Archiv für Mai 2016

„Stop them all! – Nazis und Rechtspopulist*innen entgegentreten!“ – Aufruf zur Kampagne

Nazis raus aus den Köpfen
Während sich die NPD in der Öffentlichkeit gerne als eine Kümmerer-Partei, die sich um die Belange der einfachen Menschen kümmert, in Szene setzen will, hetzen ihre Spitzenpolitiker*innen regelmäßig gegen Migrant*innen, alternative Jugendliche, Homosexuelle und andere Minderheiten.
Die NPD ist eine rassistische und antidemokratische Partei, die den Grundsatz der Gleichheit aller Menschen leugnet. Im Landtag, aber auch in Kommunalparlamenten hat die NPD immer wieder bewiesen, dass sie nicht an den Problemen der Menschen interessiert ist, sondern lediglich eine Plattform sucht, um ihre menschenverachtende Ideologie zu verbreiten. Das Konstrukt der „Volksgemeinschaft“, welches die Nazis propagieren, bedeutet immer Ausgrenzung von Menschen.
Der NPD und ihren Sympathisant*innen setzen wir ein solidarisches Miteinander entgegen. Vor allem in Mecklenburg-Vorpommern, einem Bundesland in dem die NPD relativ großen Einfluss gerade auch bei Jugendlichen hat, ist es besonders wichtig, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit die Stirn zu bieten.

Refugees welcome …denn kein Mensch ist illegal!
Allzu oft bedienen sich Rassist*innen von AfD und NPD der Gefühle und Ängste der Menschen, um Sündenböcke für tief liegende, komplexe soziale Probleme zu erfinden. Nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa formieren sich rechtspopulistische Parteien und Bewegungen, die vielerorts an Einfluss gewinnen oder bereits an Regierungen beteiligt sind. Sie profitieren dabei von der zunehmenden Arbeitslosigkeit, Zukunftsängsten und sozialen Unsicherheiten großer Teile der Gesellschaft, die empfänglich machen für die vermeintlich einfachen Lösungen der Rechtspopulist*innen und Nazis.
Wir dürfen nicht zulassen, dass die Strategie von AfD, NPD und co. aufgeht, ein Klima des Hasses gegen Geflüchtete zu etablieren. Der menschenverachtenden Hetze gegen Geflüchtete erteilen wir eine klare Absage. Egal ob sie heute von der NPD, morgen von der AfD oder übermorgen von anderen kommt. Wir treten im Gegensatz für eine Willkommenskultur ein. Menschen, die vor Kriegen, Genoziden, Verfolgung und Armut geflohen sind, bedürfen unserer Hilfe und Solidarität!

Gleichberechtigung für alle
Um die „deutsche Familie“ wieder „zu stärken“ will die AfD die hart erkämpfte Selbstbestimmung von Frauen über ihren Körper abschaffen. So sollen Frauen auf ihre Rolle als Mutter reduziert werden. Die AfD will zurück zu einem Weltbild der 1950er Jahre und steht damit der NPD in ihren rückwärtsgewandten Einstellungen in nichts nach. Sexuelle Minderheiten, wie Lesben oder Schwule, gelten sowohl für die AfD wie auch die NPD als krank. Beide Parteien wollen letztlich das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung abschaffen und alle Menschen in eine rückständige Geschlechterrolle zwängen.
Ob hetereo, schwul, lesbisch, bi oder transgender: Wir dürfen es nicht zulassen, auf Teufel komm raus in eine vorgefertigte Schablone gepresst zu werden. Wir müssen uns selbstbewusst unsere eigenen Rollen geben, statt uns an den Erwartungen und Reaktionen anderer zu orientieren. Das überholte Weltbild von Rechtspopulist*innen und Neofaschist*innen taugt nicht für die freie Entfaltung von freien Menschen in einer solidarischen Welt, die wir anstreben.

Follow your dreams
Rassist*innen, Rechtspopulist*innen und den Nazis geht es nicht darum tragfähige Lösungen aufzuzeigen. Stattdessen brechen sie gesellschaftlichen Problemlagen herunter auf die einfache Formel: „Ausländer raus!“. Doch das Problem sind nicht die Menschen, die nach Deutschland kommen. Das Problem ist eine Politik, die sich schon seit Jahren nicht mehr um soziale Schieflagen kümmert. Menschen, die schon länger in Deutschland leben und immer weniger haben, sollen gegen die ausgespielt werden, die gerade erst nach Deutschland gekommen sind und gar nichts haben.
Die kulturellen Erklärungsansätze für gesellschaftliche Missstände von AfD und NPD verstellen bewusst den Blick auf ihre vielfältigen sozialen und strukturellen Ursachen. Die Gründe für gesellschaftliche Probleme liegen nicht bei Minderheiten, auf die sie projiziert werden. Sie sind unter anderem im kapitalistischen Wirtschaftssystem begründet, welches mit dem Dogma der Profitmaximierung die Konkurrenz als einzige Form des Wirtschaftens hervorbringt und somit die Wurzel für prekäre Beschäftigungsverhältnisse, Massenentlassungen – sprich: die gesamte Ellenbogengesellschaft – darstellt. So wird existenzielle Unsicherheit in der Bevölkerung gestiftet, welche schnell zum Nährboden für menschenfeindliche Ressentiments und Ideologien wird.
Die Lösung dafür kann nicht darin liegen, Vorurteile und Hass zu streuen und verschiedene gesellschaftliche Gruppen gegeneinander auszuspielen. Der Ausweg kann nur die gemeinsame und solidarische Überwindung dieses Systems sein! Wir streiten für eine Gesellschaft, in der alle Menschen unabhängig von Hautfarbe, Herkunft, Religion und Sexualität friedlich und solidarisch zusammenleben.

Für ein buntes, weltoffenes & tolerantes Mecklenburg-Vorpommern! Für die Befreite Gesellschaft und das Schöne Leben!

Keine Stimme der AfD & NPD! Nazis und Rechtspopulist*innen entschlossen entgegentreten! Stop them all!

Refugees welcome …denn kein Mensch ist illegal!

Bleibt informiert! Nutzt dazu auch diese Kanäle:
Facebook: PortalNordost
Twitter: infonordost
Details: ino.blogsport.de/stopthemall/

„Stop them all! – Nazis und Rechtspopulist*innen entgegentreten!“ – Kampagne zu den Landtagswahlen 2016 in Mecklenburg-Vorpommern beginnt

Am 04. September diesen Jahres wird in Mecklenburg-Vorpommern ein neuer Landtag gewählt. Neben den demokratischen Parteien wollen auch die selbsternannte „Alternative für Deutschland“ (AfD) und die neofaschistische NPD in das Schweriner Schloss einziehen.

Pressemitteilung vom 23.05.2016 zum Beginn der Kampagne „Stop them all!“

Trotz eines laufenden Verbotsverfahrens will die NPD in M-V ihre letzte Landtagsfraktion verteidigen. Dabei spielt das Bestehen der NPD nicht nur für die Partei selbst eine wichtige Rolle. Auch die nicht parteigebundene Naziszene in M-V profitiert stark von den Erfolgen der NPD, denn längst sind Partei und Freie Kameradschaften hierzulande eng verschmolzen.

Die AfD ist in insgesamt acht Landtage eingezogen. Diese Erfolgsserie will die „Alternative für Deutschland“ in M-V ausbauen. Dabei versucht die rechtspopulistische Partei die weit verbreitete Armut und Perspektivlosigkeit in der Bevölkerung auszunutzen, um ein Klima der Angst zu schüren.
Weder die NPD noch die AfD bieten Alternativen zu den gesellschaftlichen Missständen. Sie bieten einfache vermeintliche „Lösungen“ für komplexe Probleme und nutzen die Zukunftsängste vieler Menschen schamlos aus. Beide Parteien schüren Ressentiments und Hass gegen Minderheiten, wie Flüchtlinge oder Homosexuelle, um mehr Einfluss bei den Menschen zu bekommen.

Mit der Kampagne „Stop them all! Nazis und Rechtspopulisten entgegentreten!“ startet das Infoportal für antifaschistische Kultur und Politik aus Mecklenburg-Vorpommern eine Initiative zur Aufklärung der tatsächlichen Ziele von AfD und NPD und zielt dabei besonders auf junge Menschen ab.

„Wir wollen verhindern, dass noch mehr Menschen in diesem Land der plumpe Hetze von rechten und rechtsextremen Parteien verfallen.“ erklärt die Sprecherin der Kampagne, Janin Krude. „Neben Flugblättern und Informationsbroschüren, die sich jeweils mit den Zielen und Inhalten der Parteien auseinandersetzen, wird es mehrere Hintergrundartikel auf unserer Homepage ino.blogsport.de geben. Ein wichtiger Bestandteil unserer Arbei werden auch die Sozialen Netzwerke sein.“ ergänzt Marko Neumann, ebenfalls aktiv in der Initiative. Auch sei weiteres Material in enger Zusammenarbeit mit verschiedenen Organisationen und Initiativen geplant, so Neumann weiter.

Die Kampagne beginnt 24. Mai 2016. Für Fragen stehen wir jeder Zeit zu Verfügung.

Kontakt:
Facebook: PortalNordost
Twitter: infonordost
Details: ino.blogsport.de/stopthemall/
Mail: infonordost [ätttd] systemausfall [punkt] org

Wir sind wieder da!

… und waren doch nie ganz weg. Blogsport hatte einige Serverprobleme und wir haben die Zeit anschließend genutzt, um unseren Blog etwas aufzupimpen.

Nach vielen Mails haben wir uns entschlossen, unser neuens farbiges Design doch wieder durch ein schwarz-weiß-grau Layout zu ersetzen. Wir hoffen es gefällt euch. ;-) Unsere Facebook Seite und unser Twitter Account bleiben aber bunt. :P Darüber hinaus haben wir unseren Downloadbereich erweitert. Schaut ruhig mal rein.

Vor Kurzem starteten wir mit unserer Kampagne Stop them all! – Nazis und Rechtspopulist*innen entgegentreten! in die allgemeine (Vor-)wahlkampfzeit. Mit der neuen Initiative werden wir über das Treiben von AfD und NPD berichten. Mehr erfahrt ich auf unserer Extra Seite ino.blogsport.de/stopthemall.

Ab sofort findet ihr alle wichtigen Infos zu antifaschistischer Kultur und Politik für M-V und den Rest der Welt hier auf unserem Blog.

Rostock: Informationsveranstaltung ukrainischer Kriegsdienstverweigerer Ruslan Kotsaba am 31.05.16 im Peter-Weiß-Haus

Ruslan Kotsaba, Journalist und Blogger, hat in einer Videobotschaft den Kriegsdienst in der Ostukraine verweigert und auch andere dazu aufgerufen. Dafür sitzt er seit über einem Jahr in Haft. Die Anklage lautet auf Staatsverrat und Behinderung der Streitkräfte der Ukraine. Die Deutsche Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) hat bereits einmal eine Delegation zu seinem Prozess entsandt. Parlamentarier und internationale Menschenrechtsorganisationen verfolgen den Fall. Amnesty International hat Ruslan als zurzeit einzigen „prisoner of conscience“ der Ukraine anerkannt.
DFG-VK und Connection e.V. organisieren im Mai und Juni eine Rundreise seiner Ehefrau durch Deutschland. Am 31. Mai ist Uliana Kotsaba in Rostock zu Gast. Sie wird über Ruslans Haftumstände und den Fortgang des Gerichtsverfahrens informieren. Begleitend wird der Osteuropahistoriker David X. Noack über die historischen und politischen Hintergründe des Ukrainekonflikts sprechen. Auf Staatsverrat stehen in der Ukraine 12 bis 15 Jahre Gefängnis.

Die Veranstaltung findet am Dienstag, den 31. Mai im Peter-Weiß-Haus in Rostock statt und beginnt 19 Uhr im Möckelsaal.

Eine Veranstaltung der DFG-VK-Regionalgruppe Mittleres Mecklenburg und des Rostocker Friedensbündnis.

Rostock: Filmführung & Gespräch „Rabbi Wolf“ am 23.05.16 im LiWu

Bereits in ihrer Doku „Im Himmel, unter der Erde“ widmete Filmemacherin Britta Wauer sich 2011 dem Judentum – genauer gesagt: dem jüdischen Friedhof in Berlins Stadtteil Weißensee. In diesem Film begegnete sie dem ungewöhnlichen Rabbiner William Wolff. Er machte einen solchen Eindruck auf sie, dass sie ihm daraufhin einen ganzen Film widmete: Rabbi Wolf.

William Wolff wurde 1927 in eine jüdische Familie hineingeboren. Im Alter von sechs Jahren floh er mit seinen Eltern und seinen zwei Geschwistern erst nach Amsterdam, dann 1939 weiter nach London, wo er später als politischer Journalist für den Daily Mirror tätig wurde. 1979 bis 1984 ließ er sich schließlich zum Rabbiner ausbilden und trat 2002 eine Stelle in Mecklenburg-Vorpommern an – in Schwerin, Wismar und Rostock, wo es zuvor 68 Jahre lang keinen jüdischen Geistlichen gab. 2015 endete seine dortige Amtszeit als Landesrabbiner.

Der Film wird am 23. Mai 2016 im Lichtspieltheater Wundervoll (Barnstorfer Weg 4, Rostock) ab 19 Uhr gezeigt. Anschließend gibt es ein Gespräch mit Rabbi William Wolff und der Regisseurin Britta Wauer.

Eine Veranstaltung der Heinrich Böll Stiftung MV

Neustrelitz: Veranstaltung „Wut, Verachtung, Ausgrenzung – Wie die Rechte in Deutschland wieder populär geworden ist“ am 20.05.16 im Kulturquartier

Der heutige Rechtsextremismus ist nicht mehr der alte. Ewiggestrige Nazi-Folklore scheint nur noch ein Randphänomen zu sein. Es hat sich in der Mitte der Gesellschaft über Jahre hinweg eine Ablehnung freiheitlicher Prinzipien entwickelt, welche nun seit einigen Monaten auch lautstark vertreten wird. So finden rechtsextreme Argumentationsmuster wieder leichter ihren Weg in Vereine, Schulen, an den Familientisch und in die Politik. Dort zeigt die neue Rechte in Wort und Tat eine überwunden geglaubte und unerwartete Aggressivität und bündelt sie in allgemeinen Hassgefühlen: Ausländerfeindlichkeit, Medienverachtung, Verschwörungstheorien, Homophobie, Nationalismus, Ultra-Liberalismus und vieles mehr.

Wie konnte es dazu kommen? Wie fühlt man sich als Journalist bei Pegida-Demonstrationen? Und welche Gegenmaßnahmen kann die freiheitliche Gesellschaft ergreifen? Diesen und anderen Fragen werden sich die Referent*innen Olaf Sundermeyer (Journalist & Autor) und Sebastian Serafin (FES Projekt ‚Gegen Rechtsextremismus‘) im Rahmen dieses Themenabends widmen.

Die Veranstaltung beginnt 18 Uhr 30 im Kulturquartier Mecklenburg-Strelitz (Schloßstraße 3, 17235 Neustrelitz).

Eine Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung Mecklenburg-Vorpommern.

Rostock: Informationsveranstaltung für Flüchtlinge über Jobcenter und ALG II/HartzIV am 13.05.15 im Peter-Weiß-Haus

Die Initiative Rostock hilft, der Flüchtlingsrat MV e.V. und das Netzwerk Arbeit für Flüchtlinge NAFplus laden herzlich ein zu einer Informationsveranstaltung für Flüchtlinge über Jobcenter und ALG II/HartzIV.

Je nachdem, welches Aufenthaltsrecht Sie in Deutschland haben, gibt es bezüglich der Ansprüche auf Leistungen unterschiedliche Gesetze und Zuständigkeiten.
Sie hatten bisher eine Duldung oder Aufenthaltsgestattung.
Deswegen war das „Sozialamt“ für Sie zuständig und Sie haben Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbIG) erhalten. Nun hat sich Ihr Aufenthaltsrecht geändert, Sie haben eine Aufenthaltserlaubnis von der Ausländerbehörde erhalten.
Damit ist nun das Jobcenter für Sie zuständig und der Anspruch auf Leistungen richtet sich nach einem anderen Gesetz, dem Sozialgesetzbuch Zweites Buch (SGB II).

Die Veranstaltung findet am 13. Mai 2016 im Peter-Weiß-Haus statt und beginnt um 17 Uhr.

-----------------------

روستوك لمساعدة اللاجئين وبعض شبكات المساعدة تدعوكم .
اعتمادا على تصريح الاقامة لديك في ألمانيا , هناك ما يتعلق في استحقاق الفوائد والقوانين والمسؤوليات المختلفة.
لمن كان معهم دولدونغ او حضر اقامة مؤقتة الى الان .
لماذا كان “ مكتب الضمان الأجتماعي“ لمساعدتكم ولقد تلقينا أستحقاقات بموجب طالبي اللجوء (AsylblG) .
الان تغيرت الاقامة الخاصة بك , فانك قد تحصل على تصريح اقامة من سلطات الهجرة .
وهكذا فان مركز العمل هو الان مسؤول عنك ويخضع الحق في الاستحقاقات بقانون مختلف , وكود الكتاب
الثاني للألمانية الأجتماعية (SGB) .
نحن نبلغ .
روستوك لمساعدة اللاجئين : تدعو اللاجئين وأولياء أمورهم , “ NAF plus“ تعطي دورة اعلامية حول فوائد مركز
التوظيف للاجئين .
13.05.2016 : الجمعة
17:00 : الساعة
Peter-Weiss-­Haus , Doberaner Straße 21 , Rostock 18057 : في
وسيتم اعطاء المعلومات باللغتين الألمانية والعربية , الدخول مجاني .
تلقي طالبي اللجوء * داخلا أثناء الاجراء المنصوص عليه من قبل طالبي اللجوء قانون الاستحقاقات .
وتصدر هذه المزايا من خلال الخدمات الأجتماعية .
للاجئين اللذين معترف باقاماتهم واللاجئين مع تغيير تصريح الاقامة اذا كانت قادرة على العمل , مركز التوظيف
والحصول عل مزايا بموجب الضمان الأجتماعي الثاني يسمى فوائد هارتز الرابع .
قواعد الحقوق والواجبات ليست فقط للألمانية صعبة الفهم , بعض كثير من الأشخاص ليس لديهم خبرة مع مبدأ „المنافع الأجتماعية“. تم
تصميم هذا العمل لمنع المشاكل في وقت لاحق .

Initiative „Rostock hilft“ protestiert gegen Massenabschiebungen vom Flughafen Rostock-Laage

Am 10 Mai 2016 wurden erstmals vom Flughafen Rostock-Laage mit einer Sammelabschiebung 103 Personen, davon 50 Kinder, nach Mazedonien, Serbien, Albanien und Kosovo abgeschoben. Der größte Teil der Betroffenen (90 Personen) lebte in Mecklenburg-Vorpommern. Aber auch aus Hamburg und Schleswig-Holstein wurden Menschen zur Abschiebung nach MV gebracht.

Pressemitteilung der Initiative Rostock hilft zu den Abschiebungen vom 10.05.16 über Rostock-Laage

Etwa 80 Menschen versammelten sich daraufhin mit Transparenten wie „Bleiberecht für alle“ oder „Kein Mensch ist illegal“ spontan in der Rostocker Innenstadt, um gegen diese Abschiebungen zu protestieren.

Unter den Betroffenen war auch eine Familie aus Rostock, deren Trennung billigend in Kauf genommen wurde. Die Mutter und drei Kinder wurden ohne Ankündigung abgeschoben, während der Vater mit einer minderjährigen Tochter zurückblieb. „Wir sind bestürzt darüber, wie leichtfertig Familien durch die Behörden auseinandergerissen werden“, so Helge Brenke von „Rostock hilft“. „Darüber hinaus finden wir es unverantwortlich und unverständlich, dass Familien abgeschoben werden, die seit mehreren Jahren hier leben und sich gut integriert haben. Die Kinder besuchten in Rostock die Schule und hatten hier ihre Freunde“, so Brenke weiter.

„Rostock hilft“ zeigt sich entsetzt über dieses menschenunwürdige Vorgehen der Landesbehörden. „Wir sprechen uns entschieden dagegen aus, dass Rostock-Laage neuer Abschiebeflughafen in Norddeutschland wird. Die Kooperation mit den Bundesländern Hamburg und Schleswig-Holstein zeigt außerdem eine neue Dimension der Abschiebepraxis in Norddeutschland“, so Brenke. „Vermeintlich „sichere Herkunftsländer“ werden bewusst herbei definiert, mit dem Ziel die Flüchtlingszahlen zu reduzieren – ungeachtet der Folgen für den Einzelfall und ungeachtet der konkreten Fluchtursachen der Betroffenen. Unter den Betroffenen der heutigen Massenabschiebung waren auch Angehörige der Roma-Minderheit. Sie werden in ihren Herkunftsländern strukturell diskriminiert, ausgegrenzt oder gar verfolgt. Anstatt die besondere historische Verantwortung Deutschlands gegenüber Roma wahrzunehmen, werden sie de facto als „Asylbetrüger“ stigmatisiert und abgeschoben“, kritisiert Karla Hoffmeyer, ebenfalls von „Rostock hilft“.

„Wir fordern eine ernst gemeinte Einzelfallprüfung der Asylanträge, unabhängig vom Herkunftsland. Wir fordern außerdem einen menschlichem Umgang mit Geflüchteten, auch bei ihrer Abschiebung. Die Betroffenen müssen die Möglichkeit haben, sich auf die traumatisierende Situation einzustellen, Abschied zu nehmen und Vorkehrungen für ihre Ankunft in dem jeweiligen Herkunftsland zu treffen, anstatt sie ohne jedwede Unterstützung auszusetzen. Dies muss
insbesondere gelten, wenn Kinder und Jugendliche betroffen sind“, so Hoffmeyer.

Greifswald: ASTA lädt AfD und NPD zur Podiumsdiskussion ein – Was ist bloß an dieser Universität los?

Der Allgemeine Studierendenausschuss an der Universität Greifswald lädt die rechtspopulistische „Alternative für Deutschland“ und die neofaschistische NPD zu einer Podiumsdiskussion ein. Es ist nicht das erste Mal, dass diese Universität negativ auffällt. Ein Gastbeitrag der Initiative Uni ohne Nazis Greifswald.

Wir haben an der Universität Greifswald ja schon einiges erlebt, wenn es um Rassismus, Homophobie und Fremdenfeindlichkeit geht. Sei es nun eine Unileitung, die Antifaschismus vor allem lästig findet und Weltoffenheit und Internationalität nur dann mit Worthülsen verkündet, wenn es gute Presse gibt oder man für irgendwelche Drittmittel-Projekte Quoten erfüllen muss. Oder gewalttätige immatrikulierte Neonazi-Kader, die Antifaschistinnen angreifen und bedrohen. Oder rechtsaußen Jura-Professsoren, die Neonazis an der Uni promovieren und für die rassistische AfD als Landtagskandidat fungieren. Oder eine Hochschulleitung, die alle rechtlichen Hebel in Bewegung setzt, damit die Studierendenschaft Greifswald keine antifaschistische Aktionen gegen Nazi-Aufmärsche organisiert. Oder eine Uni, die immer noch den Namen trägt, den sie von Goebbels 1935 erhielt, weil er ja ein Ausdruck einer gewachsenen Tradition ist (sic!) . Oder, Oder, Oder…

Wir neigen manchmal dazu diesem Status quo aus Heuchelei und Verlogenheit nicht oft genug zu widersprechen, aber die neuste „Errungenschaft“ hier an der Uni ist dermaßen absurd und widerlich, dass wir uns dazu entschlossen haben, ihn der breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen:

Es ist üblich, dass der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) zur Landtagswahl in MV eine Podiumsdiskussion mit den Direktkandidatinnen des Greifswalder Wahlkreises zu veranstalten. Dabei wurde in der Vergangenheit auf die, seit 2006 im Landtag vertretene, NPD verzichtet. Der aktuelle AStA sieht das allerdings anders. Denn für die diesjährige Podiumsdiskussion möchte man nicht nur die rassistische AfD in die Uni holen, sondern ebenso auch den Spitzenkandidaten der NPD, also den wegen Volksverhetzung verurteilten Fraktionsvorsitzenden Udo Pastörs. Wir konnten die Info erst nicht glauben, haben dann aber die originale E-Mail Einladung gelesen.

Die Mail ist von der aktuellen AStA-Vorsitzenden, FDP-Mitglied und als stellvertretende Senatsvorsitzende mit entsprechendem Rückhalt beim Senatsvorstand und der Hochschulleitung an der Uni aktiv. Der Schulterschluss von AfD und NPD ist auch in MV offenkundige Realität, die Mvgida- und AfD-Demonstrationen im Land sprechen eine eindeutige Sprache. Dass jetzt aber ein FDP-Mitglied aktiv daran mitwirkt, den Rassisten eine Bühne in der Universität Greifswald zu bieten, ist eine politische Konstellation, die wir auch in MV nicht für möglich gehalten haben.

Wir sind schon lange der Meinung, dass gerade die Universität Greifswald eine übergeordnete Verantwortung für die politische Entwicklung der Region (mit Blick auf die NPD-Wahlkreisergebnisse der letzten Landtagswahl) hat.

Die aktuelle Unileitung möchte von dieser Verantwortung nichts wissen und betrachtet die Uni als einen akademischen Elfenbeinturm, der völlig losgelöst von der gesellschaftlichen Entwicklung vor sich hin forschen soll. Diese Ignoranz und Arroganz Antifaschistinnen gegenüber, macht sie blind für Rassismus in den eigenen vier Wänden. Dass sich solch ein Verhalten auch auf die Positionierung und das Agieren der Studierendenschaft auswirkt, war abzusehen, dass es aber gleich so knüppeldick kommt, hätten wir nicht gedacht.

Vor einiger Zeit wurden wir hier bei Facebook angeschrieben und von jungen Abiturientinnen gefragt, ob ein Studium an der Uni Greifswald auch für Menschen mit einer antifaschistischen Grundeinstellung möglich sei. In letzter Konsequenz können wir diese Frage für niemanden beantworten. Wir wissen aber, dass auch an der Uni Greifswald viele engagierte Menschen aktiv sind, die diesen Status quo nicht akzeptieren und gegen ihn ankämpfen. All jenen Disteln im Beton wünschen wir gerade jetzt noch mehr Kraft und auch Mut, um diesen Kampf fortzuführen. Diese Menschen können wir supporten, indem wir die Zustände an der Uni öffentlich machen und somit Druck auf die Verantwortlichen ausüben.

Vom Studierendenparlament erwarten wir jetzt klare Kante und endlich das Einstehen für eine antifaschistische Grundhaltung, die nicht verhandelbar ist.

Wir rufen alle Studierenden auf, die hochschulöffentliche Sitzung des Studierendenparlaments, heute Abend um 20.15 Uhr im Hörsaal der Wirtschaftswissenschaften in der Friedrich-Loeffler-Straße 70, kritisch zu begleiten.

#Update: Presseschau zum Naziaufmarsch am Tag der Befreiung in Demmin

+ Pressemitteilungen, Videos, Berichte & Fotos +++ Presseschau zum Naziaufmarsch in Demmin +++8. Mai: Tag der Befreiung! ++

Von Marko Neumann

230 gezählte Nazis marschierten vergangenen Sonntag durch Demmin. Verschiedene Bündnisse, Parteien und Initiativen mobilisierten gegen den geschichtsrevisionistischen Aufzug. Eine Presseschau.

Demmin nazifrei: Entschlossen gegen den rechten Spuk [09.05.16]

Infoportal Nordost: Polizei ermöglicht Naziaufmarsch am Tag der Befreiung in Demmin [09.05.16]

Webmoritz: Nachbericht zum 8. Mai Demmin [09.05.16]

Greifswald nazifrei: Pressemitteilung – breite Proteste gegen den faschistischen Trauermarsch [09.05.16]

NDR: Demminer wehren sich gegen NPD-Fackelzug [09.05.16]

AST Recherchegruppe: Ehrendienst in Demmin [10.05.16]

Kritische Uni Rostock: Ein Opfermythos der Straße und der Wissenschaft [10.05.16]

AKJ Greifswald: Massiver Polizeieinsatz behindert Proteste gegen Naziaufmarsch in Demmin [10.05.16]

Nordkurier: Linke kritisiert ängstliche Stadt – Ritter fordert Verbot der NPD-Demo in Demmin [10.05.16]

Sören Kohlhuber: Fotos vom Fackelmarsch in Demmin 2016 [10.05.16]

Nordkurier: Protest gegen NPD-Aufmarsch – Sex-Puppen in der Peene [11.05.16]


Bild: Demonstration „Nicht lange fackeln“ am 08. Mai in Demmin. (Foto einebunden über webmoritz.de)

Polizei ermöglicht Naziaufmarsch am Tag der Befreiung in Demmin

+ 230 Nazis beim Fackelmarsch am Tag der Befreiung in Demmin +++ Polizei ermöglicht Neofaschist*innen geschichtsrevi-sionistischen Aufmarsch +++ über 500 Menschen beteiligten sich an Gegenprotesten ++

Von Janin Krude und Marko Neumann

Über 350 Menschen nahmen an der Antifa-Demo „Nicht lange fackeln“ teil, mehrere hundert weitere Demonstrant*innen beteiligten sich an verschiedenen Mahnwachen. Dem gegenüber standen weniger als 230 Nazis, die sich in der Stadt versammelten, um durch Demmin zu marschieren. Obwohl die Nazis nicht nur aus M-V, sondern auch aus Hamburg, Schleswig-Holstein, Hamburg und Brandenburg kamen, blieb die Zahl der Teilnehmer*innen hinter denen der vergangenen Jahre deutlich zurück.


Bild: Die Demonstration des Aktionsbündnisses 8. Mai Demmin dieses Jahr. (Foto eingebunden über demminnazifrei.blogsport.de)

Laut Demmin nazifrei beteiligten sich über 500 Menschen an den Gegenprotesten. Mit Polizei war mit einem Großaufgebot von 700 Beamt*innen im Einsatz, darunter die berüchtigte BFE-Einheit. Caffiers Prügelgarde machte ihrem Ruf auch dieses Mal alle Ehre.

** Polizei macht Nazis den Weg frei *** Angriffe auf Antifaschist*innen und Fotografen *
Wieder einmal hat die Polizei den Nazis in Demmin den Weg frei geprügelt. Bereits im Voraus der Proteste kam es zu Polizeikontrollen. Ein Bus aus Rostock, in dem sich Antifaschist*innen befanden, wurde von der Polizei angehalten und kontrolliert.
Im Laufe des Abends wurden Fotograf*innen und Journalist*innen durch die Polizei immer wieder bei der Ausübung ihrer Arbeit gehindert. Zeitweise wurden Fotograf*innen abgedrängt und vollständig gefilmt. Ein Fotograf wurde durch die Polizei festgesetzt, nachdem dieser angeblich Portraitaufnahmen von vermummten BFE-Polizist*innen gemacht haben soll.
Blockadeversuche am Luisenplatz und in der Marienstraße wurden nach kurzer Zeit mit einem massiven Einsatz von Pfefferspray und Schlagstöcken geräumt. Auch Hunde kamen teilweise zum Einsatz. Am Luisenplatz wurden Sanitäter*innen nicht zu den Eingekesselten durchgelassen. Die am Schwedenwall eingekesselten Antifaschist*innen wurden durchsucht und lange festgehalten. Auch das Friedensfest am Hafen blieb von polizeilichen Greiftrupps nicht verschont. Auch hier kam es zu Angriffen mit Pfefferspray und Knüppeln seitens der BFE-Einheiten.

Neue Taktik im Umgang mit Antifaschist*innen. Gegendemon-strant*innen werden nicht mehr festgenommen, sondern kurzfristig festgesetzt und die Personalien festgestellt. Wohl wissend, dass die meisten Anzeigen gegen Demonstrierende im Nachgang eingestellt werden, begnügten sich die Beamt*innen dieses Mal mit der Vervollständigung der Namens- und Adresslisten ihrer vermeintlichen politischen Gegner*innen und machten dabei auch vor offiziellen Medienvertreter*innen nicht halt.

Die Polizei Mecklenburgische Seenplatte teilte zu Beginn des Abends über Twitter mit, Partner der Gegendemonstrant*innen zu sein. Die Prügelexzesse der eingesetzten Einheiten und ein freundlicher Plausch mit dem bundesweit bekannten Nazikader Sven Krüger an einer Shell Tankstelle machten jedoch deutlich, wem die partnerschaftlichen Gefühle an diesem Tag tatsächlich gehörte.

** Der Fackelmarsch der Nazis: Ein Trauerspiel *
Mit 230 gezählten Teilnehmer*innen war der Aufzug der Nazis kleiner als in den vergangene Jahren. Obwohl die Polizei dem rechten Aufmarsch den Weg freiräumte wirkten die Nazis nicht sehr motiviert. Lustlos warfen sie ihren Kranz am Hafen in die Peene, der schließlich von mehreren Gummipuppen im Fluss begleitet wurde, und hörten sich zwei kurze Reden, darunter eine des noch NPD-Landtagsabgeordneten David Petereit an. Anschließend beendeten sie ihr braunes Spektakel.

* Was von Demmin bleibt **
Wieder einmal wurde der legitime demokratische Protest gegen einen Naziaufmarsch durch die Polizei unterdrückt. Das aggressive Auftreten von Einheiten der eingesetzten Polizei, nicht nur der BFE-Einheit, zeigen deutlich welcher Geist bei weiten Teilen der Polizei herrscht.
Lustlose Redebeiträge, der anschließende schnelle Rückweg der Nazis von ihrer Kundgebung und deutlich gelangweilte Gesichter der Ewiggestrigen zeigten deutlich, wie wenig Lust die eigene Anhänger*innenschaft auf diesen Pflichttermin in Demmin hatte.
Die Konsequenz aus dem leisen Desinteresse der Nazis und der nervösen Aggression der Polizei ist die Fortsetzung und Verstärkung des legitimen Protestes gegen den Naziaufmarsch. Auch wenn die Nazis nicht wirkungsvoll blockiert werden konnten, scheint die Stimmung langsam zu Gunsten der Antifaschist*innen zu kippen. Wieder einmal heißt es also: nach Demmin ist vor Demmin. Wir sehen uns 2017 zum Tag der Befreiung!

Letzte Infos zum Naziaufmarsch am 8. Mai in Demmin

Am 8. Mai wollen Nazis erneut durch Demmin marschieren. Hier die letzten Infos für die Gegenproteste am Sonntag.

Infotelefon, EA-Nummer & Twitter-Kanäle
Infotelefon ab dem 8. Mai 15 Uhr: 0160-62 080 18
Ermittlungsausschuss: 0157 337 30 212
Twitter-Hashtag: #8mDM
Ticker: www.aktionsticker.org & twitter.com/demminnazifrei
Antifa-Ticker: twitter.com/nonazisdm


Bild: Nicht nur in Demmin gilt: „Kein Kiez für Nazis!“

Kundgebungen & Demos
Die Friedensdemonstration beginnt um 17 Uhr 15 am Marktplatz. Die Antifademo startet um 17 Uhr am Bahnhof. Verschiedene Gruppen und Organisationen haben ab 18 Uhr Mahnwachen angemeldet. Für die konkreten Orte druckt euch im Voraus die Aktionskarte aus.
Die Nazis haben ihren Treffpunkt um 19 Uhr am Parkplatz vom Stadion. Ziel des Naziaufmarsches ist wie in den letzten Jahren die Kundgebung im Hafen, um dort ihren „Gedenkkranz“ in die Peene zu werfen. Die genaue Nazi-Route ist nicht bekannt und wird vermutlich auch nicht bekannt gegeben.
Für alle Aktionen des Bündnisses Demmin nazifrei gilt der Brölliner Aktionskonsens.

Wir sehen uns in Demmin!

Achtet auf Ankündigungen und bleibt informiert! Nutzt dazu auch diese Kanäle:
Blog: demminnazi.blogsport.de & ino.blogsport.de
Facebook: PortalNordost
Twitter: demminnazifrei & infonordost
Hashtag: #8mDM & #tagderbefreiung
e-Mail: infonordost[ätt]systemausfall.org

Am 8. Mai nach Demmin! Geschichtsverdrehung und Menschenverachtung entgegentreten!

08. Mai 2016 in Demmin! Nicht Lange Fackeln!
Geschichtsverdrehung und Menschenverachtung entgegentreten!

Aufruf der Antifa Defiant Greifswald gegen den Naziaufmarsch am 8. Mai 2016 in Demmin

Der 08.Mai 2016 ist der 71. Jahrestag der Kapitulation des nationalsozialistischen Deutschlands, Jahrestag der Befreiung Europas vom Nationalsozialismus sowie Endes des durch Deutschland ausgelösten 2. Weltkrieges. Auch in diesem Jahr werden Neonazis in der vorpommerschen Kleinstadt Demmin einen Fackelmarsch durchführen. Dieser soll an die deutschen Opfer, die in den Tagen der Befreiung durch die Rote Armee in Demmin zu beklagen waren, erinnern. Dabei werden, wie jedes Jahr, die Ursachen für den Tod dieser Menschen ausgeblendet: Die Angriffskriege Deutschlands auf seine Nachbarn und ganz Europa sowie die Vernichtungspolitik gegen alle, die von den Nationalsozialisten zu „Untermenschen“ erklärt wurden. So wird lediglich ein Ausschnitt dieses Krieges, der Einmarsch der alliierten Streitkräfte und die anschließende Kapitulation Deutschlands, betrachtet und unter völliger Missachtung sämtlicher Hintergründe die zu dieser Situation führten, Deutschland zum Opfer des Krieges umgedeutet.

Auch am 8. Mai 2016 werden die marschierenden Neonazis sich nicht entblöden, das Leid der deutschen Bevölkerung und die Vertreibung aus den Ostgebieten als Konsequenz des Krieges anzuprangern. Sie weisen damit auf die große Anzahl deutscher Flüchtlinge hin, die das Ende des 2. Weltkrieges mit sich brachte. Gleichzeitig hetzen die gleichen Leute derzeit permanent gegen geflüchtete Menschen aus aller Welt, die in Europa und Deutschland vor Krieg und Elend Schutz suchen. In diesem Verhalten zeigt sich, dass ihnen Leid und Vertreibung vollkommen egal sind, solange es nicht Deutsche trifft. Wer jedoch wirklich gegen Krieg und seine Folgen eintreten will, der muss solidarisch mit allen sein, die davon betroffen sind, egal woher sie kommen, und Möglichkeiten der Zuflucht schaffen. Die Europäische Union hebt sich mit ihrer menschenverachtenden Abschottungspolitik derzeit nicht wirklich von rechtsradikalen Forderungen ab.

Wir werden am 8. Mai in Demmin auch dafür auf die Straße gehen, den alles nur verschlimmernden, menschenverachtenden Denkmustern, die derzeit Europa zu bestimmen scheinen und an diesem Tag zur Schau getragen werden sollen, eine wirkliche Alternative entgegenzusetzen: Das solidarische Handeln mit allen Menschen weltweit, die von Ausbeutung, Krieg, Hunger etc. betroffen sind.

Kommt daher mit uns am 8. Mai nach Demmin und zeigt euren Protest gegen Geschichtsverdrehung und die wahren Ursachen von Krieg und Vertreibung: menschenfeindliche Einstellungen, Nationalismus und Rassismus.

Nicht lange Fackeln! Solidarität leben! Nazis und Rassist*innen stoppen!

Erinnerungen an den Tag der Befreiung 1945 – Werner Knapp: „Hurra, wir leben noch!“

Werner Knapp ist Jahrgang 1921 und schrieb seine Erinnerungen an den 8. Mai 1945 auf. Der Beitrag wurde zuerst veröffentlicht in der mittlerweile vergriffenen Broschüre „Bob du musst rennen, der Krieg ist vorbei“.

Den 8. Mai 1945 erlebte ich als Angehöriger eines tschechoslowakischen Panzerregiments bei der zur Festung erklärten Stadt Dünkirchen. Tausende Wehrmachtsangehörige der 226. Granatwerferdivision, SS-Einheiten und Soldaten anderer Waffengattungen hatten sich dorthin geflüchtet. Noch wenige Tage vor Kriegsende war es ein letztes Mal zu heftigen Gefechten gekommen. Obwohl nach den Siegen der Roten Armee bei Stalingrad, Kursk und ihres siegreichen Vormarsches sowie des von den Alliierten eingenommenen Paris und weiteren Vorrückens an der 2. Front, die Niederlage des faschistischen Deutschlands besiegelt war, versuchten die Eingeschlossenen noch am 10. April 1945, unterstützt von schwerem Artilleriebeschuss und Flammenwerfern, von uns eingenommene Objekte zurückzuerobern. Sechs Tage dauerten die für beide Seiten verlustreichen Kämpfe, als sich die Angreifer auf ihre Ausgangspositionen zurückziehen mussten. Die Nachricht über die bedingungslose Kapitulation des faschistischen Deutschlands löste dann bei uns allen unbeschreiblichen Jubel aus, der sich mit der Begeisterung der örtlichen Bevölkerung (Bourbourg) verband. Neben der Genugtuung über den Sieg des antifaschistisch-demokratischen Anliegens der Völker war es die Freude darüber, diesen Krieg trotz vieler schlechter Erlebnisse überlebt zu haben.
In die Tschechoslowakei zurückgekehrt, stellte ein Erlass der Regierung allen Kriegsteilnehmern frei, sich demobilisieren zu lassen. Viele, mit denen man durch die Kriegstage eng verbunden war, verließen die Einheit und drängten nach den Jahren der Trennung zurück zu ihren Familien. Für lange Abschiedszeremonien gönnte man sich nur wenig Zeit. Auch in der Tschechoslowakei überschlugen sich die Ereignisse. Mein Ausscheiden aus der Armee war vor allem von den Erwartungen an eine ungewisse Zukunft in Deutschland bestimmt. Ohne falsche Illusionen kehrte ich nach Erledigung aller Formalitäten der Demobilisierung im Dezember 1945 in die damalige sowjetische Besatzungszone zurück, um mich, wie andere auch, in den Aufbau eines neuen antifaschistisch-demokratischen Deutschlands einzureihen. Meine Erinnerungen an den 8. Mai 1945 bleiben eng verknüpft mit den vorangegangenen Jahren der Emigration und des Krieges.

Demmin? Nazifrei! – Bustickets für den Tag der Befreiung in Demmin sichern!

+ Parteien, Verbände und Initiativen organisieren Busse am 8. Mai nach Demmin +++ Busse aus Rostock, Neubrandenburg, Greifswald, Rügen, Stralsund, Grimmen & Hamburg +++ Jetzt Tickets sichern! – Demmin wird nazifrei! ++

Von Franziska Wilke und Marko Neumann

Am Tag der Befreiung wollen Nazis wie in den vergangenen Jahren durch Demmin marschieren. Das Aktionsbündnis 8. Mai Demmin organisiert gemeinsam mit anderen Initiativen und Organisationen die Proteste gegen den Aufmarsch. In verschiedenen Städten werden Busse organisiert, um eine gemeinsame Anreise zu ermöglichen.

Rostock. Das Bündnis Rostock Nazifrei organisiert Busse von Rostock nach Demmin. Tickets gibt es am Mittwoch, dem 4. Mai, bis 15 Uhr im Freigarten und ab 18Uhr im Cafe Median und am Donnerstagabend beim Poldo im Peter-Weiss-Haus

Neubrandenburg. Die der Bündnisgrüne Kreisverband Seenplatte organisiert aus Neubrandenburg Busse. Abfahrt ist 15 Uhr am ZOB. Die Rückfahrt von Demmin ist für 24 Uhr bzw. nach Ende der Veranstaltungen vorgesehen. Die Fahrtkosten betragen 5,- € Spende pro Person hin und zurück. Anmeldungen bitte an info[ätt]gruene-seenplatte.de oder unter Telefon 0395-5638893. Zusätzlich gibt es einen Ticket-Vorverkauf am Mittwoch, den 4. Mai ab 18 Uhr im AJZ Neubrandenburg (Seestraße 12)!

Greifswald. Das Bündnis Greifswald Nazifrei mobilisiert ebenfalls nach Demmin. In Greifswald gibt es ab sofort im IkuWo die Möglichkeit. Für 5-10 € Soli sichert ihr euch einen Platz nach.

Rügen, Stralsund & Grimmen. Der bündnisgrüne Kreisverband Vorpommern-Rügen organisiert mit weiteren Initiativen und Organisationen eine gemeinsame Anreise nach Demmin. Wer sich also am 8. Mai aus dem Landkreis Vorpommern-Rügen an den Protesten gegen den Aufmarsch ewig Gestrigen beteiligen will, der ist für Hin- und Rückfahrt mit 5 Euro dabei (Solipreis 10 Euro).
Abfahrtszeiten:
15:00 Uhr Gustow auf Rügen, Bushaltestelle an der Kirche
15:30 Uhr Stralsund, Busbahnhof
16:15 Uhr Grimmen, Bushaltestelle am Bahnhof
17:00 Uhr Ankunft Demmin

Die gemeinsame Rückfahrt findet nach Abschluss aller Gegenproteste statt.
Bitte meldet Euch an unter regionalbuero[.ätt]gruene-vorpommern-ruegen.de

Hamburg. Die Initiative HH goes MV organisiert ebenfalls eine gemeinsame Busanreise Treffpunkt in Hamburg ist 13 Uhr S-Sternschanze. Tickets gibts für 10 € am Bus, im Infoladen Schwarzmarkt oder der Schanzenbuchhandlung.

Achtet auf Ankündigungen und bleibt informiert! Nutzt dazu auch diese Kanäle:
Blog: demminnazi.blogsport.de & ino.blogsport.de
Facebook: PortalNordost
Twitter: demminnazifrei & infonordost
Hashtag: #8mDM & #tagderbefreiung
e-Mail: infonordost[ätt]systemausfall.org




Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: