Geschichtsunterricht mit Volksverhetzern: Rostocker Lehrer lädt AfD- & NPD-Kader in Gymnasium

+ Geschichtslehrer lädt Holger Arppe (AfD) und David Petereit (NPD) in neunte Klasse ein +++ demokratische Parteien entsetzt. +++ Geschichtslehrer: Petereit habe Schülern klar seine Meinung gesagt +++ Kultusministerium prüft Konsequenzen gegen Lehrer ++

Von Janin Krude und Marko Neumann

Immer wieder wird der Frontalunterricht an deutschen Schulen als langweilig, wenig modern und zu trocken kritisiert. Doch wie in den vergangenen Wochen ein Lehrer an einem Rostocker Gymnasium seinen Unterricht gestaltete, ist mehr als fragwürdig.
Im Rahmen eines Geschichtsprojektes des Innerstädtischen Gymnasiums Rostock (ISG) sollten Neuntklässler*innen Rechtsextremismus in der Gegenwart und Vergangenheit untersuchen.

Dazu eingeladen wurden zwei profunde Kenner der rechten Szene: Holger Arppe (AfD) und David Petereit, Landstagsabgeordente für die NPD, gegen die momentan ein Verbotsverfahren läuft. Auf das Einladen von Vertreter*innen demokratischer Parteien oder antirassistischer Initiativen verzichtete der für die entsprechende Gruppe der „Geschichtswerkstatt“ verantwortliche Lehrer Steffen K.. Sowohl Petereit, als auch Arppe sind beide wegen Volksverhetzung verurteilt worden.

Verantwortlich für die entsprechende Projektgruppe der „Geschichtswerkstatt“ des ISG ist der Lehrer Steffen K.. Dass der Schulleiter Thomas D. von den fragwürdigen Gästen an seiner Schule nichts gewusst hat, scheint ehr unwahrscheinlich.

Auf Nachfrage der Ostsee-Zeitung (OZ), die den Skandal als erste publik machte, erklärte Herr K- gegenüber der OZ, Holger Arppe hätte nur „wenige klare Antworten gegeben“ und oft nur mit Gegenfragen geantwortet. David Petereits Auftritt kommentiert er jedoch mit den Worten: „Ganz gleich, was man von seinen Standpunkten hält: Er hat den Schülern klar seine Meinung gesagt.“.

Simone Oldenburg, Bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Schweriner Landtag, erklärte gegenüber der OZ: „Die Schule hat sich verantwortungslos verhalten. Im Unterricht ist es wichtig, politische Meinungen ausgewogen zu vermitteln. Die Kinder sollen sich so eine eigene Meinung bilden können. Das geht aber nicht, wenn ich nur zwei Hetzer einlade.“ Besonders der Besuch des NPD-Landtagsabgeordneten Petereit schockiert sie: „Das ist eine rechtsextremistische, demokratiefeindliche Partei. Von solchen Politikern kann ich keine politische Kontroverse erwarten.“ erklärt Oldenburg.


1 Antwort auf „Geschichtsunterricht mit Volksverhetzern: Rostocker Lehrer lädt AfD- & NPD-Kader in Gymnasium“


  1. 1 Peter Petereit 09. Juni 2016 um 13:21 Uhr

    Grad fragte mich eine entsetzte FB-Freundin an, ob ich mit David P. verwandt sei. Oder gar er selbst. Ich bin es nicht. Karen L. aus Güstrow kann bestätigen, dass ich als Referent besser geeignet gewesen wäre.
    https://sckling.wordpress.com/2016/04/20/ein-mensch-wie-stolz-das-klingt/

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