Auf­ruf: „8. Mai 2016 – Tag der Befreiung vom deutschen Faschismus!“

Am 8. Mai 1945 ka­pi­tu­lier­te die deut­schen Wehr­macht und damit de­fac­to Na­zi-​Deutsch­land. Nach sechs lan­gen Jah­ren des Krie­ges war ein Mor­den be­en­det, wel­ches es so noch nie in der mensch­li­chen Ge­schich­te ge­ge­ben hatte. Über 70 Mil­lio­nen Men­schen star­ben, dar­un­ter sechs Mil­lio­nen Jüd*in­nen, die mit men­schen­ver­ach­ten­der Grau­sam­keit er­mor­det wur­den. Das An­zün­den und Brand­schat­zen gan­zer Dör­fer und Ort­schaf­ten, das Er­mor­den von Zi­vi­lis­t*innen sowie das Er­schie­ßen von Kriegs­ge­fan­ge­nen – die Aus­plün­de­rung gan­zer Land­stri­che und nicht zu­letzt der in­dus­tri­ell ge­führ­te Mas­sen­mord an Mil­lio­nen Jüd*in­nen und an­de­ren Min­der­hei­ten waren das Er­geb­nis der Um­set­zung der ver­bre­che­ri­schen Ideo­lo­gie der Nazis.

„Ent­na­zi­fi­zie­rung“? – Ver­drän­gung und feh­len­de Auf­ar­bei­tung nach dem Ende des Krie­ges
Viele ehe­ma­li­ge NS­DAP-​Ka­der und -​Mit­glie­der konn­ten in der Bun­des­re­pu­blik eine neue Kar­rie­re ma­chen. Sie wur­den Rich­ter, Staats­an­wäl­te, Ab­ge­ord­ne­te in Par­la­men­ten, Bun­des­mi­nis­ter oder sogar Bun­des­kanz­ler. Die noch nicht weit ent­fern­te Ver­gan­gen­heit in­ter­es­sier­te die west­deut­sche Be­völ­ke­rung – wenn über­haupt – nur abs­trakt, so­lan­ge die Ver­bre­cher nicht in der ei­ge­nen Fa­mi­lie oder im ei­ge­nen Freun­des­kreis zu fin­den waren.
Auch in Ost­deutsch­land war die Be­wäl­ti­gung der Ver­bre­chen der Nazis nicht ein­fach. Auch in der spä­te­ren DDR konn­ten Rassis­mus und Frem­den­feind­lich­keit of­fen­bar nicht aus den Köp­fen der Men­schen ver­bannt wer­den. Kurz nach der „Wie­der­ver­ei­ni­gung“ brann­ten in vie­len ost­deut­schen Städ­ten Flücht­lings­hei­me, wur­den Geflüchtete ver­folgt und an­ge­grif­fen. Ho­yers­wer­da, Mölln, So­lin­gen und nicht zu­letzt Ros­tock/Lich­ten­ha­gen wur­den zu Syn­ony­men für das wie­der­ver­ei­nig­te Deutsch­land in Eu­ro­pa und der Welt.

Die neuen alten Nazis
Be­reits in den 1960ern grün­de­te sich in der Bun­des­re­pu­blik die Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD), die bis in die Ge­gen­wart eine der wich­tigs­ten Or­ga­ni­sa­tio­nen der neo­fa­schis­ti­schen Szene in der Bundesrepublik spielt. 2012 wurde die rech­tsra­di­ka­le Par­tei zum zwei­ten Mal in Folge in den Schwe­ri­ner Land­tag ge­wählt. Meck­len­burg-​Vor­pom­mern ist damit ein wich­ti­ges Zen­trum der neofaschistischen Rechten. In MV agie­ren so­ge­nann­te „Frei­en Ka­me­rad­schaf­ten“ und die NPD eng zu­sam­men, ge­ra­de in Vor­pom­mern brei­ten sich rech­te Ein­stel­lun­gen in einem ra­san­ten Tempo aus. In man­chen Ort­schaf­ten konn­ten Nazis wie­der eine ge­sell­schaft­li­che He­ge­mo­nie auf­bau­en. Auch rech­te Auf­mär­sche ge­hö­ren in vie­len Tei­len MV’s zum All­tag.
Zu­neh­mend wird der 8. Mai als „Tag der Be­frei­ung“ in Frage ge­stellt. Ge­zielt ver­su­chen Nazis die Ver­bre­chen der Wehr­macht, der SS, der Ge­sta­po und an­de­rer Mord­trupps zu re­la­ti­vie­ren und den Vor­marsch der Roten Armee in Meck­len­burg und Vor­pom­mern zu stig­ma­ti­sie­ren.

Aktiv wer­den gegen Nazis und an­de­re Ras­sis­t_in­nen! Nazis in Dem­min blo­ckie­ren!
Ras­sis­ti­sche Hetze und Ge­schichts­ver­fäl­schung darf nicht un­wi­der­spro­chen blei­ben. Der in­dus­tri­ell ge­plan­te und durch­ge­führ­te Mas­sen­mord an den eu­ro­päi­schen Jüd*in­nen darf ge­nau­so wenig ver­ges­sen wer­den, wie die Gräuln und das un­end­li­che Leid des Krie­ges, die es ohne die deut­schen Welt­machts­plä­ne – nicht nur Hit­lers – nicht ge­ge­ben hätte.
Am 8. Mai wol­len zum zehnten Mal in Folge hun­der­te Nazis durch die Pee­ne­stadt Dem­min mar­schie­ren, um die Ge­schich­te zu ver­dre­hen. Längst hat sich die­ser Auf­marsch fest im Ter­min­ka­len­der der Na­zi­sze­ne Meck­len­burg-​Vor­pom­merns eta­bliert. Las­sen wir sie nicht un­ge­stört ihren Ge­schichts­re­vi­sio­nis­mus ver­brei­ten! Ver­schie­de­ne Bünd­nis­se und In­itia­ti­ven wer­den auch in die­sem Jahr bun­ten Pro­test und Wi­der­stand gegen den Spuck der Nazis or­ga­ni­sie­ren.

8. Mai: Tag der Befreiung! Nazis in Demmin blockieren!
Keinen Fußbreit den Faschist*innen!

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1 Antwort auf „Auf­ruf: „8. Mai 2016 – Tag der Befreiung vom deutschen Faschismus!““


  1. 1 Thomas Penndorf 03. April 2016 um 20:55 Uhr

    Hallo,
    bitte um aktuelle Infos wieder zum 8. Mai. Grüße aus Greifswald
    Thomas

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