt! ;-)

Still loving Antifa!


Bild: Urlaub kann sooo schön sein.

Letzte Informationen zum Aufmarsch der „besorgten Bürger“ in Wismar

Morgen (05.09.) wollen „besorgte Bürger“ durch Wismar marschieren, um gegen eine vermeintliche „Überfremdung“ und „Scheinasylanten“ etc. pp. aufzutreten. Die fremdenfeindliche Hetze wird jedoch nicht unwidersprochen bleiben. Das Bündnis Wismar für Alle hat verschiedene Veranstaltungen und Mahnwachen organisiert.

Für morgen verwendet diese Kanäle für aktuelle Informationen:

Internet: wismarfueralle.blogsport.eu
Facebook: Wismar für Alle
Twitter: Recherchegruppe AST
Hashtag: #nowga
Ermittlungsausschuss: 0176/818 38 949

Eine Aktionskarte mit einer Veranstaltungsübersicht gibt es hier.

Wir sehen uns in der Wismar! Refugees welcome!

Ribnitz-Damgarten: Fête de la intégration am 05.09.2015 im AJZ Kita e.V.

Jedes Jahr findet in Ribnitz-Damgarten der offizielle „Tag der Integration“, veranstaltet vom Integrationsnetzwerk, am Marktplatz statt. In diesem Jahr gibt es mit dem AJZ KITA e.V. einen zweiten Standort! Gemeinsam mit dem Integrationsnetzwerk, der Stadt Ribnitz-Damgarten und vielen weiteren Unterstützern wird am 05. September ein großes, buntes und außergewöhnliches Programm veranstaltet! Die Organisator*innen stellen sich deutlich gegen Rassismus und jede Form von Diskriminierung!

Neben einem fetten Open Air Konzert ab 18 Uhr auf dem Marktplatz, auf dem unter anderem die Sound Nomaden und das Berlin Boom Orchestra auftreten werden, wird es im AJZ KITA e.V. ab 22 Uhr auf drei Floors weitergehen, unter anderem mit Kollektiv Ost und umami.

Ab 11 Uhr wird es verschiedene Workshops geben, darunter Themen wie
★ Migration, Flucht und Asyl – Die Welt in Bewegung
★ Interkulturelles Kochen
★ Trommeln/ Djembe
★ Breakdance
★ Graffiti
★ Medienprojekt

Für die Kleinen und jung gebliebenen gibt es darüber hinaus u.a. eine Hüpfburg, einen Soccerkäfig, die Möglichkeit sich Schminken zu lassen und eine Chillout Area. Zusätzlich wird es die Möglichkeit geben, sich bei diversen Ständen mit Stuff und den neuesten Infos einzudecken.

Das komplette Programm findet ihr auf dem Blog des Aktionstages oder auf der Facebook Veranstaltung.

Menschen mit Thor Steinar-Kleidung, NPD-Verbundenheit oder sonstigen Problemen empfehlen wir unsere Veranstaltung zu meiden. Unsere VA ist deutlich dem Kampf GEGEN Rassismus und Vorurteilen gewidmet! Der Besuch dieser Veranstaltung ist für Nazis u.ä. verboten!

Wismar: Informationen zum Aufmarsch „besorgter Bürger“ diesen Sonnabend

++ Aufmarsch „besorgter Bürger“ diesen Sonnabend in Wismar +++ Gegenveranstaltungen und Anreise nach Wismar planen +++ Kein Mensch ist illegal! +

Von Marko Neumann

Für diesen Sonnabend haben sich mehrere hundert „besorgte Bürger“ und Rassist*innen durch Wismar marschieren. Folgend findet ihr die aktuellen Informationen zum Stand der Gegenproteste.

Die Aufmarschroute
Nach unseren Informationen wollen die „besorgten Bürger“ wollen offiziell um 17 Uhr von ZOB Wismar starten und über die Bahnhofsstraße dann in die Alt Wismarsche Straße marschieren. Hinter dem Rathaus soll es dann in die Lübsche Straße und schließlich in die Claus-Jesup Straße gehen. Anschließend soll es nach Plan Am Hafen und dann wieder zum Bahnhof gehen. Auf der Route wird es mindestens zwei Zwischenkundgebungen geben. Angemeldet ist der Umzug bis 22 Uhr.

Die Gegenveranstaltungen
Im ganzen Stadtgebiet wird es verschiedene Kundgebungen und Veranstaltungen geben. Die zentrale Kundgebung mit Bühne, Musik, Flohmarkt, Leseecke und vielem mehr wird ab 11 Uhr am Marktplatz stattfinden. Reden des Bürgermeisters und der Landrätin sind vorgesehen.
Weitere Kundgebungen sind geplant an folgenden Orten:
▪ Haffburg (Nähe der Flüchtlingsunterkunft)
▪ Am Platz des Friedens; Wendorf (Nähe der Flüchtlingsunterkunft)
▪ Nähe Nikolaikirche
▪ Am Bahnhof
▪ Nähe der Jesupstraße
▪ Am Hafen wird es zusätzlich eine Veranstaltung der AOK geben,

Weitere Informationen, wie eine Aktionskarte, einen Twitterkanal, sowie die Nummern des Infotelefons und des Ermittlungsausschusses folgen die nächsten Tage.

Bleibt informiert! Nutzt dazu auch diese Kanäle:
Facebook: Wismar für ALLE & PortalNordost
Twitter: infonordost
Details: wismarfueralle.blogsport.de & ino.blogsport.de

Rostock: Sommerfest in der Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete am 04.09.15

Am 04. September lädt die Satower Straße zum Sommerfest! Besucher und Gäste können hier ins Gespräch kommen mit den Bewohner/innen, dem Betreiberteam sowie Unterstützer/innen und Helfenden. Auch ist bei dem bunten Angebot sicher für jeden etwas dabei.

Am 04.09.2015 ab 15.00 Uhr lädt das Asylbewerberheim in der Satower Straße zum alljährlichen Sommerfest. Neben einer Vielzahl von Sport-, Spiel- und kulinarischen Angeboten bekommen die Besucher und Gäste auch die Gelegenheit, mit den Bewohnerinnen und Bewohnern und dem Betreiberteam der Unterkunft sowie vielen Unterstützer_innen und Helfer_innen ins Gespräch zu kommen.

Weiterhin wird die Ausstellung „Asyl ist Menschenrecht“ über Hintergründe von Flucht und Vertreibung informieren und von Menschen erzählen, die bei uns Schutz suchen. Das Sommerfest in der Satower Straße wird durch unterschiedlichste tanzbare Live Musik auf der Bühne von 17.00 bis 22.00 Uhr musikalisch umrahmt.

Aufgrund der aktuellen Sanierungs- und Erweiterungsarbeiten in der Gemeinschaftsunterkunft muss mit Einschränkungen auf dem Gelände gerechnet werden.




Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: